Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Seine Löwin (Alan Rickman FF) - Gambit - Der Masterplan

von BW84
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / Het
16.05.2021
30.09.2021
66
73.131
8
Alle Kapitel
127 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
23.09.2021 1.094
 
Lionel sah Saskia vor sich stehen, am liebsten hätte er sie in seine Arme genommen. Doch er sah ganz genau, dass sie dazu nicht bereit wäre.

„Saskia“, war das Einzige, was er sagte.

„Lionel“, erwiderte sie kühl, „was verschafft mir die Ehre einer Aussprache mit dir?“

Lionel biss seine Zähne zusammen. Er wollte nicht schon vor der Türe mit ihr zu diskutieren beginnen, auf das hatte er nun wirklich keine Lust. Aber irgendwie beschlich ihn jetzt schon das Gefühl, dass der Abend nicht nach seinen Wünschen verlaufen würde. „Komm doch erst einmal herein, ich würde gerne im sitzen mit dir reden“, versuchte er die bereits jetzt schon unerträgliche Spannung zu entschärfen.

„Ich denke nicht, dass es sich auszahlen würde mich zu setzen, schließlich bin ich nicht zu einem Kaffeeplausch gekommen“, stichelte Saskia weiter, mit dem Bewusstsein seine Geduld bis auf das Äußerste auszureizen!

„Komm BITTE herein, ich will nicht zwischen Tür und Angel mit dir reden“, knurrte er eher, als dass er sprach. Seine Hände ballten sich unbewusst zu Fäusten. Am liebsten hätte er sie gepackt und ihr etwas Vernunft in ihren sturen Kopf gegeben. Er wusste aber genau, dass er mit ihr nicht so verfahren konnte.

Saskia gab nach, sie wollte schließlich wissen, was er zu sagen hatte. Auch wenn sie nicht glaubte, dass es noch irgendetwas bringen würde. Sie trat über die Türschwelle hinein in den Vorraum. Lionel schloss die Türe hinter ihr und führte sie hinein in das Esszimmer. Sia staunte nicht schlecht, doch sie verbarg ihre Gefühle komplett. Als ihr Blick über den Wein und die Speisen glitt, wusste sie nur eines ganz genau. Die Genugtuung, sich von ihm heute einwickeln zu lassen, würde sie ihm nie und niemals geben. Dafür war sie viel zu stolz und eigensinnig. Vielleicht war es aber auch überhaupt nicht für sie gedacht und es würde gleich PJ um die Ecke kommen und sie auslachen, dachte sie zornig. Doch nach außen hin zeigte sie keine Gefühlsregung.

„Bevor du irgendwelche Erklärungen abgibst, möchte ich dir das zurückgeben“, begann Saskia und kramte in ihrer kleinen Tasche nach der Schatulle und dem Brief. Beides legte sie auf den Tisch vor ihm.

Lionel sah die Dinge verwundert an und blickte auf, in Saskias Augen. Ihre Mimik wirkte emotionslos, aber ihre Augen sprühten ein ungeahntes Feuer, mit dem nicht zu spaßen war. „Ich habe dir doch in dem Brief geschrieben, wenn du es nicht willst, kannst du es dem Juwelier zurückgeben“, antwortete er kühl, obwohl es in ihm brodelte.

„Lass dein dummes Gerede! Ich brauche dein verdammtes Geld nicht! Behalte es, oder gib es dieser strohdummen Blondine, die deine neue Freundin ist!“, keifte Saskia und ärgerte sich über ihren emotionalen Ausbruch.

„Sie ist nicht meine Freundin!“, verteidigte er sich sofort, „wie kommst du überhaupt auf die Idee, dass diese dumme Frau meine Partnerin sei?!“

„Wie ich darauf komme?!“, sagte sie so beherrscht wie nur möglich, „du knutscht mit ihr vor meinen Augen, du kommst händchenhaltend mit ihr in deine Bildergalerie! Wieviel Beweise glaubst du, brauche ich noch um es zu kapieren, dass ich zu fett und unattraktiv für dich bin!“

Lionel war sprachlos. Sie hatte sich aus ein paar einzelnen Fetzen etwas zusammengereimt. Zugegeben, die Küsse vor dem Hotel Savoy waren sehr ungut gewesen. Aber er hatte nicht mitgemacht, er war einfach überrumpelt worden. „Du verstehst alles falsch“, rief er aufgebracht und fuhr sich durch seine zurückgekämmten Haare, „PJ hat mich geküsst, aber sie hat mich überrumpelt! Ich will und wollte nie etwas von dieser Frau. Sie ist dumm und einfältig. Außerdem bist du nicht fett und hässlich!“

Saskia hatte ihm aufmerksam zugehört, doch er konnte sich noch so sehr bemühen, es genügte ihr nicht. „Ja, das mag ja alles so gewesen sein, doch du hast mir letztendlich das Gefühl gegeben, nur für die Befriedigung deiner Lust benutzt worden zu sein“, antwortete sie ruhig und sah ihm dabei tief in die Augen.

Lionels Hals wurde plötzlich trocken. Sie hatte recht. Damals war es zumindest so gewesen. Er fand sie begehrenswert, unglaublich sexy und heiß, aber für Liebe hatte es zum damaligen Zeitpunkt nicht gereicht. Er war damals noch viel zu sehr auf das Geschäft mit den Chinesen konzentriert gewesen, doch das war jetzt vorbei.

Saskia hatte Lionel genau beobachtet und als er nichts mehr zu seiner Verteidigung sagte, gab er ihr unbewusst recht. Sie hatte hier nichts mehr verloren, warum sollte sie mit ihm noch mehr Zeit verbringen. Sie wollte endlich mit ihm abschließen. „Gut Lionel, ich denke wir haben alles geklärt. Ich möchte mein Leben weiterleben, ich muss dich vergessen. Ich werde jetzt gehen. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und ich hoffe wir sehen uns nicht mehr“, sagte sie zu ihm, so neutral wie sie es nur schaffte.

Lionel wollte ihre gesagten Worte einfach nicht verstehen. „Warum bleibst du nicht einfach noch und trinkst ein Glas Rotwein mit mir? Es regnet sowieso mittlerweile in Strömen“, sagte er zu ihr und versuchte sie somit zum bleiben zu überreden.  

„Hast du mir überhaupt zugehört?“, fragte sie Lionel mit einem leicht aggressiven Unterton, „oder willst du einfach nicht kapieren, was ich eben gesagt habe? Warum soll ich mit dir noch Zeit verbringen wollen? Lieber werde ich nass bis auf die Unterhose, bevor ich mich mit dir vor den Kamin setze!“

Saskia wurde immer nervöser, sie konnte und wollte nicht mehr länger in seiner Anwesenheit verweilen. Sie trat mehrere Schritte zurück und ihr Blick konzentrierte sich auf das Wetter, das vor dem Fenster herrschte. Lionel hatte recht, es schüttete wie aus Kübeln, doch das war ihr egal. Sie hatte doch gestern bereits das Vergnügen gehabt, nass geworden zu sein.

Während sie vor sich hin grübelte, bemerkte Sia nicht, dass ihr Shahbandar einen Umschlag in die Tasche steckte. Als sie von ihren Gedanken auftauchte, packte sie ihre Tasche und ging über das Vorhaus zum Ausgang.

Lionel wollte nicht, dass sie ging, aber er brachte kein Wort über seine Lippen.

„Lebe wohl“, sprach Saskia, riss die Türe auf und trat ins Freie. Sofort wurde ihre Kleidung durchnässt. Kaum war sie ein paar Schritte gegangen, wurde sie an der Hand zurückgerissen und wurde herumgewirbelt, so dass sie gegen Lionels Brust stieß.

Beide sahen sich in die Augen. Lio atmete schnell aus und ein, seine Lippen waren leicht geöffnet. Ohne lang nachzudenken, hielt er mit seiner Hand ihre Wange und küsste ihre weichen Lippen. Der Regen prasselte unerbittlich auf die beiden nieder.

Saskia riss sich jedoch sofort los. Sie wollte das nicht mehr, sie wollte kein Lustobjekt mehr sein. Im Reflex hob sie ihre Hand und verpasste Lionel eine schallende Ohrfeige auf die Wange.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast