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Wie es hätte enden sollen!

GeschichteAllgemein / P12 / Het
Logan Rory
09.05.2021
09.05.2021
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09.05.2021 1.980
 
Gerade als ich aus der Arztpraxis rauskam klingelte mein Handy. „Hallo, Rory Gilmore hier.“, meldete ich mich höflich. „Guten Tag, Miss Gilmore, schön dass ich sie erreiche. Ich wollte ihnen mitteilen, dass wir uns vorstellen könnten ihr Buch bei uns im Verlag rauszubringen.“ Die Dame am Telefon redete noch weiter und nannte auch den Namen des Verlages, der jetzt aber nicht so wichtig war.  „Das hört sich doch gut an, wann soll ich vorbeikommen, um die Einzelheiten zu besprechen?“ „Würde Freitagnachmittag um 14 Uhr für sie passen?“ „Ja, das ginge.“ „Das ist doch perfekt. Ich trage es direkt ein. Die groben Einzelheiten schicke ich ihnen per Mail.“, erklärte sie und wir verabschiedeten uns höflich. Glücklich stieg ich in meinen Wagen und fuhr nach Hause. Ich betrat das Haus meiner Mutter und sah mich um. Alles war wie immer. Ich seufzte. So langsam sollte ich mein Leben auf die Reihe bekommen. Meine Ärztin hatte mir heute mitgeteilt, dass ich ein Mädchen bekommen würde. Ich war jetzt am Ende des vierten Monats, was bedeutet in fünf Monaten würde ich Mutter werden. Bis dahin musste ich unbedingt eine eigene Wohnung haben.

Die nächsten Tage telefonierte ich mit Jess, der bei einem Verlag arbeitete. Er gab mir Tipps, worauf ich bei der Verhandlung achten sollte und welchen Sachen ich auf keinen Fall zustimmen durfte. Und damit war der Freitag gekommen, ich war auf dem Weg nach New York, um mit dem Verlag die Einzelheiten zu besprechen. Ich parkte in der Tiefgarage des Verlags und ging zum Fahrstuhl. In der E-Mail stand, dass ich in den 4. Stock musste zu Mr. Russell Smith. Es stand dort auch, dass ein neuer Teilhaber des Verlags vielleicht vor Ort sein würde. Im Fahrstuhl atmete ich tief durch und strich kurz über meinen Bauch: „Wir schaffen das meine Kleine.“, hauchte ich und lächelte. Ich trat aus dem Fahrstuhl und ging auf den Tresen zu hinter dem eine junge Dame saß. „Hallo, ich bin Rory Gilmore, ich habe einen Termin bei Mr. Smith.“ Die junge Dame lächelte: „Ich sage Mr. Smith Bescheid, dass sie da sind. Unser neuer Teilhaber ist auch da, wir hoffen das stört sie nicht.“ „Nein, überhaupt nicht.“ Sie lächelte: „Gut, dann setzen sie sich noch kurz da vorne hin.“ Ich nickte und setzte mich auf einen der Stühle. Die Dame musterte mich. Sie schien jetzt erst meinen Bauch entdeckt zu haben. Es dauerte zwei Minuten, dann kam ein Mann auf mich zu. „Hallo Miss Gilmore, ich bin Russell Smith, ich freue mich sie kennen zu lernen. Kommen sie, dann können wir zusammen mit unserem neuen Geschäftspartner die Einzelheiten besprechen.“ „Die Freude liegt ganz auf meiner Seite, Russell.“, antwortete ich und reichte ihm die Hand. Er musterte mich kurz und lächelte: „Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft.“ „Danke.“, gab ich knapp zurück. Was sollte ich auch anderes sagen? Etwa, dass das nicht geplant war und ich schwanger von dem Typen war, mit dem eine Affäre hatte und der vermutlich bald heiratet oder schon verheiratet ist. Das ging Russell gar nichts an. Er hielt mir die Tür auf und sagte: „Willkommen in meinem Büro, darf ich ihnen Logan Huntzberger vorstellen. Er ist der neue Partner unseres Verlages. Ich schluckte. „Hallo Rory, schön dich zu sehen. Dich habe ich gar nicht erwartet.“ Russell sah uns verwirrt an: „Ihr kennt euch?“ Wir nickten: „Wir waren zusammen in Yale.“, erklärte Logan knapp und zwinkerte mir unauffällig zu. Vermutlich dachte er auch, dass es Russell nichts anging. Logan sah an mir runter. Sein blick blieb an meinem Bauch hängen. Irritiert sah er mir nun ins Gesicht. „Ende 4. Monat.“, beantwortete ich seine unausgesprochene Frage. Es ratterte wieder in seinem Kopf. „Ähm…okay. Kannst du mir später ja noch erzählen, lasst uns jetzt über das Buch sprechen.“, versuchte er die Fassung zu waren. Russell nickte und wir setzten uns. „Miss Gilmore, ich muss gestehen, ich habe ihr Manuskript geliebt. Ich habe Tränen gelacht und es hat mir zwischendurch das Herz gebrochen. Das Buch basiert auf ihrem Leben, richtig?“ „Ja, ich habe ein paar Sachen abgeändert, aber alles in allem ist vieles wahr.“ „Kurze Frage, waren die Freitagsdinner wirklich so anstrengend?“ Ich lachte und auch Logan musste grinsen: „Wissen sie, Familie kann manchmal anstrengend sein und genauso anstrengend, wie es manchmal war, war es auch immer schön. Es gab Abende, die ich geliebt habe und welche die ich gehasst habe.“, erklärte ich immer noch lächelnd. „Die erste Fassung der Danksagung fand ich auch sehr ergreifend. Vor allem das über den Master und Commander. Sind sie mit ihrem Master und Commander noch zusammen?“ Ich schluckte: „Leider nicht.“ „Und wer ist der Vater des Babys? In dem Buch schreiben sie ja, dass er ihre große Liebe ist und sie nie aufgehört haben ihn zu lieben.“ „Der Master und Commander ist der Vater, aber es war nur etwas kurzzeitiges im letzten Herbst.“ „Oh okay, das tut mir leid für sie. Weiß er es denn?“ Ich nickte: „Ja, er weiß es mittlerweile.“ Ich musste ja nicht erwähnen, dass ich es dem leiblichen Vater jetzt gerade durch die Blume mitgeteilt habe. Logan hatte das Manuskript in der Hand und las die letzten Seiten. Er lächelte kurz und sah dann mich an: „Ich habe das Skript jetzt kurz überflogen und die letzten Seiten gelesen. Ich muss gestehen, ich liebe es, A…Rory.“ Ich lächelte, er hatte mich fast Ace genannt, aber das hätte ihn verraten, denn in dem Buch nennt mich der Master und Commander immer so. Gut, im Buch hat er auch einen richtigen Namen. Er heißt im Buch Alexander. „Danke, Logan.“, gab ich zurück. „Okay, kommen wir zu was anderem. Der Verlag würde dir eine Lektorin zur Seite stellen, mit der das ganze Buch nochmal überarbeitet wird, so dass es am Ende fehlerfrei ist. Die Geschichte soll genau so bleiben. Es soll quasi nur ein Feinschliff gemacht werden. Auch die Danksagung kann so bleiben. Dann würden wir gerne mit dir über das Cover sprechen. Wir haben Graphiker und Marketingexperten, die sich dort mit die zusammensetzen würden. Du entscheidest am Ende wie das Cover aussehen soll. Die Frage ist, möchtest du den Titel so behalten.“ Ich atmete kurz durch: „Ja, den Titel möchte ich so behalten und der Rest hört sich auch gut an.“ Russell nickte: „Gut, dann kommen wir zum Finanziellen. Wir würden dir jeden Monat 2200 Dollar zahlen, bis das Buch erscheint und ab dann die Anteile, die du durch den Verkauf bekommst, obendrauf. Der Anteil wäre 30%“ Ich sah zu Logan, der leicht den Kopf schüttelte und mit seinen Lippen die Zahl 35 formte. „35% und wir haben einen Deal.“, meinte ich selbstbewusst. Russell sah zu Logan, welcher nickte. „Okay, dann haben wir einen Deal. Ich hol kurz den Vertrag und dann gehen wir das ganze durch.“ Er verschwand und eine Stille entstand. Dann sah Logan mich an: „Wann wolltest du es mir sagen, Ace? Wenn es seinen High School Abschluss macht oder wenn ich dich zufällig mit dem Kind getroffen hätte?“, fragte er leicht wütend. Ich zuckte mit den Schultern: „Es hätte nichts geändert. Du heiratest Odette.“ Er seufzte: „Nein, tue ich nicht. Einen Monat. Nach unserem letzten Treffen haben wir uns getrennt. Ich habe dich nicht aus meinem Kopf bekommen und irgendwann habe ich ein Pro-Contra Liste geschrieben, ob ich Odette heiraten sollte. Auf der Pro Seite stand, dass meine Familie sie mag und sie klug und hübsch ist. Auf der Contra Seite stand, dass ich dich liebe und es immer tun werde.“, erklärte er mir mit einem schwachen Lächeln, „Odette fand die Liste und sprach mich darauf an. Wir haben ewig geredet und haben beschlossen, dass wir uns trennen. Sie war nicht sauer. Um ehrlich zu sein gestand sie mir, dass sie mich mit einem Typen in Paris betrogen hat.“ Ich schluckte: „Was haben eure Eltern gesagt?“ Er lachte: „Meine Mutter war außer sich. Mein Vater hat unter vier Augen zu mir gesagt, dass er sich denken kann, was der genaue Grund für die Trennung ist. Und Honor hat sich gefreut.“ Gerade als ich noch was sagen wollte, hörten wir wieder Schritte auf dem Flur. „Wir reden später weiter.“, meinte ich leise. Er nickte und in dem Moment kam Russell rein. Wir gingen den Vertrag durch und diskutierten noch ein paar Einzelheiten. Am Ende waren wir alle zufrieden mit dem Outcome und verabschiedeten uns.

Logan begleitete mich nach unten: „Wollen wir was Essen gehen und über alles reden?“ Ich nickte nur. „Gut, dann folg mir einfach mit dem Auto.“ Wieder nickte ich nur. Wir stiegen in unsere jeweiligen Wagen und ich folgte ihm. Wir fuhren aus New York City raus und in einem kleinen Ort hielt Logan vor einem kleinen Italiener. Er kam zu meinem Auto und hielt mir die Tür auf: „Darf ich bitten, Ace?“, fragte er charmant wie immer. Ich grinste und nahm seine Hand. Er führte mich in das kleine Restaurant und bat um einen Tisch etwas abseits von allen anderen. Der Kellner nickte und deutete an, dass wir ihm folgen sollten. Der Kellner fragte, ob wir was trinken wollten. Ich bestellte nur ein Wasser. Logan sah mich grinsend an: „Na, darfst du keinen Kaffee mehr trinken, Ace?“ Ich seufzte: „Doch, aber nicht mehr so viel. Vorher habe ich ja ständig Kaffee getrunken. Im Moment trinke ich maximal eine Tasse am Tag.“ Er lachte: „Das ich das mal erlebe.“ „Du bist doof. Ich vermisse meinen Kaffee.“, maulte ich beleidigt. Er legte eine Hand auf meinen Arm: „Ach Ace, ich weiß doch. Aber das wird schon. Jetzt erzähl erstmal, wie geht es dem Baby?“ „Es geht ihr gut.“ „Ihr? Du weißt das Geschlecht schon?“ Ich nickte: „Seit Dienstag. Von der Schwangerschaft habe ich 5 Wochen nach unserem letzten Treffen erfahren und hatte es niemandem gesagt. Irgendwann habe ich es meiner Mutter gesagt. Bis jetzt wissen nur sie, Luke, Lane, Paris und Jess von der Schwangerschaft.“ Beim Namen von Jess zuckte er kurz zusammen. „Du und dieser Jess habt noch Kontakt? Das war doch der Typ, wegen dem wir uns damals gestritten haben, wo ich dachte, dass wir Schluss gemacht hätten.“ „Ja, das ist er und wir haben immer mal wieder Kontakt. Er ist der Neffe von Luke und der ist nun mal mit meiner Mutter verheiratet, also ab und zu besucht Jess die Beiden und wir schreiben öfter. Aber wir sind nur Freunde. Da lief nichts mehr seit damals.“, erklärte ich, „Und was genau ist jetzt mit Odette?“ Logan lächelte: „Aus und vorbei. Wie vorhin erklärt. Sie hat diese Liste gefunden und hat mich darauf angesprochen. Ich habe ihr alles erzählt und sie hat mir daraufhin auch alles erzählt. Sie meinte der Typ in Paris sei der Grund gewesen, warum sie so spät zu mir gezogen ist. Meine Eltern haben sich mittlerweile damit abgefunden und ich habe ihnen gesagt, sollte ich heiraten, dann eine Frau, die ich auch aus tiefstem Herzen liebe und bei der ich nicht im Ansatz daran denke, sie zu hintergehen.“ „Das klingt doch gut. Warum hast du dich nicht gemeldet?“ Er seufzte: „Ich hatte Angst, dass du mich nicht mehr willst. Ich wusste nicht, ob du weitergezogen bist. Ich hätte es nicht verkraftet, wenn ich mich gemeldet hätte und du mir gesagt hättest, dass du jemand anderen hast. Ich liebe dich, Ace. Das habe ich immer und das werde ich immer.“, gestand er mir nun. Ich grinste und mein Herz schlug so rasend schnelle, dass ich mich fragte, ob es gut für das Kind ist, wenn mein Herz so schnell war. „Ich liebe dich auch.“, gab ich zurück. Logan lehnte sich zu mir und küsste mich kurz: „Ich werde dich nie wieder verlassen.“, versprach er mir flüsternd. Ich legte meine Lippen wieder auf seine und genoss diesen Kuss mit dem Wissen, dass Logan ab jetzt wieder nur mir gehören würde. Wir lösten uns voneinander und redeten über alles Mögliche. Eins war auf jeden Fall klar, keiner von uns würde den Anderen je wieder gehen lassen.
 
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