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Alles begann damit, dass ich fiel

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
02.09.2021
14
39.664
4
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16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
02.09.2021 2.974
 
Hey!!
So. Nach langem Warten kommt hier ein neues Kapitel. Viel Spaß damit!

...

Verschlafen blinzelte ich. Die Sonne schien durch mein Fenster und doch kam mir alles so düster vor. Ich schlug meine Bettdecke zu Seite und tapste zum Kleiderschrank. Lange stand ich davor und überlegte, was ich zum kämpfen anziehen könnte. Letztendlich entschied ich mich für eine braune Leinenhose, ein graues Hemd und meine braunen Stiefel, flocht mir meine Haare in einen Zopf und verließ das Zimmer. Davor steckte ich mir noch meine Dolche in den Gürtel – die würde ich zwar zum Frühstück nicht brauchen, aber dann müsste ich sie nachher nicht mehr holen. Auf halbem Weg zum  Frühstückssaal traf ich auf Aragorn. „Ophelia, gut das du da bist, ich wollte dich gerade holen. Wir reiten los.“ „Und was ist mit Frühstück?“, protestierte ich. „Ich kann doch nicht in eine Schlacht ziehen ohne was im Magen zu haben!“ Aragorn schüttelte nur den Kopf und ging weiter, ich hatte Schwierigkeiten Schritt zu halten. „Keine Zeit, wir müssen los.“ „Aragorn, aber... Hey, jetzt warte doch mal! Aragorn, wir haben keinen Zeitstress oder so, weißt du? Die wissen nicht, dass wir kommen!“ „Aber Frodo könnte in der Zeit entdeckt werden!“ Ich rollte die Augen. „Das konnte er auch letzte Woche und du hast nicht so einen Aufstand drum gemacht!“ „Ophelia, du weißt genau...“ Wir waren auf dem Platz vor dem Truchsessenanwesen angekommen, wo schon eine ganze Menge gesattelter Pferde und Krieger standen. Gandalf kam auf uns zugeeilt. „Wir sollten los. Wir wollen kurz nach der Mittagszeit dort ankommen, und bis dahin werden wir noch einige Stunden brauchen.“ Aragorn nickte und lief zu seinem Pferd. „Gimli, Legolas, seid ihr bereit?“ Die Elfe lächelte seinen Freund an. „Wir werden an deiner Seite kämpfen. Bis zum Schluss.“ Hey, voll poetisch! Den Augenblick musste ich natürlich zerstören. „Apropos Schluss: Wenn man mit einem Clown Schluss macht, ist dann Schluss mit lustig?“ Gimli kicherte und Legolas und Aragorn stöhnten. Ich schwang mich grinsend auf Hasufel. „Und? Können wir los?“ Aragorn nickte, stieg auf Brego und rief den Männern zu, wir würden los reiten.
In den Straßen hatten die Gondorianer eine Gasse gebildet, durch die wir, mit Aragorn an der Spitze, hindurchritten. Manche Menschen an den Seiten weinten, andere riefen  uns Glückwünsche zu. Immer mehr Soldaten trafen hinzu. Als wir aus dem Stadttor ritten, verstummten die Stimmen und der Lärm aus der Stadt. Wir mussten im Schritt reiten, da viele Soldaten zu Fuß unterwegs waren. Ich ließ meinen Blick über meine Gefährten schweifen. Legolas und Gimli ritten auf Arod neben mir. Sie machten einen gelassenen Eindruck, aber sie hatten auch schon einige Schlachten hinter sich. Vor Gandalf (der ein besorgtes Gesicht machte, vermutlich wegen Frodo) auf Schattenfell saß Pippin, der Gandalf überredet hatte, ihn und Merry mitzunehmen. Dieser saß vor Éomer auf dessen Pferd, wie war noch gleich der Name gewesen? Ah ja, Feuerfuß. Etwas zu dramatisch, wenn man mich fragte (was natürlich niemand tat). Und Aragorn... Der ritt irgendwo an der Spitze unseres Zugs und plante unheimlich wichtiges Kriegszeug. Da mir die Situation zu ernst war um irgendwen zu nerven, machte ich ein kleines Nickerchen auf Hasufel, ich hatte sowieso zu wenig Schlaf.
Ich hatte einen schönen Traum. Ich war in einem Land, in dem niemand je etwas von Krieg oder Zerstörung gehört hatte. In einem Land, in dem jeder fröhlich war und Angst oder Trauer so fremd waren wie pinke Einhörner. Die Leute hier waren kleiner als normale Menschen und hatten ungewöhnlich große, behaarte Füße. Sie hatten fröhliche Gesichter und jeder einen Lockenkopf. Überall wuchsen bunte Blumen und das Gras war so grün als wäre es mit Farbe angemalt. Sie wohnten in Löchern in der Erde, die jede eine bunte, runde Tür hatten. Gerade feierten sie ein Fest, sie tanzten, lachten, erzählten sich Geschichten, am Ende kam sogar noch ein riesiges Feuerwerk...
„Ophelia! Hey, pssst, wach auf!“ „Hm...?“ Unsanft wurde ich aus dem Schlaf gerissen. „Gimli? Was ist los?“ Verschlafen blinzelte ich mit den Augen. „Verdammt Ophelia, du hast den ganzen Ritt gepennt! Wir sind gleich am schwarzen Tor!“ Am..? Ich blickte auf. Vor uns ragte ein riesiges, eisernes Tor auf. Das es schwarz war, ist selbstverständlich, oder? Ich konnte einige Gestalten da oben erkennen, die vermutlich sofort Alarm riefen. Ich fühlte mich unwohl. So nah war ich Mordor noch nie gewesen. So ging es anscheinend einigen von uns, denn manche waren nämlich echt weiß wie Camembert. Und ich hasse Camembert. „Aufstellen!“, schrie Aragorn den Soldaten zu, die sich sofort in mehreren Reihen (mehrere, das heißt bei so vielen hunderte) aufstellten. Ich hatte eigentlich keine große Lust, irgendwo in der hintersten Reihe zu vergammeln, deshalb ritt ich zu Aragorn, Gandalf, Legolas und Éomer vor. „Kommen die auch noch mal raus oder muss Sauron erst noch schnell seine Maniküre trocken lassen?“, fragte ich irritiert. Ich wusste nicht genau, was das jetzt sollte, denn niemand kam aus dem Tor heraus, obwohl eben noch Leute (oder sollte ich widerwärtige Kreaturen sagen?) oben auf dem Turm Wache gehalten und doch bestimmt jedem über unsere Ankunft Bescheid gegeben hatten. „Kommt“, meine Aragorn bestimmt und trieb Brego an. Wir galoppierten auf das Tor zu und hielten wenige Meter davor an. „Lasst den Herrn des schwarzen Landes herauskommen! Er soll seine gerechte Strafe erhalten!“, brüllte Aragorn. Das war mal eine Ansage. Da öffnete sich plötzlich das riesige Tor einen Spalt breit und ein einzelner Reiter kam mit ziemlichem Tamtam und einer gut geprobten Gruselshow heraus. Er und das Pferd waren voll und ganz mit Rüstungen eingekleistert. Man konnte nichts erkennen, außer dem Mund des Reiters... Und der sah ziemlich widerlich aus. Er war wie ein fleischiges Loch und überall war Blut, die Zähne waren lang und grob und von widerlich gelb-brauner Farbe, Zahnreinigung kannten die wohl hier nicht. „Mein Gebieter Sauron der Große wünscht euch Willkommen“, meinte er zischend und vollführte eine Bewegung mit seinem Kopf, die daran erinnerte, als hätte er eine Nackenverspannung. „Ist hier einer in diesem Haufen der ermächtigt ist mit mir zu verhandeln?“ „Wir sind nicht gekommen um mit Sauron zu verhandeln, dem treulosen und verfluchten!“, erklärte Gandalf. Der Reiter fletschte die Zähne wie ein wütendes Tier. „Bestelle deinem Herrn dies: Die Streitmächte Mordors müssen sich auflösen! Er hat diesen Land zu verlassen um nie zurückzukehren!“ Ich bezweifelte ja, dass das so leicht ginge und Sauron sich widerstandslos abführen ließe. „Oh, der alte Graubart“, lästerte der Reiter, „ich habe den Gegenstand der dir zu zeigen mir befohlen wurde!“ Also für diesen Satz hätte er bei meiner Deutschlehrerin eine 1+ bekommen! Er zog aus den tiefen seiner Rüstung ein weißes, schimmerndes Kettenhemd. Zuerst wusste ich nicht recht, was das sein sollte. Aber die anderen machten schockierte und entsetzte Gesichter,  und als Pippin „Frodo!“, flüsterte, verstand ich und mir wurde bang. Hatten sie den Hobbit? Aber wenn ja, warum zeigten sie uns denn nicht seine Leiche? Das hätte doch noch viel fatalere Folgen! Saurons Mund warf das Hemd zu Gandalf, der es mit einer Hand auffing und Pippin vor sich in die Hand drückte. „Frodo!