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Aufziehende Gefahr || Woodwalkers FF

GeschichteFantasy / P12 / Het
07.05.2021
07.05.2021
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07.05.2021 390
 
»Hier ist unser Geschenk«, sagte Mom. Dad reichte mir einen Brief. Ich bedankte mich und riss den Brief auf. Eine Einladung kam zum Vorschein. »Zipline? Wie cool! Danke!«, rief ich und fiel ihnen um den Hals. Ich hatte das schon mal gemacht als ich 9 oder 10 war. Überall auf dem Prospekt, dass ich ebenfalls aus dem Briefumschlag gezogen hatte, waren Tiere drauf. Das hatte doch irgendwie nichts mit der Zipline zutun. Mir fiel ein Wolf ins Auge. Irgendwann brannte sich dieses Bild in meinem Kopf ein und es fühlte sich an, als würden Ameisen durch meinen Körper laufen. Ich spürte, wie sich meine Ohren veränderten und Panik machte sich in mir breit. Ich sah fragend zu meinen Eltern, die zurückwichen. Erschrocken sahen sie mich an. »Was ist-?«, ich stockte, ich konnte nicht mehr reden. Stattdessen spürte ich wie meine Nase länger wurde, meine Augen wurden schärfer, genauso wie meine Nase und meine Ohren.

Ich roch ganz viele Gerüche auf einmal. Moms Parfüm, Dads Donat, den er in den Rucksack eingepackt hatte, meinen Geburtstagskuchen, Feuer, wahrscheinlich von den Kerzen. Ich stolperte vorwärts und ging dann auf allen vieren. Meine Klamotten vielen einfach von mir ab. Ich öffnete meinen Mund und wollte sprechen, doch es kam nur ein leises Bellen heraus. »Ein Werwolf!«, schrie meine Mom. »Ein Monster!«, rief mein Dad. Ich sah zu mir herunter und bekam einen Schock. Meine Hände waren Pfoten geworden. Ich war ein Wolf! Mein Dad hatte sich einen Regenschirm genommen und versuchte meine Mom zu verteidigen. »Verschwinde!«, schrie er und machte ein Fenster auf. Ich hätte gedacht ihr mögt mich, ich starrte sie enttäuscht und erschrocken an, dann sprang ich durch das Fenster in den nassen Rasen und rannte in den Wald. Kurz drehte ich mich um und heulte irgendwie in Wolfssprache: Tut mir leid.

Dann rannte ich, rannte schneller, als ich es jemals davor getan hatte. Ich musste weg. Wieso war ich so? Wieso musste ich mich in einen Wolf verwandeln, wahrscheinlich in einen Werwolf? Schließlich wollten mich meine Beine nicht weiter tragen und ich suchte nach einem Unterschlupf für die Nacht.

Ich ließ mich in einer Höhle nieder. Es roch nach Katze, aber ich konnte nicht hinzuordnen, welche Katze. Ich war wortwörtlich hundemüde, gähnte und machte meine Augen zu.

Jemand stieß mich an. »Was machst du hier, das ist unser Unterschlupf!«
 
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