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Alles begann damit, dass ich fiel

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
02.09.2021
14
39.670
4
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
06.06.2021 1.993
 
Hey, mal wieder ein neues Kapi von mir. Ich habe es eben zu Ende geschrieben und war einfach zu faul, bis morgen zu warten um es zu veröffentlichen. Na dann, viel Spaß! Über Reviews würde ich mich natürlich auch freuen:)
PS.: Vielen Dank für die vier Favoriteneinträge!
Viele Grüße dann auch!
~DaughterOfEVil

Erzählersicht
Mit gesenktem Kopf wanderte Aragorn übers Schlachtfeld. So viele waren gefallen. Zu viele. Zu viele als sich das Gewissen dieser Welt erlauben konnte. Er sah sich um. Unter manch einer der Leichen war jemand, den er gekannt hatte. Treue Krieger. Tapfere Krieger. Krieger, die ihr Leben noch hätten leben können. Er erblickte Éomer. Er hielt jemanden in seinen Händen. Die Person bewegte sich nicht. Es musste einer der Gefallenen sein. Doch Aragorn hatte gute Augen. Und zu seinem Entsetzen erkannte er, wer die Person war – Éowyn. Schildmaid Rohans. Sie war gefallen. Doch warum? Was tat sie hier, hier auf dem Schlachtfeld?
Sie wollte kämpfen. Er kannte da noch jemanden nur zu gut, der ähnlichen Temperaments war. Er blickte sich nach Ophelia um. Im Kampf hatte er sie aus den Augen verloren. Doch er konnte sie nicht erblicken. Wo war sie jetzt schon wieder? Seine sturköpfige, rebellische kleine Schwester?
Legolas und Gimli standen in einiger Entfernung. Auch sie betrachteten voller Trauer die Gefallenen. Doch auch in ihren Köpfen geisterte diese eine Frage umher – Wo bei Eru ist Ophelia schon wieder? Schnellen Schrittes kam Aragorn zu ihnen. Fragend sah er sie an. „Wo ist sie?“ Er brauchte nicht zu erwähnen, wen er meinte, die anderen wussten es schon so. „Ich weiß es nicht“, sprach Legolas als erster, „Und mein Auge kann sie nicht erblicken hier auf dem Pelennor.“ Erschrocken blickte Aragorn ihn an. „Wir teilen uns auf, sie muss ja irgendwo hier sein.“ Die anderen nickten.
Und lange war die Suche. Und vergeblich. Denn niemand, auch keiner der überlebenden Soldaten, hatte sie gesehen. Als es schon dunkel wurde, kamen sie zusammen. Niemand sprach ein Wort. Sie alle hingen ihren Gedanken nach. Bis Aragorn wütend einen Orkkopf zu Seite kickte. „Wir müssen weitersuchen! Irgendwo hier muss sie doch sein!“ Gimli schüttelte nur resigniert den Kopf. „Ach Freundchen...“ Aragorn drehte gereizt seinen Kopf zu ihm. „Was?“ „Ach, lasst uns weitersuchen, sonst wird niemand von uns Schlaf finden.“ Und wieder teilten sie sich auf und suchten nun den östlichen Teil des Feldes ab. Gimli war der erste, der sie sah. Es war nur ein Haarschopf, doch er zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Lange, blonde Haare. Nicht so schön wie die der Galadriel, aber sie glänzten ähnlich wie die ihren. „Ophelia“, es war nur ein flüstern Gimlis, doch er wusste, sie gefunden zu haben. „Ophelia!“, rief er etwas lauter. „Kommt her, ich habe sie gefunden!“, rief er seinen Gefährten zu. Schneller als ein Sterblicher blinzeln konnte, waren sie da und beugten sich über das blutverschmierte, am Boden liegende Mädchen. „Ophelia“, sprach Aragorn freudig und lud sie auf seine Arme. „Was machst du für Sachen?!“
Und damit war sie gerettet, nur knapp dem Tod entronnen.


Ophelia Pov
Ganz langsam wurde es klarer um mich. Schwerfällig machte ich die Augen auf und blinzelte. Ich lag auf dem Boden, über mir konnte ich eine steinerne Decke erkennen. Ich wollte mich aufsetzten, doch der Arm, mit dem ich mich aufstützen wollte, knickte unter meinem Gewicht weg und ich donnerte wieder auf meine Trage. Oh, ich lag auf einer Trage? Ich blickte mich im Raum um. Neben und gegenüber von mir lagen noch weitere Tragen mit, schätze ich jetzt mal so, Patienten. Manche von denen hatten aber weitaus schlimmere Wunden als ich. Mit leichtem Ekel sah ich Wunden mit überdimensional viel Blut. Da merkte ich, dass meine linke Hand leicht gedrückt wurde. Verwirrt sah ich zu Seite. Aragorn schlief an eine Säule gelehnt und meine Hand halten. Ich unternahm den kläglich scheiternden versuch, meinen Mund zu einem Lächeln zu verziehen. Der Gute. Saß der schon die ganze Nacht da? Das sah leicht komisch aus, mit seinem halb offenstehenden Mund, um den eine Fliege kreiste. „Ihr seid wach.“ Ich fuhr herum, so weit man dass auf einer Trage konnte. „Verzeiht, ich wollte euch nicht erschrecken“, die kleine Frau in dem weißen Kittel, die auf der anderen Seite meiner Trage stand, lächelte verlegen. Sie war ungefähr so groß wie ich, hatte helle Haut, schulterlange, dunkelbraune Haare und auffallend dunkle Augen. Ich schätze sie auf Mitte zwanzig. Außerdem sah sie ein wenig so wie eine Krankenschwester aus. War sie das vielleicht? Jedenfalls hieß das hier bestimmt anders. ’Gesundmacher’, ’Wundenheilender’, irgendwie so. „Mein Name ist Ilea, ich bin Heilerin.“ Äh okay, geklärt. Heilerin. „Ich werde eure Verbände jetzt wechseln, wenn euch dass nichts ausmacht.“ Ich nickte. Sie kniete sich hin und nahm mit geschickten Griffen meinen Verband ab. Zum Vorschein kam mein schwarzer Arm. „Entschuldigung, aber was ist das?“, fragte ich Ilea. Die Stirn runzelnd blickte sie zu mir auf. „Ich weiß es nicht genau. Es scheint nichts im Körper zu sein. Meine Vermutung war, dass sich eure Adern schwarz gefärbt haben, aber Herr Aragorn meinte, es sei er Fluch des Hexenkönigs gewesen.“ Fluch des was bitte? Nicht im Ernst, oder? Zum Glück packte Ilea meinen Arm jetzt in einen anderen Verband, sodass ich ihn nicht mehr ansehen musste. „Geht das wieder weg?“, fragte ich skeptisch. Die Heilerin lächelte nur. „Sicher doch. Mit der Zeit...“ Und damit war sie auch wieder verschwunden, um den anderen Patienten zu helfen. Gelangweilt blickte ich mich also um. Niemand da zum nerven. Schade. Aber ich könnte doch Aragorn aufwecken! Ich nahm also mit meinem gesunden Arm mein Kissen und schleuderte es auf Aragorn. Mit einem Ruck schreckte er auf. „Guten Morgen auch. Oder Mittag. Kein Plan wie spät es ist...“, begrüßte ich ihn. Verdattert blickte er mich an. „Du bist wach!“ Ich schüttelte den Kopf. „Du hast Halluzinationen. Oder einen Gehirntumor.“ Aragorn verdrehte die Augen. „Kannst du einmal ernst bleiben?“ Was dachte der eigentlich von mir? Natürlich nicht! Ich schüttelte den Kopf. „Was hältst du von mir? Gib mir außerdem mein Kissen zurück!“, maulte ich. Mit einem grinsen reichte mir Aragorn sein Kissen und sah mich streng an. Was war denn jetzt schon wieder los? „Dir ist schon wieder was passiert!“ „Mir passiert ständig was!“, erwiderte ich, „Erst plumpse ich durch ein Loch in eine andere Welt, dann lern ich Ohais, sorry, Uruk-Hais kennen, dann kämpfe ich in ein paar Schlachten und treffe außerdem den Oberbösen, der mich auf seine Seite ziehen will! Und dann sagt mir niemand was von der Prophezeiung und warum ich hier bin und nix! Alles wird mir verschwiegen!“ Ich schmollte. Alle waren so gemein zu mir! Aragorn schwieg. Auch. „Verzeih“, meinte er leise. Ich grinste. „Na gut, unter einer Bedingung!“ „Und die wäre?“, fragte Aragorn skeptisch. „Ihr erzählt mir endlich warum ich hier bin und was das ganze soll. Ich habe ein Recht darauf es zu erfahren!“ Die konnten nicht immer alles vor mir geheim halten! Was sollte das? „Ich werde mit Gandalf sprechen“, meinte Aragorn und stand auf. Ohne ein weiteres Wort verließ er den Raum. „Tschüss auch“, murmelte ich beleidigt.
Drei Stunden. Drei Stunden waren eindeutig zu viel Zeit für meinen Geschmack, um sie mit Langeweile zu verbringen. Trotzdem tat ich es. Was konnte ich auch schon anderes machen? Nichts? Hundert Punkte für den Kandidaten! Nach einer Weile kam dann endlich meine Rettung in Form von zwei Hobbits. Merry und Pippin! „Ophelia!“, riefen die beiden freudig und stürzten zu meiner Trage. „Was hast du gemacht?“, fragte Merry ungläubig. „Den Hexenkönig von Angmar getötet“, meinte ich schulterzuckend. „Legolas hatte Recht.“ Pippin schüttelte den Kopf. „Du hast sie nicht mehr alle!“ „Das hat er gesagt?“, fragte ich schnaubend. „Der wird sich noch umsehen!“ Daraufhin prusteten Merry und Pippin los. „Der ist ein Elb, Ophelia!“ „Na und? Augen hat er ja, da wird er sich ja auch umsehen können! Außerdem wird er sich vor einem gehörigen Streich auch nicht retten können!“  Pippin kicherte. „Wir spielen auch gern Streiche!“ „Na, dann könnt ihr mir ja helfen!“, meinte ich grinsend. „Ich habe auch schon einen Plan...“

