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Seine Löwin (Alan Rickman FF) - Gambit - Der Masterplan

von BW84
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / Het
16.05.2021
30.09.2021
66
73.131
8
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Dieses Kapitel
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21.09.2021 1.097
 
Sam überreichte Saskia wortlos das kleine Paket, samt dem Brief. Dankend nahm sie es an und ging völlig durchnässt nach oben in ihr Zimmer. Sie legte das Ganze auf ihr Nachtkästchen ab und ging in das Bad, um ihre nasse Bekleidung loszuwerden.

Nach einer langen und entspannenden Dusche, die nach dieser Kälte unbedingt notwendig gewesen war, ging sie eingewickelt in ein großes Handtuch wieder zurück in ihr Schlafzimmer. Dort zog sie sich einen weichen Schlafanzug an und kuschelte sich in ihr Bett.

Angst und Neugier vermischte sich zu einer unerwünschten Kombination. Saskia wusste nicht, ob sie das Paket aus dem Fenster werfen, oder sich darüber freuen sollte, dass Lionel es endlich der Mühe wert gefunden hatte zu reagieren.

Sollte sie zuerst den Brief oder das Geschenk öffnen? Fragen über Fragen, bei denen ihr keiner eine Entscheidung abnehmen konnte.

Sia fasste sich ein Herz und begann das schwarze Geschenkpapier zu öffnen. Heraus kam eine, für sie nur allzu bekannte Schatulle. Um sicherzustellen ob sie sich nicht täuschte, öffnete sie diese. Am liebsten hätte sie die Schachtel aus dem Fenster geschmissen, so zornig war Saskia geworden!

„Was will er damit bezwecken?!“, murrte sie böse und fuhr sich ungestüm durch ihre Naturlocken. Wofür brachte er ihr extra die Löwenkopfkette? Sie hatte das Schmuckstück nicht ohne Grund dort gelassen! Sie wollte kein Geschenk von ihm annehmen. Jetzt war sie erst recht gespannt auf den Brief. Vielleicht war die Begründung für diese eigenartige Geste darin zu finden.

Saskia schloss die Schmuckbox wieder und legte sie achtlos auf das Nachtkästchen. Sie würde ihm die Kette wieder retour bringen, denn Almosen hatte sie nicht notwendig! Schon gar nicht von ihm!

Sie hatte sich mittlerweile schon so geärgert, dass ihr Gesicht eine leichte Röte annahm. Zum Glück hatte er sie nicht persönlich angetroffen. Sie hätte ihm sicher die Schatulle um den Kopf geschmissen.

Trotz allem war sie jetzt neugierig und öffnete den Briefumschlag aus teurem Büttenpapier. Als sie den Briefbogen herauszog, fiel noch ein kleinerer Zettel heraus, den sie aber im Moment nicht beachtete. Sie bewunderte den von Hand geschriebenen Brief, Lionel hatte eine elegant geschwungene Handschrift.


Liebe Saskia,

eigentlich habe ich gehofft, dich persönlich wiederzusehen. Aber wenn du diesen Brief in deinen Händen hältst, hat es leider nicht funktioniert.

Durch deine schnelle Abreise hast du wahrscheinlich dein Schmuckstück vergessen. Falls du es nicht mehr haben willst, kannst du es gerne auch beim Juwelier zurückgeben. Die Rechnung liegt dem Brief bei.

Ich hätte sehr gerne eine Aussprache mit dir gehabt. Falls du ebenso noch Interesse daran hast, würde ich dich bitten, dass du dich mit mir in einem kleinen Gestüt in Wolferton triffst. Die Adresse und das Datum, befinden sich am Ende des Briefes.

Lord Lionel Shahbandar



Langsam lies Saskia den Brief sinken. Sie wusste nicht, ob sie lachen, schreien, oder weinen sollte! Am liebsten hätte sie eine Kombination aus allem gemacht.

Nun schenkte sie dem kleinen Zettel, der vorhin aus dem Brief gefallen war, ihre volle Aufmerksamkeit. Als sie die Kaufsumme des Schmuckes sah, wechselte ihre Gesichtsfarbe von Kreidebleich bis Knallrot. Neuerlicher Zorn flammte in ihr auf! Die Summe war eine Frechheit! Kein normaler Mensch würde um diesen horrenden Preis ein Geschenk kaufen. Mit dieser Geldsumme würde sie sich ein Haus in Wolferton kaufen können!

Sie wollte sein Geld nicht! Auch der emotionslose Brief ärgerte sie. Als ob er selber daran glauben würde, dass sie die Schatulle aus Versehen stehen gelassen hatte! Lächerlich!

Sia würde zu dem vermaledeiten Treffen gehen, das bereits Morgen stattfinden würde. Sie würde ihm sein Geschenk um die Ohren hauen. Als sie die Adresse studierte, stellte sie fest, dass es überhaupt nicht weit entfernt war. Sie hatte immer geglaubt, das kleine Anwesen sei verlassen. Gehörte es etwa dem Lord? Was für ein grauenhafter Zufall! Nicht einmal hier hatte sie Ruhe vor ihm.

An Schlaf war nun überhaupt nicht mehr zu denken. Saskia hatte den Brief samt der Schatulle in den Kasten verstaut, damit sie es nicht mehr ansehen musste. Ein dicker Klos formte sich in ihrem Hals. Sie liebte Lionel noch immer, das konnte sie nicht abstreiten. Aber dieses Gehabe und sein Getue, als wäre das alles für ihn nur Taschengeld, hasste sie.

Sie musste sich unbedingt einen kleinen Plan überlegen, damit sie ihm nicht in die Arme fiel. Dafür war sie viel zu enttäuscht, weil er mit Puznowski herum gemacht hatte.

Plötzlich wurde ihr schlecht.

Wer weiß, vielleicht war PJ auch anwesend und die beiden würden sich über sie lustig machen, damit sie sich vollkommen blamierte? Sofort fiel ihr wieder die „Aussprache“ mit ihrem Ex ein, die eine reine Katastrophe gewesen war. Aber so sehr sie davor Angst hatte, sie würde sich stellen und ihren Standpunkt ein für alle Mal klarstellen. Es würde ihr sicher helfen, endlich einen Schlussstrich in dieser Beziehung, die nie eine gewesen war, zu ziehen.

Lange grübelte Saskia noch nach und überlegte sich ein paar Szenerien. Letztendlich würde sie spontan handeln, so wie sie es immer tat. Ihm zu begegnen würde mehr als schwer werden, denn Gefühle konnte man eben nicht abstellen, ob man wollte oder nicht!

Lionel ging in seiner Bildergalerie nervös auf und ab. Er war nach dem der Regen nachgelassen hatte, wieder zurück nach Hause gefahren. Er hatte dem Housekeeper einige Anweisungen für das Treffen am nächsten Tag gegeben. Er hoffte inständig, dass Saskia kommen würde und er die so erwünschte Aussprache bekommen würde. Er musste endlich wissen, ob es der Wahrheit entsprach, dass sie wegen Puznowski gegangen war.

Eigentlich wollte er Saskia ja gehen lassen, da sie einen anderen, einen besseren Mann verdiente. Aber er konnte nicht!

„Verdammt!!“, schimpfte er laut.

Shahbandar hatte im letzten Monat jede Menge Stress gehabt. Die Verhandlungen mit den Chinesen war alles andere als positiv verlaufen. Und als diese wieder versucht hatten, ihn hinters Licht zu führen, hatte er die ganze Sache abgeblasen!

Nächtelang hatte er nicht schlafen können. Ursprünglich wäre er für längere Zeit nach China gegangen, denn vor Ort hätte er alles leichter kontrollieren können. Doch das war mittlerweile nicht mehr notwendig, denn er hatte alle Verhandlungen abgebrochen und der Deal war geplatzt.

Lionel sah plötzlich keinen Sinn mehr darin, wozu auch? Er hatte so viel Geld und keine Erben. Er brauchte sein Imperium nicht mehr zu erweitern.

Er könnte seinen Lebensabend genießen. Die Arbeit und seine Firma erschienen ihm in letzter Zeit so sinnlos. Er steckte wohl in einer Lebenskrise, dachte er über sich selbst. Oder lag es nur daran, dass er Sassy nicht mehr um sich hatte? Er würde morgen zum ersten Mal sein Herz entscheiden lassen. Das Treffen mit ihr war für ihn und seine eigene Zukunft, mehr als entscheidend.
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