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Behind my Heart

von Yesaja
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
OC (Own Character) Tom Hiddleston
13.05.2021
23.01.2022
41
124.884
6
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
15.01.2022 2.603
 
Antonio hatte schnell beschlossen, dass er bei mir übernachten würde, bis die Sache geklärt war.
Für ihn stand fest, dass ich definitiv nicht allein sein sollte in der jetzigen Situation und fuhr mit mir zur Wohnung. Selbst wollte er direkt zurück zum Hotel fahren um das Zimmer zu räumen.
In der Zeit alleine, saß ich auf der Dachterrasse in meinem Korbsessel und starrte auf die Londoner Skyline. Immer in der Hoffnung, dass diese mir bei einer Entscheidung helfen könnte.
Beide mussten es wissen, beide könnten rein Theoretisch der Vater sein und einer wird nach den kommenden
9 Monaten, auf den Boden der Tatsachen zurückfallen und entweder enttäuscht sein oder ein Kind großziehen müssen, das nicht das eigene Blut trägt.
Weinen kann ich bereits seit verlassen der Praxis nicht mehr. Immer wieder sehe ich mir das Foto auf meinem Handy an, das Antonio gemacht hat und überlege, ob ich es den beiden einfach schicke und mich meinem Schicksal ergebe. Nach erfolgloser Suche, stelle ich fest, dass ich das Ultraschallbild in meiner Angst auf dem Schreibtisch liegen gelassen habe. Ausgerechnet.
Das erste Bild von meinem Baby.
Mein Baby. Das ich das jemals sagen, denken und erfahren würde, war immer so fern von allem, dass meine Gefühle und Gedanken nun übersprudeln.
Die Freude das ich Mama werde, ein Kind in mir wächst.
Die Angst davor, mit Greg und Tom zu reden, einen von beiden zu enttäuschen.
Die Panik das ich mein Kind wie damals verlieren könnte, schwingt im Unterbewusstsein ebenso mit.

Antonio ist gute zwei Stunden unterwegs und stürmt dann mit seinem Gepäck und einem jungen Mann in meine Wohnung, der mit Essen in der Hand und ziemlich unbeholfen in meiner Küche steht.
„Darling, ich habe direkt essen mitgebracht! Du musst etwas essen! Sam, stell die Schalen bitte hier auf den Tresen. Ist es noch warm? Wo haben wir denn das Wasser und die Säfte? Gosh, hoffentlich habe ich an alles gedacht!“ Schmunzelnd sehe ich meinem Paradiesvogel dabei zu, wie er wie ein aufgeschrecktes Huhn durch meine Küche und das Wohnzimmer eilt und den armen Jungen mit Fragen löchert. Was würde ich ohne Toni nur machen? So lange waren wir nun schon befreundet, hatten aber Privat weniger Kontakt, dank meiner gekonnten Einigelung. Gerade jetzt ist er mir eine große Hilfe, auch wenn ich bereits bei dem Anblick, den er mir bietet hoffe, dass er es nicht übertrieben wird!
Vollgepackt mit Flaschen kommt er zu mir auf die Dachterrasse und stellt mir die unterschiedlichsten Säfte auf den Tisch. „So Darling, damit du und das Baby gut versorgt seid, habe ich im Reformhaus Bio-Säfte gekauft. Kein Zucker, keine komischen Dinge, nur Saft!“
Angeekelt sehe ich die Flaschen mit Tomaten und Karottensaft an und schüttle den Kopf.
„Vergiss es! Ich trinke keinen Gemüsesaft! Jeiks.“
„Babe, es ist doch für dein Baby, also stell dich nicht so an! Und dein Teint wird davon auch ebenmäßiger und die Pigmente füllen sich schneller in der Sonne.“
„Dann werde ich Orange und nicht Braun! Ich werde mich gesund ernähren, versprochen, aber das trinke ich nicht!“
„Oh Girl... i Promiss you, es wird schmecken, wenn ich dir Smoothies daraus zaubere!
Banane oder Äpfel dazu, etwas Spinat, das ist gesund und du wirst die fitteste Mom von allen sein!“
„Ich spucke es weg, wenn es nicht so ist! Dann bin ich halt die müde und fette Mommy, aber das Zeug kann ich nicht trinken!“
Schnaufend winkt er ab und deutet dem jungen Mann, das er die Flaschen in den Kühlschrank stellen soll. Selbst holt er Teller aus dem Schrank und füllt mir meinen, mit Kleinigkeiten, von all dem, was er gekauft hat. Glücklich kommt er damit zu mir, drückt es mir in die Hand und setzt sich vor mich.
„Iss! Ihr müsst bei Kräften bleiben!“ Augenrollend esse ich was er mir aufgetischt hat, ehe er mir weitere Dialoge aufs Ohr drückt.
„Hast du dich schon entschieden wie du es den beiden Herren sagst?“
Kauend und schnaufend schüttle ich den Kopf. „Greg und ich haben uns zwei Monate nicht gesehen, haben uns quasi im Streit getrennt. Und dann soll ich ihm sagen das er oder sein wahrscheinlich bester Freund, der Vater meines Kindes ist? Never! “
„Und wie gedenkst du weiter zu machen? Du kannst es schlecht Geheimhalten! Und selbst wenn du es nur Tom sagst, da er der Wunsch Dad ist, da kann viel schief gehen! Wenn Greg das Kind gebastelt hat, wird man es nach der Geburt sehen! Okay vielleicht auch erst später irgendwann. Ich kenne Bilder aus Gregs Kindheit, er hatte verdammt viele und dunkle Haare! Außerdem bist und bleibst du bitte ehrlich, okay?!“
Diverse Flüche verlassen unverständlich meinen Mund, was den Kerl, der sich best Friend nennt, auch noch amüsiert.

