Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Irgendwo da draußen

Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Fantasy / P16 / Gen
Vanessa Hudgens Zac Efron
16.05.2021
16.05.2021
1
2.781
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
16.05.2021 2.781
 
Ich saß in meinem Zimmer und zeichnete. Es war ein Bild, das ich ständig in meinem Kopf hatte. Ein kleiner Junge von vielleicht fünf Jahren und ein Mädchen im Alter von vielleicht zwei Jahren, wie sie Hand in Hand durch kniehohen Schnee stapften. Es kam mir vor als wäre das wirklich passiert, aber auch unglaublich weit weg. Als wäre es in einem anderen Leben passiert. Ich atmete tief durch. Manchmal wünschte ich mir einfach ein normales Leben zu führen. Aber leider war mir das nicht vergönnt. Meine Eltern hatten mich, als ich zwei Jahre alt war, ausgesetzt und noch dazu wurde ich als Schattenjägerin geboren. So landete ich im New Yorker Institut, das Schattenjägern, die bedroht wurden, Schutz bieten sollte. Das Institut wurde von Familie Lightwood geleitet. Die Familie bestand aus Robert und Maryse. Die beiden hatten drei Kinder: Alec, Isabelle und Max. Außerdem hatten sie auch noch einen Adoptivsohn, Jace. Und genau dieser stürmte gerade in mein Zimmer. „Der Rat hat uns doch tatsächlich jemanden aus Alicante geschickt, weil wir hier angeblich nicht mit den Dämonen klarkommen. Nicht zu fassen!“, knurrte er. Alicante war die Hauptstatt der Schattenwelt, Idris. Dort hatte der Rat seinen Sitz. Der Rat sorgte dafür das Frieden zwischen den Schattenwesen herrschte. „Oh, der Große Jace Wayland, der beste Schattenjäger seiner Generation! Vielleicht solltest du auch mal Hilfe annehmen und nicht immer nur alle von dir stoßen“, spottete ich. „Du hast ihn noch nicht gesehen und mit ihm gesprochen, Vanessa. Der Kerl ist…“ „Was? Arrogant? Als ob du das nicht wärst, Jace“, unterbrach ich ihn. Er presste die Zähne aufeinander und sah mich eine Weile schweigend an: „Für deine 14 Jahre hast du eine ganz schön spitze Zunge.“ „Kannst du bitte wieder gehen? Ich will in Ruhe weiter zeichnen.“ Anstatt zu gehen, kam er näher und sah sich meine Zeichnung an: „Hat dir Clary das beigebracht?“ Clary war seine Freundin. Das zwischen den beiden war eine komplizierte Geschichte. Sie hatten sich ineinander verliebt, dann fanden sie heraus, dass sie Geschwister waren und dann waren sie doch keine Geschwister. Da fragte man sich, warum die beiden nicht einfach einen DNA – Test gemacht hatten. „Ja“, antwortete ich schließlich kurz angebunden. „Das kleine Mädchen sieht dir echt ähnlich.“ „Wirklich?“ Jace nickte und ging zu Tür. Diese öffnete er, drehte sich aber nochmal um bevor er ging: „Wenn du dir den neuen Mal ansehen willst, er ist mit Maryse in der Bibliothek.“

Kurz darauf stand ich vor der Tür zur Bibliothek und klopfte an. Dann öffnete ich leise die Tür und trat ein. Maryse saß am Schreibtisch und vor ihr ein Junge mit hellbraunen Haaren. Mehr konnte ich noch nicht sehen, da er mit dem Rücken zu mir saß. Maryse bemerkte mich als erstes: „Was kann ich für dich tun, Vanessa?“ Der Junge drehte sich um und ich sah in ozeanblaue Augen. Sie kamen mir bekannt vor, aber ich wusste nicht, woher ich diese Augen kennen sollte. „Du kommst mir bekannt vor“, hörte ich ihn sagen, „Haben wir uns schon mal irgendwo gesehen?“ „Ich glaube nicht“, entgegnete ich. „Ganz sicher? Wie heißt du?“, hackte er nach. Unsicher sah ich zu Maryse. Diese antwortete für mich: „Ihr Name ist Vanessa. Mehr wissen wir nicht. Wir haben sie als zwei jährige vor dem Institut gefunden.“ Kurz sah er Maryse an und musterte mich dann wieder nachdenklich: „Entschuldige, ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Zac Efron.“ „Zachery, ich denke wir haben alles besprochen. Vanessa wird dir dein Zimmer zeigen“, meinte Maryse, stand auf und verließ die Bibliothek. Unsicher lächelte ich Zac an und er erwiderte es. Ich räusperte mich und wendete meinen Blick von ihm ab: „Ähm…ich denke wir suchen dir jetzt mal ein Zimmer.“ Leise hörte ich ihn lachen. Lachte er mich etwa aus? Plötzlich stand er, mit einer Reisetasche vor mir und grinste: „Was stehst du hier noch so rum? Ich dachte ich soll ein Schlafzimmer bekommen?“ Mit zusammengekniffenen Augen und einem komischen Gefühl im Bauch verließ ich, dicht gefolgt von Zac, die Bibliothek.

Eine Weile liefen wir schweigend nebeneinander her. Doch dann brach er die Stille: „Wie alt bist du eigentlich?“ „14“, antwortete ich. „Also lebst du schon zwölf Jahre hier. Hast du wirklich keine Ahnung wer deine Eltern sind?“ „Nein.“ „Hast du schon mal in den Archiven gesucht? Eure Büchersammlung ist riesig, da muss doch irgendetwas zu finden sein.“ „Denkst du wirklich das hätte ich noch nicht versucht? Aber es ist schwierig, ohne einen Nachnamen etwas heraus zu finden“, fauchte ich und sah ihn aufgebracht an. Überrascht musterte er mich und öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, schloss ihn dann aber wieder. Auf einmal stand Isabelle vor uns und musterte uns beide verwirrt. „Gut, dass du da bist, Izzy. Gibst du ihm bitte irgendein Zimmer, in dem er schlafen kann? Ich will jetzt meine Ruhe haben“, damit rauschte ich an ihr vorbei und verschwand in mein Zimmer.

In meinem Zimmer arbeitete ich weiter an meiner Zeichnung. Leider hatte ich nicht sehr lange meine Ruhe. Es klopfte und ich seufzte genervt auf: „Herein!“ Die Tür wurde einen Spalt weit geöffnet und Zac steckte seinen Kopf hindurch: „Kann ich reinkommen oder reißt du mir dann den Kopf ab?“ „Das kommt darauf an was du von mir willst“, entgegnete ich genervt. „Ich will mich entschuldigen“, meinte er und kam rein. Langsam setzte er sich neben mich aufs Bett. Er warf einen Blick auf mein Bild. „Wann bist du geboren? Weißt du das?“, fragte er und überrumpelte mich damit etwas. „Ähm…am 14. Dezember 1998. Wieso?“ „Weil ich denke, dass ich weiß wer deine Eltern sind.“ „Was?! Woher willst du das wissen?“, fragte ich entsetzt. „Das, was du gemalt hast…Ich weiß noch was wir davor gemacht haben. Wir waren mit unseren Vätern Schlittenfahren und auf dem Rückweg wolltest du unbedingt laufen. Damit du nicht hinfällst habe ich dich an die Hand genommen.“ Aufmerksam hatte ich ihm zugehört und setzte mich jetzt gerade hin: „Wenn das wirklich stimmt, was du gesagt hast…weißt du dann auch, warum sie mich ausgesetzt haben?“ „Das solltest du sie selbst fragen. Aber vielleicht sollten wir in den Archiven erst mal überprüfen ob ich Recht habe.“ Zac stand wieder auf und hielt mir seine Hand entgegen. Ich nahm sie und er zog mich auf die Beine.

