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TKKG-Überraschung in Norwegen

von Nimue1979
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Gabriele "Gaby" Glockner Karl "der Computer" Vierstein Peter "Tim" Carsten Willi "Klößchen" Sauerlich
06.05.2021
16.06.2021
18
22.622
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Dieses Kapitel
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02.06.2021 1.340
 
Das war praktisch daran, daß es hier im Sommer nicht richtig dunkel wurde, bei so einem Notfall wie jetzt konnte man die Suche viel effektiver durchziehen, weil es einfach viel länger hell genug war. Wir gingen wieder zu dem Treffpunkt der Suchtrupps. Gaby und Karl waren dabei sich unser Proviant geben zu lassen und ich und Tim standen an, um uns wieder als Suchteams eintragen zu lassen.

Ich hatte Karl meine Schokolade gegeben und beobachtete, wie er gerade dabei war eine Flasche Cola und eine Flasche Schorle einzupacken als Tarjei und Eva rausgestürmt kamen und verkündeten: „Die Suche kann abgesagt werden, die Polizei hat soeben angerufen, sie haben Josefine gefunden. Sie lebt und ist augenscheinlich unverletzt. Sie bringen sie dennoch nach Odda ins Krankenhaus. Wir werden sofort losfahren und hoffen, daß sie wirklich in Ordnung ist. Danke an alle Helfer. Wir müssen jetzt los, wenn irgendwas ist, wendet euch bitte an Frida. Danke.“ Und dann stürmten sie auch bereits weiter.

„Das ist ja super! Dann könnten wir uns ja auch noch mal eine Runde aufs Ohr legen“, schlug ich hoffnungsvoll vor.

„Ach Klößchen. Es ist natürlich super, daß die kleine Josefine wohlbehalten gefunden wurde. Aber jetzt sind wir doch schon wach, dann können wir die Zeit auch wirklich besser nutzen. Wir sind nicht zum Schlafen hier!“, meinte Gaby. Doch ich sah das ganz anders. Wir hatten Ferien, da kann man doch auch mal sich ausschlafen. „Wie wäre es mit einer Fahrradtour? Wir könnten die Suchstrecke von Tim und mir gestern nochmal mit dem Fahrrad abfahren, die war wirklich wunderschön“, schlug Gaby vor.

Sofort war Tim begeistert, war ja klar. Erstens kam die Idee von Gaby und Zweitens klang das nach Sport. Leider gefiel Karl der Vorschlag auch ganz gut, also war klar, daß ich mich auch anschließen würde. „Na gut, aber nur wenn wir davor Zeit für ein ordentliches Frühstück haben“, stellte ich zur Bedingung auf.

Wir teilten uns bis zum Frühstück auf. Ich wollte noch die Toilette aufsuchen, Tim wollte derweil die Karte mit der Route und sein Handy aus dem Zelt holen, Gaby sich um das restliche Proviant für uns vier kümmern und Karl wollte sich bei den Eltern von Kjell erkundigen, ob wir uns vier Fahrräder und Helme ausleihen konnten.

Wir trafen uns am Frühstückstisch wieder. Immerhin waren sie einverstanden gewesen, aber unter einem ordentlichen Frühstück verstand ich etwas anderes. Es war viel zu wenig und es gab nicht mal Kakao dazu, von einem Schokopudding zum Nachtisch ganz zu schweigen.

Bereits um 7 schwangen wir uns in die Sättel der Mountainbikes und fuhren los. Karl fuhr direkt vor mir mit dem Mountainbike. Die Fahrradtour war irre anstrengend, weil wir irgendwie immer nur Berge hochfuhren und was für welche. Ich war, trotz milder Temperaturen schon nach kurzer Zeit dabei in einer Schweißpfütze zu zerfließen, als wäre ich ein Schneemann im Frühling.

Zunächst nur unbewusst schaute ich auf Karls Po vor mir und ich vergaß bei dem Anblick ein klein wenig, wie anstrengend das gerade war. Mir war das zuvor nie aufgefallen, wie gut das aussah, wenn Karl in den Pedalen stand und strampelte. War das eigentlich normal? Ich musste an unsere Küsse denken, wie gut er sich angefühlt hatte, wie zart seine Lippen waren, wie weich seine Haare unter meinen Händen waren, wie stark mein Herz in meiner Brust gesprungen war. Und an die letzte Nacht. Auch jetzt hüpfte mein Herz in meiner Brust und verursachte ein ganz warmes und flaues Gefühl in mir. Nein ich glaubte selbst nicht, daß das nur von der Anstrengung kam, sondern das war eindeutig der Anblick von Karls Hinterteil und meine Erinnerung, die das Herzklopfen auslösten. Ich schaffte es so gerade irgendwie immer hinter Karl zu bleiben und stets meinen Blick darauf zu richten. Es spornte mich an, obwohl ich kräftemäßig vollkommen fertig war.

Als wir endlich eine Rast machten, fiel ich ins Gras und schnaufe wie eine Dampflock. „Ich brauche jetzt mindestens zwei Liter Cola!“, verlangte ich schnaufend, obwohl ich wusste, daß ich damit keine Chance hatte. Karl hatte für mich lediglich einen halben Liter eingepackt. Wie gestern gab es für jeden einen halben Liter Softdrinks nach Wahl plus Wasser für die Helfer bei der Suche.

Gaby lachte und erwiderte: „Du glaubst doch nicht, daß ich Cola in die Provianttasche gepackt haben. Die eignet sich nicht zum Trinken beim Sport. Nee, nee, die habe ich zurück gegeben und stattdessen etwas mehr Wasser eingepackt, frisches Mineralwasser, genau das, was der Körper braucht nach sportlicher Anstrengung.“

„Du vielleicht. Ich brauche etwas zum Wachwerden mit Geschmack und Zucker“, widersprach ich genervt und verlangte: „Dann gib mir aber wenigstens die Schokotafel aus der Provianttasche.“

„Oh die habe ich auch wieder aus der Tasche rausgenommen, sonst hätten die Bananen nicht mehr reingepasst behauptete Gaby und gab mir gerade den Todesstoß.

„WAS? Das ist nicht dein Ernst! Was soll ich denn jetzt essen?“, fragte ich geschockt.

„Na eine Banane, so wie wir auch, ich habe extra 4 Stück eingepackt“, sagte sie völlig ernst .

„Ihr wollt mich umbringen, Hilfe. Das ist Folter!“, beschwerte ich mich lautstark.

„So ein Quatsch Mineralwasser und Banane ist jetzt viel besser als Cola und Schokolade, abgesehen davon, kannst du doch jetzt noch keinen richtigen Hunger haben. Das Frühstück ist doch gerade mal drei Stunden her“, sprang Tim für sie ein. Dabei sollte er es besser wissen. Er wusste doch sehr genau, wie groß mein Hunger jedesmal war.

„Hab ich aber und nur so eine kleine Banane und Wasser ist  doch nicht ausreichend für meine Masse“, warf ich trotzig entgegen.

„Dann wirst du eben etwas Masse verlieren. Das ist doch toll“, sagte Gaby und klang begeistert.

„Wenn du magst ich habe statt Wasser Saftschorle in meiner Getränkeflasche“, bot mir Karl hilfsbereit an.

„Du bist mein Retter, Karl“, sagte ich dankbar und Karl nahm seine Getränkeflasche, trank selbst einen Schluck daraus und reichte sie mir noch fast voll weiter.

Ich nahm die Flasche entgegen und als ich gierig daraus trank, musste ich daran denken, daß soeben Karls Lippen noch die Flasche berührt hatten und jetzt meine. Sofort wanderten meine Gedanken wieder an gestern Abend zurück. An das schöne Gefühl unserer Lippen die einander berührt hatten.

„Warum machst du das Karl? Klößchen würde es nur gut tun, wenn er mal nur Wasser trinkt“, sagte Gaby.

„Saftschorle ist da auch nicht viel schlechter, aber das ist immer noch Willies Entscheidung, was er essen und trinken möchte“, stellte Karl deutlich klar.

„Es wäre aber für ihn besser, wenn er mal ein paar Kilo abnehmen würde“, entgegnete Gaby.

„Das ist aber nicht eure Entscheidung sondern seine. Wenn Willie abnehmen möchte, würde ich ihn sofort dabei unterstützen, wenn er das aber nicht möchte, bringt es auch nichts. Übrigens hat er auch jetzt schon erkennbar abgenommen“, beharrte Karl weiter.

„Aber schau mal, Klößchen ist total super und hatte bisher trotzdem noch keine Freundin. Das wäre bestimmt anders, wenn er mal endlich wenigstens ein paar Kilo abnehmen würde“, behauptete Gaby.

„Das ist doch Blödsinn, Gaby“, entgegnete Karl scharf. Einen Moment fürchtete ich, daß Karl etwas Herausrutschen könnte von wegen, daß ich ja gar keine Freundin haben wollte, schließlich hatte ich ja ihn, aber Karl sagte nichts in die Richtung. Obwohl es gerade um mich ging, sagte ich nichts mehr.

„So meinst du? Ich sehe das völlig anders. Ich kenne mehrere Mädchen, die Klößchen nett und lustig finden, aber -“, fing Gaby hartnäckig an.

Doch Karl unterbrach sie energisch: „Nix aber. Enweder sie finden ihn gut, dann sollte ihnen sein Übergewicht egal sein, oder sie finden ihn nicht gut, dann ist das eben so. Jemanden nur gut finden, wenn er schlank ist, ist total oberflächlich.“

„Karl hat Recht“, meinte nun auch Tim zustimmend. „Das war wohl doch eine ziemlich blöde Idee von uns.“

Und dann gab auch Gaby entschuldigend zu: „Ja vielleicht habt ihr ja Recht, aber ich habe es doch gut gemeint. Ich wollte doch nur das Beste für ihn und es war hier eine einmalig gute Gelegenheit.“

Auch wenn ich wirklich kurz sauer war nahm die Entschuldigung an. Ich wollte nicht streiten und ändern ließ es sich sowieso nicht mehr.
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