Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

The Last Of Us 2 - Fortsetzung Teil III

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / Mix
Abby Anderson Ellie
13.05.2021
22.07.2021
21
31.902
4
Alle Kapitel
13 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
22.07.2021 1.621
 
„Besser als dieses merkwürdige Hotel.“ Michael wischte sich den Schweiß von der Stirn und setzte sich vor den Wassergraben.
Ellie setzte sich neben ihn und streckte die Beine ins Wasser. „War so klar, dass Jeff uns an anderen Enden des Parks arbeiten lassen würde. Wir haben ihm eine Menge Ärger gemacht, gestern Abend.“
„Ihr wolltet wirklich ausbrechen? Wie?“
„Wir haben unseren Plan noch nichtmal zu Ende geplant, da flog er bereits auf. Scheinbar haben sie Sherab erwischt.“ Ellie bewegte die Beine im kühlen Wasser. „Hab ihn heute noch gar nicht gesehen. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht mal sicher, ob er überhaupt noch hier ist.“ Ellie streckte den Hals und sah sich um. Das halbe Dorf hatte sich um den Wassergraben verteilt und genoss den Feierabend. Doch die Stimmung war angespannter als noch am Abend zuvor.
„Und nun?“
„Ich will hier einfach nur noch raus. Außer dir und Peter kann ich niemandem trauen. Es ist ein verlogener Ort. Jeder handelt zu seinem eigenen Wohl.“ Ellie sah sich weiter um. „Und ganz besonders schlimm sind die beiden.“
Michael drehte seinen Kopf und entdeckte Jeff und Trevor, die geradewegs über die mit Gras überwachsene Brücke auf ihre Hütte zugingen. „Sie ignorieren uns.“
„Ich bin mir sicher, jetzt, wo die Fireflies vorerst abgezogen sind, bekommen wir ihre Macht im Ort knallhart zu spüren.“
„Was meinst du?“
„Das Abendessen würde ich heute zumindest nicht anrühren.“ Ellie legte eine Hand auf den Bauch und konnte den Hunger fast schon fühlen. „Ich will hier einfach raus.“
„Warum ist dann letzte Nacht noch nichts passiert?“
„Ich habe die Vermutung, dass Jeff gar nicht im Dorf war. Und zum anderen waren Fireflies in der Nähe.“ Ellie lehnte sich zurück und sah in den Abendhimmel über Chicago. „Du kannst mir doch nicht ernsthaft glaubwürdig machen, dass du hier sein möchtest.“
„Ich hab es mir anders vorgestellt?“
„Eher wie ein Krankenhaus?“
„Er wie ein Krankenhaus.“ Michael sah auf die Stahltür. „Hier ist es wie ein Lager für Gefangene.“
„Und es war erst dein erster Tag.“ Ellie rieb sie die Unterschenkel unter Wasser. Sie wusste, dass sie schon immer topfit war, doch über zehn Stunden harte Feldarbeit ließ auch sie kraftlos wirken.
„So kommt niemand auf die Idee, sich aufzulehnen.“
„Schon möglich.“
Plötzlich begann das laute Heulen von Sirenen. Keine von ihnen war im Park selbst montiert, doch Ellie hatte das Gefühl, es schallte aus allen Himmelsrichtungen.
„Und was ist das jetzt?“ Schnell zog sie sich aus dem Wasser, ließ ihre Schuhe neben sich liegen und stand auf. Dann drehte sie sich im Kreis um über den Mauern etwas anderes wahrnehmen zu können, als nur das Heulen der Sirenen.
„Ein Angriff?“ Auch Michael hatte sich hingestellt. Ellie riskierte einen lick über seine Schulter und erkannte, dass auch Jeff und Trevor wieder zurück auf die Fläche vor dem Wassergraben rannten, um sich einen Überblick zu schaffen.
„Normal ist das nicht“, murmelte Ellie an Michaels Schulter. „Sonst würden sie anders reagieren. Irgendwas ist vorgefallen.“
Noch bevor Jeff die Brücke erreicht hatte, warf er ihr einen Blick zu. Als würde er ihr allein die Schuld an diesem Alarm und der Stimmung im Dorf geben.  Ellie war es geal. Sie war auf sämtliche hinterhältgen Angriffe vorbereitet. Und das Wichtigste war: Sie war nicht allein.
Peter hatte sich zu ihnen gesellt und sah ebenfalls auf die Stahltür am anderen Ende des Parks.
„Was ist passiert?“, fragte er und kämpfte sich zurück in seinen Pullover.
Ellie zuckte mit den Schultern.
Noch bevor Jeff die Stahltür erreichen konnte, wurde sie geöffnet. Ein halbes Dutzend Fireflies betraten gleichzeitig das Feld.
„Es geht wieder los“, maulte Ellie sarkastisch und beobachtete, wie die Fireflies sichvor Jeff aufbauten. Kurzerhand wandte er sich um, als hätte er Instruktionen erhalten, die er jemandem weitergeben müsste. Auf dem schnellsten Weg lief er über das Feld zurück und pfiff einige Male dem Dorf entgegen, als müsse er jedem mitteilen, dass er mit den Fireflies gesprochen hatte. Ellie verschränkte die Arme und rührte sich keinen Zentimeter. Auch, als Jeffrey das erste Mal aufforderte, dass alle Einwohner unverzüglich zur Zählung auf das Feld treten sollten. Das Wort unverzüglich wiederholte er und sah dann hinüber zu Ellie, die spöttisch lächelte.
„Na dann.“ Ellie balancierte barfuß am Rand des Wassergrabens bis zur Brücke. Peter und Michael folgten ihr.
Dann stellte sich sich in die zweite Reihe der bereits wartenden Bewohner des Dorfes. Ellie erkannte einen der Fireflies noch von ihrer Ankunft. Es war Danny, dem sie die Schürfwunden an ihrer Schläfe zu verdanken hatte.
„Wir haben einen Eindringling in der Zone. Jemand, der hier nicht hingehört.“ Danny begann mit einem Bleistift in der Hand die Bewohner mit einer Liste auf einem Klemmbrett abzugleichen. Ellie konnte sich nicht erinnern, jemals ihren Namen erwähnt zu haben. Aber sicherlich hatten sie sich eindeutige Merkmale notiert, um ihre Identität festzustellen.
Ziemlich am Ende der Liste wurde sie als dunkelhaariges Mädchen, anfang 20 mit übertatowierter Bissnarbe am Unterarm umschrieben. Danny wusste genau, wer gemeint war und sah sie abwertend an.
„Es fehlen zwei auf dieser Liste, Jeff“, maulte Danny.
„Dann ist die Liste nicht aktuell.“ Jeff suchte nach Ausreden.
„Hör mal. Du hast gestern schon keinen guten Eindruck gemacht, hab ich mir sagen lassen. Jetzt sind scheinbar zwei von dieser Liste verschwunden.“
„Den Jungen habt ihr doch mitgenommen, gestern?“
„Diesen Sekten-Knaben?“ Danny lachte und rückte sein automatisches Gewehr zurecht. „Kann sein. Und die Frau?“
„Ich weiß nicht. Muss hier sein. Hab sie gestern noch gesehen.“ Jeff begann zu stottern und sah zurück ins Dorf. „Trevor?“ Doch Trevor zuckte nur mit den Schultern.
„Ich bin es langsam Leid, Jeffrey.“ Danny blickte zu seinen Fireflies. „Und macht endlich mal einer diese verdammte Sirene aus. Jeder hat mitbekommen, dass etwas nicht stimmt. Meine Fresse.“
„Ich könnte zurückgehen und nach ihr suchen.“ Jeff sah auf den Boden.
„Ich könnte zurückgehen und nach ihr suchen“, äffte Danny ihm nach. Dann gab er vier seiner fünf bewaffneten Begleiter die Anweisung, das Dorf zu durchsuchen.
„Und von euch rührt sich niemand, bis wie die Schlampe gefunden haben.“ Danny sah den Wachen hinterher.
Ellie legte die Stirn in Falten. Vier Fireflies, die gleich gut einhundert Meter hinter im Dorf nach dieser Vermissten suchten, vor ihr zwei bewaffnete Männer, auf die im Dorf nicht gut zu sprechen ist. An Dannys Gürtel baumelte ein Bund mit etlichen kleinen verrosteten Schlüsseln. Sicher ist einer von ihnen für die Stahltür hinter ihnen. Verschlossen ist sie nicht. Dennoch benötigte sie den richtigen Schlüssel, um zumindest die halbe Drehung zu provozieren, die das Schloss benötigte um aufzuspringen.
„Du planst was?“, flüsterte Michael.
„Ne Prügelei.“
„Zu viele, die mit der Sache nichts zu tun haben.“
„Die Fireflies erschießen keine Immunen.“
„Auf die Aussage willst du dich verlassen?“
Ellie schwieg, als der wachsame Blick Dannys über sie huschte.
„Was dauert das alles so lange?“, fluchte er und sah an den Bewohnern vorbei. „Hey. Stehen geblieben.“ Er zeigte auf die vermisste Frau, die sich an der Außenwand des Parks in gebückter Haltung davonschleichen wollte. „Worauf wartest du noch, Mike. Schnapp sie dir.“
Seine letzte Wache rannte los. Indiesem Augenblick legte Danny das Gewehr an und zielte auf die Bewohner. Niemand rührt sich, bis Mike mit ihr wieder zurückkommt.
„Ok fuck“, zischte Ellie, wartete bis Michael mit seinem Gewehr auf die andere Seite der Gruppe ziele, sprang aus der zweiten Reihe und schlug mit ihrer Faust direkt in Dannys Gesicht. Völlig überrascht und benommen taumelte er zurück, riss sein Gewehr herum und zielte auf Ellie. In diesem Augenblick trat Michael ihm vor die Brust. Danny stürzte auf den Rücken. Ellie sah sich um. Mike hatte die Frau fast erreicht, die vier weiteren Fireflies suchten in den Häusern weiter und hatten nichts mitbekommen. Auch, weil die Bewohner wie eine Art Schutzmauer zwischen dem Dorf und dem am boden liegenden Danny wirkte.
Rasch hatte Ellie den Schlüsselbund in ihren Besitz gebracht. „Mir egal was ihr macht,“, zischte sie in die vor Schock angewurzelten Bewohner. Auch Jeff und Trevor hatten sich nicht bewegt. Scheinbar gefiel es ihnen auch, dass Danny das bekam, was er verdiente. Doch unterstützen wollten sie nicht.
„Verpiss dich, blöde Schla…“ Ellie hielt Danny den mund zu. „Michael, mach was.“ Panisch sah Ellie sich erneut um. Mike hatte inzwischen die Frau erreicht. Glücklicherweise schien sie sich wie eine Furie zu wehren.
Michael überlegte kurz, ob er den Schuss mit dem Gewehr wagen sollte, entschied sich dann aber für einen harten Schlag in Dannys Gesicht.
„Jetzt“, flüsterte er und riss Ellie am Pullover. Ellie warf einen letzten Blick zurück auf den im Gesicht blutenden Danny, danny auf Jeff und Trevor, die noch immer dastanden, als wüssten sie nicht, was passiert. Dann rannten Ellie und Michael so schnell sie konnten zur Stahltür, wöhrend Ellie bereits den ersten potenziell passenden Schlüssel zwischen Daumen und Zeigefinder positioniert hatte. Vor der Tür angekommen schmiss sie sich auf die Knie und probierte einen Schlüssel nach dem anderen.
„Mach schneller“, zischte Michael, der beobachtete, wie Mike die Frau zu Boden gerungen hatte und nun auf ihn und Ellie zurannte. Gleichzeitig rief er die Verstärkung aus dem Dorf.
Der vorletzte Schlüsselte öffnete die Stahltür und Ellie zog sie auf. Ein Betäubungspfeil rauschte an ihrem Kopf vorbei und prallte an der Tür ab. Ellie zog sich hinein und auch Michael quetschte sich ins Innere des Gebäudes. Dann trat sie vor die Tür. Mit einem lauten Knallen, dass vermutlich nicht nur im Park jeder gehört hatte, fiel sie ins Schloss.
„Fuck.“ Ellie schnappte nach Luft. Vor ihnen lag ein leerer, dunkler Flur. „Die Frau.“
„Du kannst nicht jedem helfen, Ellie.“
„Ihr gehört eines dieser Babys. Sie wollte nur zu ihrem Kind.“
„Ellie. Wenn wir hier nicht bald verschwinden, haben wir noch ganz andere Sorgen.“
Erst jetzt bemerkte sie, dass noch immer der ohrenbetäubende Lärm der Sirenen durch die Quarantänezone hallte.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast