Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wie ich mein Leben doch noch auf die Reihe bekam

von giulia-lp
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Black Widow / Natasha Romanoff Hawkeye / Clint Barton Iron Man / Anthony Edward "Tony" Stark OC (Own Character) Virginia "Pepper" Potts Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
14.05.2021
15.01.2022
9
20.686
5
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
15.01.2022 2.367
 
Da ich die erste Schulwoche einigermaßen überstanden habe, ein neues Kapitel.
Btw hab ich mich echt über eure Reviews gefreut, deswegen gehts jetzt auch schnell weiter. Viel Spaß beim lesen   ; )

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Gerade war sie kurz davor einzuschlafen, immer wieder drohte ihr Kopf zur Seite wegzukippen, aber Kayla zwang sich dazu ruhig sitzen zu bleiben. Sie würde hier nicht schlafen, nicht hier, auf dem Präsentierteller sitzend.
Ein mechanisches Zischen ertönte und die dicke Sicherheitstür öffnete sich. Kayla war neugierig, wollte wissen, wer es jetzt endlich mal für nötig hielt sie an Bord willkommen zu heißen, trotzdem blieb sie steif sitzen. Auch als sie Schritte hörte, die immer lauter wurden und anscheinend direkt vor dem Glas stehen blieben, rührte sie sich nicht vom Fleck.
„Ich weiß, dass Sie wach sind. Ihre Augenlider zucken zu viel.“, sagte eine tiefe männliche Stimme. Er redete zwar Deutsch, aber mit einem deutlichen amerikanischen Akzent, deshalb antwortete Kayla kurzerhand auf Englisch. „Mag sein, dass ich wach bin, aber trotzdem will ich nicht gestört werden. Ich meditiere.“ Der letzte Tipp von Clint beinhaltete nicht nur die Wahrheit zu sagen, sondern auch niemanden unnötig zu provozieren. Tja leider versuchte Kayla ihre schüchterne Art und Unsicherheit immer offensiv und angriffslustig zu überspielen. In dieser Situation vermutlich nicht die beste Taktik. „Es tut mir leid, dass Sie so lange warten mussten, Miss Schulte. Aber jetzt bin ich ja hier und wir können uns unterhalten.“, nun war er auch auf Englisch umgestiegen. Kayla öffnete ihre Augen, blieb aber weiterhin sitzen. „Wir können reden, wenn Sie mich hier rauslassen.“ Der Mann vor ihr lachte trocken. Er war dunkelhäutig, trug einen schwarzen, langen Ledermantel und hatte eine schwarze Augenklappe. Es fehlte nur noch ein Holzbein und ein Papagei und er würde einen perfekten Piraten abgeben. „Das ist zur Zeit leider nicht möglich. Aber wenn wir Sie weitgehend begutachtet haben können wir noch einmal darauf zurückkommen.“ „Und warum sollte das jetzt gerade nicht möglich sein?“ Kayla war sauer, auf sich selbst. Warum war sie nicht einfach zu Hause geblieben?! „Weil wir nicht einschätzen können ob Sie eine potentielle Bedrohung sind. Solange wir das nicht wissen bleibt uns nichts anderes übrig. Außerdem kann niemand einschätzen auf welcher Seite Sie stehen, Miss Schulte.“ Lächerlich. Für Kayla war diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen. Sie hatte niemandem etwas getan und dafür wurde sie eingesperrt. „Fragen Sie doch Agent Barton. ICH BIN KEINE BEDROHUNG! Und außerdem stehe ich erfahrungsgemäß immer auf der Seite derer, die mich nicht einsperren oder vorschnell über mich urteilen.“, sie sprach fest und sicher. Man hätte auch noch einen kleinen, minimal drohenden Unterton heraushören können. Nachdem Kayla dies gesagt hatte, hätte sie sich am liebsten mit der Hand gegen die Stirn geschlagen. Nicht lügen, nicht zu aufbrausend sein, nicht zu unüberlegt handeln und vor allem nicht provozieren. Warum hatte sie sich überhaupt Tipps von Clint geholt, wenn sie sich doch eh nicht daran halten würde? Ihr Gegenüber verstand das Gesagte wohl als versteckte Drohung, denn er verengte das eine Auge zu einem Schlitz. Das sah gar nicht gut aus für Kayla. „Wir wollen Sie nur beschützen, deshalb sind Sie hier. Wenn Sie wirklich Fähigkeiten haben sollten, dann sind Sie in Gefahr. Es gibt genügend Leute, die alles dafür tun würden, dass Sie für sie arbeiten.“ Mit allem was er sagte machte es der Mann vor ihr nur noch schlimmer. „MICH beschützen? Oder wollen Sie lieber sich und andere VOR mir schützen? Und beziehen Sie sich und ihre dämliche Organisation schon mit ein? Sie würden doch auch alles tun, damit ich für Sie arbeite hab ich recht? Entweder ich tanze schön brav nach Ihrer Pfeife oder ich bleibe für immer hier sitzen? Nur weil Sie mich zuerst gefunden haben, heißt das also, dass ich nach Ihrer Pfeife tanzen muss?! Sie können mich mal!“ Clints Plan hatte nicht wirklich funktioniert. Egal muss Kayla sich spontan wohl noch einen Neuen überlegen müssen. Obwohl sie sich jetzt wohl doch als Shieldfeind geoutet hat. Leise seufzte sie, bevor sie sich um 180 Grad drehte und dem Mann nun den Rücken zudrehte. Wieder schloss sie ihre Augen und begann von neuem zu meditieren. Nur am Rande bekam sie mit, wie der Mann den Raum verließ. Seinen schweren Schritten zu urteilen war er sauer. Sehr sauer.
Ihr Zeitgefühl hatte Kayla schon lange verloren, zwischendurch musste sie sich erst einmal hinlegen, ihre Beine waren ihr eingeschlafen. Irgendwann fing auch ihr Magen an zu knurren. Wie viel Uhr es wohl war? Sie hatte zuletzt zu Hause gefrühstückt. Das dürfte mit dem Zeitunterschied und allem bestimmt schon einen guten Tag her sein. Hätte sie mal lieber nicht so überreagiert, aber jetzt ist es dafür zu spät. Gerade als sie sich wieder aufsetzte öffnete sich auch die Sicherheitstür. Innerlich verdrehte Kayla schon wieder die Augen, perfektes Timing… Ehrlich gesagt war sie nicht sonderlich scharf auf noch so ein Gespräch. Aber ganz zu ihrer Freude betrat nicht der Pirat den Raum, sondern Clint. Und in seiner Hand hielt er ein Tablett voller Essen.
„Bleib sitzen, sonst darf ich dir das Essen nicht geben.“, meinte er, als er zu dem Pult ging und ein wenig darauf herum tippte. Dann öffnete sich ein kleiner Spalt unten in der Glastür, durch den Clint das Tablett hindurch schob. Erst als der Schlitz wieder zu war stand sie auf und holte sich das Essen. „Danke.“, sagte Kayla noch schnell, bevor sie den ersten Bissen von dem Brot nahm. „Ich habe gerade mit Fury geredet. Er schien nicht sonderlich begeistert von dir zu sein. Was hast du ihm gesagt?“ besorgt musterte er sie. Kayla zuckt mit den Schultern. „Nur meine Meinung?“ es klang eher wie eine Frage, als nach einer Antwort. „Ich mag ihn auch nicht besonders, wenn ich ehrlich sein soll. Er kam mir vor wie ein alter, verbitterter Pirat.“ Ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Kayla ich meine das ernst! Was hast du ihm gesagt?“ „Naja, er meinte, dass er mich nur beschützen will vor seinen Feinden und man ja nicht wisse, ob ich eine Bedrohung sei.“ „Ja das ist ja auch richtig so. Das-“ „Auf jeden Fall habe ich etwas im Sinne von, ich bin keine Bedrohung, frag Clint geantwortet.“ Der erwähnte signalisierte mit einem Daumen hoch, dass er mit der Antwort zufrieden sei. „Ja und ähm. Ich habe vielleicht auch erwähnt, dass ich nicht glaube, dass ich beschützt werden muss, sondern eher andere vor mir.“ „Das man so denkt ist meiner Meinung nach verständlich. Das versteht Fury sicherlich auch. Das kann doch nicht alles gewesen sein?“ „Naja auf die Frage nach der Loyalität habe ich geantwortet, dass ich die Leute als feindlich betrachte, die mich einsperren?“, wieder klang die Antwort eher nach einer Frage und Kaylas Stimme ziemlich unsicher. Der Agent schlug sich die Hand vor den Kopf. „Wir hatten das durchgesprochen. Du wolltest und solltest doch nicht gleich einen Krieg anzetteln.“ Er schüttelte mit dem Kopf. „Tut mir ja leid. Ich war in der Situation nur so wütend.. ich habe wohl mal wieder erst geredet und dann nachgedacht.“ Kayla hatte aufgegessen und stellte das Tablett wieder auf den Boden vor die Glastür. „Ich werde nachher noch einmal mit ihm reden, er wollte noch einen Bericht von mir und Coulson über dich haben. Mehr Meinungen über dich sammeln und so. Und ich wollte mich noch bei dir verabschieden.“ Fassungslos starrte Kayla ihn an, wie verabschieden? „Ich weiß, ich hab dir gesagt, dass ich bei dir bleibe. Aber ich wurde eben für eine andere Mission eingeteilt und reise in ein paar Stunden schon ab. Aber ich dachte ich komme vorher noch mal vorbei, sonst ist es hier vermutlich zu langweilig.“ „Ja da hast du recht. Ich habe schon wieder angefangen zu meditieren. Ich wäre echt fast durchgedreht hier drin.“
Die beiden redeten noch länger und lernten sich dabei auch ein wenig besser kennen. Clint erzählte von seiner Freundschaft Natascha gegenüber und dass die beiden schon viel zusammen erlebt haben. Kayla erzählte von ihrer Familie und ein wenig von ihrem Beruf. Außerdem trug sie ihm auf in ihrem Namen zu kündigen. In nächster Zeit würde sie wohl nicht wieder ins Büro kommen können. „Ich werde Natascha sagen, dass sie mal nach dir sehen soll, solange ich weg bin und sie noch hier rumläuft. Ich glaube sie mag dich und dann bist du auch nicht die ganze Zeit alleine hier.“, sagte Clint zum Schluss als er aufstand und zur Tür lief. „Danke Clint. Und pass auf dich auf.“ Besorgt musterte sie ihn. „Klar, immer doch.“, mit einem letzten Lächeln verschwand er durch die große Sicherheitstür.


Das Verhältnis zwischen Miss Schulte und Agent Barton verwirrte Direktor Fury. Sie redeten miteinander als würden sie sich schon Jahre kennen, dabei sind es aller höchstens 3 Tage. So gut kann er das Mädchen doch noch gar nicht kennen? Was ist wenn sie doch etwas im Schilde führt und den Agenten nur um ihren Finger wickelt? Für seinen Geschmack erzählte Barton dem Mädchen viel zu viel. Aber er hatte eigentlich eine gute Menschenkenntnis. Er hat Agent Romanoff nicht ausgeschaltet, wie es sein Befehl gewesen war und nun ist sie eine starke Verbündete und eine der besten Agenten, die Shield hat. Wenn er dem Mädchen Vertrauen schenkte, dann müsste er das vermutlich auch tun, früher oder später jedenfalls. Er wollte erst einmal abwarten wie Coulson und Romanoff sie einschätzen. Und er musste unbedingt noch einmal selbst mit ihr reden.
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als es an seiner Bürotür klopfte. „Herein.“ „Direktor Fury, Sie wollten mich sprechen?“, fragte Agent Romanoff als sie das Büro betrat und sich gegenüber von ihrem Boss auf den Stuhl fallen ließ. „Ja, das wollte ich, Agent Romanoff. Es geht um das Mädchen. Ich bin mir nicht sicher, ob man ihr trauen kann.“ Abwartend sah er seine beste Agentin an, Menschen konnte sie perfekt durchschauen. „Ich fand sie nett. Sie war zurückhaltend, wurde mit jedem Meter, den wir fuhren, bzw. flogen immer nervöser, was ich in ihrer Situation aber verständlich finde. Ich habe damals ähnlich reagiert. Sie hat sich eher an Clint gehalten. Ich denke, sie ist ziemlich zurückhaltend und schüchtern und versucht sich ihre Unsicherheut nicht anmerken zulassen. Sie hat Angst. Angst, dass jeder in ihr ein Monster sieht, sich vor ihr versteckt oder sie dafür hasst, wer sie ist und was sie kann. Bei allem Respekt Sir, ich denke sie einzusperren und zu isolieren ist der falsche Weg. Clint vertraut ihr und ich auch.“ Direktor Fury seufzte. „Vor so einer Antwort habe ich mich ehrlich gesagt gefürchtet. Ich vertraue ihrem Urteil mehr als dem von Agent Barton, er schien ein wenig voreingenommen zu sein. Trotzdem bin ich immer noch skeptisch. Ja sie war vermutlich nur wütend und frustriert, aber indirekt hat sie mir mitgeteilt, dass sie uns als Feinde betrachtet. Und dann sehe ich sie so vertraut im Umgang mit Agent Barton. Entweder sie mag mich einfach nicht, oder sie wickelt ihn nur um den Finger. Ich will, dass Sie mit ihr reden. Finden Sie heraus was sie vor hat. Ob wir ihr trauen können.“ Mit einem Nicken verabschiedete sich Natascha und verlässt das Büro. Fury stützte seine Hände auf dem Schreibtisch ab. Er wusste nicht wie es weitergehen sollte. Er mochte das Mädchen nicht, sie ihn vermutlich auch nicht. Aber er war ehrlich gesagt auch ein wenig voreingenommen. Als Shield das letzte Mal mit Personen mit besonderen Kräften zu tun hatte, wurde eine komplette Kleinstadt zerstört. Das waren zwar Götter von einem anderen Planeten, aber Fähigkeiten sind Fähigkeiten. Er wollte nicht, dass noch einmal etwas vergleichbares geschieht. Und zudem hatte er auch noch andere Probleme. Das Forscherteam berichtet von immer wiederkehrenden Schwankungen und Energiespitzen, die vom Tesserakt aus gehen. Er hatte Angst, dass das Projekt wieder den Bach runter geht. Aber dafür haben sie gerade erst Captain America wieder aufgetaut und ihn langsam mit der heutigen Welt bekannt gemacht. Hoffentlich fängt er sich wieder größtenteils und steigt nicht wirklich aus Shield aus, wie er es vor einigen Tagen angedroht hatte.


Natascha machte sich erst einmal auf den Weg in die Kantine. Clint war gerade erst noch bei Kayla gewesen. Sie wollte jetzt erst einmal selbst etwas essen, und dann das Mädchen aufsuchen. Sie konnte ihren Boss verstehen, ein gewisses Maß an Skepsis war gesund, aber selbst sie konnte sich nicht vorstellen, dass das Mädchen hier irgendjemanden hinters Licht führen will. Sie schien einfach nur überfordert mit der ganzen Situation. Im Gespräch mit Agent Coulson erfuhr sie, dass das Mädchen anscheinend irgendwelche Kräfte im Zusammenhang mit Wasser besitzt. Wenn das stimmen würde, dann wäre sie eine Bereicherung oder eben Gefahr für Shield, das sah die Agentin ein. Trotzdem scheint diese Tatsache dem Mädchen immer noch nicht richtig bewusst zu sein. Sie weiß eventuell noch nicht lange von den Kräften. Sie schien einfach überfordert mit allem.
Nachdem Natascha gegessen hatte, nahm sie noch drei Wasserflaschen und zwei Wolldecken mit und machte sich auf den Weg zur Arrestebene. Auf dem Weg kam ihr Clint entgegen, der sich für seine Mission augenscheinlich schon fertig gemacht hatte. „Nat, gut dass ich dich noch treffe. Ich wollte dich noch um etwas bitte bevor ich fliege.“ Abwartend sah die Agentin ihren besten Freund an. „Also, ich war gerade bei Kayla und sie erzählte mir, dass sie in den paar Stunden hier schon fast durchgedreht wäre. Eigentlich hatte ich ihr versprochen ein wenig auf sie aufzupassen und sie nicht die ganze Zeit alleine zu lassen.“ Er machte eine kurze Pause, die Natascha nutze. „Lass mich raten, jetzt willst du mich fragen, ob ich deinen Part übernehmen würde und immer mal wieder nach ihr sehe.“ „Ja ehrlich gesagt schon. Hör zu ich mag das Mädchen, fast als wäre sie meine kleine Schwester. Ich will einfach nicht, dass sie sich hier unnötig unwohl fühlt.“ Leicht lächelte die Rothaarige ihn an. „Alles gut Clint. Ich mag sie auch und ich war gerade auch schon auf dem Weg zu ihr. Außerdem hat Fury mich auf sie angesetzt. Ich soll genauer herausfinden wie sie tickt. Aber auch ohne seinen Auftrag wäre ich mal zu ihr gegangen und hätte ihr Gesellschaft geleistet.“ Erleichtert atmete ihr gegenüber aus. „Danke Nat, ich danke dir.“ „Jaja ist gut Clint. Pass nur auf dich auf und bring keinen Wissenschaftler um.“ „Keine Sorge.“
Danach machte sich Natascha weiter auf den Weg zu der neuen Gefangenen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast