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Another Reality

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Romance / P16 / Div
Megumi Fushiguro OC (Own Character) Ryomen Sukuna Satoru Gojo Suguru Geto Yuji Itadori
09.05.2021
12.05.2021
2
4.904
3
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
09.05.2021 2.734
 
Vorab möchte ich ein paar kleine Informationen liefern.
Diese Geschichte enthält OC's (Original Characters), kreiert von einer Freundin und mir selbst. Ich werde versuchen diese best möglich zu beschreiben, um Verwirrtheiten zu vermeiden und beantworte selbstverständlich auch Nachfragen in den Kommentaren, also keine Scheu (:  Wir schreiben dies alles normalerweise als RP. Da ich aber viel positives Feedback von Freunden und Familie erhalten habe, entschied ich mich dazu, das Rollenspiel in einer Story zu verfassen. Normalerweise bin ich mehr der englische Schreiber und befasse mich eher weniger mit der deutschen Literatur, daher verzeiht mir, falls es zu Grammatikfehlern kommt. Einen Beta-Leser besitze ich nicht.

Diese Geschichte weicht von der Hauptstory ab, da wir viele Veränderungen vorgenommen haben, um die Charaktere in bestimmte Positionen zu bringen und gewisse Handlungen zu verändern/vermeiden. Seid also nicht überrascht, wenn nicht alles genau wie im Anime/Manga ist. Der Grundbaustein der Idee bleibt jedoch bestehen. Ich freu mich über Feedback und wünsche viel Spaß beim Lesen!



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Neues Jahr, neues Glück

So lautete der Vorsatz der hauptstädtischen Institution für Fluchtechniken in Tokyo. Es war August, was bedeutete, dass auch in diesem Jahr wieder neue Studenten aufgelesen wurden und ihre Verträge unterschrieben. Doch anders, als in einer normalen Hochschule, in der der Alltag mehr als eintönig verlief, war an der Tokyo Jujutsu High kein Tag wie der Andere.



„Ah, ich hab kein Bock mehr!“, ertönte es lautstark aus dem Gebäude. Vögel die ihren Platz auf einem Baum in der Nähe des Büros fanden, flogen vor lauter Schreck davon und zwitscherten erbost über das unnütze Geplärre. Ein Blick ins Innere, zeigte eine Frau mit langen blonden Haar, die einen Platz auf einem schwarzen Drehstuhl fand und genervt mit dem Finger auf dem hölzernen Bürotisch vor ihr tippte. Ihre dünnen Augenbrauen waren stramm zusammen gezogen, was ihr eigentlich sonst so sanft wirkendes hübsches Gesicht zu einer mürrischen Miene verformte. Goldene Augen streiften über die Tischplatte, bis sie schließlich an eine der vielen Akten hingen blieben. Frisch lackierte Fingernägel zogen diese mit Neugier zu sich heran und ließen die Blondine einen Blick ins Innere riskieren. Die Akte schrieb den Namen 'Yuji Itadori' in dicken Druckbuchstaben direkt unter dem traditionellen Kanji, zusammen mit anderen wichtigen Nebeninformationen der Person und einem Lichtbild des jungen Schülers.


„Wir hätte ihnen sagen sollen, dass sie sich schon um acht draußen versammeln“, grummelte sie, die Worte gerichtet an ihrer einzigen derzeitigen Gesellschaft – ein jung aussehender Mann mit weißen zurück gestrichenen Haar, den Ansatz hinter einer dunklen Augenbinde versteckt. Sein eher schlaksiger Körper machte es sich auf dem ledrigen Sofa gemütlich, die langen Stelzen übereinander gelegt. Es wirkte schon fast ein wenig Elegant, wie er dort saß und seinen Blick über das Papier in seiner Hand schweifen ließ, das nichts weiter als Namen enthielt, die in Gruppen eingeordnet wurden. Scheinbar bereitete der schwarze Stoff um seinen Augen ihn keinerlei Probleme damit, sich in seiner Umgebung zurechtzufinden und andere Tätigkeiten wie gewöhnlich durchzuführen.


Ein Lächeln zierte seine schmalen Lippen über den ungezügelten Ausbruch seiner Kollegin. „Du scheinst dich ja ziemlich über die neuen Küken zu freuen, Gorumi-san“, sagte er mit kompletter Gelassenheit, doch das darauf folgende Brummen der Blonden, entlockte ihn ein amüsiertes Seufzen.


„Kannst du es mir verübeln? Im Gegensatz zu dir...“, sie verzögerte ihren Satz und blätterte durch die Akte, um mehr über ihren zukünftigen Schüler in Erfahrung zu bringen. „...ist es mein erstes Mal“. Die Wut von zuvor war wie verflogen als sich ihre Mundwinkel zu einem leichten Schmunzeln verzogen. Dieses frische Lehrer Dasein hatte schon etwas Aufregendes an sich. „Ich hab mir diese Akten immer und immer wieder durchgelesen, aber es ist einfach kein Vergleich mit dem, was man in Aktion sieht“, ergänzte sie in einen schon fast erfreuten Tonfall. Es erforderte keine große Mühe, die junge Dame bei guter Laune zu halten. Sie war eine Frohnatur und hatte immer einen Grund um Gelächter in ihrer Umgebung zu verbreiten, selbst wenn dies nur durch einen völlig sinnfreien Witz oder einer lustigen Gestik geschah.


„Du wirst nicht enttäuscht sein. Wir haben ein paar großartige Exemplare dabei“, sagte der Mann zwischen leichten Gelächter, als hätte er soeben nicht in voller Wahrheit gesprochen. Er schwang das Papier leicht auf und ab, nutze es wie einen Fächer, um sich selbst mit kühler Luft zu beglücken. „Fängst du erst einmal an mit ihnen zu spielen, willst du am liebsten gar nicht mehr damit aufhören“.


„Wo wir gerade beim Thema spielen sind...“. Gorumi schloss den Ordner und ließ ihre Hand auf dem Cover der beigefarbenen Mappe ruhen. Ihr Blick hob sich zu dem runden Zeitmessgerät über der Tür, welches mit einen sanften Ticken mehr Atmosphäre in der sonst so ruhigen Umgebung verbreitete. Mittlerweile war es bereits 08:30 Uhr, um 09:00 Uhr fand das Begrüßungskomitee statt. „Ich hoffe Suguru-san hat nicht auch diese schlechte Angewohnheit, laufend zu spät zu kommen“, sagte sie mit einen zweideutigen Unterton. Sie stützte das Kinn auf ihre Handfläche ab und nahm so eine entspannende Pose ein. „Das ist nämlich mein Job“.


„Genau genommen war er sogar vor uns hier“, sagte der Weißhaarige belustigt schnaufend und faltete das Papier in seiner Hand zu einem kleinen und ordentlichen Origami. „Ich glaube nur, dass er immer noch damit beschäftigt ist, sein Portemonnaie zu suchen“. Er griff in seine Hosentasche und zog kurz darauf eine schlichte dunkelblaue Geldbörse heraus, die jedoch reichlich gefüllt zu sein schien. „Meine Mitmenschen zu verärgern ist mein Job“, erwiderte er auf das vorherige Kommentar der Blondine.


„Ich habe so das Gefühl, dass du Spezialist darin bist“, antworte diese ohne auch nur einen Hauch von Zweifel in ihrer Stimme und kicherte sanft. Dabei lag sie wirklich nicht falsch. Gojo Satoru war bekannt dafür, täglich noch mehr Unruhe, in den sowieso schon chaotischen Alltag zu bringen. Dafür, dass er den Ruf als stärkster Jujuzist aller Zeiten trug, merkte man ihn diesen hohen Titel aber in keinster Weise an. Sicher schwang immer ein Unterton von Arroganz in jeden Satz den er sprach, aber wer würde nicht überheblich werden, wenn man seit seiner Geburt als der Beste gepriesen wurde?


„Ich bin ein wahrer Meister dieser alten Kunst“, verbesserte er die junge Frau, bevor er letztendlich schwungvoll das Portemonnaie auf dem ebenfalls hölzernen Beistelltisch vor sich warf. Mit einen dumpfen Aufprall blieb dies auch genau an Ort und Stelle liegen. Langsam richtete er sich auf, stellte beide Füße standhaft auf dem Boden ab, bevor er die Arme über den Kopf in die Luft hob, um sich zu strecken. Ein leises Knacken der müden Knochen war zu vernehmen, gefolgt von einem erholten Seufzer seitens Gojo's. „Wenn du lernen willst, wie man das am besten anstellt, frag mich ruhig“, säuselte er gelassen und ließ die Arme zurück auf seinen Schoß fallen.


Gorumi schnalzte mit der Zunge und beobachtete, wie sich ihr Kollege schon fast katzenartig auf dem Sofa räkelte. „Du kannst mir ruhig sagen, dass du mehr Zeit mit mir verbringen willst“, äußerte sie mit einen gewissen Charme, der irgendwie verlockend klang. In den Augen anderer, die unwissend ihrer Charakterzüge waren, könnte man meinen, dass sie versuchte den Jujuzisten schöne Augen zu machen. Dies war jedoch nicht der Fall. Die junge Lehrerin hatte nämlich immer einen bezaubernden Klang, der in ihrem Wortschatz mit schwang, ganz gleich mit wem sie sich gerade unterhielt. Das war einfach ihre Natur. „Ich hab meine eigenen Tricks, um Leute in den Wahnsinn zu treiben, weißt du?“


„Na sieh mal einer an. So stolz und von sich selbst überzeugt, wissend das alles in ihren Leben richtig verlaufen wird“, apostrophierte Gojo und versuchte sich ein Lachen zu verkneifen. Einen langen dünnen Finger hebend, strich er provokant unter den Stoff der Augenbinde, zeigte dabei schon fast einen der ach so mysteriösen Pupillen, die sich darunter verbargen. „Ich sitze direkt vor deiner Nase, Gorumi-san. Selbst wenn irgendwas in deinem Leben nach Plan verläuft, könnte ich es jederzeit zerstören, wenn ich Lust darauf habe“. Seine Stimme erklang voller Erhabenheit, wissend, das er jederzeit sämtliche Planungen und Wünsche einer Person um modellieren könnte, ohne auch nur einen Finger dabei krumm zu machen. Wie sehr er es doch liebte diese Überlegenheit blicken zu lassen.


Doch wie es schien, ließ sich die Jüngere der Beiden nicht sonderlich davon beeindrucken. Sie kannte seine Spielchen und die Absicht dahinter, jeden der ihn begegnete in eine unterwürfige Position zu verfrachten. Es war also kein Neuland für sie, diesen arroganten Worten zu lauschen. „Bist du nicht ein wenig überheblich, mein Schatz?“, erwiderte sie in einen viel zu freundlichen Ton der von einem delikaten Schmunzeln begleitet wurde. Die Luft im Raum schien plötzlich viel dicker und erdrückender zu sein, so als würde eine hohe Spannungen zwischen den zwei Mächten herrschen. „Allerdings...“


All der Druck verflog wie im nichts als Gorumi ihre Hände hob und diese winkend von Seite zu Seite bewegte. „...sind wir ja Kollegen, also brauch ich mir auch keine Gedanken machen. Wir werden uns wunderbar verstehen!“, zwitscherte sie fröhlich vor sich hin und ließ den Weißhaarigen mit Verblüffung zurück. Dieser starrte sie einen Moment lang stumm an und ließ langsam von dem schwarzen Stoff ab, der zurück über seinen Wangenknochen fiel.


„So viel Gelassenheit...du schaffst es sogar mich sprachlos zu machen!“, lachte er auf und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich hab noch nie jemanden gesehen, der mehr Selbstbewusstsein hat als ich. Was ist dein Geheimnis?“. Die Blonde legte einen Finger auf ihre mit roten Lipgloss bemalten Lippen, der schon seit Anfang des Tages in einer intensiven Farbe schimmerte. Billig war dieses Produkt sicher nicht gewesen.


„Hey, es ist doch kein Geheimnis mehr wenn ich alles verrate, oder?“, bemerkte sie spielerisch. Das alberne Geplänkel verstummte, als sich laute Fußschritte dem Büro näherten. Wen auch immer sie gehörten, ließ darauf schließen, dass der Unbekannte alles andere als erfreut war. Die schnellen Stampfer schallten durch den leeren Gang bis letztendlich die Schiebetür mit einer Wucht zur Seite gerissen wurde, dass sie fast aus den Angeln flog. Der Besucher ließ das Blut in Gojo's Adern gefrieren, als er diesen mit zornigen Blicken förmlich durchbohrte. Ohne lange zu zögern sprang er vom Sofa auf und rannte zum nächstgelegenen offenen Fenster.


„Dieses Mal wirst du mir nicht davon laufen!“, schrie der Neue, welcher mit einer Schnelligkeit, wie nur ein hungriger Panther, der auf Jagd seiner Beute war, es ihm gleich tun könnte. Seine schwarzen langen Haare wurden von den schnellen Windzügen zurück geweht und gaben ihn freie Sicht auf den hilflosen Riesen, der mit aller Kraft versuchte, seinen Schicksal noch rechtzeitig zu entkommen. Mit festen Griff am Hosenbein zog der Schwarzhaarige ihn ruckartig zurück in den Raum und lauschte dabei, wie der Jujuzist vor Verzweiflung aufschrie und sich beschwerte, dass man ihn grundlos bestrafen würde.


„Gib mir meine Brieftasche wieder, du Quälgeist!“, befahl der Mann ihn ohne Rücksichtnahme und löste dabei lautes Gelächter von Gorumi aus. Es war doch immer wieder schön anzusehen, wie der sonst so stolze Gojo plötzlich von seinen besten Freund und Kollegen niedergemacht wurde und damit völlig aus seiner Rolle fiel. Wenn Jemand wusste, wie man den sonst so aufmüpfigen Lehrer zum Schweigen brachte, dann war es Geto Suguru.


Um sich tretend und dabei fast die Hose von seinen Unterleib streifend, versuchte der Weißhaarige krampfhaft sich aus dessen eisigen Griff zu befreien. Sicher hätte er einfach sein Vakuum aktivieren können und ihn damit jegliche Chance nehmen, überhaupt erst berührt zu werden. Aber wo blieb da der Spaß?


„Hör auf mich zu treten!“, ertönte Geto's Stimme zornig, als er den 1,90 cm großen Typen in die Luft hob, als sei er ein Fliegengewicht. Muskelkraft hatte er mit Sicherheit. „Dank dir hatte ich weder Frühstück, noch Zeit mir einen Latte zu besorgen! Wie kannst du es wagen?“, erklang die wütende Frage, auf die er nicht wirklich eine Antwort erwartete. Seine Worte verstummten als er beobachtete, wie das Gesicht seines Freundes sich verfärbte. Die sonst so blassen Wangen nahmen einen leichten Hauch von Rosa an und wie ein schüchternes Schulmädchen, versteckte er seinen Mund hinter den zum Körperbau passenden großen Händen, um so ein zaghaftes Erscheinungsbild zu repräsentieren. Selbstverständlich sah dies völlig lächerlich aus.


„Das ist mein erstes Mal und du bist so grob mit mir“, murmelte Gojo die zweideutigen Worte gedämpft in einer schlecht interpretierten weiblichen Stimme, bevor er schließlich sein komplettes Gesicht in den Handflächen vergrub. „Schande über dich, sei bitte sanfter mit m-“. Die Möglichkeit seinen Satz zu beenden wurde ihn genommen, als der Schwarzhaarige ihn achtlos auf den Boden fielen ließ.


„Ich hab Hunger und ich bin arm, glaubst du echt ich hab jetzt Lust irgendwelche Spielchen zu machen?“, grummelte er und sah dabei auf seinen Freund herab, der sich schnell wieder in eine sitzende Positionen aufrichtete und dabei die Aufprallstelle an seinem Kopf rieb. „Versuch gar nicht erst Azura's Stimme zu imitieren, das wird dir auch nicht weiter helfen!“


Azura war Geto's Frau, die er in seiner damaligen Jugend, in der Tokyo Jujutsu High kennenlernte. Am Anfang, kamen die beiden überhaupt nicht miteinander zurecht. Die junge Dame vermied sämtlichen Kontakt zu den dynamischen Männer-Duo und bevorzugte stattdessen lieber die Anwesenheit Shoko's. Meist gaben ihn seine Kommentare ihr gegenüber nur ein verächtliches Seufzen oder Augenrollen als Antwort, selbst wenn er versuchte einfühlsamer auf sie einzugehen. Doch umso mehr Zeit verflog, desto näher kamen sie sich und stellten immer mehr Gemeinsamkeiten fest, welche doch recht anziehend wirkten.


Irgendwann kam es zu dem Punkt, an dem Gojo die Beiden morgens im Flur fand, eng umeinander geschlungen und küssend. Natürlich blieb seine Sichtung nicht achtlos im Raum stehen, ohne dabei ein Kommentar zu lassen, wie enttäuscht er doch sei, dass sie ihn nicht sofort über die Beziehung berichteten. Dabei kam es zu mehr Drama, als die ganze Sache eigentlich wert war. Seitdem waren 12 Jahre vergangen und nach der Schulzeit gebar sie ein Kind. Einen Sohn, der im stolzen Alter vom 10 Jahren nun durch die Gegend stolzierte und den Namen Koshi trug.


Zurück in der jetzigen Zeit war der Raum von Gelächter und männlichen Schreien geplagt. Die Blondine drehte sich kichernd im Stuhl herum und strich dabei wiederholt die laufenden Tränen von ihrer Wange. „Erinnert mich daran euch für mein Sonntagsprogramm zu buchen. Das hier ist besser als jede Komödie!“, prahlte sie lautstark und mehr als nur amüsiert in die Richtung der sich kabbelnden jungen Kerle.


„Das ist ja sehr schmeichelhaft, Gorumi-san“, kam es spöttisch von dem Schwarzhaarigen zurück, der seinen gequälten Freund achtlos auf den Boden zurück ließ und sich stattdessen seinem Portemonnaie auf dem Tisch widmete. Doch schon beim Anheben bemerkte er, dass irgendwas an der Sache faul war. Als er es dann auch noch öffnete und nichts weiter als zwei Scheine und 100 Yen vorfand, während die restlichen kleinen Fächer mit Papier ausgestopft wurden, um die Fülle der Brieftasche nach außen hin beizubehalten, wandte er den Blick zurück zu dem Jujuzisten, der sich gerade in eine elegante liegende Pose begab und den Blick charmant erwiderte. „Satoru, wo ist mein Geld?“.


Gojo spitzte die Lippen zu einem Kussmund und deutete mit wackelnden Zeigefinger in die Richtung eines goldenen Bilderrahmens an der Wand. Man erkannte einen in Ölfarben gemalten traurigen Clown darauf, dem eine deutlich schattierte Träne über die Wange lief. Wer auch immer der Zeichner dieses Bildes war, sollte verklagt werden. Nicht nur weil es eine Beleidigung für das bloße Auge darstellte, sondern auch dafür, dass man eine der heitersten Persönlichkeiten überhaupt als schmollenden Klumpen in verwischten blassen Farben zeigte. Was aber das eigentlich irritierende an diesem Gemälde war, war die Tatsache, dass es sich zuvor noch nicht in diesen Raum befand. Irgendwer hatte also Geld für dieses beachtliche Meisterwerk ausgegeben, um es dort zu präsentieren.


„Das ist nicht dein Ernst!“, schrie Geto in Unglaubwürdigkeit und erzeugte dadurch nur noch mehr Gelächter seiner Kollegen. So war das Leben, wenn man mit zwei der größten Lachnummern der Welt, seine Arbeit verrichten musste. Jeder Tag barg eine neue Herausforderung. Noch bevor dieser Zirkus weitergehen konnte, klopfte es plötzlich an der Tür. Die Aufmerksamkeit der drei Lehrer richtete sich auf Schiebetür, die im Gegenteil zu zuvor nun eher sanft und zögerlich geöffnet wurde. Das Gesicht Kiyotaka's zeigte sich, der durch den leicht geöffneten Spalt einen Blick nach innen erhaschte. Seine Brille richtend, sah er in den Raum, nicht wirklich auf eine bestimmte Person fokussiert und seine Augenbrauen in einen verunsicherten Ausdruck zusammengezogen. „Die Studenten erwarten Sie“, murmelte er zögerlich den Grund seines Besuches.
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