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Eines Dämonen Tränen

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anthony J. Crowley
15.05.2021
15.05.2021
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15.05.2021 814
 
Hallo liebe Leser,
diese kleine Geschichte ist sehr inspiriert von dem Lied "Tränen des Teufels" von Salatio Mortis. Ich hoffe ihr habt viel Spaß beim Lesen, während ich meine kleineren Ideen mal raushaue.
Viele Liebe Grüße und nochmals viel Spaß beim Lesen
Saiai Saiko






Nachdem Kain Abel erschlagen hatte taumelte der Dämon, der die ersten Menschen begleitete, wie betäubt davon. Er hörte nicht, was der Engel ihm sagte, es war auch nicht wichtig, denn die Wut und Abscheu, die ihm entgegen schlugen, reichte aus. Fiel es dem Himmel so leicht zu vergessen, dass Dämonen auch einmal Engel waren? Zumindest die Meisten? Seine Augen brannten und nach einiger Zeit merkte er, wie seine Sicht sich verschlechterte. Er merkte etwas an seiner Wange herunterlaufen und nach erster Verwunderung erkannte er, dass seine Augen bluteten. Nachdem er sich umgesehen hatte, erkannte er, dass er nur noch vom Sand der Wüste und einer stillen Einsamkeit begleitet wurde. Völlig erschöpft brach er auf seine Knie zusammen, unterdrückte das Schluchzen, sogut er konnte, doch seine Schultern bebten verräterich. Auch das Brennen in seinen Augen hatte zugenommen, wurde ein einzelner stechender Schmerz, bevor etwas aus ihnen kullerte. Er war jedoch zu geblendet von dem Schmerz und der Wut, um mitzubekommen, wie sich drei Kristalle aus seinen Augen lösten, eines nach dem Anderen, kullerten sie über die blutverschmierten Wangen und kamen im Sand zum liegen.

„Ich war einer deiner Engel!“, rief er frustriert und gepeinigt in die Dunkelheit der Nacht, in die Richtung seiner Sterne. „Du hast mich aus deinem Licht erschaffen. Dein Glaube, deine Liebe, dein Mut! Warum verlässt du mich? Warum willst du mich nicht mehr? Was habe ich getan? Ich habe doch nur Fragen gestellt!“ Er erwartete keine Antwort, er würde ja sowieso keine bekommen. Es war jedoch befreiend so zu brüllen und die eigene Unzufriedenheit zu bereinigen. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er als Sinnbild für Licht, Hoffnung und Güte gestanden hatte. Er war einer der ersten Engel gewesen, der Erste, wenn er einigen Geschichten glauben schenkte. Und er war verstoßen, als würde er nicht mehr gebraucht werden. Sein Blick verdüsterte sich, bevor er durchatmete und sich versprach, sich nicht mehr darum zu kümmern.

Zurück an diesem Verhängnisvollen Tag blieben nur die drei blutverschmierten Kristalle, Steine, die dem Herzen eines Engels entkommen waren. Jede ein Sinnblid für einen Abschnitt der Persönlichkeit des Dämonen, dem sie entkommen waren. Smaragden wurde von den Menschen sehr schnell die Heilungskraft, die Hoffnung und Zuversicht auf etwas besseres Zugesprochen. Es dauerte Jahrhunderte, bis der rothaarige Dämon, die Schlange Edens, diesen Stein mit sich selber in Verbindung brachte. Warum sollte er auch, er war nicht mehr der Engel, der er vor der Zeit gewesen war. Nein, die Menschen konnten nichts von seiner Vergangenheit wissen. Und dennoch wurde ein Smaragd immer mit der Hoffnung in Verbindung gebracht.

Bei den Rubinen dauerte es noch länger, bis er die Verbindung hatte. Das Grün der Smaragde war einmal sein Markenzeichen gewesen, aber die Liebe und Leidenschaft mit seinem früheren ich, das noch am Himmel die Sterne erschaffen hatte, in Verbindung zu bringen, war eine Unmöglichkeit für ihn. Es war der Engel, dem er seit Ewigkeiten immer wieder begegnete, der ihn darauf aufmerksam machte. Anscheinend dachten zumindest griechische und römische Soldaten, dass ein Rubin die Heilung von Wunden förderte. Kopfschüttelnd dachte er an die Edelsteine, die er in der Tasche trug und zog den schwarzen Diamanten heraus. Er brach das Licht, als hätte jemand Asche in den Kristall eingeschlossen und wenn er ihn drehte, konnte er sogar erkennen, dass es wirklich eine Rauchige Wolke war, die eingeschlossen war.

So rein und wiederstandsfähig, so perfekt und voller ewiger Liebe die Diamanten sein sollten, so wenig war es dieser. Er war sehr spröde für ein Diamant, die Einlagerungen die Wiederstandskraft fressend. Eine unbeschreibbare Traurigkeit ging von diesem Edelstein, geformt wie eine Träne aus. Er hatte viele Wege genommen, bevor er in den Händen der Schlange Edens gelandet war. Immer zogen ihm die Kriege hinterher, gepeinigter Glaube und verletzte Seele fraßen Liebe, Licht und Hoffnung, gaben ihnen keine Möglichkeit mehr alles zu verdauen. Somit waren alle Taten, die unter dem Einfluss dieses Edelsteines entstanden waren, alle auf den Rücken der Schlange gefallen. Ein schweres Seufzen durchfuhr ihn, dann dachte er nochmal darüber nach, was er erfahren hatte. Die Edelsteine waren seinen Tränen entkommen und hatten sich dann im Erdreich vermehrt. Und diese drei Edelsteine in seinem Besitz waren die ersten. Jeder trug eine Tugend von ihm in sich. Nochmal sah er auf den Rauch im Inneren des Diamanten, bevor er ihn in seinen Händen zerdrückte, befreite, was er damals eingeschlossen hatte. Somit befreite er auch alles andere, was der verfluchte Kristall gefressen hatte. Die Farben strahlten förmlich, die Sonne wurde wärmer und heller, die Menschen wurden netter und auch die Vögel zwitscherten mit mehr Inbrunst. Zufrieden ging der Dämon weiter, den letzten niederrieselnden Diamantenstaub ignorierend.
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