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eagle eye

von Foody
GeschichteSchmerz/Trost / P16 / Gen
Alvin Olinsky Hailey Upton Henry "Hank" Voight Jay Halstead
07.05.2021
26.10.2021
174
201.143
8
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16.09.2021 1.534
 
An Trudys Haus angekommen, stieg Jay nicht sofort aus. Unter normalen Umständen hätte er darüber gelacht, wie alle Drei gleichzeitig ihn in irgendeiner Weise versuchten zu unterstützen.

Haileys Hand streichelte sanft auf seinem Bein hin und her, während Sams Hand seine Schulter sanft drückte und Mouse versuchte ihn abzulenken: „Hey, das riecht nach einem schönen saftigen Steak, genau das richtige für einen ausgehungerten Magen, nicht wahr Jay?“

Jay atmete zweimal tief durch. „Okay, worauf warten wir dann?“, erklärte er, wobei er versuchte so selbstsicher wie möglich zu klingen. Jeder andere hätte das leichte zittern in seiner Stimme überhört, aber die Drei kannten ihn lange genug, um es ernst zu nehmen.

„Du schaffst das Jay.“, erklärte Mouse. „Nicht vergessen, wir sichern dich ab.“, stimmte Sam zu. Und Hailey beugte sich rüber und gab ihn einen Kuss auf die Wange: „Wenn es doof ist, gehen wir heimlich und holen uns ein take away.“

Jay lächelte. „Danke Leute. Ich… Ihr habt keine Ahnung, wie froh ich bin euch zu haben.“ Wieder drückte Sam Jays Schulter sanft. Der atmete noch einmal tief durch, bevor er schnell aus dem Wagen stieg, bevor er es sich anders überlegen konnte.

Sam und Mouse hielten ihr Versprechen ihn abzusichern und liefen links vor beziehungsweise rechts hinter Jay und Hailey, die seine Hand ergriffen hatte und sie fest drückte. Jay begann sich auf seine Atmung zu konzentrieren, um nicht auszuflippen, denn sein Herz pochte gerade heftig in seiner Brust.

Kaum betraten sie den Garten kam ihnen schon Adam entgegen: „Endlich, ich wollte schon ein Suchtrupp los schicken. Super, dass ihr jetzt da seid.“, erklärte er erleichtert und händigte Jay ein Bier aus, bevor er sich den anderen zuwandte: „Sorry, aber ihr müsst euch selbst bedienen… nur der Ehrengast wird bedient… Ich muss zurück zum Grill.“

Hailey merkte, wie Jay Adam zwar ein Lächeln schenkte, sich aber hoch alarmiert umsah. „Es sind nur deine Freunde da, kein anderer und wir sind alle an deiner Seite.“, flüsterte sie ihm zu und streichelte dabei sanft mit ihrem Daumen über seine Hand. Jay nickte leicht und drückte ihre Hand nunmehr ebenfalls.

Voight stellte sich zu Mouse und flüsterte: „Alles okay bei euch?“ Mouse schüttelte leicht mit dem Kopf, bevor er leise antwortete: „Hat sich heraus gestellt, dass Partys ein riesiger Trigger für Jay sind. Es sollte immer jemand in seiner Nähe bleiben heute.“

Voight nickte und klopfte ihm kurz auf die Schulter. Dann ging er mit einem Räuspern auf Jay zu, damit dieser sich nicht erschreckte und erklärte: „Hey Jay, schön dass du da bist. Antonios Kids haben schon nach dir gefragt.“

Hank wusste, dass Jay die beiden mochte und vielleicht dadurch etwas herunter kommen würde. Jedes Mal wenn sie im Revier waren, ließ er sie auf seinem Stuhl umher drehen und den Sitz verstellen, zeigte ihnen irgendwelche Papierwerftricks oder holte Süßigkeiten aus seiner Schreibtischlade bis Antonio irgendwann einschritt oder Voight ihn ans Arbeiten erinnerte.

