Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Chaos in Mittelerde

GeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
Aragorn Gimli Legolas OC (Own Character)
17.05.2021
05.11.2021
15
42.829
4
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
17.05.2021 3.560
 
Hey, toll, dass ihr euch hierher verirrt habt! Dies ist meine erste FF, darum bitte ich um Nachsicht, bei Logik, Rechtschreibung etc. Ich habe schon einen kleinen Vorrat an Kapiteln, weshalb sie eigentlich regelmäßig kommen müssten:)

Disclaimer: Alle Figuren und Orte gehören dem großen J. double R. Tolkien und manche Peter Jackson. Ich verwende einige Zitate aus dem Film, diese gehören (klar) auch Peter Jackson.

So, eigentlich steht dem Anfang  meiner (*hust*) Geschichte nichts mehr im Wege. Was ich natürlich noch anmerken möchte ist, dass Reviews erlaubt (und erwünscht!!) sind. Ich weiß, dass schreibt vermutlich jeder Autor, daher ein großes Sorry (*Cookies verteil*), aber das muss sein: Reviews sind nun mal das einzige Zeichen, dass jemand meinen  (nochmal *hust*) Müll überhaupt liest, ob er*sie*es ihn gut findet oder Kritik und Verbesserungsvorschläge hat, deshalb bitte ich euch, welche zu schreiben. Ein Dank, an alle, die vorhaben das zu machen (fühlt euch ganz fest geknuddelt! (jaaaa, Corooona...)). So. Jetzt möchte ich euch nicht länger aufhalten. Viel Spaß bei meiner (*trommelwirbel*) FF!
~DaughterOfEvil



Alles begann damit, dass ich fiel.
Und zwar schnell. Sehr schnell. So schnell, dass ich den Aufprall niemals überleben würde.
Ich befand mich in einem Strudel aus Luft, viele Kilometer über der Erde. Meine Haare wirbelten durch die Luft, und lösten sich aus meinem Pferdeschwanz. Ich konnte nicht mehr klar denken. Das würden die letzten Minuten meines Lebens werden. Danke, dachte ich. Danke, dass ihr alle für mich da wart. Mama, Papa, Tara. Ihr wart toll.
Ich war dem Erdboden jetzt schon beträchtlich nahe gekommen, nur noch wenige Augenblicke würde ich leben. Ich drehte mich in der Luft, um auf den Boden blicken zu können.
Unter mir waren kahle Wälder, soweit das Auge reichte. Am Horizont stand ein mächtiges Gebirge, das wie eine steinerne Wand vor diesem Land aufragte. Durch den Wald schlängelte sich ein breiter Fluss. War das vielleicht meine Chance? Wenn ich in diesem Fluss landete, konnte ich dann überleben? Ich musste es versuchen. Ich probierte, meine Flugrichtung zu verändern, doch das war gar nicht nötig, da der Fluss jetzt direkt unter mir lag.
In welchem Land war ich eigentlich? Naja, besser, in welchem Land flog ich eigentlich? War das hier Brasilien? Der Fluss unter mir sah jedenfalls wie der Amazonas aus.
Ich war jetzt so nah am Boden, dass ich auf dem Fluss drei Boote erkannte. Was war, wenn ich direkt auf eines drauf fiel? Ich wusste nicht, ob dass meine Überlebenschancen vergrößerte oder verringerte.
Ich habe Angst.
Es waren jetzt nur noch wenige Sekunden, dann würde ich auf dem Wasser aufschlagen. Nur noch wenige Sekunden, bis sich herausstellen würde, ob ich überlebte.
Tut es sehr weh?
Hart schlug ich auf der Wasseroberfläche auf. Meine Klamotten sogen sich mit Wasser voll, und zogen mich herunter. Vor meinen Augen wurde es schwarz und ich verlor das Bewusstsein.


...

Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf der Erde. Ich blinzelte. Über mir waren die Zweige eines Baumes. Nanu, wie war ich wieder aus dem Wasser gekommen? Ich wollte mich aufsetzen, doch mir tat alles weh. Ich wurde wieder auf den Boden gedrückt. Ein Mann beugte sich über mich. „Ihr müsst noch liegen bleiben. Bei dem Fall ins Wasser habt ihr euch schlimme Verletzungen zugezogen“ Ich blickte ihn an. Er hatte ein herzförmiges Gesicht und gebräunte Haut. Er sah Ernst aus blau-grauen Augen zu mir hinunter. Außerdem hatte ein Grübchen im Kinn, einen Drei-Tage-Bart und schulterlange, braune Haare. Echt jetzt? Welcher Mann trug den bitte heute noch lange Haare? Wer war er? Hatte er mich aus dem Wasser gefischt? Und wieso zur Hölle sagte er ihr? „Äh, wer sind Sie?“ Meine Stimme klang zittrig. „Ich bin Aragorn, Arathorns Sohn. Ich und meine Gefährten“, er wies auf einige Leute, die hinter ihm standen, ich bemerkte, dass einige kleiner waren als ich, und einer von ihnen trotzdem einen Bart trug!, „fuhren mit Booten den Anduin herab, und als ihr plötzlich vom Himmel fielt, zogen wir euch aus dem Wasser und versorgten eure Wunden.“ Ich zog eine Augenbraue hoch. „Sie nennen mir den Namen ihres Vaters?“ Nur schwer konnte ich mir das Lachen verkneifen. Ich kicherte. Aragorn wirkte irritiert. „Nun ja, so stellt man sich vor.“ „Echt jetzt? So stellt man sich in Brasilien vor? Ist das und das euer nicht etwas altmodisch?“ Jetzt sah er aus als kapiere er wirklich gar nichts mehr, auch die anderen Leute hinter ihm blickten mich verwirrt an. „Brasil-was?“ „Naja, Brasilien eben. Da sind wir doch. Und der Fluss, das war doch der Amazonas.“, antwortete ich. Der Typ war komisch. Was redete der von einem Anduin und... Halt. Stopp. Wenn wir hier in Brasilien waren, wieso sprachen die dann alle Deutsch? Die mussten doch Englisch oder Portugiesisch oder was-weiß-ich sprechen. Das war jetzt irgendwie seltsam. „Brasilien? Amazonas? Ich weiß nicht wovon ihr sprecht. Wir sind hier in den Emyn Muil bei den Raurosfällen, eben haben wir die Argonath passiert.“ Jetzt war es an mir, völlig verwirrt drein zu schauen. „Außerdem sind wir hier in Mittelerde, auf Arda, wenn ihr es genau wissen wollt.“ Was zum Henker...?! „Mittelerde?“, brachte ich schließlich heraus. Das war ja mal ein mega kreativer Name. Gab es auch Außenerde? „Ja, Mittelerde“, meinte Aragorn und nickte bekräftigend. Ach ne. Soviel hatte ich auch verstanden. „Wir sind hier also in einem komplett anderen Land, auf einem komplett anderen Kontinent, auf einer komplett anderen Erde?“ Meine Stimme überschlug sich. Das... Nein... Das war alles nur ein schlechter Scherz! Oder ich träumte! Gehirntumor, versteckte Kamera? „Nun ja, anders würde ich es nicht nennen, für uns ist das ganz normal. Nur für euch anscheinend nicht. Wie ist euer Name, und woher kommt ihr?“ Einen Moment lang blickte ich ihn verwirrt an. Dann fasste ich mich wieder. „Mein Name ist Ophelia, ich komme aus Deutschland“ „Deutschland? Das habe ich noch nie gehört.“ „Naja, liegt vielleicht daran, dass es in einer anderen Welt liegt. Ach ja, wenn sie Deutschland nicht kennen, woher können sie dann Deutsch?“ Okay. Das war jetzt komisch. „Deutsch? Ich spreche kein Deutsch. Wir sprechen Westron“ Ich stutzte. Westron? Gab es auch Ostron? „Ich... Ich kann kein Westron. Ich habe das nie gelernt. Ich kann nur Deutsch, und habe Englisch und Latein in der Schule gelernt. Aber Westron... Nie“ Verwirrt schüttelte ich den Kopf.
Aragorn wollte gerade etwas sagen, als sich ein Mann hinter Aragorn zu Wort meldete. Eigentlich waren es ja alles Männer, es war keine Frau dabei. Pff. Er hatte genauso wie Aragorn schulterlanges Haar, aber seines war blond, beinahe schon rot. Er trug ein dunkelgrünes Kleid (echt jetzt, ein Kleid?!), darunter ein rotes, kurzärmeliges Hemd, das goldene Stickereien hatte (bäh, Gold, das ist so hässlich), darunter ein Kettenhemd (war das nicht viel zu schwer?) und Armschützer. Oder -schoner. Keine Ahnung wie man hier so ’was nannte. Außerdem trug er ein Schild auf dem Rücken, und damit ähnelte er einer übergroßen Psycho-Schildkröte.
„Aragorn, das scheint ein längeres Gespräch zu werden. Lass uns hier rasten“
Aragorn nickte, und die anderen begannen, ein Feuer anzuzünden. Ich versuchte, mich aufzusetzen, doch das klappte nicht so ganz, wie ich das wollte, da ich immer noch Schmerzen hatte. Einer der Männer kam zu mir, und half mir, mich hinzusetzen und an einen Baum zu lehnen. Er hatte auch langes Haar, aber seines war nicht nur schulterlang, wie das der anderen, sein Haar ging ihm bis zur Hüfte wie meines. Ich wollte mich gerade bei ihm bedanken, als ich seine Ohren sah. Er hatte keine runden Ohren wie wir anderen. Seine Ohren waren spitz. Als ich so mit halb offenem Mund auf seine Ohren starrte, schmunzelte er. „Ist alles in Ordnung?“ Ups, hatte man gesehen, dass mich seine Ohren irritierten? „Was? Ja, natürlich. Danke“, gab ich verlegen und etwas verwirrt zurück.
Als ich saß, warf ich einen Blick auf meine Kleider. Sie verdeckten zum Glück meine Wunden. Eigentlich konnte ich Blut sehen, aber das wäre im Moment einfach zu viel gewesen. Mein ehemals weißer Pullover war blutdurchtränkt, genauso wie meine Jeans. Von meinen Chucks gar nicht zu sprechen. Sie waren zwar nicht voll Blut, aber sie waren klitschnass (so wie meine ganzen anderen Klamotten) und voller Schlamm.
Aragorn setzte sich mir gegenüber ans Feuer. „Ihr sagtet, ihr kämt aus einer anderen Welt, ist das wahr?“, fragte er mich. Jetzt setzten sich auch die anderen neugierig dazu. „Naja, ich sagte das nicht, aber sie sagten, dass wir hier in Mittelerde seien, und so heißt meine Welt nicht. Außerdem habe ich keinen Plan von den genannten Namen, und sie sprechen hier ja so wie im Mittelalter. Und so sehen sie auch aus“, fügte ich hinzu. Aragorn nickte. „Wisst ihr, wie ihr hierher gelangt seid?“ „Ihr müsst das ihr wirklich nicht sagen, ich bin ja nur eine Person, ihr könnte mich Ophelia nennen.“ Aragorn lächelte. „Wenn ihr mir den gleichen Gefallen tut.“ Ich nickte. „Also?“ Achso, natürlich, seine Frage. „Ich weiß auch nicht. Ich bin gerade mit Tara von der Schule mit dem Zug heimgefahren, und wir haben uns über den Klimawandel und den Treibhauseffekt unterhalten, dann bin ich ausgestiegen, dann wurde mir irgendwie übel und schwarz vor den Augen, ich glaube ich bin umgekippt, und dann bin ich irgendwo da oben“, ich deutete mit dem Finger in den Himmel, „wieder aufgewacht.“ Aragorn wirkte nachdenklich. „Das ist merkwürdig. Es scheint wirklich, dass ihr aus einer anderen Welt kommt. Aber ich sehe keine Verbindung, und keinen Grund, warum du hierhergelangt bist. Ich wüsste, wen wir fragen könnten, aber...“ Aber was? „Wen denn?“ Aragorn blickte mich traurig an. „Sein Name war Gandalf“ Gandalf? Was war das denn für ein Name? Das klang so ähnlich wie Gandhi, der Typ aus Indien der sich für den Frieden von seinen Leuten eingesetzt hat. Hatte dieser Gandalf das auch? Jedenfalls schien er weise zu sein, das war schon mal eine Ähnlichkeit zu Gandhi. „Du sagtest war?“ Aragorn nickte stumm. Hallo? Meine Frage eben war eigentlich keine Frage, sondern ein Aufruf, mir zu erzählen, was los mit dem Typen war. Musste man denen denn alles aus den Ohren ziehen? „Was ist denn passiert mit ihm?“, wagte ich mich zu fragen. Da meldete sich der kleinwüchsige Typ mit dem Bart zu Wort, und ich war seiner tiefen Stimme überrascht.  „Die Schatten Morias verschluckten ihn. Es war ein Balrog.“ Moria? Balrog? What? „Also ist er tot?“ Konnten die nicht mal normal sprechen? Sie nickten. Ah ja. Wieso nicht gleich so?
Aragorn stand auf, und ging zu einem Boot. „Bei Einbruch der Nacht überqueren wir den See. Wir verstecken die Boote und gehen zu Fuß weiter.“ Oh wow. Und ich? Ich konnte mich ja nicht mal alleine hinsetzen. „Wir nähern uns Mordor vom Norden her.“ Mordor. Das klang mit den dunklen Vokalen irgendwie... Spooky. „Ach ja?“, meinte der kleinwüchsige Bärtige. „Mit anderen Worten sollen wir uns also einfach so durch die Emyn Muil kämpfen. Ein undurchdringliches Labyrinth übersät mit messerscharfen Felsen. Und danach wird es sogar noch besser!“ What? „Da erwartet uns eine stinkende Sumpflandschaft soweit das Auge reicht.“ Okay. Das klang ja mal mega vielversprechend. „Genau das ist unser Weg“, meinte Aragorn ruhig. „Ihr solltet ein wenig schlafen damit ihr wieder zu Kräften kommt, Herr Zwerg“ Äh, was?! Der Kerl da war ein... Ein Zwerg? „Damit ich wieder zu ...? Oh...“, meinte der... Zwerg. „Ähm, ihr seid ein Zwerg?“, fragte ich ihn vorsichtig. „Ja! Ein Zwerg! Und stolz drauf!“ „Wie heißt ihr?“ „Gimli, Gloins Sohn“ Wieder die Vater-Sohn-Geschichte. „Ophelia“ Ich lächelte. „Und ihr?“ Ich blickte die anderen kleinwüchsigen an. „Seid ihr auch Zwerge?“ „Zwerge?“ Die Typen sahen mich mit großen Augen an. „Nein, wir sind Hobbits“, sagte einer. Hobbits? Was war das denn jetzt? „Hobbits aus dem Auenland. Mein Name ist Peregrin Tuk, du kannst mich Pippin nennen“ „Und ich bin Merry“, sagte ein anderer fröhlich. „Ich bin Sam“, kam es schüchtern von einem Hobbit hinter den anderen. Fröhlich winkte ich ihm zu. Der Mann, der vorgeschlagen hatte hier zu rasten war nicht mehr da, so wie ein anderer (wie ich jetzt wusste) Hobbit. Vielleicht waren sie in den Wald gegangen, Holz sammeln oder so. Komisch, ein Feuer brannte schon. Naja, deren Sache. Ich wollte gerade den Typen der mir aufgeholfen hatte nach seinem Namen fragen, den mit den langen Haaren und spitzen Ohren, aber der stand gerade bei Aragorn und sprach mit ihm. „Wir sollten aufbrechen.“, meinte er. Na super. Wie sollte ich das bitte machen? „Noch nicht. Orks bewachen das Ostufer und Ophelia muss sich ausruhen“ Ha, wenigstens einer, der an mich dachte. Dafür bekam Aragorn einen Pluspunkt. „Wir warten auf den Einbruch der Dunkelheit.“ „Nicht das Ostufer bereitet mir Sorgen. Es ist eher ein bedrohlicher Schatten der sich meiner bemächtigt. Irgendetwas zieht herauf. Ich kann es spüren.“ Was war das denn für ’ne Rede? So poetisch redete nicht mal mein Deutschlehrer. Merry kam gerade mit neuem Holz für das Feuer, als Gimli wieder anfing zu meckern. „Seit wann müssen Zwerge wieder zu Kräften kommen? Einfach nicht hin hören junger Hobbit.“ Ich schmunzelte. Doch Merry blickte beunruhigt umher. „Wo ist Frodo?“ Ah ja, so hieß wohl der andere Hobbit. Jetzt sah sich auch Aragorn um, und Sam sprang erschrocken auf. Was machten die denn für einen Aufstand, konnte der sich nicht mal die Füße vertreten, ohne dass die anderen einen Suchtrupp ausschickten? Der andere Mann war ja bei ihm, der konnte ja aufpassen, dass Frodo nicht von einem Monster überfallen wurde. Oder was die sonst noch so vermuteten. Aber Aragorn sprang schon auf, griff sich sein Schwert und rannte in den Wald. Was hatten die für Probleme? Auch Sam sprang auf und lief in den Wald, Gimli und der Spitzohrige rannten hinterher. Echt jetzt? Na hoffentlich blieben die anderen da. Doch natürlich sprangen sie auch auf und liefen in den Wald. Na toll. Jetzt durfte ich hier alleine rumsitzen. Doch dazu hatte ich keine Lust. Ich quälte mich also (unter Schmerzen!) auf die Beine, und stützte mich an den Baum, während ich versuchte einige Schritte zu gehen. Es tat echt verdammt weh, aber ich zwang mich weiter zu gehen, um nach den anderen zu sehen. Mein eines Bein musste geprellt, im schlimmsten Fall gebrochen sein, denn mit ihm knickte ich immer ein.  Meine Arme waren zum Glück nicht verletzt, mit ihnen konnte ich mich aufstützen, aber an der Hüfte hatte ich eine immer noch leicht blutende Wunde, die mir auch zu schaffen machte.
In der ferne hörte ich Schreie und das Klirren von Schwertern, wenn sie aufeinander treffen. Also doch ein Monster? Okay, ermahnte ich mich selber, das ist jetzt keine gute Zeit um Witze zu machen. Ich lief auf die Geräusche zu, und kam auf die Spitze eines Hügels, auf der eine kleine Ruine stand. Viele, nein, das ist untertrieben, sehr viele hässliche Kreaturen rannten da umher (hatten die keinen Orientierungssinn, oder warum liefen die so kopflos durch die Gegend?). Ah, jetzt bemerkte ich es. Sie rannten Aragorn hinterher, der einfach so auf die einstach. Also echt. Noch nie von Streit mit Worten klären gehört? Einer von ihnen, meiner Meinung nach der hässlichste von allen, schrie mit kratziger Stimme: „Findet die Halblinge! Los, findet die Halblinge!“ Was war das denn jetzt schon wieder? Halblinge? Meinte der die Hobbits? Nicht gut, ich würde ihnen raten zu rennen. Jetzt kamen auch Gimli und der Spitzohrige aus dem Wald, und stürzten sich ins Getümmel. Gimli mit seiner Axt, der andere mit seinem Bogen, brachten sie einen nach dem anderen zu Fall. Wie gemein. Die Dinger hatten doch auch ein Leben! Was war, wenn sie bei sich zuhause ein Kind hatten, bei dem jetzt kein Vater mehr nach Hause kam? Doch da kam schon einer auf mich zu. Oh. Nicht gut. Jetzt wo die Kreatur schon vor mir stand, bekam ich schon etwas Angst. „Ähm, hi!“, meinte ich vorsichtig und winkte. Das Ding blieb verwirrt stehen. „Ich bin neu hier, und habe noch nicht viele von deiner Sorte gesehen. Hast du einen Namen? Ich bin Ophelia“ Auf einmal tauchte Aragorn hinter der Kreatur auf und schlug ihr den Kopf ab. Angewidert blickte ich auf den Kopf, der da zu meinen Füßen rollte. „Hey! Ich hab mich gerade nett mit dem Ding unterhalten!“, meinte ich zu Aragorn. Der blickte mich nur halb erstaunt und halb verärgert an. Was hatte ich denn jetzt falsch gemacht. „Was machst du hier?“, fragte er mich laut, nein, eigentlich schrie er, um den Lärm vom Kampf zu übertönen. „Ich reite auf ’nem pinken Einhorn!“, meinte ich sarkastisch. Na was wohl? Aragorn blickte mich vollkommen verwirrt an. „Das war Sarkasmus!“, versuchte ich zu erklären. „Ein Witz!“  Ich rollte mit den Augen. Aragorn nickte. „Bleib hinter mir!“ Das war gar nicht so einfach, da er sich wieder mitten ins Getümmel stürzte. Also blieb ich einfach mal stehen. „Aragorn, Lauf!“, rief der Spitzohrige. Was war denn jetzt los? Aragorn haute einfach so ab, während die anderen die hässlichen Dinger fertig machten?
Eigentlich hatte er ja gesagt, ich solle hinter ihm bleiben, aber so schnell wie der weg war kam ich nicht hinter her, zumal ich ja noch meine Verletzungen hatte, die mich noch langsamer machten. Also blieb ich einfach stehen. Es waren ganz schön viele Kreaturen, würden Gimli und der andere die erledigen können? Einige hatten sie schon. Doch da merkte ich, wie ein paar an ihnen vorbei in den Wald rannten. Flohen die? Wäre eigentlich schon cool, aber es war leider die Richtung, in die Aragorn verschwunden war.
Das bemerkten auch Gimli und der Typ mit den langen Haaren, und rannten ihnen hinterher. Und wieder blieb ich übrig. Also rannte ich ihnen hinterher. Naja, was heißt rennen. Ich denke es war eher ein schnelles Gehumpel.
Als ich in den Wald kam, sah ich, dass schon wieder ein wilder Kampf im Gange war. Doch diesmal blieb ich nicht verschont. Einer der hässlichen Dinger kam mit erhobenem Schwert auf mich zu. Wieder versuchte ich mit ihm zu reden, doch er achtete nicht auf mich. Ich sah mich nach Aragorn um, doch der hatte seine eigenen Probleme. Ich überlegte krampfhaft, was ich tun sollte. Wegrennen? Würde nicht viel bringen. Ich war so langsam wie eine Schildkröte mir Rollator, da würde mich das Ding schnell einholen. Kämpfen konnte ich nicht, mal abgesehen davon, dass ich keine Waffe hatte. Da schwang das Ding schon sein Schwert. Ich duckte mich unter seinem Hieb weg und wich zurück, doch das Ding kam nach. Gerade als es mich beinahe erwischt hätte, traf es ein Pfeil und kippte um. Ich blickte mich um. Der Spitzohrige hatte den Pfeil geschossen. „Danke!“, rief ich ihm zu und er nickte. Da klang ein Tröten an meine Ohren. „Das Horn Gondors!“, sagte der Spitzohrige. „Boromir“ rief Aragorn, und rannte dem Tröten entgegen. Na super. Natürlich rannten ihm alle nach, nur ich humpelte ihnen langsam hinterher. Ich brauchte mehrere Minuten, und als ich ankam sah ich, dass Aragorn auf dem Boden kniete. Vor ihm lag Boromir, und, wie ich mit Schrecken feststellte, war er von drei Pfeilen getroffen. Er sprach mit Aragorn. Gimli und der Spitzohrige standen daneben und blickten zu Boden. Aragorn stand auf, und blickte zu uns. Ihm lief eine Träne übers Gesicht und er schüttelte den Kopf. Ich hatte Boromir nicht gekannt, aber ich war mir sicher, dass er viele gute Taten im Leben vollbracht hatte und wünschte ihm, dass er jetzt Ruhe fand. Aragorn blickte zum Spitzohrigen. „Legolas, stütze Ophelia“ Ah, so hieß der Typ also. Legoland. Äh, ne, Legolas. Ja, das war’s. Er kam zu mir, und ich stützte mich auf seinen Arm. Aragorn ging zu Boromir, und hob ihn auf. Respekt, dass er den tragen konnte! Wir gingen zurück zu den Booten und Aragorn legte Boromir in eines. Neben ihn legte er seinen Schild, und auf die Brust sein Schwert. Dann gab er dem Boot einen schubs, und es trieb hinaus auf den See. „Möge er Frieden finden“, murmelte er. Dann setzte er sich auf einen Stein, und sah nach seinen Wunden. Legolas aber lief zum einzig übrig gebliebenen Boot und schob es ins Wasser. „Schnell! Frodo und Sam haben das östliche Ufer erreicht!“ Da niemand Anstalten machte ihm zu folgen drehte er sich zu Aragorn. Dieser blickte zum anderen Ufer, an dem Frodo und Sam gerade im Wald verschwanden. „Du hast nicht vor ihnen zu folgen“, stellte Legolas fest. Blitzmerker. „Frodos Schicksal liegt nicht länger in unseren Händen“, meinte Aragorn. „Dann war all das hier umsonst. Die Gemeinschaft hat versagt“, grummelte Gimli. Voll der Pessimist. Legolas und Gimli traten zu Aragorn, ich blieb gegen einen Baumstamm gelehnt sitzen, und sah zu ihnen hinüber. „Nicht wenn wir treu Seite an Seite stehen“, sagte Aragorn. „Wir werden Merry und Pippin nicht der Folter und dem Tod überlassen.“ Ups, Merry und Pippin. Mir war noch gar nicht aufgefallen, dass sie weg waren. Sofort fühlte ich mich schlecht. Wie hatte ich sie vergessen können? „Nicht solange wir noch Kraft haben“ Ähm, ja, ich hatte überhaupt keine Kraft mehr. „Alles was nicht gebraucht wird lassen wir hier. Nur leichtes Gepäck. Lasst uns Orks jagen!“ Och ne. Und ich? Ich und ein Schwert? Nie im Leben! Aragorn wandte sich zu mir. „Kannst du laufen?“ Ich nickte. „Geht irgendwie“ Er zog mich hoch. Dann nahm er sich ein Bündel, und lief in den Wald. Legolas, Gimli und ich folgten ihm. Wir würden Merry und Pippin von den Orks befreien. Ich würde mit ihnen gehen, das hatte ich soeben beschlossen. Sie waren auch meine Freunde. Wir würden sie retten!
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast