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Alles begann damit, dass ich fiel

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
02.09.2021
14
39.670
4
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
19.05.2021 3.946
 
Hey, welcome back:)
Hier ist ein neues Kapi für euch. *Cookies verteil* Ich möchte mich auch noch mal ganz herzlich bei Lividekiwi für ihr Review bedanken, und für den einen Favoriteneintrag. Fühlt euch (trotz Corona:)) geknuddelt! Natürlich sind Reviews immer noch gewünscht, ich beantworte sie auch alle:) Damit entlasse ich euch aber für heute, damit ihr weiterlesen könnt. Ob sie König Theoden von Saruman Geist  befreien können? Das erfahrt ihr in diesem neuen Beststeller *nicht*
Viel Spaß!
~DaughterOfEvil

Wir ritten auf das Stadttor zu, als eine Flagge, vom Wind getragen, Hasufel vor die Füße flog. Sie war dunkelgrün, mit roten Rändern. In der Mitte prangte ein weißes Pferd, vermutlich war dass das Wappen der Rohaner. „Ist dass das Wappen der Rohaner?“, fragte ich Aragorn, der vor mir saß. „Rohirrim“, verbesserte er mich schmunzelnd. „Ja, das ist ihr Wappen“ Wir ließen es liegen und ritten hinter den anderen durch das Stadttor. Komisch, dass da keine Wachen standen, da konnte ja jeder einfach so reinmarschieren. Naja, so wie wir. Wir ritten durch die Gassen. Unseren Weg säumten Häuser und Hütten, und manche wirkten, als ob sie beim nächsten Windstoß zusammenklappen könnten. Die Menschen, die am Weg standen sahen uns halb neugierig halb misstrauisch an. Manche glotzten auch einfach nur. Sag mal, hatten die noch nie zwei Menschen, einen Elb, einen Zwerg und einen bärtigen alten Mann alias Zauberer Gandalf gesehen? Sie wirkten recht arm, und so, als ob sie nicht viel Grund zum Lachen hätten. Naja, jetzt waren ja ich und meine Tollpatschigkeit da, die würden noch was zum Lachen haben. Alte Frauen saßen vor ihren Hütten und beäugten uns seltsam, Männer ließen von ihrer Arbeit ab um uns nachzuschauen. „Auf jedem Friedhof ist die Stimmung fröhlicher“, sprach Gimli das aus, was ich dachte.
Wir waren nun oben auf der Spitze des Hügels  bei der Halle angekommen und saßen von den Pferden ab. Während wir die Stufen zur Halle noch hoch stiegen (es waren ziemlich viele, die Halle stand doch schon auf einem Berg, da musste man sie doch nicht noch höher machen!), kamen einige Wachen aus der Halle. „So bewaffnet darf ich euch nicht zu König Théoden vorlassen, Gandalf, Graurock“, sagte der Hauptmann der Wache. Ah, er war nicht auf dem neuesten Stand was Gandalfs Lieblingsfarbe anging. Aber was dachte der eigentlich, das wir den König abmurksten? Naja, ich wusste ja eh nicht, was Gandalf vorhatte. „Auf Geheiß von Grima Schlangenzunge“ Bäh, widerlicher Name. Klang schleimig. Gandalf nickte den anderen zu, dass sie tun sollte was der Typ verlangte. Aragorn gab einem der Wache seinen Köcher mit Pfeilen, einen Bogen (wo hatte er den denn hergezaubert?) und zögernd sein Schwert. War ihm wohl heilig. Legolas gab einer Wachen zwei Dolche, seine Pfeile und seinen Bogen, und grummelnd gab auch Gimli seine Axt ab. Ich hatte ja sowieso nichts zum abgeben. „Euren Stab“, verlangte der Wachmann. Gandalf blickte ihn mitleiderregend an. „Oh, ihr wollt einem alten Mann doch nicht etwa seine Stütze nehmen?“ Nur schwer konnte ich mir das Lachen verkneifen. Was? Gandalf, Stütze, alter Mann? Wer’s glaubt wird selig. Und der Hauptmann wurde selig, denn er ließ Gandalf durch. Legolas, ganz das ‚alter Mann’-Spiel spielend, hakte sich bei Gandalf unter und stütze ihn zusätzlich. So gingen wir langsam in die dunkle Halle. An den Seiten standen Säulen mit geschnitzten Pferdeköpfen, und ganz vorne stand ein Thron, auf dem ein Zusammengeschrumpeltes Etwas saß, vermutlich der König. Neben ihm auf einem Stuhl hockte ein Mann auf einem Hocker. Er hatte fettiges, schwarzes Haar, was mich ein bisschen an Professor Snape aus Harry Potter erinnerte, außerdem war sein Gesicht weiß, und er hatte eine schwarze Kutte an. Er flüsterte dem König etwas ins Ohr. „Die Höflichkeit in Eurer Halle hat letzthin etwas nachgelassen, Théoden, König.“, rief Gandalf laut. Oh ja, was er nicht sagt. „Warum sollte ich Euch willkommen heißen, Gandalf Sturmkrähe?“, grummelte das Verschrumpelte Etwas auf dem Thron, was der König sein sollte. „Dies ist eine sehr berechtigte Frage, Herr und Gebieter“ Snape nickte. „Spät ist die Stunde“, meinte dieser und richtete sich auf. „In der dieser Zauberkünstler auf den Plan tritt. ‚Láthspell’ sollte er heißen! Schlechte Nachricht ist ein schlechter Gast.“ Der hatte sie ja nicht mehr alle. Aus der Nähe wirkte er wirklich wie eine schleimige Schlange. „Schweigt! Behanltet eure gespaltene Zunge hinter euren Zähnen. Ich bin nicht durch Feuer und Tod gegangen und wechsle jetzt verlogene Worte mit einem einfältigen Wurm.“, fuhr Gandalf ihn an. Warte, war es nicht Feuer und Wasser gewesen, durch das Gandalf gegangen war? Gandalf richtete seinen Stab auf Snape. „Sein Stab“, murmelte dieser,“Ich habe euch befohlen dem Zauberer seinen Stab abzunehmen!“ Ah, also war das doch nicht Snape sondern Grima Schlangenzung. Auf einmal rannten ganz viele Wachen auf uns zu, um Gandalfs Stab zu nehmen, aber die wurden von Aragorn, Legolas und Gimli zu Boden geschlagen. Ich hielt mich da ganz einfach raus und folgte Gandalf, der ohne die Prügelei zu beachten auf den König zuschritt. „Théoden, Thengels Sohn“, rief er. Nein! Nicht schon wieder. „Zu lange habt ihr im Schatten gesessen.“ Ja, in dieser Halle war es wirklich dunkel. Gimli schlug gerade Grima zusammen und hielt ihn mit seinen Fuß am Boden. „Ich an eurer Stelle würde mich jetzt nicht rühren.“ „Hört mich an“, sprach Gandalf zu Théoden. „Ich befreie euch von eurem Zauber“, sagte er und hob seinen Stab. Plötzlich fing der König an zu lachen. Laut. Wirklich sehr laut für einen alten gebrechlichen König. „Du besitzt keine Macht hier Gandalf der Graue.“ Was war denn jetzt los? Da warf Gandalf seinen grauen Mantel ab, unter dem er die weiße Kutte trug, und machte noch mal den Trick mit dem Licht. Er breitete die Hände aus. „Ich werde euch Saruman aussaugen wie Gift aus einer Wunde.“ Damit ging er noch näher auf Théoden zu.
Da kam plötzlich eine junge Frau angerannt, ich schätzte sie auf zwanzig, in einem weißen, langen Kleid mit Trompetenärmeln. Sie wollte zum König laufen doch Aragorn hielt sie zurück. „Wartet!“ „Wenn ich gehe, dann stirbt Théoden“ sagte Théoden. What? War das Saruman der da durch ihn sprach? „Du hast mich nicht getötet, du wirst auch ihn nicht töten“, stellte Gandalf klar. Wenn der sich da so sicher war. Ich würde es nicht drauf ankommen lassen. „Rohan ist mein“, flüsterte Théoden alias Saruman. „Weiche!“, befahl Gandalf. Von einer unsichtbaren Macht wurde Théoden in seinen Thron gedrückt. Er wand sich in seinem Thron, bis er zusammensackte. Die Frau riss sich von Aragorn los und rannte zum König. Sie hockte sich vor ihm hin. Auf einmal wich die Bleiche (sagt man das so?) aus seinem Gesicht und sein Haar nahm wieder Farbe an. Die Frau vor ihm lächelte ihn glücklich an. „Ich kenne euer Gesicht“, flüsterte der König. „Éowyn.“ Ah, so hieß sie also. Die war aber nicht seine Frau, oder? Der Altersunterschied wäre ein bisschen sehr groß. Tochter vermutlich. „Gandalf?“, fagte der König und drehte sich zu uns um. Hatte der nicht aufgepasst? „Nun atmet wieder die frische Luft, mein Freund.“ Éowyn stützte ihn, und er erhob sich. Wow, die Zeit hier musste auf mich abgefärbt haben, früher häte ich gesagt: dann stand er auf. „Dunkel waren meine Träume in letzter Zeit“, erzählte der König. Ähm, nein, ich muss ihn enttäuschen, Gandalf ist nicht sein Psychater. „Eure Finger würden sich ihrer alten Kraft besser erinnern, wenn sie euer Schwert packen würden.“ Ein Diener kam herbei und reichte dem König ein Schwert. Langsam strich er über den Knauf, und zog das Schwert aus dieser metallenen Hülle. Grima wollte sich davon schleichen, doch Gimli drückte ihn wieder zu Boden. Langsam betrachtete der König sein Schwert. „Schafft ihn heraus!“, wies der König seine Wachen an und deutete auf Grima. „Nein, nicht!“, wimmerte Grima, als sie ihn aus der Halle schleiften, und die Treppe herunter warfen. Autsch. Der König trat aus der Halle und auf Grima zu. „Ich habe stets, immer, nur euch gedient mein Herr!“ Der König ging die Treppe hinunter auf die Schlange zu. „Eure schröpfende Heilkunst hätte mich fast dazu gebracht auf allen vieren zu kriechen wie ein Tier!“ „Schickt mich nicht von Eurer Seite“, jammerte er. Sag mal, dachte der allen Ernstes, das Théoden den noch mal als Berater anstellen würde? Da hob Théoden sein Schwert. So fies der auch war, der konnte den doch nicht... Erschrocken blickte ich weg, als Aragorn mich zu Seite schob und auf den König zu rannte. „Nein mein Herr!“, rief er, und hielt seine Hand mit dem Schwert zurück. „Lasst ihn gehen! Genug Blut ist schon vergossen worden seinetwegen.“ Ha, wenigstens einer mit Verstand hier. „Geht mir aus dem Weg!“, kreischte Grima, als er sich einen Weg durch die Menschenmasse bahnte, um abzuhauen. „Heil, Théoden, König!“, rief einer und die Menschen hockten sich nieder. Alle anderen taten das auch. Musste ich das jetzt auch machen? Aragorn, der noch immer neben dem König stand, tat es jedenfalls. Der König nickte seinem Volk zu und dreht sich um. Bevor ich mich hinhocken konnte fragte er jedoch schon: „Wo ist Théodred?“ Wer war das denn jetzt schon wieder? “Wo ist mein Sohn?“ Ah, Frage geklärt. Éowyn trat auf den König zu. Traurig blickte sie ihn an. „Euer Sohn, er ist... Er ist tot.“ Oh. Das tat mir leid. Kein Vater sollte seinen Sohn überdauern. Also, nicht das ich es nicht gut fand, das Théoden lebte, aber sein Sohn hätte auch ein langes Leben haben sollen. Der König wandte sich mit entsetztem Gesicht ab, und ging schnell wieder in die Halle. Vermutlich war es eine schockierende Nachricht für ihn gewesen. Auch das Volk zerstreute sich jetzt heftig flüsternd oder weinend. Ich blickte mich unschlüssig um. Aragorn kam die Treppe hinauf. „Kommt“, sagte er zu mir und den anderen. Gandalf war irgendwo hin verschwunden, wir anderen folgten ihm. Langsam gingen auch wir in die Halle. Jetzt merkte ich wieder, wie schwach ich eigentlich war. Meine Wunden vom Aufprall auf das Wasser waren vom reiten erneut aufgeplatzt und bluteten heftiger denn je. Die Verbände die Aragorn darum gemacht hatte brachten nichts. Schwankend folgte ich den anderen, und konnte mich gerade an einer Säule festhalten, als ich drohte umzukippen. Erschrocken blickte sich Legolas zu mir um. „Aragorn!“ Der kam sofort herangeeilt. „Geht schon“, murmelte ich. Aragorn schüttelte den Kopf. „Komm“, sagte er und zog mich sanft mit sich. Vor Éowyn blieb er wieder stehen. „Herrin, Ophelia hat starke Verletzungen und bracht ein warmes Bad.“ Éowyn nickte lächelnd und zog mich wortlos mit sich. Wir gingen durch einige dunkle Gänge (konnten die keine Fackeln aufhängen?) und kamen vor einer Tür aus dunklem Holz zum stehen. Sie drückte die Klinke herunter und wir betraten ein großes Zimmer. Rechts an der Wand stand ein großes Bett, links gegenüber ein Schrank. Neben dem Bett war eine Tür zu einem Bad, das wir nun betraten. Éowyn drückte mich auf einen Hocker, und schob meinen Pullover nach oben, um die Wunde sehen zu können. Langsam wickelte sie den Verband ab. „Oh, das sieht schlimm aus“, meinte sie, und holte einige Fläschchen aus einem Schrank. „Ich desinfiziere es jetzt, und mache eine Salbe darauf, aber es könnte etwas brennen.“ Ich nickte. „Erzähl mal: Wie bist du zu den Wunden gekommen?“, fragte sie. Ich überlegte. Konnte ich ihr die Wahrheit erzählen? Das ich aus einer anderen Welt kam und in volle Karacho in einen Fluss gefallen war? Ja ganz bestimmt, würde sie ja auch glauben. Außerdem hatte ich noch nicht mit Gandalf ausführlich darüber gesprochen, vielleicht sollte ich lieber erst mal abwarten. „Du brauchst es mir auch nicht zu sagen“, lachte Éowyn. Ich lächelte sie dankbar an. „Wie ist es so hier zu leben? Bist du die Tochter von Théoden?“, fragte ich. „Nein, ich bin seine Nichte“, erklärte sie. „Es ist nicht ganz leicht hier, vor allem da Grima Schlangenzunge mir nachspioniert hat.“ Sie erzählte, dass sie viel lieber das Kämpfen mit dem Schwert lernen wollte, und ich erzählte, was wir bisher schon alles erlebt hatten bis hierhin. Wir unterhielten uns nett, bis sie meine Wunden fertig versorgt hatte. „Ich denke du solltest jetzt ein Bad nehmen“, meinte sie, „du riechst nach Ork.“ Ich konnte nicht anders und fing an zu lachen, Éowyn stimmte mit ein. Kurz darauf verließ sie das Bad. Ich stand auf und ließ mich in die Wanne gleiten. Zufrieden schloss ich die Augen. Wie gut es tat, nach so vielen Tagen Rennerei und Reiterei ein warmes Bad nehmen zu können. Irgendwann fiel mir auf, dass es eigentlich keinen Sinn macht, erst meine Wunden einzucremen und dann zu Baden. Aber dass war jetzt auch egal. Nach einiger Zeit einfachem Daliegens setzte ich mich auf, nahm eine Seife und schrubbte meinen Körper ab. Nachdem ich mir auch die Haare gewaschen hatte stieg ich aus der Wanne und trocknete mich ab. Ich schlang mir ein Handtuch um den Körper und ging in ‚mein’ Zimmer. Was ich nicht bedacht hatte war, dass ich ja überhaupt keine anderen Klamotten dabei hatte. Doch in meinem Zimmer stand schon Éowyn vor dem Kleiderschrank. „Ich dachte wir suchen uns zusammen Kleider für die Beerdigung raus“, meinte sie, als ich das Zimmer betrat. „Eine Beerdigung? Muss ich da hin?“ Ich hasste Beerdigungen wie nichts. Éowyn nickte. „Ja, sonst wirkst du unhöflich.“ Mist. „Na gut.“ Wir suchten uns gegenseitig Kleider heraus, ich fand ein schwarzes Kleid mit dunkelgrünem Mantel, was ich Éowyn gab. Dazu band ich ihr ihre Haare zu einem Knoten nach hinten und gab ihr ein goldenes Diadem.
Sie suchte mir ein schwarzes Kleid mit silbernen Verzierungen am Saum heraus. Ich musste sagen, sie hatte wirklich keinen schlechten Geschmack, es sah gut aus, als ich mich so im Spiegel betrachtete. Es war bis zu hüfte eng anliegend und fiel von da aus locker herunter. Meine Haare ließ sie offen, damit man meine goldenen Locken sah. Nur zwei Strähnen flocht sie zu einem Kranz zusammen. Ich zog mir die schwarzen Stiefel an, die Éowyn mir gegeben hatte. „Können wir los?“, fragte sie mich. Ich nickte, und folgte ihr aus dem Zimmer. Wir liefen in die Halle. Dort standen schon Théoden, einige Wachen und meine Gefährten. Éowyn stellte sich zum König und Gandalf und ich ging zu Aragorn, Legolas und Gimli. Die trugen immer noch ihre normale Kleidung und stanken immer noch nach Ork. Pah, und ich hatte mich so lange fertig gemacht! Théoden atmete einmal tief durch, dann tritt er aus der Halle. Wir folgten ihm die Stufen hinab, wo schon einige Wachen eine Trage mit dem toten Théodred geschultert hatten. Die Rohirrim standen vor der Halle und hatten eine Gasse gebildet, durch die wir, die Wachen mit Théodred vorraus, langsam zu den Hügelgräbern etwas außerhalb der Stadt gingen. Éowyn hatte mir erklärt, dass dort schon immer (was das auch heißen mochte) die Toten der Königsfamilie beerdigt wurden, und dort Symbelmynë wuchs, eine kleine weiße Blume die zu jeder Jahreszeit blühte. Langsam schritten wir aus dem Stadttor heraus. Auch dort standen schon Menschen, die aus der Stadt folgten uns. Ich lief zwischen Aragorn und Legolas, hinter uns war Gimi und vor uns Gandalf, der Théoden und Éowyn folgte. Der König hatte den Kopf gesenkt, und schien in Gedanken zu sein. Er tat mir leid. Ich hatte mich auch so gefühlt, als Boromir gestorben war, und den kannte ich erst kurz. Bei dem König war das anders, es war sein Sohn, der gestorben war. Das war schlimm. Kein Vater sollte sein Kind zu Grabe tragen. Wir waren nun bei den Hügelgräbern angelangt. Ich blickte auf die Wiese zu den Blumen. Sie bedeckten die Gräber wie ein weißer Teppich. Die Wachen ließen die Trage Théodreds vor einem steinernen Sockel nieder, und schoben ihn hinein. Éowyn begann zu singen in einer Sprache, die ich nicht verstand. Das war nicht das Fachchinesisch, das Legolas und Aragorn sprachen. War das Rohirrisch? Wenn es das gab? Bis jetzt hatten die alle Deutsch, oder eben Westron gesprochen. Als Éowyn geendet hatte, gingen die Leute wieder zurück zur Stadt. Ich folgte den anderen, und blickte mich noch einmal um. Théoden stand noch vor dem Grab, bei ihm Gandalf. Ich sah, das Théoden weinte, soweit ich dass von ihr erkennen konnte. Legolas könnte es bestimmt sagen. Pah, perfekte Elben. Aragorn, der neben mir lief, wand sich zu mir. „Wie geht es deinen Wunden?“, fragte er. „Ach, geht wieder. Éowyn hat da so eine Salbe drauf gemacht“, antwortete ich. Aragorn nickte. Neben mir schluchzte eine alte Frau auf. Sie war wohl sehr mitgenommen vom Tod des Königssohns. Auf einmal kam sie ins schwanken. Schnell eilte ich zu ihr und fing sie auf. „Ist alles in Ordnung?“, wollte ich wissen. Die alte Frau nickte. „Ja, danke mein Kind. Ich bin nur etwas schwach auf den Beinen.“ Ich stützte sie trotzdem weiterhin, da sie etwas wackelig wirkte. „Da vorne wohne ich“, sagte sie schließlich als wir die große Gasse (ist das dann überhaupt noch eine Gasse, wenn die groß ist? Jedenfalls war sie so heruntergekommen, dass ich sie nicht mit gutem Gewissen Straße nennen konnte) und deutete auf eine Hütte. Ich nickte und führte sie dort hin. „Danke, mein Kind, danke!“, meinte die alte Frau. „Ich bin übrigens Sigrid“, stellte sie sich vor. „Schön dich kennenzulernen Sigrid. Ich bin Ophelia“, meinte ich, und winkte zum Abschied als ich zurück zu den anderen joggte.
„Ophelia, Retterin in der Not“, meinte Legolas trocken. Ich boxte ihn in die Seite. „Au!“, stieß er aus. „Empfindlicher Elb“, murmelte ich, doch natürlich hatte er es gehört. „Gar nicht wahr! Wir Elben haben viel bessere Sinne und können uns nicht so schnell verletzen!“ Pah. „Ja klar, vollkommen perfekte, kluge, weise, tolle, mutige, loyale, ehrgeizige, kämpferische Elben...“, meckerte ich. Der konnte mich mal. „Wenn ich euer Gespräch unterbrechen dürfte, die Herrschaften, würde ich euch darauf hinweisen, dass ihr gerade in die falsche Richtung lauft“, unterbrach uns Aragorn. Ich sah mich um. Ups, wir waren in eine Nebengasse gelaufen. „Ähm, ja...“, murmelte ich und drehte um. Legolas folgte mir und kurz darauf standen wir wieder in der Hauptstraße bei Aragorn und Gimli, der sich einen ab lachte. Schweigend gingen wir weiter zur Treppe. Schon auf der ersten Stufe vergaß ich mein Kleid, stolperte darüber und fiel auf die Fresse. Ich stöhnte, während ich mich aufsetzte. Wieso so etwas immer mir passieren musste! „Du solltest öfters Kleider tragen“, drückte Gimli zwischen seinem Lachflash heraus. „Wieso, damit ihr was zu lachen habt?“, knurrte ich. „Nein“, Gimli wurde wieder ernst. „Es steht dir.“ Ähm, what? „Oh, Gimli, macht da etwa jemand Galadriel Konkurrenz?“, fragte Legolas lachend. Galadriel? „Was? Nein, an Galadriel kommt keiner ’ran“, murmelte er. „Wer ist Galadriel?“, fragte ich. „Galadriel ist die Herrscherin von Lothlórien, einem Elbenreich. Gimli steht auf sie“, erklärte Aragorn grinsend. Ich fing an zu lachen. Äh ja, Kopfkino. Aus! Wir waren beinahe der Halle angekommen, als ein Pferd die Straße hinauf zum Fuße der Halle galoppierte. Zwei Kinder saßen darauf, ein Junge und ein kleines Mädchen. Sie wirkten erschöpft, und konnten sich kaum noch auf dem Pferd halten. Ich eilte zu ihnen herunter, Éowyn kam mir nach. Sie hob den Jungen vom Pferd, ich hielt dem Mädchen meine Hand hin. Die beiden zitterten, und wir brachten sie in die Halle, Aragorn, Legolas und Gimli folgten uns. Wir setzten die Kinder auf eine Bank vor einen Tisch, der neben einer der Säulen stand.  Éowyn holte Decken und befahl einem Wachen, etwas zu Essen zu holen. Ich reichte dem Jungen eine Decke. Éowyn hockte sich auf den Boden neben das Mädchen. „Sagt, was ist geschehen?“, fragte sie. „Menschen aus dem Westen haben unser Dorf angegriffen“, berichtete der Junge. Gerade kamen auch Gandalf und Théoden herein, der sich sofort auf seinen Thron setzte. Eingebildeter, cholerischer König. „Mama hat uns gesagt, dass wir nach Edoras reiten sollen, um dort Alarm zu schlagen.“ Die Armen. Gerade kam die Wache herbei, und stellte zwei Schüsseln Suppe vor die Kinder. Die machten sich hungrig über das Essen her. Jetzt, da sie versorgt waren, blickte ich mich nach meinen Gefährten um. Aragorn und Gimli saßen an einem Tisch gegenüber dem der Kinder, Legolas lehnte neben ihnen an einer Säule. Ich ging zu ihnen hinüber und setzte mich seufzend neben Aragorn. „Was ist passiert?“, fragte er mich. „Ihr Dorf wurde von wilden Menschen überfallen, ihre Mutter wollte sie in Sicherheit wissen.“ Aragorn nickte. Éowyn stand auf und wandte sich an den König. „Sie wurden nicht gewarnt, waren unbewaffnet. Jetzt ziehen wilde Menschen durch die Westfold und brennen alles nieder. Stall, Schober und Baum.“ Wie recht sie doch hatte. Dagegen musste der König doch etwas tun! „Wo ist Mama?“, rief das Mädchen. Die Arme. Sie war erst gerade mal sieben Jahre und es war ungewiss, ob ihre Mutter noch lebte. „Shh.“ Éowyn legte dem Mädchen eine Decke um. „Dies ist nur ein Vorgeschmack des Schreckens, den Saruman heraufbeschwört“, meldete sich nun auch Gandalf zu Wort, der neben dem König Platz genommen hatte. Dort, wo Grima Schlangenzunge gesessen hatte. „Der Schrecken ist noch wirkungsvoller, denn Saruman wird von der Angst vor Sauron getrieben.“ Oh, ein Oberböser der Angst vor dem Ober-Oberbösen hat. „Reitet und bietet ihm die Stirn.“ Das sollte der König machen, ich wollte meine Stirn eigentlich behalten. „Lockt ihn weg von euren Frauen und Kindern. Ihr müsst kämpfen!“ Ha, wahre Worte. Wenn der König dies jetzt nicht wahrnahm, dann... Dann... Dann passierte irgendwas. „Ihr habt 2000 fähige Männer in diesem Augenblick nordwärts reiten. Éomer ist euch treu. Sie werden zurückkehren und für ihren König kämpfen“, sprach Aragorn. Sprach? Boah, Ophelia, Mittelalter färbt ab. Éomer, das war doch der verrückte, der uns für Spitzel Sarumans hielt. Pah, der konnte mich mal. „Sie werden mittlerweile 300 Meilen von hier entfernt sein.“ der König stand genervt auf. Und noch ein Pessimist, gab es in Mittelerde auch jemanden, der noch hoffen konnte? „Éomer kann uns nicht helfen.“ Also, der König war es schon mal nicht. Gandalf kam die Treppe vom Thron heruntergeeilt, doch der König unterbrach ihn. „Ich weiß, was ihr von mir erwartet, aber ich will kein vermehrtes Leid unter meinem Volk. Ich will keinen offenen Krieg riskieren.“ „Offener Krieg steht euch bevor, ob ihr ihn riskieren wollt oder nicht“, meinte Aragorn fest. Okay, der war auch ein Pessimist. „Soweit ich mich erinnern kann, war Théoden, nicht Aragorn König von Rohan“, motzte der König. Da konnte ich mich nicht länger zurückhalten. „Jetzt meckern sie doch nicht gleich so. Beherzigen sie lieber seinen Rat!“ Der König starrte mich wütend an. Ha, starren konnte ich auch. Also starrte ich zurück. Der König verlor unser Blickduel.  Er wandte sich ab. „Und wie lautet des Königs Entscheidung?“, wollte Gandalf nun wissen. „Wir werden nach Helms Klamm reiten. Dort sind wir sicher“, entschied der König, und verließ die Halle. Gandalf schnaubte. „Pff, Helms Klamm!“ Und damit drehte auch er sich um und verschwand in einem der Seitengänge. Éowyn stand auf, und sprach zu den Kindern. Kurz darauf standen sie auf und Éowyn führte sie anscheinend in eine Kammer, wo sie sich schlafen legen konnten. Ich gähnte. Auch ich war hundemüde. „Ich geh auch ins Bett. Gute Nacht!“ wünschte ich den anderen, und stand auf. „Gute Nacht“, kam es von allen und damit machte ich mich auf den Weg in mein Gemach.
Ich lief durch die Gänge, die am Abend noch dunkler wirkten als am Nachmittag. Ich glaubte etwas hinter mir gehört zu haben, und drehte mich um. „Hallo?“, fragte ich. Ich hoffte, dass meine Stimme nicht zitterte. Keine Antwort. Also hatte ich mir das Geräusch nur eingebildet. Nach langem Suchen kam ich dann endlich in meinem Zimmer an. Ich ließ mich aufs Bett fallen, und schlief todmüde ein.

Ich hoffe, dass Kapitel hat euch gefallen, und nur zu Erinnerung: Reviews! Es ist eben irgendwie... hm... traurig, wenn du hundert-mal mehr Leser als Reviews hast, deshalb danke fürs dalassen:) Ihr bekommt auch einen Cookie. *Cookies rumreich*
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