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The Last Of Us 2 - Fortsetzung Teil III

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / Mix
Abby Anderson Ellie
13.05.2021
16.09.2021
28
41.462
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13.05.2021 1.542
 
Sanft fühlte Ellie Abbys Lippen an ihrer Schläfe. Mit einem müden Lächeln drehte sie sich auf ihrer Matratze um und drückte ihren Kopf ins Kissen. „Viel zu früh fürs Aufstehen“, dachte sie und weigerte sich, die Augen zu öffnen. Dann schlief sie für einen Moment wieder ein.

Nur Augenblicke später schreckte sie auf. Hastig schwang sie sich auf die andere Seite und bemerkte, dass Abby nicht mehr auf ihrer Matratze lag.
„Fuck.“ Ellie sprang auf und hob ihre Jeans auf.
„Was ist?“, flüsterte Dina.
„Abby ist weg.“
„Bestimmt nur auf Klo.“
„Ihre Schuhe fehlen. Ihr Rucksack ist nicht da. Scheiße.“ Ellie bekam vor Aufregung ihre Jeans nicht an, die sie am Abend vorher falschherum vor ihren Rucksack geworfen hatte. „Egal.“ Barfuß und mit ihrer Jeans in der Hand schlich sie hastig zu Tür und beobachtete die anderen Bewohner der Stadthalle. Es schien, als schliefen alle seelenruhig in ihren Betten und ruhten sich für einen weiteren, harten Arbeitstag aus. Auch Ellie bevorzugte einen harten Arbeitstag als nun herausfinden zu müssen, wo Abby steckte. Sie öffnete die Tür und trat auf die Straße.

Der harte Schotter unter ihren Füßen tat weh, als sie sich zwischen den Trümmerteilen des Haupttores Jacksons durchschlängelte. An der Lichtung zwischen dem Tor und dem Wald vor ihr sah sie sich um. Kalter Nebel hing vor ihren Augen, doch Abby konnte sie erkennen. Keine einhundert Meter vor ihr lief sie an der Mauer entlang. Neben ihr bewegte sich eine zweite Gestalt.
Ellie rannte los. So schnell sie konnte eilte sie auf Abby zu. Nur wenige Meter hinter ihr blieb sie stehen.
„Abby?“ Mit diesem Adrenalinschub war Ellies Körper überfordert. Ellie keuchte und stützte für einen Moment ihre Hände auf die Knie.
„Ellie.“ Abby drehte sich um und sah sie an. Michael, der neben ihr lief, blieb ebenfalls stehen. „Ich wollte nicht, dass es so weit kommt. Ich ertrage es einfach nicht mehr, neben dir einzuschlafen und wieder aufzuwachen. Tagsüber mit dir Jagen zu gehen oder sich auf der Wiese zu sonnen. Es fühlt sich schrecklich an.“
„Was hast du vor?“
„Wir finden die Fireflies, Ellie. Seit Ewigkeiten habe ich eine neue Spur. Dank John.“
„Mach bitte keinen Scheiß.“ Ellie schossen die Tränen in die Augen. Unabsichtlich fiel ihre Jeans auf den Boden und ihre Hände ballten sich zu Fäusten.
„Ich bin dir so dankbar für alles, Ellie. Für deine Rettung in Santa Barbara und deinen Einsatz, um Lev zu befreien. Dann dein Opfer in der Jagdhütte, um mein Bein und damit mein Leben zu retten. Fuck. Und jetzt stehst du hier, in Shorts. Du hast nicht einmal Schuhe an.“
„Weil ich dich nicht gehen lasse.“
„Ich muss, Ellie. Ich zerbreche sonst. Nicht wegen den Fireflies, sondern aufgrund meiner Liebe zu dir.“
„Ich komme mit.“
„Du bleibst hier, Ellie. Jackson braucht dich.“
„Und dich etwa nicht?“ Ellie wurde bei dem Gedanken, ihre beste Freundin in diesem Augenblick für immer zu verlieren, schlecht. „Bleibst du, wenn ich Dina verlasse?“
„Sei nicht albern, Ellie. Ich habe mich verlaufen. Unabsichtlich. Es gibt keinen Rückweg. Der einzige Ausweg ist es, dich zu verlassen.“ Abby machte eine kurze Pause und sah Ellie tief in die Augen. „Und vielleicht gibt es doch eine Hoffnung auf ein Heilmittel.“
„Mir ist dieses Heilmittel scheißegal, hörst du?“ Ellie legte ihre Hand über Mund und Nase, Tränen liefen über ihre Wange. „Was kann ich noch tun?“
„Nichts mehr, Ellie. Ich liebe dich. Nicht nur für das, was du getan hast, sondern für das, was du bist.“
„Dann bleib.“ Ellie hörte Schritte hinter hier. Für einen Moment drehte sie sich um und sah Dina auf sie zulaufen. Dina erkannte ihre Tränen und wusste sofort, worum es ging.
Sanft legte Dina Ellie ihren grünen Parker über die Schulter.
„Du hast nicht wirklich vor, uns zu verlassen, oder?“ Dina sah Abby fragend an. „Nur weil John sagte, dass möglicherweise Fireflies in Tijuana, Mexiko, sind. Du bist vermutlich Monate unterwegs.“
„Ich muss es tun, Dina. Du weißt, wie sehr ich Ellie liebe. Ich muss Zeit und Meilen zwischen meinem Liebeskummer und Jackson gewinnen. Ehrlich gesagt, wollte ich mich hier auch gar nicht mehr erklären.“
„Du wolltest dich wegschleichen. Nach alldem, was ihr beide füreinander getan habt.“ Dina suchte verzweifelt nach einer Lösung.
„Ich weiß, dass es feige aussieht. Aber ich wollte eure Beziehung nicht belasten und diese für alle unangenehme Situation vermeiden.“
„Unangenehm wird es höchstens für euch, wenn ihr jetzt loszieht. Und selbst wenn ich Ellie jetzt hier bei mir halten könnte. Spätestens morgen früh reist sie euch hinterher. Mach nicht kaputt, was wir uns hier aufgebaut haben.“
Abby sah auf den Boden und schob Schotter von links nach rechts. Kurz sah sie auf, um Ellies Reaktion zu beobachten. Natürlich wusste Abby, dass Dina die nächsten Tage Ellie nicht von der Seite weichen durfte. Ein unaufmerksamer Augenblick und Ellie würde ihr auf dem beschwerlichen Weg nach Mexiko folgen
„Und wenn ich verspreche zurückzukommen?“
„Keine Option, Abby“, murmelte Ellie. „Entweder komme ich mit oder du bleibst.“
„Und ich werde Ellie nicht gehen lassen.“ Dina legte ihre Hand auf Ellies Schulter. „Vielleicht müssen wir einfach über das reden, was du wirklich willst, Abby. Vielleicht haben wir dich da einfach im Stich gelassen. Das Heilmittel ist ja scheinbar nur Plan B.“
„Es ist Ellie. Mein Herz sehnt sich nach mehr, als ich im Augenblick bekomme.“ Abby sah wieder zu Ellie.“
„Und du?“, murmelte Dina in Ellies Ohr.
Ellie überlegte. „Ich würde alles tun, damit sie bleibt.“
„Mich verlassen?“
Ellie schwieg.
„Genau das wollte ich vermeiden“, unterbrach Abby die angespannte Stille.
„Ich würde dich niemals kampflos hergeben, Ellie.“ Dina sah, wie Ellie langsam ihr Kopf zu ihr drehte.
„Ich weiß. Das verlange ich auch nicht. Vielleicht kannst du nur einen Teil von mir abgeben, wenn es Abby reicht?“
„Was für einen Teil?“ Dina sah skeptisch zwischen Ellie und Abby hin und her. „Was würdest du dir wünschen?“
Abby druckste herum. Auf Dinas Frage zu antworten fiel ihr schwer. „Ich will Ellie körperlich nahe sein. So viel Zeit wie wir miteinander verbringen, ob es während der Arbeit oder nach Feierabend ist. Aber immer muss ich mich zurückhalten, wenn mein Körper nach Nähe schreit. Das zu unterdrücken ist furchtbar.“
„Was soll ich sagen?“ Dina sah Abby an.
Abby hob die Schultern: „Aus diesem Grund wollte ich gehen.“
„Und wenn ich dir sagen würde, dass es okay ist, sofern Ellie zustimmt? Ich denke nur gerade an die Sache mit Michael an Weihnachten. Wenn es meine Wiedergutmachung wäre für das, was ich Ellie angetan habe.“
Abby schwieg, sah aber Dina an, um abwägen zu können ob sie es wirklich ernst meinte, was sie gerade gesagt hat. „Das wird doch niemals gutgehen.“
„Und wenn wir es probieren?“ Durch Ellies Gesicht zuckte ein Lächeln. Niemals hätte sie mit dieser Reaktion Dinas gerechnet. Am liebsten würde sie ihr jetzt um den Hals fallen. Wie konnte sie einer offensichtlichen Konkurrentin bloß so entgegenkommen?
„Ich verlange nur eins: Lasst uns darüber offen kommunizieren. Wenn sich Gefühle ändern, sollten wir es uns wissen lassen. Genauso werde ich euch sagen, wenn sich herausstellt, dass ich Ellie nicht teilen möchte.“ Dina sah auf den Boden. „Ich bin Ellie etwas schuldig. Ellie wünscht sich, dass du nicht fortgehst. Und das ist mein Angebot. Und du weißt, wie schwer mir das gerade fällt, Abby. Bleib einfach.“
Abby ließ ihren Rucksack langsam ihre schlanken Arme heruntergleiten. Schließlich landete er auf dem feuchten Waldboden. „Sorry, Michael. Das hier war die einzige Möglichkeit, mich zu überreden.“
„Und die Fireflies?“
„Mein zuhause ist hier. Das ist es seit Monaten. Ich brauche die Fireflies nicht. Nur durch den Hinweis von John hätte ich ein Ziel nach Jackson gehabt.“
„Was ich euch anbieten könnte: Auf der 191 nach Norden gibt es den Jackson Lake. Etwa 30 Meilen von hier.“
„Wissen wir. Wir waren dort plündern, als wir unser Netzwerk für Lebensmittelvorräte verloren.“ Abby sah Dina fragend an.
„Am See gibt es eine Radiostation. Die Einzige, die ich hier im Umkreis kenne. Möglicherweise kann man von dort die Fireflies anfunken?! Du hast doch bestimmt die die geheimen Kanäle, über die ihr gesendet habt, im Kopf?“
„Grundsätzlich schon. Aber die Kanäle in Santa Barbara waren völlig andere. Selbst wenn wir sie nicht erreichen, finden wir dort vielleicht elektronische Ausrüstung. Scheinbar wurde hier in den Orten grundsätzlich weniger geplündert als in großen Städten.“
„Läuft der Geländewagen aus Portland noch?“ Dina überlegt, wie der Weg in nur einer Tagestour zu überbrücken wäre.
„Wir haben den Schlüssel noch in der Garage liegen. Wäre einen Versuch wert. Wenn die Fireflies wirklich ihre damaligen Mitglieder zusammenrufen, müssten sie zumindest auch die alten Kanäle abhören.“
„Also heute?“ Ellie sah zu Abby.
„Von mir aus gern.“
Ellie drehte sich nun das erste Mal zu Dina und umarmte sie für das Opfer, was sie gebracht hatte, um die Gemeinschaft zusammenzuhalten.
„Dass du das Auto stehen gelassen hast und nicht einmal eine unserer wenigen Waffen auf den Weg nach Mexiko mitgenommen hättest ehrt dich sehr, Abby.“ Dina hatte ihr Kinn auf Ellies Schulter gelegt und sah zu Abby.
„Wir hätten schon was gefunden“, sagte Abby knapp. Dann beobachtete sie, wie Ellie sich aus der Umarmung mit Dina löste und sie in die Arme nahm.
„Entweder komme ich mit oder du bleibst“, flüsterte Ellie und küsste Abbys Hals.
„Bedank dich bei deiner Freundin.“ Abby warf Dina ein Lächeln zu.
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