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Warrior

von Sev Snape
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / Mix
Antonin Dolohow Harry Potter Hermine Granger Igor Karkaroff Kingsley Shacklebolt Severus Snape
05.05.2021
17.06.2021
23
49.076
7
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
07.05.2021 2.105
 
Huhu,
ich habe mich wirklich sehr über die Favos und Reviews gefreut und bedanke mich ganz herzlich dafür <3

ich habe auch schon ein neues Kapitel und wünsche euch viel Spaß damit.

Liebe Grüße!

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Das große Schloss wurde von der Abendsonne beschienen als sich Severus Snape auf sein erstes Zuhause zubewegte. Es war ein seltsames Gefühl wieder hier zu sein nach allem was im letzten Jahr passiert war. Im letzten Jahr hatte er sich überhaupt nicht mehr wie zuhause gefühlt. Viel zu sehr war er damit beschäftigt gewesen die Schüler heimlich zu beschützen und die Carrows daran zu hindern größeren Schaden zu verursachen. Etwas, was ihm nicht immer gelungen war, aber er hatte alles getan was in seiner Macht stand ohne seine Rolle als Spion zu gefährden. Mit großen Schritten betrat der Schwarzhaarige das Schloss und ging zielsicher zum Büro des Schulleiters. Das Büro was letztes Jahr ihm gehört hatte. Es war kein schönes Jahr gewesen und er war froh, dass es vorbei war. Der Druck auf seinen Schultern war immer größer geworden und manchmal hatte er das Gefühl gehabt keine Luft mehr zu bekommen. Nun war er frei. Seit gestern sogar offiziell, denn man hatte ihn entlastet und frei gesprochen. Eine Tatsache die ihn sehr erleichterte, denn nach Askaban hatte er unter keinen Umständen gewollt.

Er hatte die Statue erreicht die den Eingang zum Büro des Direktors bewachte und amtete tief durch, ehe er das Passwort nannte. "Donnervogel", sprach er und sofort wurde die Statue zum Leben erweckt und wurde zu einer Treppe, die der einstige Schulleiter nun nach oben nahm. Oben angekommen klopfte er an die Tür und wartete bis das "Herein" von einer weiblichen Stimme kam, ehe er die Tür öffnete und eintrat. Es war seltsam das Büro zu betreten, welches ein Jahr lang sein eigenes gewesen war. Er ließ seine dunklen Augen über die Einrichtung schweifen, die sich kaum verändert hatte. Einzig das Bild hinter dem Stuhl hatte sich geändert, denn dort war nun eines von ihm selber, was ihn die Stirn runzeln ließ. "Severus", rief Minerva McGonagall, die neue Schulleiterin von Hogwarts und seine schwarzen Augen wanderten zu dieser. "Minerva", sagte er und nickte ihr zu. Sie hatten sich nicht mehr gesehen seitdem sie ihr 'Duell' in der großen Halle hatten.

"Schön, dass Sie wieder hier sind. Kingsley hat mich bereits darüber in Kenntnis gesetzt", sagte sie und deutete auf den Platz vor dem Schreibtisch. Severus setzte sich und fühlte sich beobachtet. Sicherlich lag der Blick des Bildes von Albus Dumbledore auf ihm. Doch er mied den Blick zu dem Porträt und konzentrierte sich auf Minerva. Er schwieg und sah sei einfach nur an. "Es tut mir leid, dass ich Sie aus Hogwarts vertrieben habe und Sie Feigling genannt habe", sprach sie langsam weiter und Severus ruckte mit dem Kopf. "Schon gut, ich musste meine Rolle spielen und das habe ich so gut ich konnte getan", sprach er kühl und ignorierte es weiterhin zu dem Porträt seines Vorgängers zu sehen. Den Gefallen würde er dem alten Mann nicht tun. Minerva nickte und sah ihn eine Weile an. Severus erwiderte den Blick ruhig und schwieg erneut. Schweigen konnte der einstige Spion gut und lange. Davon konnten einige ein Lied singen. Gesprächig war er noch nie wirklich gewesen, außer vielleicht bei Lily.

"Sind Sie hier um wieder Schulleiter zu werden? Ich kann den Posten für Sie frei machen", fragte Minerva schließlich nachdem sie eine Weile geschwiegen hatte. Severus schüttelte den Kopf. "Ich will nicht Schulleiter sein. Ich wollte es nie werden. Vielleicht irgendwann, aber noch bin ich nicht bereit dafür", sprach er ernst. Er war der jüngste Schulleiter aller Zeiten, aber auch nur, weil das Ministerium von dem dunklen Lord infiltriert worden war. Er hatte den Job angenommen, weil er es versprochen hatte und weil er den Carrows nicht das Feld überlassen konnte, aber er sehnte sich nicht nach diesem Job. Minerva eignete sich viel besser für diese Position als er. Zunächst hatte Severus ohnehin noch einige andere Baustellen in seinem Leben, da käme der Schulleiterposten nicht recht. "Wollen Sie dann wieder Lehrer für Zaubertränke werden? Den Posten habe ich nur leider bereits vergeben", fragte die Schulleiterin und Severus schmunzelte, da er bereits wusste an wem sie den Posten vergeben hatte.

