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Alles begann damit, dass ich fiel

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
02.09.2021
14
39.664
4
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
20.05.2021 3.129
 
Hey! Wieder gibt es ein neues Kapitel, ich hoffe es gefällt euch. An der Stelle will ich mich noch mal ganz, ganz herzlich bei Lividekiwi für ihre Reviews bedanken! *Berg an Cookies geb* Das motiviert wirklich sehr:) Also: Danke! Die anderen dürfen ruhig auch Reviews dalassen, keine falsche Scheu, ich beiße nicht, wirklich:) So, dieses Kapitel endet ein wenig traurig, aber eigentlich wissen alle lotr-Fans, dass... Naja, viel Spaß bei diesem Kapi:)
~DaughterOfEvil

Am nächsten Morgen wachte ich auf, da die Sonne in mein Zimmer schien. Verschlafen blinzelte ich. Musste ich wirklich schon aufstehen? Mein Bett war so gemütlich. Ich quälte mich trotzdem auf die Beine, da ich keine Ahnung hatte wie spät es schon war. Ups. Mir war gerade aufgefallen, dass ich immer noch das schwarze Kleid von der Beerdigung an hatte. Ich zog es aus, und ging zum Schrank. Da würde sich schon was Gutes finden. Ich öffnete die Schranktüren und wühlte in den Klamotten. Ich zog ein graues Baumwollkleid heraus, mit Schlitzen an den Seiten, um Beinfreiheit zu gewähren. Die Frauen hier trugen ja keine Hosen, da musste ich mich mit so etwas abfinden. Dann war da noch so etwas Ähnliches wie eine Strumpfhose, das zog ich auch noch an. Als Schuhe dienten mir die schwarzen Stiefel von gestern, da ich nichts anderes fand. Meine Haare ließ ich offen, sie fielen locker über meine Schultern.
So machte ich mich auf den Weg in die Halle. Da würde ich vermutlich meine Freunde finden, und die würden mir bestimmt sagen können, wo man hier frühstücken konnte. Am Morgen wirkten die Gänge gar nicht mehr so duster, stellte ich erleichtert fest. Außerdem kamen mir jetzt öfters Mägde und Diener vorbei. In der Halle angekommen sah ich, dass dort ein langer Tisch aufgestellt worden war, an dem ich, ganz vorne am Kopfende, Théoden und Éowyn erkannte, daneben Gandalf, einige Wachen und meine Freunde, in der Mitte. Ich setzte mich neben Legolas, gegenüber von Gimli und Aragorn. „Bin ich zu spät?“, fragte ich. Legolas schüttelte den Kopf und Aragorn sagte: „Hier kommt jeder wann er will.“ Erleichtert nickte ich. Ich stellte fest, dass die hier fast so aßen wie daheim, und nahm mir Brötchen und Marmelade. Während dem essen fragte ich: „Wann gehen wir eigentlich nach Helms Klamm?“ „In einigen Tagen“, erklärte Aragorn. „Bis dahin lehren wir dich den Schwertkampf.“ Ich verschluckte mich an meinem Brötchen und hustete. „Was?“ Gimli nickte. „Du hast schon richtig gehört. Eigentlich wollte ich sie überzeugen dir den Kampf mit der Axt beizubringen, aber das wollten die nicht.“ Ich schüttelte den Kopf. „Nein Danke, da ist mir ein Schwert schon lieber.“ Aragorn nickte schmunzelnd. „Nach dem Essen fangen wir an.“
Als ich fertig gegessen hatte, machten wir uns auf zum Übungsplatz. Da Éowyn erzählt hatte, dass sie auch gerne mit dem Schwert kämpfte, wollte ich sie dazu holen, konnte sie aber nirgends finden, da sie schon vor einer Weile aufgestanden war.
Auf dem Platz angekommen, setzten sich Legolas und Gimli auf eine Mauer und schauten uns zu. Aragorn gab mir ein Schwert und zog sein eigenes. Doch unter der Last des Schwertes brach ich sofort zusammen. Aragorn lachte. Was? Grrr, das bedeutete Krieg! Um ihm zu zeigen, dass ich auch was konnte, richtete ich mich mühsam auf. „Versuch mal ein paar Schritte mit dem Schwert zu gehen“, meinte Aragorn. Doch sobald ich mich wieder bewegte, fiel mir das Schwert aus der Hand. „Ich glaube du brauchst einen Dolch“, stellte er fest. Er zog einen aus den tiefen seines Gürtels und reichte ihn mir. Noch bevor ich feststellen konnte, dass ein Gürtel gar keine Tiefen hatte, hatte ich schon dieses Ding in der Hand. Erstaunlicherweise war es fiel leichter als das Schwert. „Geht das?“, fragte Aragorn. Ich nickte. „Gut, dann stell dich mal so hin.“ Er stellte sich vor mich, den Oberkörper leicht zu Seite gedreht, den einen Fuß nach vorne, den anderen nach hinten und auch ein wenig zu Seite gedreht. Ich machte die Bewegung nach. „Gut so. Und jetzt probierst du mal das.“ Er dreht sich weg, und tat so, als würde er gegen einen imaginären Feind kämpfen. So übten wir noch eine Weile weiter, bis zum Abendessen gerufen wurde. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass wir das Mittagessen verpasst hatten, aber jetzt bekam ich doch langsam Hunger.
Beim Abendessen meinte Aragorn zu mir: „Du bist gut. Ich denke, dass machen wir jetzt bis zu unserem Aufbruch so weiterhin, dann kannst du im Notfall einen Ork hinstrecken.“ Obwohl ich eigentlich nicht vorhatte, jemandem mutwillig das Leben auszulöschen, wusste ich, dass es für die eigene Sicherheit nötig war. Ich nickte.
Und so vergingen die Tage. Ich übte mir Araorn den Dolchkampf, manchmal auch mit Legolas. Gimli saß meistens auf der Mauer und erläuterte mir ganz genau, warum eine Axt besser als ein Schwert war. Jetzt war schon der Tag unserer Abreise gekommen. Aragorn, Gimli und Legolas waren damit beschäftigt zu packen, aber da ich ja sowieso nichts hatte außer meinen Klamotten, war das bei mir sehr schnell gegangen.
Ich stand auf dem Übungsplatz. Aragorn hatte mich soweit Unterrichtet, dass er meinte, ich wäre jetzt soweit fertig. Fertig im Sinne, dass ich mich nun gegen Orks verteidigen konnte. Ich stellte mich also in die Mitte auf den Übungsplatz, und beschwor imaginäre Orks herauf. Es waren Fünf. Sie stürmten von allen Seiten auf mich zu. Dem ersten rammte ich meine Klinge in die Brust, da er unvorsichtig gewesen war. Der zweite wehrte meinen Angriff ab, aber ich schaffte es doch noch, ihm den Kopf abzuschlagen. Die Zwei anderen taten sich zusammen und attackierten mich von beiden Seiten, ich musste einen üblen Stoß einstecken. Doch ich wich ihnen aus, sodass sie gegen einander rannten und sich die Köpfe aneinander einschlugen und tot umfielen. Orks hatten einen ganz schönen Dickschädel. Ich sah mich nach dem letzten um. Wo war er? Auf einmal hörte ich Schritte hinter mir. Der Ork rannte auf mich zu. Mit ihm lieferte ich mir meinen heftigsten Kampf, doch am Ende schaffte ich es noch ihn umzuwerfen und rammte ihm meinen Dolch in die Brust. „Lady Ophelia?