Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Seine Löwin (Alan Rickman FF) - Gambit - Der Masterplan

von BeWa84
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P18 / Het
16.05.2021
30.09.2021
66
73.136
9
Alle Kapitel
128 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.05.2021 1.070
 
UPLOAD: DI & FR

Änderungen vorbehalten! Um eine gewisse Regelmäßigkeit beim hochladen zu erhalten, haben die Kapitel immer um die 1000 bis ca. 1200 Wörter. Somit ist es für mich im Alltag möglich das Ganze aufrecht zu erhalten.


Saskia saß auf dem provisorischen Bett, ihr Blick glitt über den Raum, der eher einer größeren Besenkammer glich. Die kleine Wohnung teilte sie sich mit einer Bekannten. Diese hatte am Anfang alleine hier gewohnt, bis sich diese die Miete nicht mehr hatte leisten können. Daraufhin wurde Saskia von ihr angesprochen, ob sie nicht eine Bleibe suche. Da sie bis zu diesem Zeitpunkt noch im tiefsten ländlichen Bereich Englands wohnte und sowieso in London arbeiten wollte, willigte Saskia sofort ein.

Seufzend stand sie auf und strich sich die weiße Bluse glatt. Saskia schritt zu ihrem kleinen Spiegel, der an der Wand hing. Noch einmal besah sie sich darin. Sie fuhr sich durch ihr braunes, schulterlanges Haar, das bereits ein paar silbrige Haare aufwies. Sie war zwar erst 37 Jahre, aber die Gene hatten es ja noch nie gut mit ihr gemeint und das in jeglicher Hinsicht.

Aber färben wollte sie ihre Haare erst recht nicht, wenn man einmal damit begann, war man in diesem Kreislauf gefangen. Bis man sich eines Tages dazu entschied, die Haarpracht weiß zu tragen. Nein sicher nicht, dachte sie sich und verzog ihr Gesicht zu einer Grimmasse.

Saskia wandte sich von ihrem Spiegelbild ab, nahm ihre Tasche und ging aus der Zimmertüre in den kleinen Vorraum.  Wieder einmal funktionierte das Licht in dem kleinen Vorhaus nicht. Im Halbdunkel suchte sie ihre Jacke und ihre Schuhe zusammen und zog sich an. Bevor sie nach draußen trat, kontrollierte sie ob alles Nötige in der Tasche war. Sie nahm den Schlüssel, öffnete die Wohnungstüre, trat nach draußen und sperrte von außen zu.

Langsam schritt sie die Stiegen nach unten, einen Lift gab es in diesem versifften Wohnhaus nicht. Saskia hätte sich eigentlich eine bessere Unterkunft leisten können, denn sie verdiente nicht schlecht. Aber sie wollte so viel wie möglich sparen, um sich eines Tages ihren Traum erfüllen zu können.

Sie wurde in ihren Gedanken unterbrochen, als sie vor das Wohnhaus trat und wieder einmal das Londoner Mistwetter sein vollstes Potential ausschöpfte. Schnell kramte sie in ihrer eigentlich kleinen Tasche. Doch wenn man etwas suchte, schien sie wie ein schwarzes Loch im Universum zu sein, unergründlich und nicht wissend wo es hinführte. Endlich war das Objekt der Begierde gefunden, schnell spannte Saskia den kleinen Regenschirm auf um noch halbwegs trocken zur Arbeitsstelle zu gelangen.

Mit schnellen Schritten ging sie zur Bushaltestelle, die gleich um die Ecke war. Zum Glück, denn bei diesem Wetter war es ganz praktisch nicht zu weit gehen zu müssen. Vor allem die Gefahr, bei diesem Mistwetter von rücksichtslosen Autofahrern vollgespritzt zu werden, wurde somit verringert. Geschickt wich sie den Regenpfützen am Gehsteig aus und stellte sich zur Haltestelle.

Saskia blickte ungeduldig auf die Uhr, sie hatte heute noch einen riesigen Berg an Papieren für die Assistentin ihres Bosses zu bearbeiten. Warum sie für diese so extrem viel erledigen musste, wusste sie nicht so genau. Manchmal fragte sie sich, was Evi den ganzen Tag überhaupt machte. Wahrscheinlich saß sie nur in ihrem kurzen Minirock vor seinem Büro am Empfangstisch und lackierte sich die Fingernägel.

Als sich Saskia die ganze Szene bildlich vorstellte, verzog sie das Gesicht. Nein, das wäre nichts für sie, weder der Minirock, da es so etwas sicher gar nicht in ihrer Kleidergröße gab, noch das Fingernägel lackieren. Dabei sah sie auf ihre gepflegten Hände die aber keinerlei Nagellack aufwiesen, alles zu mühsam. Auch mit dem Schminken nahm sie es nicht so wirklich genau. Da sie reine Haut hatte, verzichtete sie gänzlich darauf.

Sie hatte zwar ein Arsenal an Makeup zu Hause, falls sie einmal zum Abendessen, oder in ein Pub ging. Obwohl das eigentlich auch vergebene Mühe war, denn immerhin nahm sie sowieso niemand wirklich wahr. Schon gar nicht das männliche Geschlecht. Diese gafften lieber den schlanken, hübschen Mädchen hinterher. Anscheinend zählten die inneren Werte noch immer nicht genügend, dass man über ein paar mehr Kilos hinwegsehen konnte.

Aber deswegen ließ sie sich trotzdem nicht gehen. Sie legte Wert auf ihr Äußeres und zog sich immer gut an, da es im Büro auch gefordert war. Auch wenn es jedes Mal ein Unterfangen war Kleidung in größeren Größen zu bekommen, ohne gleich auszusehen wie ein lebender Kartoffelsack. Saskia war genau auf der Grenze in der die normalen Kleidergrößen der letzten Größe zu eng waren.

Sie hob ihren Blick und sah wie der Bus gerade in die Haltestelle einfuhr. Rasch spannte sie den Schirm ab, schüttelte ihn und trat in das Innere des Busses. Ein Wunder, heute war fast nichts los, somit setzte sich Saskia an einen freien Fensterplatz. Durch die Wärme im Inneren und dem Regenwetter draußen, bildete sich ein feuchter Beschlag am Fenster. Saskia versuchte mit einem Taschentuch die Schicht zu entfernen, doch es war sinnlos. Diese bildete sich sofort wieder nach, sodass man nichts von London erkennen konnte. Zum Glück kannte sie die Strecke schon in und auswendig. Ein paar Haltestellen später, konnte sie endlich aussteigen.

Tief sog sie die frische Luft in ihre Lungen ein und spannte währenddessen den Schirm wieder auf. Von weitem konnte sie schon das mächtige Gebäude ihres Chefs Lord Lionel Shahbandar sehen. Wie ein Mahnmal stand es zwischen den anderen Häusern und zeigte einem wie wenig man selbst wert war.

Saskia wollte keine Zeit mehr mit Grübeleien verlieren und machte sich rasch auf den Weg zu dem Gebäude der Shahbandar Media Group. Der Regen prasselte auf den Schirm und verlangte von diesem alles ab. Sie wurde immer schneller, bis sie schon fast im Laufschritt in das Gebäude trat. Schnell schüttelte sie wieder den Schirm aus und sah durch die große Glasfront.

Von weitem sah sie den Rolls-Royces ihres Chefs vor dem Eingang ankommen. Schnell ging sie zu den Aufzügen und drückte den Knopf mit dem Pfeil nach oben. Saskia wollte keinesfalls mit ihm gemeinsam nach oben fahren. Seine Laune war unberechenbar, sie sah immer zu, vor ihm durchsichtig zu sein. Was ihr auch gut gelang, da er sie eigentlich nie registrierte. Sie hatten auch keine Berührungspunkte, da sie ein kleines Büro etwas abseits hatte, direkt neben dem Kunstkurator Harry Deane.

Die Türen des Aufzuges öffneten sich und Saskia trat schnell hinein und drückte gleich mehrfach auf den Knopf, in der Hoffnung, dass sich die Türen schneller schlossen.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast