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"Der Toastangriff" & andere Träume, die zu unterhaltsam waren, um sie nach dem Aufwachen gleich zu vergessen

von Fiomymi
Kurzbeschreibung
SammlungAbenteuer, Humor / P16 / Het
06.05.2021
16.10.2021
5
7.871
2
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Dieses Kapitel
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06.05.2021 1.587
 
     TW:
Gewalt
Tod
Essen



Nacht vom 05. auf den 06.05.2021


Ich war am Meer, gemeinsam mit einem jungen Mann, der wahrscheinlich mein Freund war, allerdings war es schwer zu sagen, ob er der gleiche Freund war, wie der, den ich im wachen Leben hatte. Der Strand war leer und der Himmel war etwas bewölkt, die See war rau.
Trotzdem gingen wir schwimmen, ich tauchte unter und fürchtete schon, zu weit raus zu geraten. Zum Glück merkte ich beim Aufrichten, dass mir das Wasser stehend erst bis zum Bauch ging.
„Komm, lass uns weiter raus gehen, damit wir richtig schwimmen können!“, rief mein Freund, doch ich weigerte mich „Nein, das Meer ist zu gefährlich! Ich will lieber noch näher ans Land, bevor irgendeine Strömung uns weiter rauszieht!“
Widerwillig folgte mein Freund mir bis ins flache Wasser. Ein bisschen ließen wir uns von den das Ufer überflutenden Ausläufern der Wellen treiben. Die nahenden Wellen schoben uns ans Land, dann zogen sie uns über den Sand wieder ein Stück Richtung Meer.
Auch das war mir aber nicht ganz geheuer, außerdem war der Sand sehr rau, weshalb wir das Wasser verließen.
Zurück Zuhause färbte ich meinem Freund die Haare lila. Leider jedoch streifte er mit seinem Kopf immer wieder versehentlich an Wänden oder Möbeln und obwohl die Farbe nur von Directions, ging sie kaum mehr raus. Als ich meinen Freund frustriert darauf hinwies, legte er den Kopf stattdessen an meine Schulter. Zwar war meine Schulter dann lila, aber immerhin nicht die Wände. Und er sah so süß aus, so an meine Schulter gelehnt, dass ich ihm gar nicht mehr böse sein konnte.

Etwas später, vielleicht auch am nächsten Tag, vielleicht auch in einem Paralleluniversum, war ich gerade mit einer Veranstaltung mit der Uni fertig, die trotz Corona in Präsenz stattgefunden hatte. Vielleicht war es eine Klausur gewesen. Vor dem Gebäude der Uni war eine weitläufige Wiese, auf der sich viele der anderen Studierenden hingesetzt hatten. Manche aßen etwas, andere unterhielten sich, machten Videos als Erinnerung. Es war warm, bestimmt war es schon Sommer.
Ich saß, wie ich das bei großen Gruppen immer gerne tue, etwas abseits von den anderen und um nicht zu unbeschäftigt zu wirken, war ich am Handy. Die Videos, die die anderen machten, wurden gleich in die Gruppe geschickt, bei einem war ich im Hintergrund und sah irgendwie cool aus, weshalb ich das Video pausierte und einen Screenshot machte.
Dann fing in der What'sApp-Gruppe ein Streit an, warum denn trotz Corona so ein Picknick gemacht werden würde – und das war ja auch wirklich verantwortungslos. Ich beobachtete die Diskussion und machte mir eine geistige Notiz, welche Studierenden wie agierten, welche eher verantwortungsbewusst und welche eher auf Spaß aus waren.

Anschließend befand ich mich in einem Gebäude, von den anderen Studierenden war nichts mehr zu sehen.  Ich verfolgte einen jungen Mann bis vor die Tür des Hauses. Ich wusste, dass er ungute Dinge plante und um ihn davon abzuhalten, diese in die Tat umzusetzen, klappte ich einen gigantischen, belegten Toast über ihn. Dieser Toast hatte etwa zwei Meter Durchmesser. Ich schlich mich von hinten an und als er gar nicht damit rechnete (denn wann rechnet man schon damit, von einem Toast eingeklappt zu werden?), stülpte ich den Toast über ihn.
Im anschließenden Handgemenge verschwand auch ich halb in den Toastbestandteilen, bis ein anderer Mann kam.
Der andere Mann zeigte sich entsetzt über meinen Toast-Angriff und da er eine hohe Position innehatte, musste ich mit ihm mitkommen.
Er führte mich zu einer Art Reithalle, in der auch tatsächlich ein anderer Mann auf einem schwarzen, großen Pferd wartete. Ich dagegen hatte kein wirkliches Pferd, sondern das Steckenpferd, mit dem ich, als ich jünger war, gerne und viel gespielt hatte. Ich schwang mich also auf Romeo – so hieß das Steckenpferd – und ritt los.
Zu dem Zeitpunkt war ich überzeugt, dass das ganze Geschehen etwas war, das ich mir vorstellte, während ich irgendwo unterwegs war. Es beängstigte mich etwas, dass ich mir die anderen so klar vorstellte, dass ich nicht mehr wusste, wo ich in Wirklichkeit war. Außerdem war ich mir sicher, dass ich als einundzwanzigjährige auf einem Steckenpferd einige irritierte Blicke ernten würde.
„Egal jetzt, dann sind die Leute halt irritiert!“, beschloss ich, die reale Welt nicht zu beachten.
In diesem Moment ließ der Reiter sein Pferd auf mich zu reiten, ich gab also Romeo die Zügel und rannte/ritt los. Glücklicherweise war ich mit Romeo genauso schnell wie mit einem wirklichen Pferd.
Ich merkte, dass der Reiter es auf mich abgesehen hatte. Vermutlich sollte ich für den Angriff mit dem Toast gelyncht werden.
Es entbrannte also eine Verfolgungsjagd durch die Reithalle, hin und her, nach einer Weile kam sogar ein zweiter Reiter dazu, der es ebenfalls auf mich abgesehen hatte.
Mein Vorteil war, dass Romeo viel wendiger war. Ich bog oft im letzten Moment scharf ab, machte mitten im Rennen eine Kehrtwende oder huschte schnell zur Seite, bevor man mich erwischte.
Romeo war unermüdlich und es sah gut für mich aus – bis einer der Reiter genug hatte und eine Pistole rausholte.
Er schoss mehrmals auf mich, ich ritt Ausweichmanöver, aber als eine Kugel mich am Rücken traf, merkte ich, dass ich Kugeln nicht so einfach ausweichen konnte, Wendigkeit hin oder her.
Ich ritt also durch das Tor nach draußen. Ich hatte das noch nicht früher getan, weil ich beim reinen Verfolgen gehofft hatte, dass mein Sieg akzeptiert werden würde, doch hier wurde nicht mit fairen Mitteln gekämpft. Auch machte ich mir Sorgen um Romeo, der sich inzwischen immer mal kurz in ein richtiges Pferd verwandelte. Zwar zielten die Männer auf mich, aber ich wollte nicht riskieren, dass mein tapferes Pony eine Kugel abbekam. Zum Glück störte mich die eine Kugel in meinem Rücken nicht sonderlich, aber sollten es mehr werden. könnte das auch für mich gefährlich werden.
Als ich hinaus in die Stadt ritt, waren schon alle Sicherheitsleute informiert und hatten es ebenfalls auf mich abgesehen.
Ich zog die Mütze, die ich plötzlich trug, über meine kurzen Haare und schon den Padawanzopf (den ich auch in echt habe), unter den Kragen des T-Shirts, während ich mit Romeo durch eine Fußgängerzone stürmte.
Die Verfolgungsjagd wurde immer gefährlicher und schließlich rief ich aus, dass ich die Stadt auf ewig verlassen würde. Ich wusste, dass sie mich dann nicht erschießen würden, solange ich schnell genug weg war.
Zu diesem Zeitpunkt befand mich in einem etwas höherliegendem Teil der Stadt, die an einem Hang lag und als ich mich umschaute, war nirgendwo ein Ende der ewig grauen Häuser zu entdecken.
Doch stehen bleiben war keine Option. Ich ließ Romeo also weiter rennen, in der Hoffnung, aus dieser Stadt herauszukommen und tatsächlich erreichten wir schließlich den Stadtrand.
Zwei Zuggleise trennten uns von der Wildnis. Leider waren diese Zuggleise sehr befahren, es gab kaum eine Lücke zwischen den ICE, die beide Gleise entlangbretterten. Aber ich hatte keine Wahl.
Ich ließ Romeo also losrennen, hinter einen Zug vorbei, ein anderer kam und im letzten Moment sprang Romeo direkt vor dem Zug über das Gleis.
Nun war es fast geschafft.
Ich ritt weiter, an meiner Rechten war nun die alte Stadtmauer, während an meiner Linken eine Autobahn war, hinter der die Wildnis anfing.
Ich stieg von Romeo ab und ließ ihn neben mir herlaufen. Nach all der Anstrengung hatte er sich etwas Ruhe verdient. Es war nicht nötig, ihn am Zügel zu halten, ich wusste, dass er nicht weglaufen würde.
Bald kamen wir zu einer Autobahnbrücke, die eine etwas wackelige Hängebrücke war. Ich ging voran, zwar schwankte die Brücke sehr und hatte auch an einer Seite keinen Zaun, aber es gelang mir, sie zu überqueren. Auch Romeo kam hinterher, ohne dass ihm etwas passierte.
Von der Autobahn aus gesehen lag der Wald etwas höher und auf dem Hang wuchs nur Gras.
Am Waldrand warteten drei Leute auf mich, es waren drei meiner Anhänger.
Einer von ihnen, er war vielleicht Anfang zwanzig und hatte blonde, schulterlange Locken, ergriff das Wort: „Wohin gehst du jetzt? Wann kommst du wieder?“
Ich seufzte: „Ich werde erst in ein paar Generationen wiederkommen.“
Die Tatsache, dass bis dahin keiner der drei mehr leben würde und wir uns damit nie wieder sehen würden, hing unausgesprochen in der Luft.
„Es waren so viele gegen mich gewesen. Ich kann nicht bleiben. Ich weiß, dass ihr auch ohne mich zurechtkommen werdet.“
Schweren Herzen verabschiedete ich mich von den Dreien. Sie würden auch meinen anderen Anhängern weitergeben, was ich gesagt hatte. Vielleicht würde die Stadt in ein paar Generationen reif für mich sein. Ich hatte schon immer Feinde gehabt, die nur darauf warteten, dass ich etwas falsch mache, aber das so viele mich aufgrund eines – zudem berechtigten – Toast-Angriff töten wollten würden hatte ich nicht erwartet. Aber gut, ich wollte mich niemandem aufzwingen. In ein paar Generationen würde alles vergessen sein. Wenn ich dann wieder kommen würde, würden mich die Bewohner*innen vielleicht angemessener behandeln können. Es tat mir leid für die, die mir treu geblieben waren, aber es waren zu wenige gewesen und zu viele hatten mich verraten.
Dann verschwanden Romeo und ich im Wald.


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Hallihallo!
Vielen Dank für's Lesen dieses Kapitels!
Ich sollte zwar eigentlich gerade ein paar online Vorlesungen angucken, aber na ja, man muss halt Prioritäten setzen.
Ich hoffe, ihr fandet den Traum unterhaltsam. Ich habe hier - und werde das auch in den nächsten Kapiteln so machen - wirklich nur geschrieben, was ich genau so geträumt habe. Erscheint also etwas unlogisch, gebt gerne meinem Unterbewusstsein die Schuld! xD
Habt noch einen schönen Tag,

Fiona
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