Und so kam es, dass wir am nächsten Tag mit einem großen Eimer Leim durch die Gänge des Palasts des Truchsessen von Minas Tirith, in dem man uns einquartiert hatte (eigentlich nur Gandalf, aber der hatte dafür gesorgt, dass wir Gefährten da auch rein konnten) schlichen. Ne, ich korrigiere: Der Truchsess war tot. Man hatte mir erzählt, dass er sich selbst verbrannt hatte. Trottel. Naja, jedenfalls schlichen wir durch die langen, marmornen Gänge des Anwesens von wem auch immer. „Leise jetzt!“, zischte ich den in Dauerschleife kichernden Hobbits zu. Ich lugte um eine Ecke. Niemand da. „Okay, weiter.“ Ich winkte Merry und Pippin weiter, die den großen Eimer Leim trugen und aufpassten, nichts überzukippen. Als wir beim riesigen Frühstückssaal angekommen waren, spähte ich hinein. Es war noch sehr früh am Morgen, fünf Uhr schätzte ich, und in wenigen Stunden sollten meine Gefährten, ein paar hohe Tiere und ich hier Frühstücken. Und da sollte Legolas meine Rache für seinen Kommentar bekommen. Oder einfach, weil ich Lust auf Streiche hatte. Wir waren bei dem großen Tisch in der Mitte angekommen. „Okay, wo sitzt Legolas? Ihr habt hier ja schon gegessen, als ich noch geschlafen habe...“ „Da!“, Merry deutete auf einen Platz  gegenüber von uns. Ich nickte. Wir bugsierten den Eimer auf die andere Seite des Tischs und holten unsere geklauten (nee, geliehenen! Wir geben sie danach ja auch wieder zurück!) Pinsel aus den Taschen. Rasch kleisterten wir Legolas’ Stuhl damit voll. Wenn er sich zum Frühstück hinsetzte und danach wieder aufstehen wollte, würde er voll am Stuhl kleben bleiben. Ich hatte keine Ahnung, wie er da wieder weg wollte. Das würde peinlich werden... So schnell wie wir gekommen waren, verschwanden wir auch wieder.
Dreieinhalb Stunden später fanden wir uns alle im Frühstückssaal ein. Verschwörerisch zwinkerte ich Merry und Pippin zu. Grinsend zwinkerten die zurück. Das würde ein Spaß werden! Wir setzten uns alle an den langen Tisch. Interessiert musterte ich die Leute. Da saßen Gandalf, Aragorn, Legolas, Gimli, die Hobbits natürlich, dann noch ein Mann, der Boromir ein wenig ähnelte, mit schulterlangen, blonden Haaren, und Éomer.
„Wo ist denn Théoden?“, flüsterte ich Gimli neben mir fragend zu. Wenn Éomer hier war, dann war der König ja sicher auch nicht weit. Doch Gimli senkte den Blick. „Er ist in der Schlacht gefallen.“ Oh. Er war zwar ein Grummel gewesen, aber dass hatte  ich ihm nicht gewünscht. Schweigend aßen wir alle unser Essen. Als wir fertig waren unterhielten sich die alle noch. Hey! Unser Plan wollte nicht warten. Also, ich wollte nicht warten. Also musste ich dem ein bisschen nachhelfen. „Legolas? Kannst du mir das Ding in dem wir stehen zeigen?“ „Ähm, was soll ich dir bitte zeigen?“, fragte er verwirrt. „Na, dieses Haus hier oder so.“ Er nickte. „Achso, ja klar, komm.“ Ich stand auf. „Kommst du jetzt?“, fragte ich ungeduldig. Doch es lief alles nach Plan. Legolas klebte an seinem Stuhl fest. „Legolaaaaas, komm endlich“, quengelte ich wie ein Kleinkind. Doch als ich sah, wie alle anderen, wie Legolas unbeholfen versuchte aufzustehen, ohne das es klappte, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen. Auch die Hobbits fielen mit ein. „Was hast du gemacht?“, fragte Legolas sichtlich verwirrt. Doch ich antwortete natürlich nicht. Ich würde doch meine Streiche nicht verraten! „Rückzug“, prustete ich. Die Hobbits sprangen also auf, und wir stürmten lachend aus dem Saal. Verfolgt wurden wir von verwirrten Blicken. In einem Garten blieben wir keuchend stehen. „Das...hahaha...war...pahaha...gut!“, lachte Pippin. Ich und Merry nickten bekräftigend. „Wir sollten uns nur...hahaha...nicht mehr...pahaha...den Tag über zeigen“, meinte ich prustend. Das würde sonst vielleicht Ärger geben. Und so ein wütender Elb... Ne, lieber nicht. „Zum Glück ist uns keiner gefolgt!“, kicherte Merry. „Nun ja, so würde ich es nicht ausdrücken“, meinte da jemand hinter uns. Wir fuhren herum. Da stand Gandalf der Pinke, ganz lässig auf seinen Stab gestützt. „Ophelia, hast du eine Minute? Aragorn meinte, du wüsstest gerne mehr über die Prophezeiung.“

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