Zusammen betraten wir die Bibliothek und suchten nach der Liste der 1998 geborenen Schattenjäger. Zac wühlte in einer Kiste und ich zog ein Buch nach dem anderen aus dem Regal und schob sie dann wieder zurück. „Wie alt bist du eigentlich, Zac?“, fragte ich nebenbei. „Im Oktober bin ich 17 geworden“, antwortete er in Gedanken versunken, „Ich habe sie!“ Schnell drehte ich mich um und sah wie er eine Pergamentpapierrolle hochhielt. Er rollte das Pergamentpapier auf dem Schreibtisch aus und ich stellte mich neben ihn. „Wieso bist du dir so sicher, dass ich da draufstehe?“, fragte ich unsicher. „Alle Nephilim werden sofort nach der Geburt namentlich im Archiv festgehalten. Hier…Vanessa Anne Hudgens 14.12.98“, erwiderte er, „Weißt du, meine Eltern sind unglaublich gut mit deinen befreundet. Ich kenne dich schon seit deiner Geburt.“ „Das bin ich also“, murmelte ich und ignorierte das von Zac gesagte. „Ja, das bist du“, stimmte Zac mir leise zu. Ich lächelte ihn an und er erwiderte es. Irgendwie verspürte ich den Drang mich ihm in die Arme zu werfen und ihn zu küssen, aber ich unterdrückte es. Was war nur in mich gefahren? Ich räusperte mich und schüttelte kurz den Kopf: „Könntest du vielleicht mit Maryse reden? An Weihnachten veranstaltet sie immer ein Essen mit allen Freunden und Verwandten. Vielleicht kannst du sie überreden deine Eltern ein zu laden und die bringen dann meine mit.“ „Ich kann es ja mal versuchen, aber versprechen kann ich nichts.“ „Danke“, murmelte ich. Zac lächelte und drehte sich zum Gehen um, hielt aber einen Moment inne und wirbelte wieder zu mir herum. Dann zog er mich in seine Arme und legte seine Lippen auf die meinen. Erst war ich etwas erschrocken, legte dann aber seufzend meine Arme um seinen Hals und erwiderte seinen Kuss. Leider löste er sich schon ziemlich schnell wieder von mir und legte eine Hand an meine Wange: „Tut mir leid, wenn ich dich überrumpelt habe, aber das musste ich einfach machen. Ich werde jetzt mit Maryse reden und komme dann in dein Zimmer.“ Sprachlos nickte ich einfach nur und sah dabei zu wie er aus der Bibliothek verschwand.

Kurz darauf platzte ich in Isabelles Zimmer: „Izzy, ich glaub ich habe mich verliebt.“ Überrascht und grinsend musterte sie mich: „Ja, du hast da wirklich diesen besonderen Glanz in deinen Augen.“ „Mach dich nicht über mich lustig“, murrte ich. „Du hast Recht. Wer ist es?“, fragte sie immer noch grinsend. „Zac.“ „Oh Nessa. Der Kerl ist drei Jahre älter als du und du kennst ihn doch erst seit heute.“ „Zwei Jahre, schließlich werde ich in vier Tagen 15. Also ist er gar nicht so viel älter und eigentlich kenne ich ihn schon seit meiner Geburt, auch wenn ich mich nicht daran erinnere“, sprudelte aus mir heraus. Fragend sah Izzy mich an. „Er kennt meine Eltern und wenn alles klappt werden sie an Weihnachten hier sein.“ „Gott Nessa, ich freu mich für dich.“

Es war der Abend vor meinem Geburtstag. Die letzten Tage hatte ich Zac nicht wirklich oft gesehen. Das letzte Mal, das wir richtig miteinander geredet hatten, war drei Tage her. An diesem Abend, vor drei Tagen, hatte er mir gesagt das Maryse einverstanden war, dass seine und meine Eltern an Weihnachten kommen würden. Als er ging hatte er sich sogar mit einem Kuss verabschiedet. Aber in den letzten Tagen war er oft mit Alec, Jace und Isabelle auf Dämonenjagd. Plötzlich wurde meine Tür leise geöffnet und ich schaltete meine Nachttischlampe an, um zu sehen wer es war. Zac stand mitten in meinem Zimmer und sah mich entschuldigend an: „Hast du schon geschlafen?“ „Nein“, murmelte ich lächeln und schlug meine Bettdecke zur Seite. Er legte sich zu mir und ich kuschelte mich an ihn. Ich fühlte mich so geborgen und seufzte wohlig.
Mitten in der Nacht berührte mich etwas ganz sanft an der Wange. Ich schüttelte meinen Kopf, um das etwas ab zu schütteln. Dann hörte ich ein leises Lachen: „Komm schon Nessa, wach auf.“ Wiederwillig schlug ich die Augen auf und über mir Zacs Silhouette. „Warum weckst du mich auf? Es ist mitten in der Nacht“, murrte ich. „Um genau zu sein, ist Mitternacht. Das heißt du hast Geburtstag.“ „Du weißt aber schon, dass du mir auch morgen noch gratulieren kannst, ja?“ „Natürlich, aber ich will unbedingt wissen wie dir mein Geschenk gefällt“, meinte er und ich konnte mir vorstellen das er grinste. Ich knipste schnell meine Nachtischlampe an und sah ihn auffordernd an. Kurz küsste er mich und suchte dann in seiner Jeans, die auf dem Boden lag, nach etwas. Kurz darauf lag er wieder vollständig auf dem Bett und hatte eine kleine Schatulle in der Hand. Ich setzte mich auf und Zac reichte mir das kleine, mit Samt überzogene Kästchen: „Ich wünsche dir alles Gute zum Geburtstag.“ Lächelnd nahm ich es entgegen und öffnete es. In dem Kästchen befand sich eine goldene Halskette mit einem Anhänger, ebenfalls golden. In den Anhänger war ein roter Diamant eingefasst. Rundherum waren Runen eingraviert, wahrscheinlich hatte Clary das gemacht, da ich die Runen nicht kannte. „Wow, das ist wunderschön. Danke“, murmelte ich, „Hilfst du mir mal?“ Ich gab ihm die Kette und drehte ihm den Rücken zu. „Klar“, antwortete er und schob sanft meine Haare zur Seite. Dann legte er mir vorsichtig die Kette um und küsste meinen Nacken. Leise kicherte ich und drehte mich wieder zu ihm um: „Lass uns weiterschlafen. Der Tag wird ansträngend. Isabelle wird uns bestimmt auf irgendeine Party schleppen.“

Der Morgen des 24. Dezembers. Wir saßen alle zusammen in der Küche und frühstückten. Irgendwann, im Laufe des Tages würden die Gäste für das Weihnachtsessen ankommen und damit auch meine Eltern. Ich war unglaublich nervös. Die anderen, besonders Zac, schienen das zu bemerken. Zac rutschte näher zu mir und legte einen Arm um meine Schultern. „Alles in Ordnung?“, flüsterte er mir fragend ins Ohr. Ich nickte und kuschelte mich an ihn.

Am späten Nachmittag saß ich mit Izzy und Clary in Isabelles Zimmer. Ich hatte mir bereits mein Kleid für den Abend angezogen. Es war weiß und war am unteren Saum mit schwarzer Spitze verziert. Außerdem hatte es unter der Brust noch einen schwarzen Spitzengürtel. Dazu trug ich noch die Kette die mir Zac zum Geburtstag geschenkt hatte. Und an dieser spielte ich nun nervös herum. Clary, die sich gerade von Izzy schminken und die Haare machen ließ, beobachtete mich durch den Spiegel: „Also du und Zac, ja? Ihr seid ein süßes Pärchen.“ Etwas erschrocken ließ ich meine Kette los. Eigentlich hatten Zac und ich das ganze geheim gehalten. „Was? Wir sind nur Freunde“, entgegnete ich, wohl wenig überzeugend. „Natürlich, deshalb hat er dir teuren Schmuck zum Geburtstag geschenkt und schleicht sich manchmal mitten in der Nacht in dein Zimmer. Der Kerl ist total verknallt in dich“, meinte Izzy grinsend.

Etwa zwei Stunden später, in denen wir uns vorrangig über Zac und mich unterhalten hatten, klopfte es an der Tür und Maryse steckte den Kopf ins Zimmer: „Mädels, die ersten Gäste sind da.“ „Okay Mom, wir kommen“, entgegnete Isabelle und wir standen auf. Jetzt wurde ich wieder nervös. Waren das schon meine Eltern? Ich war so gespannt auf sie und vor allem wollte ich wissen wieso sie mich ausgesetzt hatten. Doch als wir in der Empfangshalle des Instituts ankamen, wurde ich enttäuscht. Es waren nur Simon und Magnus. Simon war ein Vampir, aber kein normaler Vampir. Er konnte in der Sonne gehen und heiligen Boden, wie das Institut oder Kirchen, betreten. Außerdem war er mit Isabelle zusammen und der beste Freund von Clary. Magnus hingegen war der oberste Hexenmeister von Brooklyn und mit Alec zusammen. Izzy und Clary gesellten sich zu den anderen. Ich blieb stehen und beobachtete das Treiben. Die Mutter von Clary und deren Freund Luke waren ebenfalls schon da. Plötzlich legten sich zwei Arme von hinten um mich. „Der Flug von ihnen hatte etwas Verspätung. Sie sind aber schon mit dem Taxi auf den Weg hier her. Mach dir keine Sorgen“, murmelte Zac in mein Ohr. Ich schmiegte mich an ihn und seufzte. Einige Minuten später ging die große Eingangstür auf und ein Junge im Alter von vielleicht 13 oder 14 Jahren, der aussah wie Zac, trat ein. Ihm folgten eine schlanke, blonde Frau und ein großer dunkel haariger Mann. Zac ließ mich los und nahm stattdessen meine Hand. Dann zog er mich mit zu seiner Familie. Als wir dort ankamen ließ er meine Hand los, begrüßte seinen Bruder mit einem Handschlag, gab seiner Mom einen Kuss auf die Wange und umarmte seinen Dad. Anschließend stellte er mich vor: „Vanessa, das sind meine Mutter Starla, mein Vater David und mein Bruder Dylan. Mom und Dad, dass ist Vanessa.“ „Du siehst aus wie deine Mutter“, meinte Starla leise, während sie mich musterte. Dann ging die Tür ein weiteres Mal auf und als ich diese drei Personen sah, wusste ich instinktiv, dass das meine Familie war. Als die Frau, meine Mutter, mich erblickte stürmte sie sofort auf mich zu und zog mich in ihre Arme. Sie war nicht besonders groß, aber sportlich und sie hatte genau wie ich schwarze Locken. „Du bist es und du bist so groß geworden“, murmelte sie und drückte mich an sich. Etwas perplex erwiderte ich ihre Umarmung. „Gina, du erdrückst sie ja fast“, sagte mein Vater besorgt. Sofort ließ sie mich los und sah mich entschuldigend an. „Wieso habt ihr mich hier ausgesetzt?“, fragte ich leise. Mein Vater seufzte leise und beugte sich zu einem kleinen Mädchen herunter. Vermutlich war das meine kleine Schwester, Zac hatte mir von ihr erzählt. Dad flüsterte ihr etwas ins Ohr. Daraufhin nickte sie und ging zu Zacs Bruder. „Weißt du, wir haben früher Valentins Kreis angehört. Du kennst sicher die ganzen Geschichten. Vor dem Aufstand haben wir Valentin den Rücken zu gekehrt. Danach dachten wir er wäre bei dem Aufstand gestorben, aber zwei Jahre nach deiner Geburt hat er uns eines Besseren belehrt. Wir wollten dich nur beschützen“, erklärte Mom. Meine Eltern hatten also auch dem Kreis angehört. Gott warum waren damals so viele Schattenjäger Valentin gefolgt. Zum Glück war dieser Kerl tot. „Kannst du uns verzeihen?“, fragte Dad. Ich nickte geistesabwesend und hörte ein erleichtertes Geräusch von meiner Mutter.

Später am Abend saßen wir alle zusammen im Wohnzimmer um den geschmückten Weihnachtsbaum. Ich hatte mich eng an Zac gekuschelt und murmelte: „Du hast mir heute das wunderschönste Weihnachtsgeschenk aller Zeiten gemacht.“ Ich hörte ihn leise lachen und spürte dann seine Lippen an meiner Wange.
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast