Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Eifersucht ist die Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Mix
Megumi Fushiguro OC (Own Character) Ryomen Sukuna
05.05.2021
23.09.2022
6
6.507
7
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
23.09.2022 2.179
 
Sukuna

Sukuna hatte schon viele Feinde in seinem Leben gehabt. Eine Tatsache, auf welche er sehr stolz war, denn dies bedeutete, dass er von hoher Bedeutung war – mächtig und gefährlich. Doch bisher war keine von ihnen eine Hexe gewesen, die er zu allem Übel verführen sollte. Ihm stellten sich die Haare zu Berge bei dem Gedanken an Süßholzgeraspel und Liebkosungen mit Akira. Ekel – er ekelte sich vor ihr wie vor einer Made, die ihm Müll suhlt. Was fand Megumi nur an ihr? Sie war so schwach und hässlich. So dumm und einfach, so irdisch.
Je länger er sie beobachtete, desto mehr langweilte sie ihn mir ihrer irdischen Lebensweise.  Jämmerlich!

Es war schon später Nachmittag und Yuuji hatte sein Training für den Tag beendet, als er sich zu Megumis Verdruss schnell von diesem verabschiedete mit der Ausrede: ihm sei spontan etwas dazwischengekommen. Megumi sah verwirrt aus, gar zweifelnd und Nobara verzog nur das Gesicht. Wahrscheinlich hatte sie ihn im Nachhinein gedeckt mit einer besseren Ausrede, aber das hatte Sukuna nicht mehr mitbekommen, da Yuuji schon davon gehechtet war, um  frische Kleidung anzuziehen. Er zog einen anthrazitfarbenen Anzug an, den Yuuji und Nobara bezahlt hatten zur Durchführung ihres Plans. Er war nicht allzu teuer, aber auch nicht wirklich billig, weshalb Nobara genervt beim Bezahlen den Kiefer anspannte.
Sukuna mochte den Anzug halbwegs oder besser gesagt mochte er, wie er im Anzug ausschaute. Er sah gut darin aus, rasiermesserscharf und gerissen wie ein Wolf, aber je länger er sich im Spiegel betrachtete, das tat er im Allgemeinen wirklich gerne, desto mehr übermannte ihn ein Gefühl des Ekels...

Es war kurz vor Schulschluss und Yuuji war noch gut zwei Kilometer von Akiras Schule entfernt. Er durfte sie nicht verpassen, Sukuna durfte sie nicht verpassen. Also rannte er, so schnell ihn seine Beine tragen konnten zu Akiras Schule, welche Nobara in Erfahrung gebracht hatte. Er war sogar 6 Minuten zu früh da, also wartete er in der Nähe des Eingangstores auf das Läuten der Schulglocke zum Schulschluss. Sukuna pfiff anerkennend.
„Sogar pünktlich, Bengel“, lobte er spöttisch, während Yuuji mit tiefen Atemzügen seinen Puls runterzufahren. Lässig – sie mussten lässig und cool wirken. Nicht, als würden sie verzweifelt Akira hektisch auflauern.
„Jetzt bist du an der Reihe...Und stell ja keine krummen Dinger an“, mahnte Yuuji den Fluch, als er seinen Ruhepuls erreicht hatte.
„Ja ja, ich werde mich benehmen“, erwiderte Sukuna gelangweilt, als er Yuujis Körper einnahm. Er trotzte nur vor wilder, unnachgiebiger Kraft, aber Nobara und Yuuji hatten ihn mit einem Fluch an seinen Schwur gebunden, weshalb er nicht alles und jeden einschließlich dieser dummen Akira niedermetzeln konnte.
Yuujis Herz schlug wie wild vor Sukunas Zorn, Adrenalin und Testosteron pumpte durch den Körper, aber der König der Flüche versuchte dennoch einen kühlen Kopf zu bewahren, als er diese widerlichen Menschen aus der Schule gehen sah. Was ihm auch einigermaßen gelang, bis er Akira mit einem weiteren Mädchen und einem Jungen durch das Tor schlendern sah.
Sukuna schnalzte mit der Zunge und setzte sich geschmeidig wie eine Katze in Bewegung, auch wenn es nicht der richtige Moment war, um Akira abzupassen. Stattdessen folgte er ihr wie ein Schatten aus sicherer Entfernung, beobachtete wie sie albern lachten und über Mitschüler und Lehrer klagten. 4 Kreuzungen später, verabschiedete Akira sich lächelnd von den beiden und selbst dann beschattete Sukuna sie unauffällig aus sicherer Entfernung.
„Jetzt ist deine Chance!“, wies Yuuji ihn an, aber Sukuna war wie versteinert vor dieser Hexe. Er würde sie stattdessen länger beschatten, länger beobachten, bis er all ihre Macken und Geheimnisse kannte. Vielleicht würde er sie so sogar gar nicht verführen müssen...Vielleicht würde sie sich von selbst die Blöße geben, sodass die Beziehung von allein in Brüche gehen würde.

Also folgte Sukuna Akira auf Schritt und Tritt, sich Yuuji immer wieder widersetzend, durch die Innenstadt an mehreren Kleiderläden vorbei, vor dessen Schaufenster sie bedächtig stehen blieb, dann aber Kopf schüttelnd weiter ging. Jedes Mal forderte Yuuji ihn dabei dazu auf, sie anzusprechen, aber Sukuna gehorchte natürlich nicht. Nicht, solange es eine Möglichkeit gab, alles zu umgehen.
Akira schlenderte mit einer Einkaufsliste, die sie aus einer Jackentasche gefischt hatte, in einen kleinen Konbini. Sukuna ging auch rein, blieb aber vor der Abteilung mit Eiskaffee stehen und beobachtete das Mädchen lediglich aus dem Augenwinkel, wie sie sich öfter unsicher auf die Lippe biss, wenn sie sich nicht entscheiden konnte zwischen mehreren Alternativen, oder wie sie versuchte, den schweren Korb zu stemmen und ihn dabei immer wieder hochhievte und torklig ihr Gleichgewicht von rechts auf links verlagerte. Sie war bemitleidenswert dümmlich und schwach...Megumi war eine Verschwendung an sie.
„Biete ihr an ihren Korb zu tragen“, befahl Yuuji, aber Sukuna beobachtete sie lieber, beobachtete, wie sie beim Gespräch mit dem Kassierer ungeduldig auf dessen Hände schaute oder sich schüchtern eine Haarsträhne hinters Ohr klemmte.
Er wollte seinen Feind kennenlernen mit allen Marotten, Schwächen und Vorlieben, also folgte er ihr wie ihr Schatten oder eher wie ein Schatten, denn Nishida Akira schien mehrere zu haben...

Ein Mann mittleren Altern in Jeans und dunklem Kapuzenpulli folgte ihr ebenfalls auf Schritt und Tritt. Sukuna hatte ihn schon vorher bemerkt, aber keine Beachtung geschenkt. Er folgte wie Sukuna Akira auf Schritt und Tritt seit vor einem Café an einer schlecht getimten Ampel warten mussten, um eine viel befahrene Straße zu überqueren. Er hatte sogar vorm Konbini auf sie gelauert und in der Zwischenzeit drei Zigaretten geraucht.
Auch Akira musste ihn bemerkt haben, denn ihre Schritte wurden schneller, hektischer, dringlicher. Das arme Ding hatte wohlmöglich Angst... Arme, arme Akira... Aber es war schon zu spät. Es war dunkel und die Straßen menschenleer. Dies war ein abgeschiedener Teil von Tokyo. Niemand würde sie hören, wenn sie um Hilfe rufen würde...
„Ich tu dir nichts, Mädchen, jetzt warte doch!“, rief der Mann hinterher und glich seine Schritte ihren an. Sukuna hörte, wie sie tief nach Luft schnappte. Er glaubte, sogar ihr Herz rasen zu hören.
„Lassen Sie mich in Ruhe!“, rief die rothaarige Hexe dem Mann mit fester Stimme zu.
„Du brauchst keine Angst zu haben vor mir“, rief der Mann amüsiert, worauf das Mädchen panisch loslief, so wie es Beute immer tut. Der Mann tuts ihr nach, so wie es Raubtiere immer tun und packt sie am Arm.
„Lass mich los, du Perverser!“, schreit die 16-jährige im Versuch sich von dem Mann wegzudrücken. Vergeblich, denn er ist stärker als sie, hat sie an Taille und Schulter gepackt. Er zieht sie weiter an sich, obwohl ihr Arm sich von seiner Brust wegzudrücken versucht.
Sukuna schaut zu. Angeekelt und fasziniert zu gleich. Die Lösung seiner Probleme war direkt vor ihm. Eine vergewaltigte Frau konnte man nicht als seine Frau haben. Viel zu groß ist die Schmach, der Ärger, der Frust, die Angst. Sie wird zerbrechlich sein, nicht in der Lage Megumis Liebe auszuhalten. Sie wird geschändet sein, sich schämen. Megumi wird sich schämen, denn kein Mann will eine geschändete Frau, einen Schandfleck...

Akira ließ die Einkäufe fallen, sodass sie mit ihrer freien Hand sich wehren konnte. Sie versuchte ihm das Gesicht zu zerkratzen, aber er löste seine Hand von ihrer Taille und packte stattdessen ihr Handgelenk, als wolle er es brechen.
„Was wartest du? Hilf ihr!“, wies Yuuji Sukuna an, und diesmal gehorchte er. Er schlenderte lässig zu ihnen. Die Hände in den Hosentaschen, pfiff er laut eine Melodie, die sofort Akiras und ihres Angreifers Aufmerksamkeit auf sich zog. Akiras Blick kreuzte Sukunas. Sie riss sich los, stolperte paar Schritte rückwärts, blieb aber stehen.
„Abschaum wie du macht mich krank.“ Sukuna klang locker. Es lag kein Vorwurf in seiner Stimme.
Der Mann drehte sich weg von Akira, wandte sich Sukuna zu. Angst und Ärger machten sich in seinem Gesicht breit. Er war leicht zu provozieren.
„Meinst du mich, du Bastard!“, pöbelte er nun, während er zu einem Schlag ausholte, den Sukuna leicht parierte. Er packte den Mann an den Schultern, ehe er ihn mit einem geschickten Tritt gegen die Füße, den Mann zu Fall brachte. Danach stieß er ihm mit Leichtigkeit genüsslich sein Knie ins Gesicht. Direkt blutete die Nase des Mannes, wahrscheinlich war seine Nase gebrochen.
„Ich sag dir das einmal und ein für alle Mal. Abschaum wie du hat sich vor Frauen und Kindern zu benehmen! Hast du das verstanden?“
Der Mann antwortete nicht, weshalb Sukuna ihm demonstrativ in die Magengrube trat.
„Ich frage nochmal: Hast du das verstanden, du Made?“
Diesmal nickte er ehrergiebig, blutend und armselig.
„Gut, dann verpiss dich!“
Der Mann stand mit wackligen Beinen auf torkelte langsam davon.
Akira hatte das Geschehen mit großen Augen verfolgt. Sie beobachtete misstrauisch ihren Retter, der sich langsam runterbeugte, um ihre Einkäufe vom Boden aufzuheben.
„Ich sollte dir wohl danken...“
Sukuna lachte ein humorloses Lachen. „Du musst mir nicht danken für Dinge, die mir Freude bereiten.“
„Was hat dir denn Freude bereitet? Mir zu helfen oder... das hier?“, hakte sie mit einer vagen Geste zum Boden nach. Sukuna schnalzte mit nur der Zunge, weshalb sie ihn verstört anschaute.
Nach einer unangenehmen Pause, fragte sie ihn: „Hilfst du mir mit den Einkäufen? Der Bastard hat mein Handgelenk zerquetscht.“
Ohne zu antworten, ging Sukuna mit den Einkäufen, die sich in seiner Hand befunden hatten, vor. Akira schritt ihm hinterher.
„Das war sehr heldenhaft von dir. Sowas hat noch nie jemand für mich gemacht“, flüsterte sie ihm zu.  
„Du wurdest auch noch nie...“
„Das war so cool, wie du ihm den Boden unter den Füßen weggewischt hast. Und dann dieser Tritt ins Gesicht. Machst du das öfter?“ Kindliche Neugier schien durch. Sie sah eher aus, als hätte sie einen guten Actionfilm im Kino gesehen, als wie ein Opfer von sexueller Belästigung.
Sukuna zuckte peinlich berührt zusammen. Sie nervte ihn jetzt schon. Dazu kam, dass sein Plan nach hinten los ging. Er wollte galant und verführerisch wirken. Die Versuchung in Person sein, nicht ihr Superhelden Idol.
„Naja, es hat mich an jemanden erinnert, wie du den Mann verprügelt hast. Er hat damals auch immer alle so zugerichtet und sah dabei so cool aus. Du haltest mich vielleicht jetzt für komisch, aber es hatte mich so beeindruckt, dass ich direkt verliebte“, erzählte sie freudig, weshalb Sukuna aufhorchte. Er wusste, um wen es geht.
„Also bist du auch so ein Perversling?“, neckte Sukuna sie.
„Ja“, antwortete sie ernst, „für ihn schon. Ich konnte meine Augen nie von seinen Kämpfen lösen. Mir hat jedes Mal der Atem gestockt, denn er kam immer ohne jegliche Kratzer davon.  Jetzt ist er aber immer mit Schrammen und blauen Flecken übersät.“
„Was ist passiert?“, fragte Sukuna, obwohl er die Antwort kannte. Sowohl die echte, als uch ihre Wahrheit. Er wollte nur die Bestätigung dafür hören, wie Megumi ihr nicht traute. Er wollte diesem Zwist aus ihrem Mund hören. Allerdings dachte er nur daran, wie und wann und welche seiner Wunden sie gesehen hatte.
„Ich weiß es nicht, er ist so verschlossen, es bricht mir das Herz.“
Sukuna knirschte mit den Zähnen, ehe er seufzte.
„Geheimnisse also...“ Er säte den ersten Keim für Zweifel. Sie zögerte mit ihrer Antwort.
„Jeder hat Geheimnisse, ich vertraue ihm.“
„Wir sind gleich da“, sagte sie mit starrem Blick nach vorne.
„Mädchen wie du, brauchen einen Mann an ihrer Seite, der sie beschützen kann, keine Jungs, die...“ Er blieb vor ihr stehen, beugte sich etwas vor, sodass er mit seinem Gesicht ganz nah an ihres war. Er spürte ihren Atem auf seiner Haut. Er war ihr so nah, dass er ihre Sommersprossen zählen konnte.
Akira wandte ihr Gesicht ab.
„Megumi kann mich beschützen. Er ist stark und meine einzigwahre Liebe!“, deklarierte Akira.
Sukuna seufzte wieder.
„Männer wie du, denken immer, dass jede Frau alles stehen und liegen lässt, um mit ihnen zusammen zu sein.“
Sukuna ging wieder weiter, also schlenderte Akira neben ihm weiter.
„Männer wie ich?“
„Ja, wie du. Groß, gutaussehen, charismatisch, cool, eingebildet. Wenn ich mit jemand anderem wäre, vielleicht würde ich mich dann auf dich einlassen, aber Megumi...“, sie biss sich unsicher auf die Lippen.
Ja, Megumi...Sukuna verstand, Megumi war anders, besonders, ein Edelstein unter diesen Maden.
„Zu schade, Prinzessin. Du weißt gar nicht, was dir entgeht“, versuchte Sukuna es weiter. Sie wurde unsicher, sie wurde rot bei seinen Blicken. Sie ist schwach, sie würde nachgeben, sobald die Versuchung groß genug ist.
„Ich weiß aber, was ich behalte!“ Ihre Stimme klang ernst, als dulde sie keine Widerworte, danach gingen sie schweigend nebeneinanderher.
„Wir sind da“, verkündete Akira irgendwann und blieb vor einem kleinen Einfamilienhaus stehen. Sie trat vor die Tür, kramte nach einem Schlüssel und öffnete die Tür nur ganz langsam.
„Es hat mich gefreut...“, verabschiedete sie sich schlussendlich, schweren Herzens. Sukuna hörte ihr Herz Klopfen. Kleine Schlampe...
Er beugte sich vor, um die Einkäufe vor der Tür stehen zu lassen, wobei er Akira wieder gefährlich nah kam. „Und mich erst, Prinzessin“, hauchte er gegen ihren Hals, ehe er diesen beiläufig küsste. Sie zuckte, stieß ihn von sich.
„Ich gehe schon“, sagte er zwinkernd, ehe er sich pfeifend wieder auf den Weg machte, den stechenden Blick des Mädchens im Rücken spürend. Er hatte die ersten Keime gesät, nun musste er sie nur noch warten, bis sie sprossen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast