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Vom zerstören und reparieren

von Pamillia
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
05.05.2021
05.05.2021
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Ich wurde von all den tollen Fanfictions hier inspiriert und von den Metagurken gezwungen... also viel Spaß mit meiner ersten Fanfic hier, ich hoffe sie gefällt euch! (Und wenn nicht erzählt mir gerne warum, Feedback, egal ob positiv oder negativ, wird hier gerne gesehen!)

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Der Tag hatte schon scheiße begonnen.
Er hatte sich nur mit Bürokratie rumschlagen müssen, die Cops hatten wieder Mist gemacht, während er zwei Tage im Urlaub gewesen war.
Manchmal hatte Walter das Gefühl, dass der ganze Laden verrücktspielte, sobald er außer Dienst ging. Es war doch nicht auszuhalten.
Unentwegt hatte er Anrufe bekommen und die waren nicht einmal wichtig. Es ging nur um Kleinigkeiten, Schwachsinn, der ihn nicht interessierte und den die Leute eigentlich selbst hätten lösen sollen. Warum waren alle nur so unfähig? Warum?!
Als Sahnehäubchen auf diesem grottigen Tag war dann Carson außer Dienst gegangen, um Zeit mit seiner Freundin zu verbringen, die wohl keinen guten Tag gehabt hatte. Einfach super.
Da Walter aber zu wenig Geld hatte, um seine Wohnung abzubezahlen, er hatte mal wieder schlecht geplant, hatte er sich vorgenommen mindestens bis Zwei im Dienst zu bleiben, sonst würde er nicht in der Lage sein die nächste Rate zu überweisen. Und er war schon im Verzug...
Und dann entstand das Problem. Es waren keine Kollegen mehr im Dienst.
Außer Frau Collins.
Seit der Party hatten sie nicht mehr gesprochen und er war sich wirklich unsicher, ob der Abend bedeutete, dass Sie ihm verzieh oder dass mehr eine Moments Entscheidung gewesen war. Walter war sich einfach nicht sicher, wie er mit Collins umgehen sollte.
Er überlegte schon außer Dienst zu gehen, einfach so zu tun, als ob er müde sei... aber er brauchte wirklich, wirklich dringend das Geld.
Und so endete es damit, dass er stillschweigend mit Collins durch die Stadt fuhr. Die Stimmung war verdammt angespannt und unangenehm, keiner von beiden hatte wirklich Lust darauf zusammen zu fahren, nahm er an. Weshalb es ihm ein Rätsel war warum Sie zugestimmt hatte und nicht einfach außer Dienst gegangen war... Höflichkeit vielleicht.
Also beschäftige Walter sich mit seinem Handy. Las die E-Mails durch, die sich seit Tagen angestaut hatten (wow, er sollte seine E-Mails echt öfter lesen) während Collins herumfuhr und gekonnt an ihm vorbeisah. Er hatte schon schlimmere Streifen gehabt, wenn er ganz ehrlich war.
... Zumindest hatte er das gedacht bis das Auto plötzlich anfing komische Geräusche zu machen.
Er sah von seinem Handy auf. Sie waren irgendwo im Norden, irgendwo im nirgendwo.
"Ist mit dem Auto alles in Ordnung?", fragte Walter Collins.
"Ich denke sch-" fing Sie an und wurde dann von einem lauten, beinahe knallenden Geräusch unterbrochen.
Das Auto machte einen Ruck nach vorne, blieb dann mit einem kreischenden Geräusch stehen, mit einer Wucht, die beide gegen die Gurte drückte, der Walter leicht unangenehm ins Fleisch schnitt und ließ ein letztes Ächzen von sich bevor der Motor ganz still wurde.
Kurz bleiben beide still, leicht geschockt.
"Uups?", ließ Frau Collins verlauten und Walter ließ seinen Kopf seufzend auf das Armaturenbrett sinken.

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"Und?", fragte Isabel und versuchte aus dem Fenster zu spähen.
Der Chief hatte sich wagemutig an den Motor getraut mit den Worten "Ich kenne mich mit Autos aus!". Sein Blick als er dann angefangen hatte den Motor zu begutachten hatte aber ganz anders ausgesehen.
"Geben Sie mir doch ein wenig Zeit!", keifte er Sie an und Isa lehnte sich zurück, verdrehte die Augen und verschränkte ihre Arme. Manchmal war der Mann so eine Zicke. Ach, was redete Sie da, er war immer eine Zicke!
Ein paar Minuten lang hörte Sie ihm zu wie er rumächzte, und irgendwelche klackernden Geräusche machte, die wirklich nicht gut klangen, hoffentlich jagte er nicht sie beide versehentlich in die Luft, oder so.
Plötzlich war ein lauter Knall zu hören und Isabel zuckte zusammen.
"Raus aus dem Wagen!", schrie Walter und Isabel warf sich aus der offenen Fahrertür. Warum hatte Sie bloß zugelassen, dass er sich an den Motor wagte?!
Als Sie sich wieder ausrichtete sah Sie wie der Chief einige Meter von dem Wagen entfernt stand. Er hatte sein Sakko ausgezogen und seine Arme hochgekrempelt. Es war von Öl befleckt und sein Gesicht war mit komischen schwarzen Linien verziert.
Isa konnte sich ein prustendes Lachen nicht verkneifen, während er Sie wütend ansah.
"Ihr Gesicht", brachte sie hervor und musste nur noch mehr lachen, als er sich mit einer Hand durchs Gesicht fuhr und völlig entgeistert auf seine komplett verschmierten Finger blickte.
"Das ist", stieß er zwischen seinen Zähnen hervor: "Nicht lustig"
Der Motor sprang für eine Sekunde an und das Auto machte einen Hüpfer. Der Chief schrie, taumelte nach hinten und stürzte schlussendlich in den Dreck.
Der Wagen röchelte ein letztes Mal und Rauchwolken begannen emporzusteigen. Es war vorbei.
Isabel sah ihren Chief an, sein Gesicht immer noch verschmiert und seine Hände voller nassem Sand, welcher nun sicher auch seinen Anzug zierte. Der Mann sah völlig entgeistert aus.
Er sah Sie für ein paar Sekunden an, bevor er seufzte: "Sie können lachen"
Sie war sich sicher, dass man ihr Lachen kilometerweit hören konnte.

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Nachdem Walter sich ein wenig sauber gemacht hatte, so gut es halt mit zwei Stücken Zewa ging, setzte er sich auf die Leitplanke und wartete während Collins den ACLS anrief.
"Gute und Schlechte Nachrichten", erklärte Sie, nachdem Sie fertig war: "Der ACLS schickt jemanden vorbei. Problem ist, er wird mindestens eine Stunde brauchen".
In diesem Moment hätte er am liebsten jemanden verprügelt.
Warum. Immer. Er.
Mit einem Seufzen ließ Collins sich neben ihm auf der Leitplanke nieder und starrte in den Himmel. Hier im Norden konnte man ein paar Sterne sehen, die den dunklen Nachthimmel zierten und irgendwie schon magisch aussahen.
Sie saßen in Stille und der Chief musste zugeben, dass es nicht so unangenehm war, wie er zuerst gedacht hatte. Es war irgendwie... schön, auch wenn er das niemals zugeben würde.
"Und, wie war ihr Tag so?", versuchte er irgendwann ein Gespräch zu beginnen. So in kompletter Stille zu sitzen war doch recht langweilig.
Sie seufzte: "Sie müssen keinen Smalltalk betreiben, Chief"
Walter verdrehte die Augen: "Entschuldigung, dass ich versuche freundlich zu sein und Zeit totzuschlagen, wie kann ich es nur wagen?"
Collins war kurz still, bevor Sie den Kopf schüttelte: "Und wieder legen Sie mir Wörter ihn den Mund und verstehen Dinge so, wie Sie sie verstehen wollen"
"Ja, weil Sie das natürlich nie tun", murmelte er und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Er hatte gewusst, dass dies eine schlechte Idee war und so enden würde. Die beiden waren einfach nicht kompatibel, rieben immer aneinander.
Und schon breitete sich eine unangenehme Stille aus.
Keiner von den beiden wusste so wirklich was sie sagen sollten, wollten am liebsten einfach nur weg, die ganze Situation vergessen und einander ignorieren.
Aber natürlich konnte Walter, da er einfach Walter war, nicht anders als Feuer legen, provozieren, Leute wegstoßen.
"Ihr Auftritt auf meiner Party war also auch nur weil Sie ihr Ansehen aufrechterhalten wollten?" erkundigte der Chief sich so gelangweilt wie möglich und war ein wenig überrascht als die Frau herumwirbelte.
"Ok, was ist das ein Scheiß Problem?", fuhr Collins ihn wütend an: "Ich versuche normal mit dir umzugehen, ich gebe dir ein scheiß Kompliment auf deiner Party, das einzige wahrscheinlich, weil alle nur die schlechten Seiten an dir kennen, und du fragst mich sowas?! DU warst derjenige, der mich wie Dreck behandelt hat! DU solltest dankbar sein, dass ich dir das nicht heimzahle!"
"Wow", meinte er nur: "Wie Dreck behandelt, huh? Wer hat immer nur das Schlechte in mir gesehen? Wer hat nicht akzeptiert, dass ich mich verändert habe und mir nicht vertraut?"
"Sagt derjenige der niemandem vertraut!", rief Sie: "Du hast mir doch niemals vertraut, du hast mich ein halbes Jahr lang jedes Mal, wenn wir miteinander gesprochen haben, manipuliert, mich verarscht, weil es dich amüsiert hat! Du hast mir niemals vertraut und hast mit das immer vorgehalten!"
"Ich habe dir nicht vertraut?", fragte Walter wütend: "Glaubst du ich erzähle jeden von meinen Panikattacken?! Von meiner Scheiß Ex?! Glaubst du das ist etwas was ich jemandem erzähle, dem ich nicht komplett vertraue?"
"Du meintest du würdest mich erschießen, wenn ich jemandem von der Sache mit der Waffe erzähle! Nennst du das etwa Vertrauen?", wollte Collins fassungslos wissen.
"Ich habe dir davon erzählt! Ich habe meine größte Schwäche vor dir zugegeben, dich um Rat gefragt! Wegen DIR habe ich versucht mich zu verändern und was ist der Dank?!"
"Ich soll dir dafür danken, dass du mich wie eine Freundin behandelst?!", mittlerweile klang Sie wirklich wütend, erbost: "Walter, DU hast ein Problem und du merkst es nicht mal!"
"Glaubst du nicht ich weiß das!", er brüllte beinahe, konnte einen winzigen Moment lang sehen, wie etwas wie Angst über das Gesicht von Collins flackerte: "Glaubst du nicht, dass ich weiß, was für ein scheiß Freund ich bin, der seinen Job über seine Freunde stellt?! Der bei jeder seiner Handlungen zuerst darüber nachdenkt, ob seine eigenen Freunde das gegen ihn verwenden könnten?! Der seine Freunde manipuliert, um einen Vorteil zu gewinnen?! Der nicht mal über seine Scheiß Vergangenheit reden kann?! Glaubst du ich weiß nicht, wie erbärmlich ich bin?!"

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Während dem Monolog war Isabel plötzlich ganz leise geworden. Sie wusste nicht wirklich, wie Sie mit diesen Worten umgehen sollte... wie jemand sich selbst so sehen konnte.
Auch Walter war leise geworden. Er atmete schwer, sah Sie nicht an.
"Du bist nicht erbärmlich", sagte Sie leise und sah wie sich seine Schultern anspannten: "Du hast deine Probleme, ja. Aber du bist nicht erbärmlich"
Der Chief schnaufte, fuhr sich mit einer Hand durch sein Gesicht und seufzte.
"Meine Kindheit war scheiße", begann er und Isabel drehte sich ein wenig, sah ihn an, aber er ignorierte Sie, beobachtete seine Hände, die er vor seinem Schoß zusammengefaltet hatte. Er schien ganz woanders zu sein und Isa entschloss sich einfach zuzuhören.
"Mein Vater trank oft", redete weiter und schien weit weg, in Gedanken zu sein: "Er wurde gewalttätig, wenn er betrunken war, hat meine Mutter oft geschlagen. Einmal hat er ein er Glass nach ihr geworfen und es ist zersprungen, eine Scherbe hat ihr Auge getroffen und Sie musste ins Krankenhaus, es ist nie so ganz verheilt"
Walter seufzte, richtete sich ein wenig auf: "Mich hat er nie wirklich geschlagen. Vielleicht mal eine Ohrfeige aber nichts im Vergleich zu dem was meine Mutter durchgemacht hat"
Isabel wusste nicht was Sie sagen sollte. Es war... viel.
