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Verrat am Rio Pecos

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / MaleSlash
OC (Own Character) Old Shatterhand Til-Lata Winnetou
16.05.2021
25.05.2021
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4.758
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16.05.2021 2.599
 
Vorwort:

Ich dachte, ich veröffentliche mal eine Geschichte über Winnetou und Old Shatterhand, weil ich das lange schon mal wollte. Winnetou hat mich schon als Kind fasziniert. Die Neuverfilmung mit Nik Xhelilaj und auch die Comics von Juan Aranz haben mich dann inspiriert zu einer Geschichte, die schon etwas länger auf meinem Laptop schlummert. Ich hoffe, sie gefällt.
Ich muss auch dazu sagen, dass Winnetou und Old Shatterhand etwas OOC in dieser Geschichte sind: Während Winnetou teilweise unbesonnen handelt, fühlt sich Shatterhand mitunter körperlich zu ihm hingezogen, was sich auch immer wieder in geradezu zärtlichen Berührungen spiegelt.  Da es nur leichter Male-Slash ist, habe ich es bei einer P12 belassen.
Und jetzt viel Spaß mit dem ersten Kapitel!



Kapitel 1: Unter einem schlechten Stern

Ich hatte eine lange Anreise hinter und nun tauchte endlich der Rio Pecos vor meinen Augen auf, der sich durch das liebliche Tal schlängelte, wo sich auch das Pueblo der Mescalero-Apachen befand. Ich atmete auf und trieb meinen arabischen Hengst namens Rih voran, den ich zum ersten Mal nach Amerika mitgenommen hatte. Was wohl Winnetou zu dem edlen Pferd sagen würde, welches ein Geschenk der Haddedhin an mich gewesen war? Er würde bestimmt den Wert von Rih gleich erkennen, denn von Pferden hatte ein Indianer wie er ziemlich viel Ahnung. Ich lächelte vor mich hin, als ich weiter ritt, und freute mich schon auf gebratene Büffellende, welche die Apachensquaws immer ganz besonders zart hinbekamen. Als ich jedoch das Pueblo erreichte, herrschte dort gerade Aufbruchsstimmung.
Winnetou konnte ich beim besten Willen nicht entdecken, dafür den Unterhäuptling Til-Lata, der mich freundlich, aber besorgt begrüßte. Ich sah, dass die Apachen Kriegsbemalung trugen und bis an die Zähne bewaffnet waren.
„Winnetou ist mit fünfzig der besten Krieger in das Tal der Schreie geritten“, berichtete der Unterhäuptling. „Die Komantschen haben die Squaw und die kleinen Söhne von Scho-Toh, dem Medizinmann, entführt.“

Ich erschrak, als ich das hörte: die Komantschen waren die Erzfeinde der Apachen, ganz besonders seit damals, als Winnetou den Häuptling Weißer Biber getötet hatte. Für mich roch diese Entführungsaktion nach einer tödlichen Falle für meinen besten Freund und Blutsbruder.
Daher bat ich Til-Lata darum, die Apachen begleiten zu dürfen. Ich verstaute rasch mein Reisegepäck in der Kammer des Pueblo, welche ich stets bei meinem Aufenthalt bewohnen durfte und dann tauschte ich meinen Reiseanzug gegen Fransenhose und Wildlederjacke. Zum Schluss setzte ich noch meinen Stetsonhut auf und ging zurück zu Rih, der ungeduldig schnaubend auf mich wartete.
Zusammen mit Til-Lata ritt ich an der Spitze der Truppe, die aus etwa hundert Kriegern bestand und die ihrem Häuptling helfen wollte.

Wir ritten sehr rasch, denn wir wollten das Tal der Schreie vor Sonnenuntergang erreichen. Schon aus der Ferne vernahmen wir Kampfeslärm: das Kriegsgeschrei der Komantschen und das „Hi-wi-wi-wi“ der Apachen. Schnell erreichten wir den Rand des Talkessels und konnten sehen, dass sich Winnetous kleiner Trupp unten in der Senke befand, wo die wenigen Apachen verzweifelt gegen eine Übermacht von Komantschen kämpften. Ich entdeckte Winnetou sofort: als einziger trug er keine Kriegsbemalung und keine Feder in seinem langen, wehenden Haaren. Sein Oberkörper war nackt, wie immer, wenn er in den Krieg zog, und seine stählernen Muskeln arbeiteten, als er den Tomahawk immer wieder auf den Feind niedersaußen ließ. Um den Hals trug er eine doppelreihige Bärenkrallenkette und Eisenarmbänder an den Handgelenken. An den Beinen trug er die feine Wildlederhose, die mit Perlenstickereien und Fransen geschmückt war. Im Gürtel, der aus gehämmerten Silberplatten bestand, steckte sein Bowiemesser. Er schrie ein Kommando und die Krieger scharten sich enger um ihn herum.

Auch Til-Lata gab jetzt einen Befehl und wir ritten in das Tal hinab, um Winnetou und seine Leute aus der höchsten Not zu retten. Die Apachen hinter mir ließen ihren Kriegsruf ertönen und die Komantschen schienen zu erstarren.
„Zu Winnetou!“, rief ich bebend und legte den Henrystutzen an.
Als die ersten Schüsse aus dem Gewehr fielen, hielten die Komantschen erneut inne und schließlich ergriffen sie die Flucht. Ich sah entsetzt, dass Winnetou sich die Schulter hielt und dass Blut über seine nackte Brust rann. Wütend setzte ich den Komantschen nach, die zu ihren Pferden rannten und tötete noch den einen oder anderen. Dann kehrte ich rasch zu meinem geliebten Blutsbruder zurück.
„Sei gegrüßt, mein Bruder“, sagte ich leise. „Deine Schulter…“
Winnetou drückte mich wortlos an sich. Es war jetzt egal, dass sein Blut meine Kleidung benetzte.
„So viele Monde sind vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben“, sagte er erleichtert, aber auch ein wenig vorwurfsvoll. „Winnetou hat seinen Bruder Scharlih so vermisst.“
Noch einmal zog er mich an sich. Er war völlig verschwitzt vom Kampf.
„Du bist verwundet“, sagte ich besorgt und strich sanft über seine starke Brust.
„Das ist nur ein Kratzer“, erklärte Winnetou stolz und reckte sein Kinn hoch.
Der Tomahawk steckte jetzt wieder im Gürtel.
„Die Komantschen haben eine Squaw und zwei Kinder entführt, diese feigen Hunde“, erklärte er mir ungewohnt erbost.  „Wir haben sie verfolgt, aber sie lockten uns in dieses Tal, wo eine Übermacht auf uns lauerte.“
„Dann war die Entführung nur eine Tarnung, damit sie sich an dir rächen können“, meinte ich stirnerunzelnd.
„Die Komantschen werden dafür bezahlen“, erwiderte Winnetou verbittert.

Er ließ sich jetzt von einem Krieger notdürftig verbinden. Ich sah, wie Winnetou sein prachtvolles schwarzes Haar zur Seite schob, das ihm weit den Rücken hinabfiel. Um die Stirn trug er ein dünnes Lederband, das die herrliche Haarpracht ein wenig bändigte. Ich bemerkte erleichtert, dass es sich bei der Wunde tatsächlich nur um einen Kratzer handelte, als das Blut abgewischt war. Winnetou war der stärkste und tapferste Indianer, den ich kannte. Es kam höchst selten vor, dass er eine Wunde im Kampf davon trug. Einige Krieger kamen jetzt mit den Pferden von Winnetou und seinem Trupp. Der treue Iltschi lief sofort zu seinem Herrn und ich sah, dass die Silberbüchse am indianischen Sattel befestigt war. Ich merkte, dass mein Freund bedrückt sein Pferd streichelte und zeigte ihm jetzt Rih, um ihn ein wenig aufzumuntern. Endlich huschte ein Lächeln über das ernste, schöne Gesicht des Apachen.
„Ist dies der edle Mustang von deinen Freunden aus dem fernen Land?“, wollte er wissen.
„Ja, das ist er“, sagte ich stolz.
Rih ließ sich von Winnetou berühren und schnaubte freundlich. Das kluge Tier schien zu ahnen, dass es sich hier um einen treuen Freund von mir handelte.

Doch dann wurde der Häuptling an das Lagerfeuer gerufen, wo seine Unteranführer auf ihn warteten. Geschmeidig ließ sich Winnetou im Schneidersitz nieder und hörte sich an, was seine Leute zu sagen hatten. Ich holte derweil die Saltillodecke von Iltschis Sattel. Sein reich verziertes Jagdhemd hatte Winnetou offensichtlich nicht mitgenommen. Ich wartete höflich, bis die Indianer sich ausgesprochen hatten, dann legte ich fürsorglich die Saltillodecke um Winnetous nackte Schultern. Er bedankte sich freundlich und lud mich ein, am Lagerfeuer mitzusitzen und zu essen. Das tat ich auch und griff hungrig zu beim Dörrfleisch, welches die Apachen dabei hatten. Langsam wurde ich müde in der Wärme des Lagerfeuers: die lange Anreise und die Aufregung am Nachmittag forderten ihren Tribut.

Schließlich holte ich meinen Sattel und meine Decke und machte es mir in der Nähe des Lagerfeuers bequem. Ich sah, wie Winnetou sich ebenfalls in seine Decke wickelte und in meiner Nähe sich zum Schlafen legte. Er tat mir leid, weil er so viele Sorgen hatte und wichtige Entscheidungen treffen musste.

Als ich im Morgengrauen erwachte, sah ich, dass Winnetou bereits wach war, denn sein Schlafplatz war geräumt. Ich streckte meine Arme aus und gähnte herzhaft, bevor ich mich erhob. Ich blickte mich suchend um und bemerkte, dass Winnetou am nahen Bach stand und in die Ferne blickte. Die Saltillodecke hing nur halb auf seiner Schulter. Trotz der morgendlichen Kälte schien er nicht zu frieren. Wie alle Indianer war jedoch auch Winnetou abgehärtet.
„Über was denkt mein Bruder nach?“, fragte ich freundlich und legte meine Hand auf seine gesunde Schulter.
„Das Lager der Komantschen-Hunde liegt ganz nahe“, murmelte er finster. „Wir müssen die Squaw und die Kinder so schnell wie möglich befreien.“
„Nein“, sagte ich vorsichtig. „Wir sollten zum Pueblo zurückreiten und vielleicht noch Verstärkung holen. Die Komantschen scheinen zahlreich zu sein, sonst wäre ihr Lager nicht so nah. Außerdem muss deine Wunde erst verheilen.“
„Es ist nur ein Kratzer, den ich kaum noch spüre“, beharrte Winnetou.
Er nahm jetzt die Saltillodecke ab und ich konnte sehen, dass der Verband weg war. Statt dessen war die Wunde mit einer Art Pflanzensaft verklebt.
„Mein Bruder ist weise und klug“, fuhr der Apache schließlich fort. „Er möchte gerne, dass ich den vorsichtigen Weg einschlage. Doch wir würden kostbare Zeit verlieren, wenn wir erst zum Pueblo zurückreiten. Wir beide werden das Lager der Komantschen erkunden.“

Wenig später saßen wir auf unseren Pferden und ritten Richtung Komantschenlager. Winnetou ritt voraus und seine langen Haare wehten im Wind. Ich bewunderte seinen nackten Rücken, der ebenfalls von athletischen Bau war, und ich fühlte ein ungewohntes Kribbeln im Bauch. Der Apache lenkte seinen Iltschi auf einen Schleichweg, der im Dickicht kaum zu erkennen war. Plötzlich hielt er sein Pferd an und glitt ohne einen Laut aus dem Sattel. Ich tat es ihm gleich. Winnetou hatte jetzt die Silberbüchse gepackt und lief mit wachsamen Blick voraus, während ich ihm folgte. Ich hatte nur meine Pistolen dabei. Auf einmal ging er in die Hocke herab und drehte sich mit warnendem Blick zu mir um.
„Wir sind ganz nahe am Lager“, flüsterte er mir kaum hörbar zu.

Schließlich begann er durch das hohe Gras zu robben und ich tat das ebenso. Winnetou war ein Meister im Anschleichen und er war mir ein guter Lehrer gewesen. Schon bald konnte ich die Wigwams des feindlichen Stammes sehen. Rauchsäulen stiegen aus dem Lager empor. Anscheinend wiegten sich die Komantschen in Sicherheit. Ich fand, dass wir genug gesehen hatten. Das Vernünftigste war wahrscheinlich, mit den Kriegern zurückzukehren und das Lager zu überfallen. Doch Winnetou wollte genau wissen, wo sich die Gefangenen befanden und er wollte sich bis zu den Zelten schleichen. Ich fand das sehr wagemutig und wies ihn leise auf die Gefahren hin. Winnetou schüttelte jedoch den Kopf, gab mir seine Silberbüchse und zog seinen Tomahawk aus dem Gürtel. Er bedeutete mir, zu den Pferden zurückzukehren.

Ich wartete eine bange Stunde auf ihn und atmete erleichtert auf, als ich seine Gestalt zwischen den Bäumen erkannte.
„Ich weiß jetzt, in welchem Zelt sie sind“, erklärte er mir. „Das wird uns helfen, wenn wir das Dorf überfallen.“
Ich war eigentlich der Meinung, dass Winnetou sich ausruhen sollte. Er hatte bereits gestern hart gegen die Komantschen gekämpft und eine Verwundung davongetragen. Doch ich wagte nicht ihm das zu sagen. Er wirkte so entschlossen und finster, dass ich es nicht übers Herz brachte. Ich fand, dass er sich n den letzten zwei Jahren, in denen wir uns nicht gesehen hatten, ziemlich verändert hatte. Der frühe Tod seiner Schwester und seines Vaters hatten ihn verbittert, aber auch wagemutig gemacht. Ein Zug, der sich in dieser Zeit besonders bei ihm ausgeprägt hatte.

Als wir in das Apachenlager zurückkehrten, rief er sofort seine Krieger zusammen. Die Apachen jubelten, als sie hörten, dass man das Komantschenlager überfallen würde. Winnetou erklärte seinen besten Kriegern, in welchem Zelt sich die Gefangenen befanden. Ich fragte mich, was er selbst vorhatte. Häuptling der Komantschen war Tokvi-Kava, der Nachfolgern von Weißer Biber und ein erklärter Erzfeind von Winnetou.
Wir ritten sofort los und mein Blutsbruder setzte sich an die Spitze des Reiterzuges. Die Apachen waren alle halbnackt wie ihr Häuptling und bis an die Zähne bewaffnet. Ich fühlte mich in meiner vollen Kleidung bedeutet wohler und war dicht hinter Winnetou. Dieser hatte seinen Tomahawk griffbereit im Gürtel.

Der Überraschungsangriff gelang: die Komantschen hatten offenbar damit gerechnet, dass sich die Apachen ins Pueblo zurückziehen würden. Doch jetzt fielen sie offen in ihr Lager ein. Ich sah, wie sich zwei erfahrene Krieger um eines der Zelte kümmerten, während Winnetou vom Pferd aus mehrere Feinde erschlug. Ich hatte meine Pistolen in der Hand und schoss auf die Komantschen. Doch dann sah ich einen Komantschen, der hinter Winnetou auf Iltschi sprang und versuchte, ihn herabzuwerfen. Der Krieger trug einen dunkelgefärbten Lederanzug und drei Federn im Haar. Das musste Tokvi-Kava sein!

Winnetou wehrte sich verbissen mit dem Tomahawk in der Hand. Schließlich gelang es ihm, den Gegner abzuschütteln und der Komantsche fiel vom Pferd. Doch er kam rasch wieder auf die Beine. Winnetou sprang jetzt ebenfalls von Iltschi und lief mit ungewohnt grimmiger Miene auf Tokvi-Kava zu, in den Händen Messer und Tomahawk. Ein erbitterter Zweikampf begann zwischen den beiden. Ich wusste, dass Winnetou unbesiegbar war, und doch machte ich mir Sorgen um ihn. Im Moment handelte er nämlich sehr impulsiv und unbesonnen. Die beiden Kämpfer rollten jetzt ineinander verkeilt auf dem Boden. Ich wusste, dass ich da nicht eingreifen durfte. Winnetou wollte seinen Feind alleine besiegen. Doch er lag jetzt mit dem Rücken auf den Boden und Tokvi-Kava senkte langsam sein Messer auf Winnetous nackte Brust. Ich sah, wie mein Blutsbruder alle Muskeln anspannte, um den Gegner wieder loszuwerden.

Schließlich trat er mit seinen Mokassin gegen einen Holzpflock hinter Tokvi-Kava. Der Pflock fiel um und traf den Komantschen am Rücken. Der Krieger schrie auf und Winnetou konnte sich aus der mißlichen Lage befreien. Er bearbeitete Tokvi-Kava mit den Fäusten, doch dann wurde er von zwei anderen Komantschen bedroht. Jetzt gelang es mir, ihm zu helfen und ich warf mein Bowiemesser nach einem von ihnen. Getroffen sackte der Krieger zusammen und Winnetou nickte mir dankbar zu. Tokvi-Kava rannte aus dem Lager Richtung Rio Pecos. Als das mein roter Freund sah, lief er ihm schnell wie der Hirsch hinterher. Ich fragte mich, wo Winnetou diese Ausdauer hernahm.  
Tokvi-Kava hatte sich flink in ein Kanu gesetzt und sich vom Ufer abgestoßen. Als Winnetou am Fluß ankam, war der Komantsche schon ein gutes Stück weg. Doch was tat mein Bruder? Er stürzte sich in die kalten Fluten, das Messer zwischen den Zähnen, und schwamm seinem Erzfeind hinterher. Ich sah, dass Winnetou wie ein Raubtier auf dem Wasser lag. Ich selbst benutzte eines der anderen Kanus, um meinem Freund zu helfen, falls die Lage brenzlig wurde. Tatsächlich lud der Komantsche sein Gewehr durch und legte es auf Winnetou an. Ich stieß einen Warnruf aus und mein roter Freund ging sofort auf Tauchstation.

Der Schuss ging fehl. Tokvi-Kavas Kanu wurde plötzlich schneller und ich ahnte, dass es die Strömung war, die ihn vorantrieb. Da konnte selbst Winnetou als bester Schwimmer seines Stammes nicht mehr folgen. Enttäuscht hielt er mit dem Schwimmen inne und ich zog den Erschöpften schließlich in mein Kanu. Langsam ruderte ich wieder an das Ufer zurück, wo Winnetous Krieger auf uns warteten. Die Komantschen waren besiegt, doch der Häuptling war entkommen. Ich war jedoch froh, dass alles gut ausgegangen war und die Gefangenen frei waren. Winnetou stand angespannt am Fluss und blickte seinem Feind nach, der nur noch ein kleiner Punkt in der Ferne war. Die Wassertropfen rannen über seinen athletischen Oberkörper und ich legte behutsam meine Hand auf seine Schulter.
„Es tut mir leid, dass Tokvi Kava entkommen ist“, sagte ich bedrückt.
Winnetou drehte sich jetzt zu mir um und legte seine Hände auf meine Schultern.
„Du bist wirklich ein wahrer Freund. Du hast mich heute zwei Mal gerettet. Vielleicht hätte ich auf deinen Rat hören sollen.“

Langsam gingen wir zu den Pferden zurück und leichtfüßig schwang sich Winnetou auf Iltschis Rücken. Er nahm sich keine Zeit, um sich trocknen zu lassen. Es war ihm wichtiger, dass die Squaw und die Kinder so schnell wie möglich ins Apachenpueblo zurückgebracht wurden.

Fortsetzung folgt
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