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Chaos in Mittelerde

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
05.11.2021
15
44.219
4
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
17.05.2021 3.566
 
Alles begann damit, dass ich fiel.
Und zwar schnell. Sehr schnell. So schnell, dass ich den Aufprall niemals überleben würde.
Wo war ich? War ich tot? Nein, war ich nicht – noch nicht –  denn ich würde gleich sterben! Ich befand mich mitten in der Luft, im Himmel! Ich fiel auf die Erde zu! In sekundenschnelle wurde mir eiskalt. Wie zum Henker war ich hierher gekommen? Meine Augen tränten wegen der kalten Luft, die blitzschnell an mir vorbei zischte und ich musste sie zusammenpressen. Meine Haare wirbelten durch die Luft und lösten sich aus meinem Pferdeschwanz. Ich konnte nicht mehr klar denken. Das würden die letzten Sekunden meines Lebens werden. Ich werde sterben. Diese Worte wirbelten so schnell in meinem Kopf herum wie ein Schwarm munterer kleiner Fische, die an einem Sommertag fröhlich im Wasser plantschten. Doch ich war definitiv nicht munter und fröhlich. Ich hatte Angst. Ich würde sterben. Würde es sehr weh tun? Wie lange dauerte es noch, bis ich auf dem Boden ankam? Was würde dann passieren? Was kam nach dem Tod?
Irgendwie erkannte ich, dass ich jetzt aufkommen würde. Es war eine Art grausige Vorahnung, die mich ergriff. Ich zog meinen Kopf zwischen die Schultern und schlang die Arme um meinen Körper. Jetzt war es soweit. Ich würde sterben. Ein letztes Mal atmete ich ein, aus.
Hart schlug ich auf einer Wasseroberfläche auf. Meine Klamotten sogen sich mit Wasser voll, und zogen mich herunter. Vor meinen Augen wurde es schwarz und ich verlor das Bewusstsein.


...


Hey, toll, dass ihr euch hierher verirrt habt! Dies ist meine erste FF, darum bitte ich um Nachsicht, bei Logik, Rechtschreibung etc. Ich habe schon einen kleinen Vorrat an Kapiteln, weshalb sie eigentlich regelmäßig kommen müssten:)

Disclaimer: Alle Figuren und Orte gehören dem großen J. double R. Tolkien und manche Peter Jackson. Ich verwende einige Zitate aus dem Film, diese gehören (klar) auch Peter Jackson.

So, eigentlich steht dem Anfang  meiner (*hust*) Geschichte nichts mehr im Wege. Was ich natürlich noch anmerken möchte ist, dass Reviews erlaubt (und erwünscht!!) sind. Ich weiß, dass schreibt vermutlich jeder Autor, daher ein großes Sorry (*Cookies verteil*), aber das muss sein: Reviews sind nun mal das einzige Zeichen, dass jemand meinen  (nochmal *hust*) Müll überhaupt liest, ob er*sie*es ihn gut findet oder Kritik und Verbesserungsvorschläge hat, deshalb bitte ich euch, welche zu schreiben. Ein Dank, an alle, die vorhaben das zu machen (fühlt euch ganz fest geknuddelt! (jaaaa, Corooona...)). So. Jetzt möchte ich euch nicht länger aufhalten. Viel Spaß bei meiner (*trommelwirbel*) FF!
~DaughterOfEvil


...


Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf der Erde. Das helle Licht blendete und ließ mich die Augen zusammenkneifen. Als ich meine Augen wieder öffnen konnte, erkannte ich die Zweige eines Baumes über mir. Ich wollte mich aufsetzen, doch mir tat alles weh. Sanft, aber bestimmt wurde ich wieder auf den Boden gedrückt. Vorsichtig blinzelte ich ein paar Mal. Eine Gestalt beugte sich über mich. „Ihr müsst noch liegen bleiben. Bei eurem Fall habt ihr euch schlimme Verletzungen zugezogen.“ Verwirrt und auch ein bisschen ängstlich blickte ich den fremden Mann an. Man fiel ja nicht alle Tage aus heiterem Himmel – wortwörtlich. Mir wurde ein wenig unwohl unter dem starren Blick seiner graublauen Augen. Seine linke Augenbraue zuckte ein wenig nach oben und berührte beinahe den Haaransatz seiner strähnigen, brauen Haare. Sie sahen aus, als wären sie schon lange nicht gewaschen worden. Sein Drei-Tage-Bart und das Grübchen im Kinn trugen dazu bei, dass ich ihn für einen Hippie hielt. Wobei mich seine Kleidung eher an einen Soldaten aus einem vergangenen Jahrhundert erinnerte. Sie war in Tarnfarben gehalten – er trug ein dunkelgrünes Hemd, eine braune Hose und seine Füße steckten in braunen Lederstiefeln. Jedes dieser Kleidungsstücke sah aus, als hätte es die letzte Wäsche verpasst. Die Stiefel waren über und über mit Schlamm bespritzt, die Hose und auch sein Hemd waren schmuddelig und hier und da hingen Tannennadeln, als hätte er auf dem Boden geschlafen. Aber wer war ich, dass ich über Soldatenkleidung philosophierte? Und viel wichtiger, war er es gewesen, der mich aus dem Wasser gefischt hatte? Dann sollte ich mich schleunigst bedanken. „Äh, wer sind Sie?“ Meine Stimme klang verdammt zittrig. „Ich bin Aragorn, Arathorns Sohn. Ich und meine Gefährten“, er wies auf einige Leute, die hinter ihm standen, (ich bemerkte, dass einige kleiner waren als ich, und einer von ihnen trotzdem einen Bart trug!) „Fuhren mit Booten den Anduin herab, und als ihr plötzlich vom Himmel fielt, zogen wir euch aus dem Wasser und versorgten eure Wunden.“ Skeptisch sah er zu mir herunter. „Wer seid ihr, wenn ich fragen darf?“ „Sie dürfen gerne fragen“, meinte ich abwesend und fahrig wanderte mein Blick über die Leute, die um den Typen herumstanden und wieder zum Fluss. Wie war ich bitte hierhergekommen? Ich konnte es mir nicht erklären. „Also?“, erwartend blickte Aragog (nein, das war die Spinne aus Harry Potter, wie hieß der Typ noch mal?) mich an.  Ich zögerte. Man sollte Fremden niemals seinen Namen nennen, das war einem doch schon im Kindergarten beigebracht worden. Aber die Typen, hatten mich aus dem Wasser gezogen, ohne sie wäre ich vielleicht gestorben. „Ophelia“, nuschelte ich argwöhnisch. „Wo bin ich?“, setzte ich hintendran. Ich hatte die Orientierung verloren und irgendwie kam mir die Gegend fremd vor. „Wir sind bei den Raurosfällen, eben passierten wir die Argonath.“ Gesundheit? „In welchem Land sind wir?“, fragte ich, da ich noch nie etwas von diesen seltsamen Namen gehört hatte. „Wir befinden uns an der Grenze zwischen Rohan und Gondor, am Südende der Emyn Muil.“ Mein Mund klappte auf und mich überkam leichte Panik. Wo zum Henker war ich? Rohan? Gondor? Diese Namen sagten mir gar nichts. „In Deutschland, nicht?“ Ich war mir sicher, dass meine Stimme immer noch zitterte. „Das hier ist Deutschland“, widerholte ich besorgt. Aragorn (jetzt kannte ich den Namen!) wirkte irritiert. „Es tut mir leid, aber ich habe noch nie etwas von einem Land namens Deutschland gehört.“ Ich merkte, wie  er und seine Freunde ungeduldig wurden und wiederum mussten sie mir ansehen, dass ich immer panischer wurde. „Wir befinden uns in Rohan, in Mittelerde. Auf Arda.“ Ich war mir sicher, dass man mein Herz hören konnte, so laut klopfte es. Hatte ich mein Asthmaspray dabei? Ich würde definitiv gleich hyperventilieren. Atmen, zwang ich mich. Ein und ausatmen. „Arda?