Als wäre ich ein rohes Ei, kümmert sich Toni rührend um mich. Er trägt mir alles vor den Hintern, verhindert das ich mich aufrege, leistet mir im Bett Gesellschaft und sieht sich mit mir Serien an, die er mir schon lange empfohlen hat und redet immer wieder, sehr schlau um das Thema herum, auf mich ein, bis ich einen Entschluss gefasst habe.
„In Ordnung!“, setze ich mich auf und presse die Lippen zusammen. „Ich gehe am Montag ins Büro und sage es ihm! Samstag brauchen wir beide einen klaren Kopf und ein Essen bei Hank Bradly, ist definitiv nicht der richtige Ort, um sich darüber zu unterhalten!“
„Und Tom?“ „Ich bin unsicher. Laut Kalender ist Greg noch vor Tom der mögliche Erzeuger, also müsste er es irgendwie zuerst erfahren. Aber es besteht auch irgendwie die Chance, dass es Toms Baby ist und dann sollte er es nicht irgendwann später erfahren. Ich bin hin und her gerissen! Beide in einen Raum zu setzen, halte ich ebenfalls für... ähm, heikel?“
„Da müssen sie durch, Darling! Sie müssen es beide erfahren und sie müssen beide wissen, dass sie der mögliche Vater sind. Also auch zusammenarbeiten, bis es auf der Welt ist. Soll ich mitkommen?“
„Meinst du das wäre Sinnvoll?“ Ich bin dieser verrückten Diva einfach unendlich dankbar, aber ob das so gut ist?
„Du kannst sagen was du möchtest, aber ich werde dich zumindest bis zum Gebäude begleiten und unten am Empfang warten! Das du mit den beiden zurechtkommen wirst, weiß ich. Und Tom wird sicherlich auch auf dich aufpassen!“
Zufrieden mit seiner Aussage seufzt er und drückt mich wieder zurück in seinen Arm um weiter die Serie zu sehen. (Hier spielen wir nun den Song: Thank you for being a Friend ein!)
Mit dem geborgenen Gefühl, gebe ich der Müdigkeit nach und schlafe zügig ein. Erst am nächsten Morgen, bekomme ich erst wieder etwas mit.

Der Raum ist Taghell, scheinbar sind überall die Fenster geöffnet, denn ich nehme die frische Luft war und kann tatsächlich London hören, wie es Anonym seinen Alltag begeht.
Langsam rolle ich durch das Bett und schlurfe ins Badezimmer, das erstaunlich sauber ist. Erst jetzt wird mir wieder bewusst, dass ich Mrs. Super Reinlich zu Gast habe. Der Blick in den Spiegel erschreckt mich ehrlich gesagt. Meine Augenringe sind in einem dunklen Bordeaux getaucht, meine Haut blass und die Haare stumpf und kraftlos. Wie automatisch, geht mein Blick in die Richtung meines Bauches, auf dem ich meine Hand abgelegt hatte, ohne es bewusst getan zu haben. „Hallo Baby!“, schleicht sich ein Lächeln in mein Gesicht.
„Good morning, Momma, habt ihr gut geschlafen?“
„Scheinbar, ich habe nämlich nichts mehr mitbekommen! Danke fürs putzen!“
„Das mache ich schon so automatisch wie das atmen, also nichts zu danken! Und nun geh duschen, ich mach dir Frühstück und dann gehen wir ein wenig spazieren!“
„Wirklich?“, verziehe ich ganz leicht mein Gesicht. Nach Bewegung steht mir nun wirklich nicht der Sinn.
„Yes Babe! Du brauchst frische Luft, Bewegung und Ablenkung. Du musst dich selbst daran erinnern, dass du nicht nur für dich Verantwortung hast, sondern auch für dein Baby! Und das braucht Bewegung im Park und nicht auf der Couch!“
Meckernd gehe ich duschen und ziehe mir dann etwas Bequemes an. Das Frühstück fällt üppig aus.
Antonio hat sich nicht lumpen lassen und so viel gesundes Zeug aufgereiht.
„Sehr viel...Obst und Gemüse!“, bringe ich leicht sarkastisch und geschockt heraus und hebe das Glas an, das an meinem Platz steht. Ein rotgrünes irgendwas, das ziemlich eklig riecht.
„Wer hat das vorher ausgespuckt?“, sehe ich Toni fragend an und muss meinen Würgereflex unter Kontrolle bringen. „Darling, das ist ein Smoothie! Babyspinat, Banane und etwas Karotte. Probiere es doch erst bevor du meckerst! Das kann dir helfen gegen das, was du eben im Spiegel so genervt angesehen hast!“
„Nicht wirklich dein Ernst!“
„Doch! Runter damit!“
Angeekelt setze ich das Glas an und trinke das wirklich unappetitlich aussehende Zeug. Antonio zugestehend muss ich zugeben, dass es wirklich besser schmeckt, als es aussieht, jedoch ist der Karottensaft Nachgeschmack wirklich widerlich! „Schatz, ich gebe dir recht okay? Aber gib mir nie wieder etwas mit Tomaten und Karottensaft! Das Zeug ist und bleibt mein Endgegner!“
„Zumindest hast du es Probiert!“, gesteht er mir zu und grinst.

Nach einer Stunde spazieren im Park, darf ich mich für ein Mittagsschläfchen zurückziehen. Antonio nutzt die Zeit zum Putzen und arbeiten und ist sichtlich froh darüber, dass er sich für eine Weile keine Gedanken um mich machen muss. Wenn wir ehrlich sind, muss er das sowieso nicht und da ich auch nicht krank bin, sondern nur schwanger, verstehe ich diesen Akt den er da veranstaltet auch nicht ganz. Ich bin nur froh über Gesellschaft und ich glaube, er weiß das auch, sucht nur einen größeren Grund dafür.
Erholsam ist der schlaf nicht wirklich. Immer wieder werde ich wach, weil ich im Traum mit Greg diskutiere, weil ich Tom vor mir sehe, der verzweifelter nicht sein könnte.
In Gedanken verfallen, sehe ich an meine Schlafzimmerdecke. Gehe immer und immer wieder die kommende Situation durch. Was sage ich und wie sage ich es? Antonio hat mir geraten einfach den Test mitzunehmen und den beiden vor die Nase zu halten, ohne vorher viel zu sagen. Fragen werden sie dann von ganz allein.
Das erste Mal seit der Woche in London, klingelt mein Handy und eine Nachricht erscheint im Pop up Fenster. Es ist Greg.

Greg: Hallo Ella. Bist du in London? Heute Abend ist das Essen bei Hank. Ich weiß nicht ob ich es schaffe, da ich noch in Edinburgh bin. Ich wollte mich noch bei dir bedanken, wegen der Sache mit Trevor und Fran. Die beiden wurden überführt und ... Egal, ich möchte dich damit nicht belasten. Ich war nur erstaunt über die Art und Weise, wie die beiden vorgegangen sind und was sie noch geplant hatten. Sollte ich es heute nicht schaffen, würde ich dich gern morgen im Büro treffen und letzte Dinge besprechen. Wäre das okay für dich? Melde dich einfach, Greg

Mein Herz schlägt wild und aufgeregt in meiner Brust und das Atmen fällt mir verdammt schwer, während ich diese Zeilen lese. Warum? Warum trifft es mich so sehr von Greg zu lesen? Warum freue ich mich darüber und möchte am liebsten direkt alles sagen? Es ist merkwürdig!
Die Worte in meinem Kopf jonglierend, tippe ich immer wieder eine Antwort, bis ich zufrieden bin.

Ella: Hallo Greg. Ja ich bin in London...seit einer Woche sogar. Ehm, mir ging es nicht so gut, daher habe ich mich nicht schon eher gemeldet. Ich werde Hank schon irgendwie unterhalten, also kein Stress! Ich weiß nur nicht, ob ich ihm sagen soll, dass ich seine Projekte nicht mehr betreuen werde, da ich nicht mehr bei Piper arbeite. Sonntag hört sich gut an, ich muss nämlich auch mit dir reden! Allerdings würde ich gern Tom dazu bitten, denn das was ich zu sagen habe, betrifft euch beide! Ella

Plump wie immer, aber warum soll ich die Weichspüler Tour fahren? Aufgeregt warte ich, bis er endlich antwortet. Es kommt mir vor wie in der Schulzeit, wenn ich meinem Schwarm geschrieben hatte und am nächsten Morgen in der Schule auf eine Reaktion wartete.


Greg: Tom? Warum zum Teufel.... Okay, bring ihn mit, aber ich möchte auch kurz mit dir allein sprechen! Und das mit Hank, sag ihm noch nichts, ich habe ein Angebot für dich.

Ella: Greg, ich will dich damit nicht ärgern, es ist mir nur wichtig! Er wird separat kommen, wenn er kommt. Ich weiß nicht ob er Zeit hat.
Ein Angebot? Du willst nicht wirklich, dass ich weiter mit dir arbeite?

Ein Angebot von Greg, das hört sich ganz danach an, als wäre er daran interessiert die Verträge nicht zu verlieren. Ob ich das Angebot noch bekomme, wenn er erst mal von dem Baby erfährt, wage ich jedoch zu bezweifeln!

Greg: Wir reden darüber am Sonntag, gegen 13:30 Uhr! Ich muss jetzt weiter, mach es gut.
Greg: Du fehlst mir in der Firma...

Ella: Wo auch sonst...

Der Mann hat tatsächlich ein Talent ins Fettnäpfchen zu springen, unfassbar! Wenn man sich die letzten Monate ins Gedächtnis zurückholt und zuletzt seinen Kampf mich fest binden zu wollen, frage ich mich doch immer ernsthafter, warum er nun so ist, wie er ist! Es ist nichts mehr von dem Mann übriggeblieben, in den ich mich verliebt hatte, mit dem ich Monate lange eine Affäre geführt habe, die schon an eine Beziehung erinnerte. An den Mann, der mal die wichtigste Person in England für mich war!
„Wo ist der Greg nur hin?“, seufze ich leise und drehe mich zur Seite.
Das Licht des Handydisplays erhellt mein Gesicht und das vibrieren ist bis zu meinem Kopf zu spüren.

Tom: Hallo Prinzessin, ich dachte mir, ich melde mich endlich mal bei dir. Geht es dir etwas besser? Du dürftest ja nun bereits ein paar Tage in England sein und hoffentlich für heute Abend gerüstet. Es war gar nicht so einfach, dir nicht täglich zu schreiben, aber du hattest recht, wie so oft. Die Sehnsucht ist umso größer! Ich fahre heute Abend nach London zurück und gestehe, ich freue mich wahnsinnig darauf! Wollen wir uns morgen zum Mittag treffen? Ich habe ein Radio Interview und würde danach zu dir kommen. xoxo Tom

Und erneut schießt mir das Herz fast aus dem Hals vor Aufregung. Mit einem breiten Grinsen lese ich immer wieder seine Nachricht und fahre unweigerlich jedes Mal mit dem Daumen über das geschriebene, so als würde es seine Haut erreichen. Wie genau er das geschafft hat weiß ich nicht, aber Tom hat mir den Kopf verdreht und zwar so heftig, dass ich oft nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Bei ihm hat Mutter Natur echt alles richtig gemacht. Bin gespannt, wann ich die Macken kennenlerne.

Ella: Hey Traummann ;-) Ja mir geht es heute etwas besser. Antonio ist seit gestern bei mir und kümmert sich rührend um mich. Das Essen heute Abend werde ich wahrscheinlich ohne Greg verbringen, was wahrscheinlich tatsächlich nicht so schlecht ist. Was den morgen betrifft. Ich wollte mich sowieso bei dir melden. Kannst du zu Greg ins Büro kommen? Ich muss mit euch beiden reden und er wollte das ich gegen 13:30 Uhr vorbei komme. Was er genau mit mir besprechen will, weiß ich nicht, aber es ist wichtig für mich, dass du zumindest kurz dabei bist. xoxo Ella

Ein flaues und kribbelndes Gefühl, macht sich in meiner Magengegend breit. Diese Aufregung macht mir echt zu schaffen! Aber ich kann es den beiden nicht einfach per WhatsApp an den Kopf knallen, das macht man Persönlich! Ich weiß zwar noch nicht wie, aber ich habe ja noch etwas Zeit!

Tom: Klingt wichtig. Ich werde vom Sender aus direkt ins Büro fahren. Das gibt mir eventuell ebenfalls die Gelegenheit, mit Greg zu reden. Dann wünsche ich dir für heute Abend viel Spaß und sobald ich zurück bin, melde ich mich kurz. Wir sehen uns morgen süße! Kuss Tom
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