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Nur einen Moment

von ailimaFaL
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Dr. Martin Gruber Dr. Roman Melchinger Elisabeth Gruber Hans Gruber Lilli Gruber OC (Own Character)
07.05.2021
19.05.2021
3
2.918
 
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07.05.2021 726
 
Hunderte von Menschen sammeln sich jedes Jahr am 1. Mai, um den Tag der Arbeit zu feiern. Clubs, Open Air Konzerte und nicht zu vergessen der Wiener Prater. Gefüllt voll, in allen nur möglichen Altersklassen. Aber besonders das junge Volk findet enormen Spaß daran, die Freizeitanlage zu besuchen. So wie Lilli und ihre Freunde. Hart musste sie kämpfen um ihre Väter davon zu überzeugen für ein paar Tage nach Wien fahren zu dürfen. Sie möchte sich selbst ein Bild von der Parade, den Menschenmassen und den Fahrgeschäften machen. Immerhin wurde ihr bereits genügend erzählt.

Es war ein aufregendes Ereignis für sie. In Tirol gibt es auch Feste, und Tage an denen mächtig was los ist. Aber dies war eine ganz neue Erfahrung für sie.

Musik, laute Musik und an jeder Ecke eine andere. Gruslige Einladungssprüche direkt aus dem Spukhaus ums Eck übertönen die Techno-Musik die aus der Achterbahn rechts von ihr kommt. Der Duft von Langos und Würstchen verteilt sich über die gesamte Fläche des Geländes. Ein Karussell nach dem anderen, besetzt von kleinen Kindern, die glücklich auf einem Pferdchen oder in einem Feuerwehrauto sitzen und Runde für Runde ihren Eltern zuwinken. Während sich gegenüber Teenager absichtlich beim Autodrom in die Seiten fahren. Je stärker der Aufprall, desto lustiger.
Im Gänseschritt laufen sich die Menschen hinterher, wer umdrehen will sollte sich einen Blinker zulegen. Das ist gerade am 1.Mai umso schwieriger.
Und nicht zu vergessen, die Touristen, die wegen des Riesenrads  stundenlang in einer Schlange stehen. Um dann teures Geld zu zahlen, um in einem Zeitlupentempo zwei Mal im Kreis zu fahren. Willkommen in Wien.

Die Zeit verging so schnell, das es bereits anfängt zu dämmern. Aber Lilli hatte noch lange nicht alles gesehen. Wie vom Blitz getroffen drängte sie von einem Fahrgeschäft zum nächsten.  Bis sie sich schließlich selbst zugestehen muss dass die Wildwasserbahn zum Abschluss doch etwas zu wild für ihren Magen war.
Auch ihre beiden Freunde scheinen genug zu haben. Also schlendern sie zum nächsten Imbiss, um etwas zu essen und zu trinken. Auf der Bank sieht sie ein Mädchen, etwas jünger als sie selbst sitzen. Sie  hat ihre Beine an ihre Brust gepresst und ihren Kopf  zwischen ihre Knie vergraben. Vor ihr auf dem Tisch steht eine Dose Bier, und um sie herum sitzen Jungs die einige Jahre älter als sie wirken. Ob es dem Mädchen gut geht? Ehe sie noch dazu kommt das Mädchen anzusprechen, stupst sie der junge Mann neben ihr, eher unsanft an und deutet mit dem Kopf zu der Dose vor ihr.  Sie blickt auf. Ihre Augen waren müde, und geziert von tiefblauen Augenringen.  Müde fasst sie vor zur Dose und schüttelt sie hin und her, dann atmet sie tief ein und nimmt einen großen Schluck. Die leere Dose zerdrückt sie mit ihrer kleinen zarten Hand, zumindest quetscht sie die Dose in der Mitte etwas, zerdrücken wäre zu viel gesagt.  

Dann stehe sie gemeinsam auf, manche eher wackelig auf den Beinen. Und verlassen die Bank vor dem Imbiss gemeinsam.
Lange sieht Lilli der Gruppe nach. Dieses Mädchen passt ihrer Meinung gar nicht dazu, zwischen den schwankenden lauthals grölenden Jungs, sieht sie auf wie ein Schäfchen.

Ihr Blickfeld wird von einer winkenden Hand unterrochen. "Lilli...?"
Max, einer von Lillis Freunden versucht seit gefühlten fünf Minuten seine Freundin zu fragen was sie denn essen möchte. Aber wie in Trance  starrte sie in die Leere, dachte er.
"Ähm... ja?" sie blinzelte einige Male und wendete ihren Blick Max zu. Ein letztes Mal lies sie ihren Blick nach vorne huschen, aber die Gruppe war nicht mehr in Sichtweite.

Der Abend war genau so schön wie der Tag, sie aßen sich ihre Bäuche voll, und kippten sich Literweise süßes Trinken in den Körper. Und bevor sie noch aufbrachen, warteten sie auf das Feuerwerk das wie geplant pünktlich um 00:00 startete.
Mit einem Taxi fanden sie dann schnell in das Hotel zurück, welches sie sich ausgesucht hatten. Obwohl ihre Freunde in Wien wohnen bestanden sie darauf, ebenfalls in einem Hotel zu nächtigen. Morgen um 18.00 würde Lilli wieder im Zug nach Hall sitzen, und von ihrer Familie wieder in den Arm geschlossen werden. Auch wenn es schön in Wien war, bereitet ihr der Gedanke an Zuhause Freude.
Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht schläft sie schließlich ein.
 
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