"Nein, ich würde lieber Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste werden. Das Fach wollte ich immer schon unterrichten und ich kam ja nur ein Jahr dazu..", sagte er und lehnte sich etwas zurück. Immer noch mied er den Blick zum Bild von Albus Dumbledore. Minerva nickte. "Natürlich und ich denke, dass Sie auch wieder Hauslehrer von Slytherin sein möchten, oder irre ich mich da?", fragte die Direktorin. Severus sah sie an und fuhr sich mit einem Finger über seine Lippen. "Sie irren sich nicht, Minerva. Ich kenne die Slytherins und würde gerne wieder ihr Hauslehrer sein. Vor allem nach diesem Jahr.. ", sagte er ernst. Viele hatten Vorurteile und er wollte endlich dafür sorgen, dass diese Vorurteile aus der Welt geschafft werden würden. Das konnte er am besten wenn er wieder ihr Hauslehrer war. Es sollte sich endlich etwas ändern. Er hatte gewisse Ziele und diese würde er auch erreichen. Dessen war er sich recht sicher.

Minerva nickte und sah ihm in die schwarzen Augen. "Außerdem brauche ich noch einen Stellvertreter. Wenn Sie sich das zutrauen, würde ich Sie gerne dazu machen, Severus", sagte Minerva. Der selbst ernannte Halbblutprinz sah sie kurz erstaunt an und nickte dann langsam. "Wenn Sie das wollen, nehme ich gerne an", sagte er. Auf so einer Position hatte mehr Mitspracherecht und Minerva war nicht wie Albus Dumbledore. Zusammen konnten sie vielleicht einiges erreichen, was der alte Mann nicht geschafft hatte, oder für das er sich nicht interessiert hatte. Es wurde langsam Zeit dafür. Wenn nicht jetzt nach einem Krieg wann dann? "Sie können mir demnächst Ihre Ideen mitteilen, Severus. Zunächst muss das Kollegium noch vervollständigt werden. Ich brauche einen Nachfolger für Verwandlung, halten Sie Igor Karkaroff für geeignet?", fragte sie und sah ihm in die Augen. Severus blinzelte und fragte sich ob er sich verhört hatte. Er hatte gedacht, Igor hatte nur einen Spaß gemacht als er davon geredet hatte, dass er sich in Hogwarts bewerben würde, aber offenbar war dies sein ernst gewesen.

"Ich bin mir nicht sicher..", sagte Severus wahrheitsgemäß. Immerhin war Igor Karkaroff alles andere als ein Vorzeigelehrer. Als er Schulleiter in Durmstrang gewesen war, hatten viele Eltern ihre Kinder von der Schule genommen und er würde immer an sein eigenes Wohl zuerst denken. Severus war kein Fan von seinem einstigen Mentoren und wusste daher nicht was er sagen sollte. "Ich weiß, er hat keine.. glorreiche Vergangenheit, aber hat nicht jeder eine zweite Chance verdient?", fragte Minerva und sah ihrem Kollegen in die Augen. "Wie bitte?", schnappte Severus und sah sie entgeistert an. "Nun, wenn wir gewisse Zeichen setzen wollen wäre es nicht verkehrt ihm diese Chance zu geben, oder, Severus?" Severus sah sie nachdenklich an. Es behagte ihm nicht Igor in der Nähe zu haben, aber da draußen war er in Gefahr, da immer noch Todesser ihr Unwesen trieben und zur Not hatten sie hier ja auch noch ein Auge auf ihn.

"Von mir aus", sagte er schließlich und seufzte. Womit hatte er nur verdient, dass er diesen nervigen Bulgaren erneut an der Backe hatte? Das konnte nur nervig werden. Ihm blieb aber auch gar nichts erspart. "Sind die anderen Stellen schon besetzt?", fragte er dann. Dass der Zaubertrankposten nach dem Weggang von Horace Slughorn neu besetzt worden war, wusste er bereits, aber von den anderen Stellen hatte Severus noch nichts gehört. Muggelkunde war nach dem Rauswurf der Carrows und nach dem Tod von Charity Burbage frei, aber es war nicht seine Aufgabe gewesen sich darum zu kümmern. Er war ohnehin erst seit ein paar Tagen wieder im Land und war froh gewesen seine Ruhe zu haben nach diesem dunklen Jahr. "Muggelkunde ist noch frei, aber ich habe ein paar Bewerber für die Stelle", sagte Minerva. Severus nickte. "Suchen Sie sich den geeignetsten aus", sagte er. Er vertraute ihrem Urteil und war froh wenn er es nicht entscheiden musste. Die Carrows hatte man ihm aufgedrängt und er hatte sie einstellen müssen, aber er war froh, dass sie nun in Askaban saßen nach allem was sie hier angerichtet hatten.

"Werde ich, Severus. Wenn etwas ist, können Sie jederzeit zu mir kommen", sagte sie und Severus nickte. "Danke, Minerva", sagte er und erhob sich, da nun wohl alles wichtige geklärt war. Alles weitere würde sich ergeben wenn das Schuljahr anfangen würde. "Mr. Potter, Miss Granger und Mister Weasley werden das Jahr wiederholen", sagte sie noch als sich Severus bereits zum gehen gewandt hatte. Er wirbelte herum und sah sie an. "Ach? Ich dachte der Junge, der alles überlebt kann Auror werden auch ohne einen Abschluss zu haben. Kingsley hat sowas erwähnt..", sprach er und hob eine Augenbraue an. "Kingsley hat es ihm angeboten, aber er wollte nicht. Er wollte lieber seinen Abschluss nachholen", erklärte sie. Severus hob eine Augenbraue an. Das sah dem Jungen gar nicht ähnlich, aber nun gut. Severus war gespannt wie das Jahr werden würde. Er hatte also weder Ruhe vor Potter noch vor Igor.. Das würde ja ein ganz tolles neues Jahr werden.

Hatte er echt gedacht, dass es nicht mehr schlimmer werden würde hatte er sich ganz offensichtlich geirrt. Sein Blick glitt erneut durch das Büro und schließlich sah er doch das Porträt von Dumbledore an, dessen Blick wirklich auf ihm lag, wie er bereits vermutet hatte. Der alte Mann wirkte traurig, aber das bildete sich Severus wahrscheinlich nur ein. Er wandte den Blick ab und sah dann auf das große Porträt hinter dem Schreibtisch. "Harry hat sich dafür eingesetzt. Eigentlich ist es unüblich, da man Sie aus Hogwarts rausgeschmissen hat, aber er hat keine Ruhe gegeben. Hartnäckig ist er ja, das muss man ihm lassen. Hat Kingsley scheinbar ganz schön genervt", sagte Minerva. Severus sah wieder zu ihr und seine Augenbraue waren an seinem Haaransatz. "Und er zieht Ärger magisch an.. man sollte aufpassen", sagte er ernst und schmunzelte. "Es ist Frieden, Severus", sagte die Schulleiterin. "Mhm. Bis dann, Minerva", sagte Severus und nickte ihr zu, ehe er das Büro verließ und die Tür hinter sich schloss.

Frieden. Das glaubte er erst wenn alle Todesser gefasst und eingesperrt waren. Da dies nicht der Fall war konnte es durchaus noch sein, dass sie das Schlimmste noch nicht überstanden hatten, aber er war nicht mehr länger ihr Spion. Er konnte es auch nicht mehr sein, denn seine Rolle war nun öffentlich bekannt. Er seufzte und ging langsam die Treppen runter. Er fühlte sich hier nicht mehr so wohl wie früher, aber wenigstens konnte er nun sein Lieblingsfach unterrichten und musste nicht mehr spionieren. Nachdenklich fuhr er sich durch das Haar. Dennoch würde das kommende Jahr sicherlich ebenfalls anstrengend werden. Mit Harry als Schüler und Igor als seinen Kollegen.. Das Leben machte es ihm aber auch wirklich nicht einfach. Wahrscheinlich würde er den Jungen erneut beschützen müssen, denn sicherlich würde er den Ärger weiterhin magisch anziehen. Nun ja, das war er ja immerhin schon gewohnt und nichts neues für den einstigen Spion.

Er verließ das Schloss und sah auf das Gelände. Inzwischen war es dunkel geworden und er sog die kalte Luft ein. Er brauchte gute Nerven um auch dieses Jahr zu überstehen und dieses ungute Gefühl in ihm machte es auch nicht einfacher. Mit schnellen Schritten ging er zur Grenze von wo aus er apparieren konnte. Das waren wirklich genug Informationen für einen Tag. Er musste sich auf das neue Schuljahr vorbereiten, was in zwei Wochen beginnen würde. Viel Zeit war nicht mehr, bis das neue Schuljahr beginnen würde. Er fragte sich ob dies nicht zu schnell war, aber wahrscheinlich tat es allen gut wieder in den Alltag zu kommen und die Schrecken des Krieges hinter sich zu lassen so gut es eben ging. Man musste irgendwie weitermachen und in die Zukunft schauen. Auch Severus hatte die Hoffnung, dass es ihm gut tun würde wieder etwas zu tun zu haben. In den letzten Jahren hatte er kaum Freizeit gehabt, daher war er sich sicher, dass es ihm gut tun würde. Als er die Grenze erreicht hatte warf er einen letzten Blick auf das Schloss, ehe er mit einem Plopp disapparierte.
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