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eagle eye

von Foody
GeschichteSchmerz/Trost / P16 / Gen
Alvin Olinsky Hailey Upton Henry "Hank" Voight Jay Halstead
07.05.2021
15.06.2021
41
41.381
2
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Dieses Kapitel
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11.06.2021 933
 
Die letzten Minuten waren mehr als nur nervenaufreibend gewesen. Keiner verstand oder wollte verstehen, was hier gerade passierte. Keiner sprach ein Wort.

Die SRU-Mitglieder hatten sich zu Jules gesellt und leisteten ihr leise Beistand.

Kim, der es die Sprache verschlagen hatte, tat das Selbe mit Hailey. Sie hielt Haileys Hand. Hailey wiederum starrte nur zum Flugzeug und schüttelte ungläubig mit dem Kopf.

Adam war jetzt plötzlich derjenige, der ruhig am Zaun stand und Al war zum hin und her laufen übergegangen.

Voight atmete tief durch und zog die beiden Briefumschläge aus seiner Jackentasche heraus. Erst starrte er auf diese und dann zu Al.

Al, der die Bewegung von Voight im Augenwinkel gesehen hatte, blieb stehen und starrte zurück. So lief so etwas nicht ab. Er kannte die Prozedur, die Leichenrückführung, so lief es nicht. Jay gehörte zum amerikanischen Militär, da würde es definitiv nicht so laufen. Er würde auch nicht hierher gebracht werden. Hier stimmte etwas nicht.
Das konnte nicht Jay sein. Er weigerte sich das zu glauben. Er schüttelte mit dem Kopf Richtung Voight und begann weiter hin und her zu laufen.

Voight, der nicht wusste, was er glauben sollte, aber Als Instinkten immer traute, steckte die Briefumschläge wieder ein und starrte zurück auf das Flugzeug.

Nervös warteten jetzt alle sehnlichst darauf, dass Jay und Sam endlich doch noch das Flugzeug verlassen würden und zwar aufrecht und am Leben.

Doch erneut passierte eine gefühlte Ewigkeit nichts, außer dass Wiesel mit in den Leichenwagen stieg, als dieser abfuhr und Doc zurück ins Flugzeug lief, nur um kurz darauf mit mehreren Seesäcken die Treppe herunter zu kommen. Zwei von diesen warf er auf den Beifahrersitz des Krankenwagens und die anderen beiden stellte er zur Seite.

Endlich liefen einer der Sanitäter und der General zu Doc und besprachen etwas vor dem Flugzeug. Keiner hatte scheinbar ihre Anwesenheit bemerkt.

Dies änderte sich, als einer der Sanitäter die hinteren Türen des Krankenwagens öffnete und eine Trage heraus holte, welche er vor der Treppe zum Flugzeug stehen ließ, denn plötzlich fiel der Blick des Generals auf sie.

Er wischte sich eine Hand übers Gesicht und rief schnell Doc etwas zu, der sich auf dem Weg zurück ins Flugzeug flüchtig zu ihnen umdrehte und kurz unschlüssig stehen blieb.

Doch der General rief erneut irgendetwas, was Doc aus seinen Gedanken riss und weiter ins Flugzeug hechten ließ.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Doc, der gerade einmal etwa eine Minute im Flugzeug gewesen war, trat wieder aus der Tür, irgendetwas in die Luft haltend. Dicht hinter ihm folgten langsam Sam und Jay. Sam murmelte irgendetwas zu Jay, der kurz aufsah und eine Hand zum Gruß Richtung seines Teams hob.

Wenn man sagen würde, ein Gefühl der Erleichterung durchlief alle Anwesenden wäre das weit untertrieben. Vielmehr ging ein Jubel durch die beiden Teams und sie fielen sich in die Arme. Adam brabbelte aufgeregt: „Ich hab es gewusst. Ich hab es gewusst.“, während Al wieder völlige Ruhe ausstrahlend am Zaun neben dem grinsenden Voight stand.

Bei der ganzen aufkommenden Freude über das Wiedersehen wäre Hailey beinahe nicht aufgefallen, wie unsicher Jay sich auf den Beinen hielt und vor allem, dass Sam ihn stützte.

Erst als Jay die letzten Stufen beinahe das Gleichgewicht verloren hatte und nun auch von dem zweiten Sanitäter zur Trage geschleppt wurde, erkannte sie, dass der Krankenwagen für ihn vor Ort war und Doc offenbar irgendeine Infusion hoch hielt, die an Jay hing. Die eben noch fröhliche Stimmung wich großer Besorgnis.

Hailey hielt die Warterei nicht mehr aus und rannte zur Absperrung. Doch zwei bewaffnete Soldaten hielten sie auf. Voight wollte Hailey gerade beschützend zurück ziehen, als der General den Soldaten gestikulierte sie durchzulassen.

Sie hatte keine Ahnung, wie sie die Strecke zum Flugzeug so schnell hinter sich gebracht hatte und dass die restlichen Mitglieder der Intelligence ihr gefolgt waren, alles was zählte war, dass sie endlich bei Jay sein konnte.

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„Wow, bist du heiß.“, flüsterte Hailey besorgt, als sie endlich Jays Hand ergriffen hatte und ihm gleichzeitig sanft über den Kopf streichelte. Jay der mittlerweile auf der Trage lag und an alle möglichen Gerätschaften angeschlossen wurde, lächelte schwach: „Nur ein bisschen Fieber, Hails.“

„Schön, dass du zurück bist, Junge.“, erklärte Voight neben einem zustimmend nickendem Al.

„Ja, gut dass du wieder da bist. Du glaubst ja gar nicht, wie langweilig es hier ohne dich ist.“, sagte Adam überschwänglich und klopfte Jay dabei erleichtert auf den Arm. Jay kniff sofort die Augen zusammen und stöhnte auf. Reflexartig hielt er den getroffenen Arm mit seiner anderen Hand fest.

Doc zog Adam zur Seite und lachte auf: „Gott, Adam, du hast wirklich ein Talent und ich dachte, Jay übertreibt.“ „Was habe ich gemacht?“, fragte Adam entsetzt.  

Jay wiegelte mit zusammengebissenen Zähnen ab: „Alles gut. Nur ne... kleine Schusswunde.“ Seine Augen zwinkerten zweimal bevor er Adam wieder fokussieren konnte.

Ablenkend fragte er: „Adam, steht die Kaserne noch oder hast du sie abgebrannt?“ „Klar, wieso?“, antwortete Adam, was ein leichtes Lächeln bei der Intelligence-Familie hervor zauberte.

Hailey schaute währenddessen fragend zu Doc herüber, der den Vitaldatenmonitor von Jay beobachtet hatte. Beruhigend erklärte er:

„Die Antibiotika müssen ausgetauscht werden, die anderen haben scheinbar nicht angeschlagen. Die Wunde hat sich entzündet, aber es ist noch keine Sepsis. Wenn alles gut läuft, dürfte er morgen schon wieder aus dem Krankenhaus raus können, solange er die Antibiotika auch nimmt.“

Hailey nickte dankbar. Sie hatte noch so viele Fragen, aber gerade konnte ihr Kopf sich nur auf Jay fokussieren, dessen Augen langsam zu fielen. Er merkte gar nicht mehr, wie er verladen wurde und sich kurz darauf auch schon auf den Weg ins Krankenhaus befand.
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