“ Ich sah mich um. Eine Magd stand am Rande des Übungsplatzes. Sofort verschwanden meine ausgedachten Orks. „Herr Legolas ruft euch und sagt, ihr sollt jetzt in die Halle kommen, da jetzt alles für den Aufbruch bereit ist.“ Ich nickte. „Ich gehe schon, danke für die Nachricht!“, rief ich ihr noch zu. Ich huschte noch schnell in mein Zimmer und holte meine Tasche, dann machte ich mich zu Halle auf. Ich sah mich um. Überall wuselten Leute um her, ich kam mir vor wie in einem Ameisennest. Wo war Legolas? Ich konnte ihn nicht entdecken. Aber auch die anderen Gefährten waren nicht da. Ich ging in die Mitte der Halle und musste immer wieder Leuten ausweichen, die geschäftig an mir vorbei eilten. Ah, da vorne erkannte ich Éowyn. Ich ging auf sie zu. Sie zog gerade ein Schwert aus einer Truhe und strich andächtig darüber. Respekt dass sie es halten konnte, ich war damit umgekippt. Geschickt schwang sie es und kämpfte gegen unsichtbare Gegner. Sie drehte sich um – und ihr Schwert klirrte, als sie gegen Aragorns Dolch stieß. Wo war der denn auf einmal hergekommen? „Ihr seid geschickt mit dem Schwert“, meinte er. Éowyn zog ihr Schwert weg. Aragorn senkte seinen Dolch. Éowyn ging auf die Truhe zu und legte das Schwert wieder hinein. „Die Frauen Rohans haben gelernt dass jene ohne Schwerter trotzdem durch ein Schwert sterben können. Ich fürchte weder Tod noch Schmerz.“ Oh echt? Also ich wollte noch nicht so gerne Sterben, und fürchtete mich auch davor. „Was fürchtet ihr dann, Herrin?“, fragte Aragorn. „Eine Käfig. Hinter Gittern zu bleiben, bis Gewohnheit und hohes Alter sich damit abfinden und alle Aussichten, große Taten zu vollbringen, unwiderruflich dahin sind.“ „Ihr seid eine Tochter von Königen“, sagte Aragorn, „Eine Schildmaid Rohans.“ Er steckte seinen Dolch weg. „Ich glaube nicht, dass dies euer Schicksal sein wird.“ Oh, wow, wo war der Pessimist in ihm geblieben? Aragorn verneigte sich und ging hinaus. Éowyn blickte ihr nach. In ihrem Blick lag... Liebe? Okay, damit hatte ich keine Erfahrung, aber ich musste mal mit ihr sprechen. Also ging ich einfach auf sie zu und fragte sie. „Éowyn?“ Sie drehte sich zu mir um. „Sag mal, bist du in Aragorn verliebt?“ Sie wurde rot. „Was? Nein, natürlich nicht.“ Verlegen blickte sie zu Seite. „Nur ein bisschen.“ Oh. „Du weißt aber, dass Aragorn verlobt ist, oder?“, fragte ich vorsichtig. Er hatte mir von einer Elbin namens Arwen Undómiel erzählt, die wohl die Tochter von irgend so ’nem Elbenkönig war, und mit dem Schiff nun Mitelerde verlassen und in ein anderes Land fahren würde, weil ihr Vater dass wollte. So ein Quatsch. Wenn sie ihn liebte, würde sie hierbleiben. Éowyn schluckte und nickte traurig. Ich dachte, dass es besser wäre sie fürs erste allein zu lassen und verließ die Halle. Draußen traf ich auf Aragorn, Legolas und Gimli. Sie standen schon bei den Pferden, und auch einige Dorfbewohner waren bereit. „Wo ist Gandalf?“, fragte ich. Ich konnte ihn nirgends erkennen. „Er ist Éomer suchen geritten. Wenn es zu einer Schlacht kommt, was wir nicht hoffen, werden wir ihn brauchen“, erklärte Aragorn. Ich nickte. „Wir ziehen los!“, rief da plötzlich der König, und schwang sich auf sein Pferd. Aragorn setzte sich auf Hasufel und zog mich hinter sich hoch. Auch Legolas und Gimli bestiegen Arod.
Wir ritten den anderen hinter her. Schon bald war aus unserem Zug eine langsame Karawane geworden. Legolas war von Arod gestiegen und hatte sich den Spähern am Anfang des Zugs angeschlossen. Ich war auch von Hasufel gestiegen und lief neben ihm her. Vor uns ritt Gimli allein auf Arod, und unterhielt sich mit Éowyn, die neben ihm lief. „Es stimmt schon, viele Zwergenfrauen sieht man nicht“, erzählte Gimli. „Außerdem sind sie uns in Stimme und Erscheinung so ähnlich“, er stieß einen kurzen Lacher aus, „dass man sie oft für männliche Zwerge hält.“ Éowyn drehte sich zu uns um. „Das liegt an den Bärten“, flüsterte Aragorn. Ähm, what, weibliche Zwerge mit Bärten? „Shht“, lachte Éowyn. „Und daraus wiederum ist der Trugschluss entstanden, dass es gar keine Zwergenfrauen gibt! Und dass Zwerge einfach so aus Erdlöchern schlüpfen!“ Éowyn lachte auf, und ich stimmte mit ein. Auch Gimli lachte mit. „Was natürlich lächerlich ist!“, rief er, und plötzlich rannte Arod los, und warf Gimli ab. Éowyn eilte zu ihm. „Schon gut, schon gut, nur keine Panik! Das war Absicht, das war Absicht!“, rief Gimli. Ja ganz klar. Éowyn half ihm auf, und sah Aragorn an, der grinste. Och ne, nicht schon wieder dieser Blick. Ich hatte ihr doch von Arwen erzählt.
Wir liefen jetzt schon den ganzen Tag, und ich war müde. Ich sehnte mich schon wieder nach einem weichen Bett, auch wenn wir heute erst losgelaufen waren. „Wir machen Rast!“, rief da Théoden. Endlich! Wir hielten an, und Aragorn setzte von Hasufel ab. Gumli, der sich bis jetzt mit Éowyn unterhalten hatte, die beiden verstanden sich gut, kam zu uns, und auch Legolas kam von vorne von den Spähern und setzte sich zu uns. Wir zündeten ein Feuer an, und aßen Lembas, was die Gefährten, wie sie mir erzählt hatten, in Lothlórien bekommen hatten. Es schmeckte wirklich recht gut, und sah aus wie ein Keks. Anfangs war es mir sehr mehlig vorgekommen, doch jetzt mochte ich den Geschmack. Langsam wurde es kälter, und ich zog meine Decke fester um mich. Die Sterne glitzerten am Himmel. In meinem früheren Leben hatte ich nicht oft unter freiem Himmel geschlafen, nur einmal mit meiner besten Freundin Tara in unserem Garten. Tara. Wie sehr ich sie vermisste. Wir hatten uns beinahe jeden Tag getroffen, sie war wie eine Schwester für mich gewesen. Was sie wohl im Moment machte? Ob sie mich vermisste? Nein, flüsterte eine gemeine Stimme in meinem Kopf. Sie hat eine neue Freundin und denkt nicht mehr an dich. Ach Quatsch. Ich verbannte diesen Gedanken in die hinterste Ecke meines Kopfes und schlief unruhig ein.
In der Nacht wurde ich durch ein merkwürdiges Geräusch geweckt. Ich öffnete die Augen. Da ich mit dem Rücken zum Feuer lag konnte ich nicht sehen was dort passierte, aber ich ahnte es. Das Geräusch war Legolas gewesen, der neben mir gesessen hatte und aufgestanden war. Anhand der Schritte vermutete ich, dass er zu Aragorn uns gegenüber gegangen war, und sich neben ihn setzte. „An was denkst du mellon nin?“, fragte er. Ah ja klar. Fachchinesisch. „Arwen“, sagte Aragorn traurig. Legolas sagte nichts mehr und  ich vermutete dass er nickte. Kurz darauf atmete Aragorn wieder ruhig und gleichmäßig. Er schlief. „Du kannst dich jetzt umdrehen“, sagte Legolas. Zu mir? Ich blieb erst mal liegen. Woher wusste der, dass ich wach war? „Du brauchst nicht so zu tun, als ob du schlafen würdest.“ Jetzt drehte ich mich um. „Woher weißt du, dass ich wach bin?“ Er grinste. „Du hast nicht mehr so gleichmäßig geatmet.“ Ich verdrehte die Augen. „Ja klar. Vollkommen perfekte Elben mit vollkommen perfekten Sinnen.“ Legolas lächelte. „Genau.“ Pah, der konnte mich mal. Ich legte mich wieder hin. Doch eine Frage hatte ich noch. „Warum hast du Aragorn nicht gesagt, dass ich wach bin?“ „Wir haben nichts beredet, bei dem du nicht zuhören dürftest.“ Aha. Ich schlief langsam wieder ein.
Am nächsten Morgen erwachte ich durch ein Schütteln. Ich wollte mein Kissen nach dem Verursacher werfen, merkte aber schnell, dass ich gar keins hatte. Ich blinzelte und blickte nach oben. Aragorn stand über mich gebeugt, und grinste. „Wir ziehen weiter.“ Och ne. Ich stand auf, und packte meine Decke weg. Dann schwang ich mich hinter Aragorn auf Hasufel. Auf Laufen hatte ich so früh am Morgen keine Lust. Früh am Morgen? „Aragorn, wie spät ist es eigentlich?“ Aragorn blickte zur Sonne. „Es müsste ungefähr neun Uhr sein“, schätzte er. Ich nickte. Trotzdem war ich noch müde. Ich schlief noch einmal an Aragorns Rücken gelehnt ein.
Plötzlich wurde ich durch ein unsanftes Rütteln geweckt, und fiel hart auf die Erde. Verwirrt sah ich auf. Oh. Ich musste wohl im Schlaf von Hasufel gefallen sein. Verärgert rieb ich mir die schmerzende Nase. Aragorn lachte. Pfff. „Helf mir lieber wieder auf Hasufel, anstatt so blöd zu lachen“, motzte ich. Er zog mich hoch. Und so ging es weiter. Einfach immer gerade aus, durch die karge Landschaft. Hätte Aragorn mich nicht mit seinen Geschichten bei Laune gehalten, wäre ich wegen der Langeweile schon längst ausgerastet. „Und dann haben Elladan, Ellrohir und ich, in einer Nacht-und-Nebel Aktion, Elrond im Schlaf die Haare grün gefärbt.“ Ich prustete los. „Am nächsten Morgen war er ziemlich sauer. Aber wir waren gut. Er hat zweieinhalb Tage gebraucht, um beweisen zu können, dass wir es waren.“ Oh, Aragorn. Der hatte in seiner Kindheit wirklich viel angestellt. Irgendwann stieg Aragorn ab, und lief neben Hasufel her. Éowyn gesellte sich zu ihm. Eine Weile liefen sie nur schweigend neben sich her, dann fragte Éowyn:  „Wo ist sie?“ Ähm, wer? „Die Frau, die euch einst dieses Schmuckstück schenkte?“ Aha, Arwen. Musste sie schon wieder dieses Thema anschneiden? Es war eine Wunde Stelle bei Aragorn. Er antwotete auch nicht sofort, schien in Gedanken zu sein. „Mein Herr?“, fragte Éowyn auch noch mal. „Sie segelt zu den Unsterblichen Landen, mit allen, die von ihrem Volk übrig sind.“ Ach Quatsch. Das machte sie bestimmt nicht. „Aragorn“, mischte ich mich nun auch ein, „sie wird dass nicht machen. Sie wird hier bleiben. Deinetwegen.“ Er sah nur traurig auf den Boden. „Wir müssen glauben.“ Ähm, was? Hatte ich da gerade etwas Weises gesagt? Wow, hier in Mittelerde wurde ich ja noch zu einem Poet. Auch Aragorn sah mich erstaunt, aber lächelnd an. Er nickte.
Auf einmal hörten wir einen Schrei von ganz vorne am Zug. Was war das? Erschrocken blickte ich nach vorne und sah gerade noch, wie Legolas hinter einem Felsen verschwand. Aragorn sprang von Hasufel, und eilte nach vorne. Ungeduldig wartete ich darauf, dass er zurück kam. Da kam er auch schon wieder angerannt. „Was habt ihr gesehen?“, rief der König. „Warge!“, schrie Aragorn. „Sie greifen uns an!“ Panik machte sich unter den Leuten breit. Auch ich bekam ein wenig Angst. Ich konnte kämpfen, dass wusste ich. Aber trotzdem war es etwas anderes, als auf dem Trainingsplatz gegenüber von Aragorn zu stehen. „Alle Reiter an die Spitze des Zugs!“, rief der König. „Folgt mir!“ Aragorn eilte herbei, und schwang sich wieder auf Hasufels Rücken. Ich bekam noch mit, wie Éowyn die Menschen aufforderte sich zu beeilen. Die Arme tat mir leid. Ich wusste, dass sie kämpfen konnte und wollte, und es nicht leicht war, jetzt einfach zu fliehen.
Wir galoppierten auf die Warge zu, die einen Hang hinunter ritten. Jetzt würde es so weit sein. Ich würde zum ersten Mal mutwillig jemanden umbringen. Aber ich wusste, dass es sein musste. Da kamen sie. Wir ritten mitten in ihre Schar. Ich stach von Hasufel aus hier hin und dort hin, und hoffte, dass ich einen Ork oder Warg erwischte. Plötzlich wurde ich vom Pferd gerissen und landete unsanft auf dem Boden. Schnell richtete ich mich auf, und sah mich nach Feinden um. Da kam schon ein hässlicher Ork auf mich zu. Mit dem machte ich kurzen Prozess. Auch einen Warg streckte ich mit einigen gezielten Hieben weg. Mit einem großen Ork hatte ich mehr Probleme. Er wehrte einige meiner Schläge ab, und zielte dann auf meine Brust. Ich drehte mich weg, wie Aragorn es mir gezeigt hatte. Doch ich war nicht schnell genug. Er streifte meine Hüfte, zum Glück war es aber nur ein Kratzter. Der Ork wollte gerade zum letzten tödlichen Stich ausholen, da nutzte ich die Gelegenheit und rammte ihm meinen Dolch in den Bauch. Tot fiel er um. Ich streckte danach noch einige Orks und Warge nieder. Ich drehte mich gerade um, suchte nach dem nächsten Gegner. Da sah ich es. Aragorn hing an einem Warg. Er fügte dem Wargreiter eine tödliche Wunde zu und warf ihn auf den Boden. Dann versuchte sich loszureißen, doch er hing fest. Der Warg stürzte auf eine Klippe zu und fiel herunter – und... Und Aragorn mit ihm. Nein. Nein, das konnte nicht passiert sein. Aragorn konnte nicht gestorben sein. „Nein!“, schrie ich, und stürzte auf die Klippe zu. Einige der Rohirrim schauten verwirrt zu mir hinüber, doch dass nahm ich gar nicht wahr. „Nein“, schluchzte ich, als ich über die Klippe spähte. Unten war ein reißender Fluss. Er musste Aragorn davon getragen haben. „Nein.“ Er konnte nicht gegangen sein. Er musste noch leben! Er... Er war wie ein großer Bruder für mich, hatte sich um mich gekümmert als ich neu und fremd in dieser Welt aufgetaucht war. Er konnte nicht tot sein. Ich schluchzte leise vor mich hin. Nein...
Der Kampf war nun vorüber. „Aragorn! Aragorn!“ Auch Legolas und Gimli suchten nach ihm, doch sie sollten sich keine Hoffnungen machen. Aragorn war tot.
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