"Meine Mutter wollte nie Kinder haben", fuhr er fort: "Oder zumindest glaube ich das. Sie hat sich nie wirklich für mich interessiert, war mehr mit sich selbst beschäftigt. Ich war für mich selbst verantwortlich, das habe ich früh gelernt. Als ich Achtzehn geworden bin ich da weg und hab meine Polizeiausbildung begonnen, ich brauchte einen Halt"
Er begann traurig zu lächeln: "Zu der Zeit habe ich meine Ex kennen gelernt. Sie war ein wenig älter, Ärztin. Wollte unbedingt die Welt retten und allen Menschen helfen"
"Du hast mir schon mal gesagt, dass Sie Ärztin war", sagte Isa vorsichtig: "Das ist schon lange her"
"In meinen Geschichten steckt oft ein Körnchen Wahrheit", gab Walter zu: "Sie wusste alles über mich. Wirklich alles. Ich war auch damals schon... ich, zumindest Größtenteils. Sie hat versucht mich zu ändern, mich besser zu machen. Ich glaube Sie war enttäuscht, dass es nicht wirklich funktioniert hat. Ich habe das PD über Sie gestellt und Sie kam damit nicht klar... eines Tages kam ich nach Hause und fand Sie mit einem anderen Mann..."
Er blinzelte, räusperte sich und richtete sich ein wenig weiter auf: "Und dann bin ich hierhergekommen und habe mir geschworen mich nur noch auf das PD zu konzentrieren, weil alles andere nur zu Problemen führt. Menschen enttäuschen einen nur"
„…Ich wusste das nicht".
Der Chief lächelte schwach: "Woher auch, ich rede nicht darüber. Es macht mich verletzlich".
"Es macht dich menschlich", korrigierte Isabel und der Mann machte eine abweisende Handbewegung.
"Ich sehe da keinen Unterschied. Ich hatte mir geschworen mich nie wieder so verletzlich zu machen. Und das hat lange, lange Zeit funktioniert. Und dann kamst du"
Er wich immer noch ihrem Blick aus, weigerte sich Sie anzusehen. Isa fragte sich warum.
"Carson ist mein bester Freund", stellte er fest: "Aber er macht mich nicht verletzlich. Er weiß wenig, es interessiert ihn nicht. Du bist da anders und das macht dich gefährlich. Ich wollte mich dir öffnen und du warst gewillt zuzuhören. Das hat mir Angst gemacht, aber ich habe damit angefangen. Ich habe versucht mich zu öffnen und du hast zugehört, verstanden und es für dich behalten. Mehr wollte ich nicht".
Er sah in den Himmel. Tausend Gedanken schienen durch seinen Kopf zu rasen, er schien überfordert, hin- und hergerissen zu sein.
"Ich bin kein Mensch für Beziehungen", begann er vorsichtig: "Ich bin kein Mensch für Romantik, kein Mensch für Liebe, das... das ist nicht meins. Nicht mehr. Und ich glaube deins auch nicht, oder?"
"Nicht wirklich, nein", Sie war überfordert. Isabel hatte keine Ahnung wohin das Gespräch führen würde.
"Wenn ich sage, dass du ich in weiblich bist", meinte Walter langsam: "war das kein Witz. Ich bin kein Mensch für Beziehungen, aber, auch wenn es scheiße dumm klingt, ich habe das Gefühl du bist meine Seelenverwandte.... Verstehst du was ich sage?"
Oh, dachte Sie, das hatte Sie nicht erwartet.

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Walter sah aus seinem Augenwinkel wie sich tausende Gefühle in ihrem Gesicht widerspiegelten. Sein, ja, fast schon Geständnis, war wohl zu viel gewesen.
"Ich erwarte keine Antwort", stellte er klar: "Vor allem nicht heute. Ich wollte es dir nur sagen und... ich hoffe wir können Freunden sein, weil mir deine Freundschaft wirklich viel bedeutet"
Für einige Sekunden war es still und er erwartete fast schon eine negative Antwort.
"Natürlich sind wir Freunde, Walter", sagte Isabel in ihrer sanften Stimme und als er aufsah lächelte Sie ihn an und er lächelte zurück.
Und damit war er zufrieden.
Es mochte vielleicht unkonventionell, merkwürdig sein aber genau dann wusste Walter, dass er niemals mehr haben wollte als das. Zusammen, still herumsitzen und Freunde sein. Isabel Collins war er in weiblich, eine gute Freundin und der Mensch, der am meisten über ihn wusste. Sie war seine Seelenverwandte und in diesem Moment waren sich beide bewusst, dass das mehr als genug war.
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