Hailey nahm Jay das Bier aus der Hand, wohlwissend dass das auf seinen gerade vom Übergeben flauen Magen keine gute Idee war und klaute Severide die Wasserflasche aus der Hand, die er gerade vom Tisch nehmen und Sylvie bringen wollte.

„Hey, das war meine.“, erklärte dieser mit einem gespielten Schmollen. „Du trinkst doch gar kein Wasser.“, erklärte Hailey frech. Er lachte auf und grüßte die beiden dann.

„Schön, dass du wieder da bist, Jay. Habe dich im Mollys schon vermisst, du siehst wie frech alle ohne dich geworden sind.“ Jay lächelte leicht und stimme ihm zu: „Ja, schön nicht mehr im Krankenhaus bleiben zu müssen. Die Mollys Treffen holen wir nach.“

Und schon kamen Antonios Kinder auf Jay zugerannt: „Jaaay! Kannst du mit uns Fußball spielen? Biiiittte. Die anderen Erwachsenen sind so langweilig, keiner spielt mit uns.“

Jay lachte auf und wollte gerade zustimmen, als sich hinter ihm Ethan zu Wort meldete. „Wage es nicht, Jay! Du weißt, kein Sport zwei Wochen lang.“ Etwas geknickt, dass er die Kinder enttäuschen musste, erklärte er: „Sorry, ich darf leider nicht, der Doktor hat es mir verboten.“

Doch dann kam ihm eine Idee, die er gleich begeistert vertrat: „Aber mein Freund Mouse hier spielt bestimmt gern mit euch, er kann super spielen.“

Mouse schaute ihn überrascht an: „Bist du dir sicher, Jay? Kein Absichern mehr?“  Doch der nickte nur. Um nichts in der Welt würde er die beiden Kinder enttäuschen wollen. Er kannte das Gefühl viel zu sehr und wollte es nicht für sie.

„Bitte, bitte Mouse, sag ja.“, riefen die beiden bereits begeistert aus und schleppten diesen sofort an der Hand fort, als er auch nur ansetzte Zuzustimmen.

Hailey gab ihm einen Kuss. „Ich bin stolz auf dich.“ Jay lächelte sie zaghaft an. „Ich denke, ihr habt recht. Das sind alles Leute, die ich mag. Ich denke, ich sollte versuchen nicht ganz so angespannt zu sein. Sam... hol dir was zu essen und zu trinken… ich… ich denke, ich schaff das.“ Sam wusste, dass Jay sich puschte, er hörte es an seiner Stimme und sah es in seinem Stand. Aber Jay musste da durch und er wäre in der Nähe, wenn es schief ging, also stimmte er zu und machte sich auf den Weg zum Grill.

Jays Augen, die unruhig über den Garten liefen, verrieten auch Hailey, dass er noch nicht ganz selbst überzeugt war von seinen Worten. „Hey, ich geh nicht weg, bevor du es nicht sagst, okay?“ Jay nickte leicht.

„Wollen wir uns was zu essen holen?“, fragte Hailey. Jay schüttelte mit dem Kopf und sah sie etwas unsicher an, bevor er flüsterte: „Mir… mir ist noch schlecht.“ Hailey musste sich zusammenreißen, um nicht breit zu grinsen. Jay war erneut über seinen Schatten gesprungen und hatte zugegeben, sich nicht wohl zu fühlen.

„Aber wenn du willst, hol dir was. Ich… ich gehe einfach mal da rüber zu Antonio und Gabby.“, erklärte Jay und atmete tief durch. Er war ein verdammter Soldat einer Spezialeinheit und würde es jawohl schaffen eine kleine Gartenparty zu überstehen.
Er steckte seine zitternden Hände in die Taschen und lief langsam zu Antonio. Er wollte sich so dringend normal fühlen. Die letzten Wochen hatten aber alles durcheinander gebracht. Sein unsicherer Blick fiel auf Hailey, die ihm aufmunternd zu lächelte.

Antonio und Gabby hatten Jay schnell in ein Gespräch verwickelt, auch wenn Jay eher zuhörte.  Ehe er sich jedoch versah, lachte er über Gabbys Erzählungen von Antonios ersten Grillversuchen als 10jähriger Junge und den daraus resultierenden zu Kohle verbrannten Würstchen.

Mit jeder Minute, die verging schien Jay etwas entspannter zu werden. Dennoch glänzte er immer mal wieder unsicher durch die Gegend, als müsste er sicherstellen, dass er weiterhin sicher sei. Doch ein Blick zu Hailey und Sam reichte ihm, um ihn wieder zu beruhigen, denn beide hatten ihn offenbar die ganze Zeit im Blick.

Immer wieder kam einer der Gäste zu ihm und erzählte ihm etwas und irgendwann war Jay offensichtlich entspannt genug, um seine Deckung über mehr als 10 Minuten fallen zu lassen.

„Wer hätte gedacht, dass er sich noch so entspannt.“, erklärte Mouse mit einem Grinsen neben Hailey, als Jay irgendwann sogar selbst etwas erzählte, als nur am Rand zuzuhören.

„Ja, er hat heute wirklich hart mit sich gekämpft. Typisch Jay, er hat so einen starken Willen und ist sich dessen nicht einmal bewusst.“, erklärte Sam und klopfte Mouse auf die Schulter. „Wollt ihr ein Bier? Ich hole uns welche.“ „Klar.“, kam fast im Chor zurück, bevor Mouse und Hailey von Adam in ein Gespräch verwickelt wurden.

Hank beobachtete derweilen, wie Trudy Jay überredete sich auch einen Teller zu nehmen. Er konnte immer noch sehen, dass Jay immer mal wieder nervös wurde von der ganzen Aufmerksamkeit, aber sich gerade vor Trudy und Adam stark zusammen riss. Dennoch sah er ihm deutlich an, dass er keinen Hunger hatte und nur Trudy zu Liebe mit zum Tisch ging, auf dem das ganze Essen aufgereiht war.

Als Trudy Jay alles zeigte, fiel dessen Blick auf einen Schokokuchen, auf dem mit blauen Buchstaben stand: „Nur für Jay!". Seine Augen fingen an zu glänzen.

„Ist nicht wahr.“, erklärte er überwältigt und nahm sich sofort ein Stück auf den Teller. Er fuhr wie zu Kindheitstagen mit dem Finger am Rand entlang und ließ den ersten Happs mit geschlossenen Augen auf seiner Zunge zergehen.

Dann durchsuchten seine Augen die Umgebung, bis er Hank fand. Dieser hob mit einem zufriedenen Lächeln seine Bierflasche und sagte „Cheers". Jay grinste wie ein Kind zu Weihnachten, als er Hank ein Danke schenkte.

Hank lachte auf, als er beobachte, wie Jay sein Kuchenstück wie ein rohes Ei zum Tisch brachte und dann genüsslich mit geschlossenen Augen aufaß, wobei er jeden einzelnen Happen zelebrierte. Es war, als hätte der Kuchen Jay völlig aus dem Geschehen heraus geholt. Vorbei war das nervöse Umherschauen nach einer vermeintlichen Gefahr oder das Unwohlsein wegen der vielen Aufmerksamkeit. Es war einfach Jay und der Kuchen, eine Erinnerung an eine gute Zeit mit seiner Mutter und vor allem ihrer Liebe.

Nachdem er fertig gegessen hatte, ging Jay zurück zum Buffet und schnitt für Hank auch ein Stück ab, welches er auf einen weiteren Teller legte. Dann machte er sich auf den Weg zu ihm und lächelte zufrieden, bis er hinter sich eine Stimme hörte, die sein Lächeln schlagartig gefrieren ließ.

„Hallo Jay.“
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