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Wo warst du?

von chocklate
Kurzbeschreibung
CrossoverFamilie / P12 / Gen
Wincent Weiss
05.05.2021
02.12.2022
29
50.563
 
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.08.2021 2.289
 
Kapitel: 11. Road Trip. Teil: 2.



„Das ist Wahnsinn Wincent bei diesen Temperaturen…wir haben an die Vierzig Grad“, sagte Brian, aber Wincent ging einfach weiter und Brian überlegte, mit was er sich über Wincent unterhalten sollte.
„Dann geh doch wieder zurück. Ich halte dich nicht auf“, erwiderte Wincent. Brian seufzte. „Was bist du eigentlich so…genervt?“, fragte Brian. Wincent blieb stehen. „Ich? Gar nicht“.
„Doch und ich glaube es hat was mit Baylee‘ s Freundin zutun hab ich Recht“, erwiderte Brian. Einen Moment sah Wincent seinen Vater geschockt an. „Wo…“, doch Wincent stockte.
„Als Baylee gesagt hat, dass Nina seine Freundin ist, sprach dein Gesicht Bände und da habe ich eins und eins zusammengezählt. Du hattest was im Club mit ihr richtig“, sagte Brian.
„Selbst wenn was, geht es dich an? Die ganzen Jahre hat dich sowas doch auch nicht interessiert, oder warst nicht da also, warum spricht du mich jetzt darauf an?“, wollte Wincent wissen. „Weil du ja sonst nicht mit mir redest und wie oft soll ich noch sagen, dass ich nicht wusste, dass ich noch einen Sohn habe“, erwiderte Brian.
„Wenn wir pünktlich beim Staple Center sein wollen, sollten wir uns beeilen“ sagte Wincent nur und ging weiter. Wieder seufzte Brian, ehe er seinem Sohn folgte.

Eine ganze Weile gingen die Beiden stillschweigen durch die Gegend, oder man könnte eher Wald sagen, denn um ihnen herum sah man nichts weiter, als Büsche und Bäume.
In weiter Ferne jedoch konnte man einige Berge und Häuser erkennen. Normalerweise hörte man in  dieser Gegend die Vögel zwitschern, aber heute war es für die Vögel wohl auch zu heiß, aber dafür konnte man den Duft von Apfelbäumen wahrnehmen.

„Das war eine doofe Idee Wincent. Ich hab keine Ahnung, wo genau wir uns befinden“, sagte Brian. „Ich dachte du warst mit den Jungs in dieser Gegend schon öfters?“, wunderte sich Wincent. „Schon, aber nicht um Waldspaziergänge zu machen“, erwiderte Brian. „Dann schaue ich mal im Navi nach“, erwiderte Wincent, holte sein Handy hervor und wollte die Navi App betätigen, aber es gab keinen Empfang. „Na toll“, fluchte Wincent.
„Hätte ich dir gleich sagen können“, erwiderte Brian der sich gerade den Schweiß von der Stirn weg wischte. „Kannst du etwa schon nicht mehr“, meinte Wincent ironisch. „Ich ja…ich mache mir da eher Sorgen um dich. Europäer sind solche Temperaturen nicht gewohnt“, sagte Brian. „Du brauchst dir um mich keine Sorgen zu machen. Ich trainiere viel“, erwiderte Wincent. „Mag sein, aber es ist eine verdammt lange Strecke“, wusste Brian. „Wie schon gesagt dann, geh zurück und bestell dir nen Taxi“, meinte Wincent und ging weiter. Brian seufzte und blickte zum Himmel empor. „Bitte lieber Gott mach irgendwas, was uns Beiden endlich näher bringt denn sonst weiß ich nicht, wie ich das überleben soll“, murmelte Brian, ehe er seinem Sohn folgte.

Die Beiden bahnten sich weiter ihren Weg durch den Dschungel der aus Büschen und Bäumen bestand und hin und wieder mussten sie einige im wegstehende Äste beiseiteschieben, wobei Brian einmal einen Ast direkt ins Gesicht abbekam, da Wincent den Ast zuvor weg gedrückt hatte. Brian versuchte seinen langsamen Ärger runterzuschlucken. Brian und Wincent hatten das Gefühl als wären sie auf einer Wanderung die einfach kein Ende nehmen wollte und nur aus kleinen Hügeln die entweder hinauf, oder hinunter gingen bestand und als wäre das nicht schon nervig genug, so schien die Sonne direkt über sie und Beiden lief der Schweiß von der Stirn. Doch keiner der Beiden wollte eine Pause einlegen.

„Jetzt mal ehrlich Wincent. Hattest du was mit Baylee‘ s Freundin“, versuchte Brian abermals ein Gespräch anzufangen. „Wie erwähnt was geht es dich an?“, erwiderte Wincent nur.
„Eigentlich nichts, aber da Baylee mein Sohn ist genauso wie du, möchte ich dir nur sagen das, wenn Baylee das herausfindet, das ihm das dann sein Herz brechen würde, weil er Nina so liebt und wenn er erfährt, dass ausgerechnet sein Bruder was mit ihr hatte“, sprach Brian und wäre beinahe in Wincent hineingelaufen, da Wincent einfach stehen geblieben war.
„Erstens…ich habe keinen Bruder okay und du bist auch nicht Vater…begann Wincent aufgebracht, woraufhin Brian ihn einen Moment sprachlos ansah…Du bist einfach nur eine fremde Person die auf einmal nach sechsundzwanzig Jahren auftaucht und denkt, dass ich von jetzt auf gleich einen auf Happy Family mache…Nein werde ich nicht und ja ich hatte dann anscheinend was mit der Freundin des Sohnes, aber es hatte für mich keine Bedeutung das war nur just for fun gewesen und ich werde es Baylee auch nicht sagen und jetzt hör auf mich damit zu nerven okay“, unterbrach Wincent Brian und ging wieder einmal einfach weiter, während Brian ihm verzweifelt hinter her blickte. Kopfschüttelnd murmelte Brian:„Es ist einfach hoffnungslos“.

Wieder herrschte eine Stille zwischen Brian und Wincent. Hin und wieder blickte Brian verstohlen zu seinem Sohn und wünschte sich, dass Nick hier wäre, denn er könnte einen guten Ratschlag von seinem besten Freund gebrauchen.


*****


Währenddessen befanden sich die anderen Jungs Nick, Kevin, Howie und Aj bereits im Staple Center. „Wo bleiben die denn?“, wunderte sich Nick, da Brian sonst immer einer der Ersten ist. „Keine Ahnung sieht Brian gar nicht ähnlich, dass er zu spät kommt“, erwiderte Kevin. „Eben Brian ist immer der Erste“, wusste Nick, aber dass sein bester Freund noch immer nicht da war machte Nick ein wenig nervös.
Nick fischte sein Handy aus der Tasche und rief Brian an. „Mailbox?“, wunderte sich Nick und sah die Jungs an. „Ob was passiert ist?“, klang es besorgt von Howie. „Vielleicht ist er ja nur im Stau. Ihr wisst doch, wie die Straßen in L.A sind“, sagte Aj. „Ja das wird es sein. Dann, fangen wir einfach schon mal mit dem Soundcheck an“, erwiderte Nick, nahm sich ein Mikrofon und hoffte innerlich, dass sein bester Freund wirklich nur in einem Stau steckte.


*****


Doch Brian befand sich in keinem Stau, sondern ging stillschweigend neben seinem Sohn her und so langsam wurde Brian die Stille unangenehm und abermals versuchte er ein Gespräch anzufangen.

„Es tut mir leid Wincent, aber du kannst mir glauben…hätte ich gewusst, dass du mein Sohn bist, dann hätte ich“, doch Brian stockte, als Wincent stehen blieb und ihn ausdruckslos ansah. „Dann hättest du was gemacht? Ist dir eigentlich klar, wie ich mich gefühlt habe ohne Vater? Ich kann es dir sagen…beschissen. Als ich meinen ersten Liebeskummer hatte, oder meine ersten Schritte gemacht habe, oder wenn Vatertag immer war und ich dann was mit einem Opa machen musste nur, weil du nicht da warst weißt, du wie das war?“, schrie Wincent schon fast. Brian schluckte schwer. „Sag es, wie es war“, murmelte Brian. „Einfach nur beschissen. Und dann kommst du daher und denkst, du und ich könnten…“, fügte Wincent aufgebracht hinzu. „Wincent es tut“, fing Brian an. „Ja lass stecken. Ich brauche dich nicht“, meinte Wincent und als Brian dies hörte, hatte er für einen Moment das Gefühl, als ob sein Herz aufhörte zu schlagen. „Wincent ich…“, murmelte Brian, brach aber direkt ab da er begriff, dass sein Sohn einfach nichts mit ihm zutun haben wollte.

Seufzend machte sich Brian wieder auf den Weg und hatte jegliche Hoffnung dass aus ihm und seinem Sohn noch was werden könnte verloren.

Wieder gingen sie Hügel hinauf und wieder hinab,während es immer später wurde, als Brian auf einmal sagte:„Na endlich gibt es wieder Empfang“. Sofort wählte er Nick‘ s Nummer.

„Alter wo bleibst du? Bist du nach Timbuktu gefahren oder was?“, vernahm Brian aufgebracht die Stimme seines besten Freundes. „Sorry Nick. Das Auto hat ne Panne und Wincent und ich mussten es stehen lassen und befinden uns in einem Dschungel und ich kann dir noch nicht mal ansatzweise sagen, wie weit wir noch vom Staple Center entfernt sind“, erklärte Brian. „Wie stehen lassen? Was ist denn mit dem Auto? Alter in drei Stunden müssen wir auf die Bühne“, erwiderte Nick. „Ich schätze mal, dass wir es bis dahin nicht schaffen werden ihr müsst“, sagte Brian und zuckte kurz zusammen, als Wincent auf einmal aufgebracht und geschockt rief:„Was?“.

„Was…?“, murmelte Brian verwirrt und sah zu Wincent, der fassungslos auf sein Handy starrte. „Wie was? Brian was ist los?“, wollte Nick wissen. „Sorry Bro ehm…ich…muss mich um meinen Sohn kümmern. Fangt einfach schon mal ohne mich an, bis dann“, beendete Brian das Telefonat, steckte sein Handy wieder in die Hosentasche und näherte sich Wincent langsam.

Als er vor Wincent stehen blieb, betrachtete Brian seinen Sohn einen Augenblick und als er Wincent‘ s Gesichtsausdruck sah, blieb ihm kurz das Herz stehen. Wie ein Häufchen Elend sah Wincent aus. Vorsichtig hockte sich Brian zu ihm hin. „Wincent was…was ist denn los?“, begann Brian. Doch Brian vernahm nur das Schluchzen seines Sohnes wahr. Brian sah, das Wincent sein Handy in der Hand hielt und schaute drauf. Auf dem Handy sah man ein Foto von einer blonden jungen Frau zusammen mit ihrem Freund die ein Ultraschallbild in den Händen hielten. So langsam begriff Brian und sah seinen Sohn mitfühlend an. Denn die junge Frau auf dem Foto war die Ex von Wincent und sie erwartet ein Kind, aber nicht von Wincent. Es brach Brian das Herz seinen Sohn so zusehen da er wusste, dass Wincent sich eigentlich eine Familie mit seiner Ex gewünscht hatte und das er sie sehr geliebt hat, aber als das mit der Musik begann, zerbrach die Beziehung.

„Ach Winent“, klang es mitfühlend von Brian und nahm seinen Sohn in die Arme. „Man das…das…schluchzte Wincent…ich war fünf Jahre mit ihr zusammen, wir haben schon über Kinder gesprochen und jetzt? Mit ihrem neuen Kerl ist sie gerade erst zwei Jahre zusammen und bekommt jetzt ein Kind mit ihm? Das…das ist…“. Wincent löste sich von Brian und ging aufgebracht auf und ab. „Nach zwei Jahren schon das…man ich…“, sagte Wincent. Brian beobachtete ihn, bevor er ihn abermals in den Arm nehmen wollte, aber Wincent wehrte sich zunächst, doch Brian schaffte es, dass Wincent sich schließlich wie ein Klammeräffchen an Brian festhielt, seinen Tränen freien lauf ließ und schließlich schluchzend zusammen sackte.

Brian hockte die ganze Zeit bei ihm und strich ihm sachte über den Rücken um ihn ein wenig zu trösten. „Man ich…ich hab sie so geliebt weißt du. Das, was ich bei ihr gefühlt hatte das…das hatte ich vor ihr noch bei keiner anderen gehabt und…und das sie jetzt mit einem anderen Kerl ein Kind das…“, schluchzte Wincent und sah seinen Vater mit feuchten Augen an. Brian wischte ihm die Tränen weg. „Auch, wenn das jetzt vielleicht nicht so gut klingt, aber vielleicht sollte es mit ihr dann nicht so sein, vielleicht möchte der Herr, dass du die Richtige bekommst und vielleicht war sie dann einfach noch nicht die Richtige“, sprach Brian ruhig. „Nicht die Richtige? Sie war die Richtige und du hast im Flugzeug zu mir gesagt, dass ich kämpfen sollte“, erinnerte Wincent seinen Vater.  „Ja habe ich, aber da wussten wir ja noch nicht, dass sie bereits schwanger ist, aber vielleicht hält das ja auch nicht ewig wer weiß? Was ich dir jetzt nur raten könnte ist, dass du…so schwer es auch ist und ich weiß Liebeskummer ist blöd, aber du musst sie vergessen und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass du eines Tages die Liebe deines Lebens findet und mit ihr auch glücklich sein wirst und eine Familie haben wirst…du musst nur daran glauben“, sagte Brian. Wincent sah ihn an. „Ich weiß nicht, ob…“, doch Wincent brach den Satz ab. „Was weißt du nicht?“, wollte Brian wissen. „Ob ich je wieder eine Frau so lieben kann, wie sie“, gestand Wincent. „Das wirst du auch, wenn du jetzt denkst, dass es nicht so werden könnte, aber das wird es“, erwiderte Brian. „Aber woran erkenne ich, ob es irgendwann die Richtige ist? Seit meiner Trennung will es bei mir und den Frauen nicht klappen, entweder bin ich für sie zu junghaft, oder die wollen einfach nur mit dem Musiker Wincent zusammen sein…wie also, weiß ich dann, ob es die Richtige ist?“, wollte Wincent wissen. Brian lächelte: „Wenn sie dich anlächelt und dir dabei warm ums Herz wird, wenn sie dich so nimmt, wie du bist, wenn sie Verständnis dafür hat, was du beruflich machst und, wenn sie jeden Tag auf dich wartet ganz egal, wie viele Kilometer euch auch trennen dann, weißt du das sie die Richtige ist“, erklärte Brian und fügte hinzu:„Dein Herz wird es dir dann auch zeigen“. Wincent sah bedrückt zu Boden. Brian hob sein Kinn an, damit Wincent ihn ansehen konnte. „Du bist mein Sohn…ein gut aussehender, talentierter, einfühlsamer, liebevoller, manchmal auch etwas verpeilter junger Mann mit einem großen Herzen und wenn das keine sieht, dann ist sie blind…“,lächelte Brian. Auch Wincent lächelte. „Was ich damit sagen will ist, auch, wenn das jetzt alles für dich auf gut deutsch gesagt beschissen ist…du wirst eines Tages dein Glück an deiner Seite haben. Du musst einfach nur geduldig sein und ganz fest daran glauben“, sagte Brian.

Wincent sah ihn an und hatte so langsam das Gefühl, dass er keiner fremden Person mehr gegenüber saß, sondern seinem Vater. „Dad“, murmelte Wincent. Brian war sich nicht sicher, ob er richtig gehört hatte. „Ehm…ja?“. Da umarmte Wincent seinen Vater und Brian war mit solch einer Reaktion überrascht, dass sowohl Brian, als auch Wincent zu Boden fielen bzw; Wincent auf Brian, bevor Brian seinen Sohn schließlich ebenfalls drückte. „Danke“, murmelte Wincent und Brian huschte ein Lächeln über‘ s Gesicht. Sollte dies endlich die Wende sein? „Nichts zu danken. Okay jetzt müssen wir nur noch aus diesem Dschungel heraus“, lächelte Brian. „Ja das wäre super“, sagte Wincent. „Na dann weiter geht‘ s“, erwiderte Brian, richtete sich auf und ging dann mit Wincent weiter.
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