“, vergewisserte ich mich. Die Typen nickten. War das hier eine Parallelwelt? Oder hatte ich einen Gehirntumor? Versteckte Kamera oder ein mieser Traum? Dann war das aber ein verdammt echter Traum, denn mir tat alles weh. „Ist das hier eine andere Welt?“ Jetzt hielten die mich sicher für verrückt. „Wir kennen keine andere“, meinte einer, der etwas weiter hinten stand. Er ging dem Blondhaarigen, der neben ihm stand, nur bis zur Hüfte. War er kleinwüchsig oder so? „Aber ich meine, dass  ist nicht die Welt, also meine Welt, also...“ Ich verstand überhaupt nichts mehr. „Dies ist Arda. Es scheint mir, ihr kommt nicht von hier, nicht wahr?“ Das war der Blonde. Ich sah ihn einmal an, dann noch einmal, dann bemerkte ich es. Er hatte spitze Ohren. Ich blinzelte zwei Mal, doch sie waren immer noch da. Was zum Teufel? Durcheinander nickte ich. Und schüttelte wieder den Kopf. „Nun ja, mir scheint, als solltet ihr euch ausruhen. Zufälligerweise müssen wir auch Rast machen. Ihr könnt für eine Weile bei uns bleiben.“ Da ich nicht wusste, was ich anderes tun sollte, nickte ich nur langsam mit dem Kopf. Aragog, die Kleinwüchsigen, der Blonde und ein großer, unfreundlich dreinblickender Mann mit rotblonden Haaren setzten sich langsam auch auf den trockenen, mit Ästen und Zweigen übersäten Waldboden. Eigentlich mochte ich den Wald. Die Vögel, die immer so fröhlich zwitscherten, einzelne Sonnenstrahlen, die zwischen den Zweigen der Bäumen hindurchblinzelten, doch jetzt kam mir alles ganz verschwommen vor, wie in einem unrealistischen Traum. Das Rauschen des Flusses, an dessen Ufer wir saßen, nahm ich nur wenig war. Unsanft wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als der Rotblonde Mann Holz mit einem lauten Krachen auf den Boden fallen ließ. „Helft mit, wir brauchen noch mehr“, meinte er schroff zu den anderen. Neugierig musterte ich ihn. Er hatte genau wie Aragorn schulterlanges Haar und trug eine Art dunkelgrünes Kleid mit roten Ärmeln und goldenen Stickereien. Waren sie auf dem Weg zu einem Mittelaltermarkt oder so? Mir fiel ein großes Schild auf, welches er auf seinem Rücken trug, und mich an eine übergroße Schildkröte erinnerte. Dem Himmel sei Dank, mein Humor kehrte zurück. Mit dem ersten Schrecken war er verschwunden, doch allmählich kehrte er wieder. Jetzt konnte der Spaß ja beginnen. Abgesehen davon, dass die Wunde an meiner  Hüfte höllisch schmerzte und ich ganz stillhalten musste, um sie nicht zu reizen. Mein weißer Pullover und meine Jeans waren vollkommen dahin, ich würde sie wegschmeißen können. Sie waren klitschnass und überall mit roten Sprenkeln versehen. Es sah aus, als hätte sie jemand sorgfältig mit Wasserfarben aus einem Farbkasten betupft, so rot leuchteten die Sprenkel. Mit leichtem Entsetzen wurde mir klar, dass es mein eigenes Blut war. War hier in der Nähe irgendwo ein Krankenhaus? Ich hatte wenig Lust, hier in der Pampa zu verbluten. Jetzt begann einer der Kleinwüchsigen, zwei Steine immer wieder aufeinander zu schlagen. Ich wusste, was er da tat, in der Grundschule hatten wir auch immer versucht, mit Steinen Feuer zu machen, was uns jedoch nie gelungen war. Als der Typ merkte, dass ich ihn beobachtete, lächelte er scheu. „Mein Name ist Sam“, meinte er leise und widmete sich sofort wieder seinem Feuerchen, was noch nicht ganz brennen wollte. „Ich bin Ophelia“, stellte ich mich lächelnd vor. Gerade als ich noch etwas sagen wollte, stand Aragorn auf, und ging zu einem Boot. „Bei Einbruch der Nacht überqueren wir den See. Wir verstecken die Boote und gehen zu Fuß weiter.“ Oh wow. Und ich? Ich wollte zu einem ordentlichen Arzt! „Wir nähern uns Mordor vom Norden her.“ Was war Mordor jetzt schon wieder? „Ach ja?“, meinte der Kleinwüchsige mit dem roten, lockigen Bart. Auf seinem Kopf saß ein mit goldenen Ornamenten verzierter Helm und auf seinem Schoß lag eine besorgniserregend große Axt. „Mit anderen Worten sollen wir uns also einfach so durch die Emyn Muil kämpfen. Ein undurchdringliches Labyrinth übersät mit messerscharfen Felsen. Und danach wird es sogar noch besser!“ Entschuldigung, wovon zum Henker sprach er? „Da erwartet uns eine stinkende Sumpflandschaft soweit das Auge reicht.“ Das klang ja mal mega. „Genau das ist unser Weg“, meinte Aragorn ruhig. „Ihr solltet ein wenig schlafen damit ihr wieder zu Kräften kommt, Herr Zwerg“ Äh, was? Der Kerl da sollte ein Zwerg sein? Das war doch wohl ein Scherz. Hielten sie mich zum Narren? „Damit ich wieder zu ...?“, empörte sich besagter Zwerg. „Ehm, ihr seid doch nicht wirklich ein Zwerg“, stellte ich mit hochgezogener Augenbraue fest. So langsam glaubte ich alles. Immerhin befand ich mich in einem Land, dessen Namen ich nie zuvor gehört hatte, und das, obwohl Erdkunde eines meiner Lieblingsfächer war. Ist. Wie auch immer. Ich kam mir vor, wie in einer Fantasy-Komödie. „Ja, ich bin ein Zwerg, genau wie mein Vater einer ist, und sein Vater und dessen Vater, und so weiter und sofort. Und ich bin stolz darauf!“ War das ein dummer Witz oder konnte ich wirklich glauben, dass er ein Zwerg war? „Wie heißt du denn?“ „Gimli, Gloins Sohn“ Wieso sagten die eigentlich immer die Namen ihrer Väter? „Ophelia“, erklärte ich zum hundertsten Mal an diesem Tag. „Und ihr?“ Ich blickte die anderen kleinwüchsigen an. „Seid ihr auch Zwerge?“ Mit großen Augen blickten mich die drei (Waren das nicht vorher vier gewesen? Ach, da musste ich mich wohl getäuscht haben) an, von denen einer Sam hieß. „Zwerge? Nein, wir sind Hobbits“, sagte der Braunhaarige. Hobbits? Was war das denn jetzt? „Hobbits aus dem Auenland. Mein Name ist Peregrin Tuk, du kannst mich Pippin nennen“ „Und ich bin Merry“, sagte ein anderer fröhlich. „Schön euch kennen zu lernen!“ Merry und Pippin grinsten sich an. „Das war echt spektakulär, wie du vorhin vom Himmel gefallen bist!“ Pippin nickte heftig. „Jaah, könntest du
das nochmal machen?“ Ich gluckste. „Lieber nicht, schau mal“, und zeigte auf meine blutende Seite, die, wie ich eben gemerkt hatte, mit einem Fetzen grünen Stoffes halbwegs ordentlich bandagiert worden war. „Stimmt“, die Hobbits kicherten. Plötzlich verschwand das Lächeln aus Merrys Gesicht. „Wo ist eigentlich Frodo?“ Also waren es doch vier  Hobbits (plus der Zwerg) gewesen! Jetzt sah sich auch Aragorn um, und Sam sprang erschrocken auf. Was machten die denn für einen Aufstand, konnte der sich nicht mal die Füße vertreten, ohne dass die anderen einen Suchtrupp ausschickten? Der rothaarige Mann war auch nicht mehr da, der konnte doch aufpassen, dass Frodo nicht von einem Monster überfallen wurde, oder was die auch immer vermuteten. Aber Aragorn sprang schon auf, griff sich sein Schwert und rannte in den Wald. Was hatte der denn für ein Problem? Auch Sam sprang auf und lief in den Wald, Gimli und Blondie rannten hinterher. Echt jetzt? Na hoffentlich blieben die anderen da. Doch natürlich sprangen sie auch auf und liefen in den Wald. Na toll. Jetzt durfte ich hier alleine rumsitzen. Was sollte ich denn jetzt machen? Hier warten, bis sie wiederkamen? Ihnen hinterher laufen? Rückblickend betrachtet war es das Dümmste, was ich in der Lage hätte machen können. Doch, was konnte man anderes von mir erwarten, hievte ich mich hoch. Mit der Zunge zwischen den Zähnen und den Baumstämmen als Gehhilfe taumelte ich ein Stück geradeaus. Beim Aufrichten war mir kurz schwarz vor Augen geworden, weshalb ich mich an einem Baum hatte festklammern müssen, doch jetzt sah ich wieder einigermaßen klar. Langsam setzte ich einen Fuß vor den andern und folgte den Geräuschen, die immer lauter wurden. Ich hörte laute Rufe und das Klirren von Schwertern, wenn sie aufeinander trafen. Also doch ein Monster? Bald kam ich auf die Spitze eines Hügels, auf der eine kleine Ruine stand. Mehrere dutzend hässliche Kreaturen rannten da umher. Hatten die keinen Orientierungssinn, oder warum liefen die so kopflos durch die Gegend? Ah, jetzt bemerkte ich es. Sie rannten Aragorn hinterher, der einfach so auf die einstach. Gimli und Blondie waren auch da. Entsetzt schlug ich mir eine Hand vor den Mund. Gimli drosch mit seiner Axt auf die Gestalten ein, Blondie schoss mit seinem Bogen die Typen ab. Um Gottes Willen, was taten die da? Sie konnten diese Geschöpfe doch nicht einfach töten, was hatten sie ihnen denn getan? Die Dinger hatten doch auch ein Leben! Was war, wenn sie bei sich zuhause ein Kind hatten, bei dem jetzt kein Vater oder Mutter mehr nach Hause kam? Wie barbarisch! Einer von ihnen, meiner Meinung nach der Hässlichste, schrie plötzlich mit kratziger Stimme: „Findet die Halblinge! Los, findet die Halblinge!“ Was war das denn jetzt schon wieder? Halblinge? Meinte er die Hobbits? Was wollte er von denen? Oh verdammt, sie waren in Gefahr! Ich wollte nicht wissen, was sie mit ihnen anstellen würden, wenn sie die Hobbits erwischten! Doch da kam schon einer auf mich zu. Ah, nicht gut! Zum weglaufen war es zu spät, was sollte ich bloß machen? Jetzt wo die Kreatur schon vor mir stand, bekam ich schon etwas Angst. „Ähm, hi!“, meinte ich vorsichtig und winkte. Das Ding grunzte und hob sein rostiges Schwert ein wenig höher, um mir Angst einzujagen. Und das klappte auch verdammt gut.  „Ich glaube ich komme aus einer anderen Welt und habe noch nicht viele von deiner Sorte gesehen. Hast du einen Namen? Ich bin Ophelia“ Auf einmal tauchte Aragorn hinter der Kreatur auf und schlug ihr mit einem geraden Hieb den Kopf ab. Erschrocken wich ich wankend zurück und starrte auf die Stelle, an der jetzt der leblose Körper der Gestalt lag. „Bist du Irre? Du kannst die doch nicht einfach so umbringen!“, fuhr ich Aragorn an. Der blickte mich verärgert an. „Sie sind unsere Feinde!“, erwiderte er kämpferisch. „Wieso, sie sind doch genauso wie ihr! Die wollen euch abstechen, ihr wollt sie abstechen, da wird es doch nie ein Ende geben!“ Kurz starrten wir uns gegenseitig wütend an, dann fragte Aragorn schließlich: „Was machst du überhaupt hier?“ „Ich reite auf einem pinken Einhorn!“, meinte ich sarkastisch. Gerade war ich einfach nur genervt von ihm. Aragorn blickte mich vollkommen verwirrt an. „Das war Sarkasmus!“, versuchte ich ihm zu erklären. „Ein Witz!“  Ich rollte mit den Augen. Aragorn nickte nur grimmig. „Lauf weg, ja? Bring dich in Sicherheit!“ Ehe ich blinzeln konnte, hatte sich Aragorn schon wieder mitten in den Kampf gestürzt. Da ich nett sein wollte, humpelte ich, so schnell es meine ziehende und stechende Wunde an der Hüfte erlaubte, wieder in den Wald hinein. Ich verlor bald komplett die Orientierung. Wo war ich? Wo waren die anderen? Die Hobbits, Gimli, der Rothaarige? Ich lauschte und konnte in der Ferne Stimmen erkennen. Obwohl ich ja eigentlich weg, und nicht zum Kampf hinlaufen sollte, folgte ich dem Lärm. Es war genau das gleiche wie vorhin auf dem Hügel: Hässliche Kreaturen die versuchten, Aragorn, Gimli und den Blonden abzumurksen, und andersherum genauso. Ich stand hinter einem Baum und versuchte krampfhaft, nicht zu den blutenden Leichen am Boden zu sehen, von denen schon drei herumlagen. Ängstlich fragte ich mich, was ich tun sollte, wurde mich eine dieser Gestalten entdecken sollte. Wegrennen würde nicht viel bringen, ich wäre so langsam wie eine Schildkröte mit Rollator und die hässliche Kreatur, deren Namen ich immer noch nicht kannte, hätte mich schnell eingeholt. Kämpfen konnte ich nicht, mal davon abgesehen, dass ich keine Waffe hatte. Und ich hatte gelernt, dass man mit ihnen keine Gespräche führen konnte. Eigentlich schade. Plötzlich hörte ich einen lauten Ton, ähnlich einem Horn, und zuckte zusammen. „Boromir!“, rief Aragorn alarmiert und rannte auf das Geräusch zu, welches immer wieder knapp ertönte und bald ganz erstarb. Alle anderen folgten ihm – die hässlichen Kreaturen, Blondie, der Zwerg und ich. Allerdings war ich ein ganzes Stück hintendran und als ich ankam, lagen überall auf dem Waldboden Leichen verstreut. Ich bekam eine Gänsehaut. Es war so schrecklich! Wieso konnten die nicht einfach wie normale Menschen (soviel dazu, der eine war ein Zwerg, der andere mit den spitzen Ohren definitiv kein Mensch und die Kreaturen waren auch eine eigene Spezies) miteinander reden, anstatt sich gleich umzubringen? Doch als ich auf die anderen zuging, verstummte ich augenblicklich. Aragorn kniete vor jemanden, der am Boden lag. Mit Entsetzen stellte ich fest, dass es der rothaarige Mann  war. Aus seiner Brust ragten drei tödliche Pfeile. Oh verdammt. Würde er sterben? Aragorn machte keine Anstalten, ihm zu helfen. Er sprach einige Worte mit ihm, die ich nicht verstehen konnte, und stand dann auf. Mit Tränen in den Augen sah er den Blonden, den Zwerg Gimli und auch kurz mich an und schüttelte sanft den Kopf. Auch meine Augen verwandelten sich in kleine Schwimmbecken. Dieser Mann wurde umgebracht und ich hatte nichts dagegen tun können. Langsam begriff ich meine Worte. Dieser Mann war umgebracht worden! Er war kaltblütig ermordet worden! Schon als der Abscheu über diese Wesen in mir hoch kroch, zwang ich mich dazu, auch die andere Perspektive zu überdenken. Aragorn und die anderen hatten auch gemordet und sie hatten dabei nicht mal mit der Wimper gezuckt. Wer war hier nun gut und wer war böse?
Noch während ich mir den Kopf zerbrach hatte Aragorn die Leiche des Mannes, dessen Name ich nicht kannte, auf den Arm genommen und steuerte wieder das Ufer des Flusses an, wir anderen folgten ihm. Sie waren zum Glück so nett, in meinem Tempo zu gehen. Als wir wieder an unserem Lagerplatz ankamen, legte Aragorn den Rothaarigen in eines der drei Boote, die ans Ufer gezogen worden waren. In seiner Hand platzierte er das lange Schwert und den Schild schob er unter den Kopf des Toten. So bestattet schob er das Boot langsam auf den Fluss hinaus, bis es von der Strömung mitgenommen wurde und fort trieb. Noch lange schauten wir dem Boot hinterher und ich fragte mich, was jetzt aus mir werden sollte. Ich war weit von zuhause entfernt, wusste nicht wie ich zurückkommen sollte und war in der Gesellschaft von durchaus freundlichen Mördern. Auf einmal knurrte Gimli: „Frodo und Sam sind fort.“ Erst jetzt wurde mir bewusst, dass die beiden fehlten, aber auch Merry und Pippin waren verschwunden. Aragorn drehte sich zu ihm um und nickte. „Ich habe sie gehen lassen. Frodos Schicksal liegt nun nicht länger in unserer Hand.“ „Dann war all das hier umsonst. Die Gemeinschaft hat versagt“, grummelte Gimli. Wieso war der so pessimistisch? „Nicht wenn wir treu Seite an Seite stehen“, erklärte Aragorn. „Wir werden Merry und Pippin nicht der Folter und dem Tod überlassen. Nicht solange wir noch Kraft haben!“ Nun ja, das Problem war, dass meine Kraft so gut wie aufgebraucht war. „Alles was nicht gebraucht wird lassen wir hier. Nur leichtes Gepäck. Lasst uns Orks jagen!“ Orks? Waren das die Wesen, mit denen alle gekämpft hatten? Aragorn drehte sich zu mir um. „Kannst du laufen?“ Ich nickte, obwohl dem nicht wirklich der Fall war. „Wird schon gehen.“ Der Blonde sah mich schmunzelnd an.  „Ihr sprecht nicht das, was ihr denkt, nicht war?“ Ich wurde etwas rot. Ups, konnte der Gedanken lesen? „Wenn wir dem Weg folgen, den die Orks genommen haben, werden wir höchstwahrscheinlich an Edoras vorbeikommen. Dort werden wir euch absetzen.“ Aragorn stimmte ihm zu. „Na dann, auf geht’s!“ Gimli schwang seine Axt und lief Aragorn in den Wald hinterher. So begann meine erste Rettungsmission (doch sie sollte auch nicht die letzte sein).
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