“, rief Pippin nochmal. Der Reiter röchelte. „Ruhe!“, zischte Gandalf. „Nein!“, klagte Merry! „Ruhe!“, schrie Gandalf. „Der Halbling war euch teuer wie ich sehe“, fauchte der Reiter, „wisst, dass er durch die Hand seines Gastgebers sehr gelitten hat! Wer hätte gedacht, dass jemand der so klein ist, solche Schmerzen erträgt! Und das hat er, Gandalf. Das hat er!“ Verdammt, dass reichte jetzt! Aragorn hatte wohl das gleiche gedacht, denn er trieb Brego an und ritt auf den Reiter zu. „Und wer ist das? Isildurs Erbe? Es braucht mehr für einen König als eine geborstene Elbenklinge!“  Und zack, hatte ihm Aragorn sauber den Kopf abgeschlagen. „Damit wären die Verhandlungen wohl abgeschlossen“, murmelte ich. „Ich glaube es nicht“, regte sich Aragorn auf, „ich will es nicht glauben!“ Da ging plötzlich das Tor immer weiter auf. Stampfend und mit den Speeren auf den Boden klopfend marschierten Saurons Armeen eine nach der anderen hinaus. „Zieht euch zurück“, rief uns Aragorn zu, „Zieht euch zurück!“ Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Mit einem leichten Tritt trieb ich Hasufel an und galoppierte den anderen hinterher, zurück zu unseren Leuten. Dann war es jetzt also so weit. Die letzte Schlacht würde beginnen. „Haltet eure Stellung!“ Aragorn ritt entlang der Reihen. „Haltet eure Stellung! Söhne Gondors und Rohans, meine Brüder. In euren Augen sehe ich dieselbe Furcht, die auch mich verzagen ließe. Der Tag mag kommen, da der Mut der Menschen erlischt. Da wir unsere Gefährten im Stich lassen und aller Freundschaft Bande bricht. Doch dieser Tag ist noch fern! Die Stunde der Wölfe und zerschmetterter Schilde da das Zeitalter der Menschen tosend untergeht. Doch dieser Tag ist noch fern, denn heute kämpfen wir! Bei allem was euch teuer ist auf dieser Erde sage ich: Haltet Stand, Menschen des Westens!“ Mir lief ein Schauer über den Rücken. Diese Schlachtrede sprengte alle Rekorde. Eine Welle neuen Mutes schwappte durch die Reihen der Soldaten. Ich zog meinen Dolch und hielt ihn in die Luft, wie es die anderen taten. Das war einer dieser Augenblicke, die ich nie vergessen habe.
Immer mehr Orks und Trolle marschierten aus Mordor heraus und kreisten uns ein. Entsetzt blickte ich mich um. Wir waren zu wenige, um hier wieder lebend rauszukommen. Ich stieg von Hasufel und ging zu den anderen. Stumm standen wir da und sahen zu, wie uns Mordors Armeen umzingelten.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Seite an Seite mit einem Elb sterbe“, meinte Gimli nachdenklich zu Legolas. Dieser lächelte. „Wie wäre es Seite an Seite mit einem Freund?“ „Ja. Da hätte ich nichts dagegen.“ Gimli nickte.
Oh um Himmels Willen! Wenn schon Legolas und Gimli sich offiziell für Freunde erklärten musste ja heute wirklich ein schlimmer Tag sein!
Mit hektischem Blick verfolgte ich die Bewegungen der Orks. Sie hatten uns umstellt. Der Wind nahm ab und es wurde immer stiller. Es war, als ob jemand Stöpsel auf meine Ohren gesteckt hatte. Und dann sah ich es. Nur einmal, für den Bruchteil einer Sekunde. Saurons Auge. Sein Blick war nun direkt auf uns gerichtet. Unser Plan ging auf.
Wie in Trance hob Aragorn sein Schwert und drehte sich ein letztes Mal zu uns um. „Für Frodo“, flüsterte er und stürmte auf die Orks zu. „Den Schlachtruf hast du seit dem letzten Mal deutlich verbessert “, lächelte ich, und rannte ihm hinterher. Immer mehr liefen los und nach wenigen Augenblicken stürmten wir wie eine gewaltige Welle auf Mordors Armeen zu. Wie ein Sturm brachen wir über die Reihen der Orks ein und hieben auf Schwert und Schild wie Schmiede, die auf glühendes Eisen schlagen. Es klang wie eine dieser Heldengeschichten, die Gimli am Lagerfeuer manchmal erzählt hatte, doch dies passierte wirklich. Dies war meine Geschichte.
Ich schnitt mit meinen Dolchen jedem Ork die Kehle durch der sich mir näherte. Ich zählte gar nicht mehr mit, wie viele Orks es waren, die ich zu Fall gebracht hatte.
Plötzlich kamen aus der Düsternis die Nazgûl und schrien mit ihren kalten Stimmen Worte des Todes. Und da war alle Hoffnung verloren. Wie Raubvögel stießen sie auf uns hinab. Schon mehrere Male musste ich ihnen ausweichen und wäre dabei einmal beinahe in einen Ork hineingerannt. Doch noch viel schlimmer als die Orks waren riesige, wie Löwen brüllende Trolle. Sie waren größer und stämmiger als Menschen und mit einer hornigen, grauen Haut bedeckt. In ihren Händen hielten sie riesige Hämmer, mit denen sie auf alles um sich herum einschlugen, und zu Verteidigung trugen sie große, schwarze Schilde. Und mit einem von ihnen bekam ich es zu tun. Er lief direkt auf mich zu und hob seinen großen Hammer. Da ich es noch mit einem besonders zähen Ork zu tun hatte, konnte ich mich nicht wehren und wurde mitsamt dem Ork zu Seite geschleudert. Ich landete direkt auf der stacheligen Rüstung des Orks und rammte ihm sofort  meinen Dolch in die Kehle. Damit wäre ein Feind erledigt. Jetzt musste ich mich dem zweiten, deutlich schwereren zu wenden. Schon zum zweiten Mal schwang er seinen Hammer, doch ich wusste was kommen würde und duckte mich unter dem Hieb hinweg. Mit einigen Schritten war ich bei seinem stämmigen Bein und stach ihn wie eine Mücke mit meinem Dolch. Der Troll grunzte auf und kickte mich wie einen Fußball weg. Ich schlug meinen Kopf an einem Stein, doch ich sagte mir, würde ich jetzt aufgeben, würde ich nicht überleben. Noch ein wenig schwankend stand ich auf und verübte sofort einen Gegenangriff. Als der Troll wieder einmal seinen Hammer schwang sprang ich mit einem Satz darauf und von dort aus auf den Kopf. Ich wollte den Dolch in seinen Kopf stechen, doch seine Haut war zu dick und hinderte mich daran. Da schüttelte der Troll wie wild den Kopf und ich musste mich an sein linkes Ohr klammern, um nicht herunter zu fallen. Da erinnerte ich mich wieder an Legolas Worte. Er hatte schon einmal mit einem Troll gekämpft, und hatte damals gesagt „Am dünnsten ist ihre Haut in der Kehle“. Also versuchte ich etwas Neues. Vom Kopf aus sprang ich auf die Hand, es bestand ein gewisses Risiko, hätte ich verfehlt, wäre ich dem Troll direkt vor die Füße gesprungen, doch ich traf und landete auf seinem Handrücken. Mit voller Kraft stieß ich meinen Dolch in die kahle Haut. Es bereitete ihm keine großen Schmerzen, doch wenigstens ließ der Troll zischend seinen Hammer fallen. Jetzt kam der riskanteste Teil des Plans. Ich sprang ab und landete direkt vor dem Troll, absichtlich ungeschickt, sodass er mich mit einer Hand packte und festhielt. Ich hoffte, dass er mich nicht zerquetschte, und ich hatte Glück. Anscheinend hatten auch Trolle manchmal Hunger auf einen Snack. Immer höher hob er mich und ich war schon kurz vor seinem stinkenden Mund, als ich meinen Arm aus seiner Umklammerung befreite und ihm  mit einem kräftigen Stoß meinen Dolch in die Kehle rammte. Schwarzes Blut sprudelte hervor und röchelnd und würgend kippte der Troll um wie ein Fels. Schnell sprang ich zu Seite und nur knapp verfehlte er mich. Ab da hatte ich das Glück, keinem Troll mehr zu begegnen. Doch einfacher wurde es trotzdem nicht. Die Orks wurden nicht weniger aber unsere Kraft sank. Ich musste einige Stiche und Kratzer einstecken und wurde immer müder und müder, als ich auf einmal Pippin schreien hörte. „Die Adler! Die Adler kommen!“ Aufgeregt blickte ich in den Himmel. Und es stimmte. Riesige Adler kreisten mit spitzen Schreien über uns. Und dann stießen sie hinab. Sie flogen nur wenige Meter über dem Boden und rissen mit ihren schwingen mehrere Dutzend Orks mit. Andere griffen oben in der Luft die Nazgûl an. Doch diese ließen von den Adlern ab und flogen in Richtung Schicksalsberg. Heiliger Strohsack! Was war jetzt los? War Frodo etwa entdeckt worden?
Bald traf ich in der Menge auf Gimli. „Oh, hey!“, rief ich ihm über das Gemetzel hinzu. „Schön zu sehen, dass du auch noch auf den Beinen bist!“, brüllte er und stieß mit einem lauten „Ha!“ einem Ork seine Axt in die Seite. Ich winkte kurz und trat einen Ork mit dem Fuß in den Bauch, sodass er taumelte und zack – Kopf ab.
Der nächste Ork war ziemlich klein, deshalb schlug ich ihm einmal auf den Kopf und spießte ihn von der Seite auf. Mit seinem Schwert hatte er mir einen schönen Kratzer am Handgelenk verpasst, das brannte höllisch. Dafür kickte ich ihn beiseite. Ein anderer rannte auf mich zu und kippte plötzlich um. Vermutlich war er über einen am Boden liegenden Cousin dritten Grades gestolpert oder so. Mit wenigen Schritten war ich bei ihm und stieß ihm meinen Dolch in den Nacken.
Plötzlich zischte und krisch es. Verwundert sah ich auf. Was war das? Ich folgte dem Blick der anderen nach Mordor. Dort, auf dem dunklen Turm, zuckte und wand sich Saurons Auge. Es jaulte und krähte wie unter Höllenqualen und huschte unruhig umher. Auch die Orks sahen es. Sie blickten angsterfüllt zu ihrem Gebieter auf und ich denke sie zweifelten an ihm.
Ich wurde unsanft von einigen Orks zur Seite geschupst. Anscheinend flohen sie vor der schrillen Stimme ihres Herrn. Das tödliche Funkeln in ihren Augen war erloschen und sie fürchteten sich. Auch die großen Trolle jaulten wie getretene Hunde auf und hasteten davon.
Der Schicksalsberg qualmte und rauchte stärker als zuvor und spuckte Lava in gewaltigen Stößen aus. Und dann geschah es. Der Barad-dûr wackelte und stürzte langsam, als würde man das Geschehen in Zeitlupe abspielen, um. Saurons Auge zuckte umher und schrie, doch kurz bevor es auf dem Boden ankam, flammte es ein letztes Mal lichterloh auf, und verschwand dann. Eine Welle von Dunkelheit schwappte vom Turm auf und verfinsterte in nur kurzer Zeit den Himmel.
Doch ich musste lächeln. Saurons Reich hatte geendet.
Leise hörte ich im Hintergrund Pippin „Frodo! Frodo!“, schreien. Ich hoffte für sie, dass es der kleine Hobbit überlebt hatte.
Der Boden begann zu zittern und riesige Löcher taten sich in der Erde auf. Sie verschluckten die Orks und Trolle, die zu fliehen versuchten. Andere rannten in wilder Panik gegeneinander oder hauten wütend und verwirrt auf ihre Brüder ein. Einige der Südmenschen scharrten sich zu einem letzten verzweifelten Angriff zusammen, doch die meisten flohen oder bettelten um Gnade.
Aragorn und die anderen Heerführer gaben ein Zeichen. Wir stürmten ein letztes Mal vor und im Nu waren alle Südmenschen tot oder geflohen. Langsam steckte ich meine Dolche in den Gürtel und blickte mich nach meinen Freunden um. Ich fand alle, bis auf einen – Gandalf. Wo war der Zauberer abgeblieben? Das ihm nichts passiert war stellte ich nicht in Frage, doch ich konnte seinen weißen Mantel nirgends erkennen.
Gerade scharrten sich die einzelnen Truppen untereinander wieder zusammen, und schnell eilte ich zu Aragorn & Co.
Grinsend lief ich auf ihn zu. „Tja, Wette verloren, würde ich sagen! Diesmal ist mir nichts passiert!“
Aragorn schüttelte nur müde grinsend den Kopf.
„Zum Glück.“

...

So, das wars, bye!
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