Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Never Fade Away

von Reed
OneshotDrama, Romance / P16 / MaleSlash
Johnny Silverhand Kerry Eurodyne
04.05.2021
04.05.2021
1
2.281
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
04.05.2021 2.281
 
Ich weiß nicht was gerade in dir vorgeht, du siehst aus als ob du gerade kämpfst. Legst du dich mit deinen inneren Dämonen an? Ich hoffe du fickst sie! Lass sie nicht gewinnen! Ich habe es mir als Aufgabe gemacht auf dich aufzupassen, doch so kann ich dir nicht helfen. Du würdest dich jetzt sicherlich fragen, warum ich trotzdem hier bei dir sitze.
Die Antwort wäre die einfachste der Welt! Weil du mir etwas bedeutest. Ich weiß, das du das nicht hören willst. Du willst nicht, das ich dir von meinen Gefühlen zu dir erzähle. Du witzelst gerne darüber, lachst und sagst ich bin ein Schwanzverliebter Mistkerl, der doch lieber mit irgendeinem dahergelaufenen Groupies herumhuren sollte, anstatt dir an die Eier zu gehen. Typischer Spruch von Johnny Silverhand.

„Johnny...“, sage ich leise und ich spüre wie meine Augen wieder ganz feucht werden, wenn ich dich so ansehe.
Mich verletzte deine Wortwahl damals, mein Lächeln verschwand bei deinen Worten für eine lange Zeit. Du sagtest ich bin eine Diva, weil ich dich in dieser Zeit gemieden habe. Ich habe so getan, als wärst du mir egal, aber das konnte ich nicht lange durchhalten. Ich habe dich vermisst, obwohl du mir so nahe warst, musste ich stark sein, um dir nicht ständig nach zu sehen.
Ich habe dich gehasst ,weil du fast jeden Abend eine andere Frau abgeschleppt hast.
Wenn ich daran zurück denke, war es eine blöde Idee, dir zu gestehen das ich dich liebe.

Das berauschende Gefühl, welches mich damals beflügelte um diese Dummheit zu begehen, kam aus einem Glücksmoment heraus. Als ich es dir sagte, es kam einfach herausgesprudelt, gleich nach unserem ersten Auftritt, einem verdammt guten Gig in einer kleinen, schäbigen Bar. Wenn ich mich konzentriere, schmecke ich noch immer das billige Bier, welches deine Lippen so sagenhaft süß gemacht hatten.  Als ich es wagte dich an diesem Abend auch noch zu küssen, glaubte ich du würdest mir im nächsten Augenblick die Nase, mit einem Schlag brechen, nur um die Distanz zu wahren. Die Distanz, die du immer zwischen uns brauchtest. Warum eigentlich? Wir sind Freunde, vielleicht bin ich auch dein einziger Freund in dieser Zeit gewesen. Du jedenfalls bist mein bester Freund, warst es schon immer. Es fühlt sich für mich so an, als würdest du meine kaputte Seele berühren, wenn du mich hinter deiner Sonnenbrille ansiehst. Du denkst ich merke es nicht. Aber ich sehe es. Du beobachtest mich gerne, wenn ich im Studio probe. Ich tue dann immer so, als ob ich es nicht merke, aber eigentlich bin ich dann ziemlich nervös und mache viele Fehler. Eben wie ein verliebter Idiot, der ich nun mal bin!
Du lachst mich aus, doch das stört mich nicht, denn meistens kommst du zu mir rüber und zeigst mir ein paar Griffe an der Gitarre. Ich genieße die kleinen Berührungen die du mir schenkst. Es mag Zufällig passieren aber ich denke, du brauchst manchmal diese ruhige Nähe. Meine Nähe? Ich wünsche es mir so sehr, das ich dir wenigstens das geben konnte.

Doch du hast es zugelassen.  Damals hast du zugelassen das ich dich berühren durfte.
Dich schmecken, riechen und fühlen. Deine Lippen waren weich, taten gut und ich bewegte meine eigenen Lippen tänzelnd auf deinen. Ich fühlte das kalte Metall an meiner Wange, wie sanft es über meine erhitzte Haut streichelte. Johnny Silverhand hatte eine andere Seite an sich und ich kannte sie. Liebte sie. Du warst sanft, warst mutig genug um mir diese Seite zu zeigen. Du warst echt, wir waren es. Es war kein verschwommener Traum, es war passiert. Ein Teil unserer gemeinsamen Vergangenheit, den ich tief in meinem Herz trug.

Ich habe nie gefragt warum du die Nähe damals zugelassen hast und jetzt? Jetzt schuldest du mir diese Antwort.
Doch das war die Vergangenheit, schon ein paar Monate her. Sicherlich hättest du es schon vergessen, würde die Frage ausgesprochen werden.

Meine Stimme erhob sich leise, ich summte zu einen unserer Songs.
Never Fade Away. Ich weiß es ist dein lieblings Song, ich drehe ihn lauter und lehne mich auf dem Stuhl zurück. Zum ersten mal läuft einer unserer Songs im Radio, ich weiß das würdest du feiern, wir würden ein paar Kurze kippen. Nach einer ganzen Weile würden wir bei einer Flasche deines lieblings Tequila landen.
Du würdest dich freuen, mit deiner silbernen Hand kräftig auf den Tisch hauen und sagen: ´Ich habe es dir doch gesagt Ker! Es dauert kein Jahr und unsere Lieder kommen im fucking Radio!´.
Ich würde Lächeln, wie ich es immer tue, wenn du mich so nennst. Es nennt mich Niemand so, weißt du? Nur du tust es und es gefällt mir.

Ich weiß, das da mehr in dir steckt, als dieses selbstverliebte Arschloch das jeder kennt. Das weiß ich einfach.
Ich kenne dich schon viel zu lange, ich kenne alle Seiten von dir. Die guten sowie all die schlechten.
Liebe dich schon so verdammt lange, dass es arg schmerzt und ich akzeptiere langsam, das du nie so für mich fühlen wirst. Doch kann ich nicht einfach los lassen.
Ich greife nach deiner Hand, als ich bemerkte wie unruhig dein Atem wird. Die Ärzte haben mir gesagt, es sei normal, aber ich habe trotzdem angst um dich.
„Tschh....“, mache ich leise und streiche mit meinem Daumen sanft über deinen Handrücken.
Du beruhigst dich, das sehe ich dir im Gesicht an und es lässt mich zufrieden seufzten.
Ein Blick auf die Uhr, die verpassten Anrufe auf meinen Handy – all das sagt mir, das ich schon viel zu lange hier sitze.
Ich weiß ich sollte gehen, aber mein Herz fühlt sich so schwer an, das ich es nicht kann.

Du liegst nun schon drei Woche im Koma und die Ärzte sagen mir, ich soll mich verabschieden.
Das kann ich nicht, weißt du?
Ich ziehe deine Hand näher zu mir, rutschte näher ans Bett und drückte sie an meine Lippen.
Meine Tränen wandern über meine Wange und treffen auf deine bleiche Haut, benetzen sie wässrig mit meiner tiefen Trauer.
Das Lied findet sein Ende und ich schließe fest meine Augen.
Ich zittere, schluchzte und wimmerte leise.
„...“
Ich spüre ein zucken in deiner Hand. Ich weiß das du da bist, irgendwo da drin.
„Ich bin hier, weißt du? Ich warte auf dich.“
„...“
Stille.
Nur das leise Piepsen der Maschinen war zu hören.
„Tch... und du sagst ich bin eine Diva?“
Wieder ein Zucken, welches durch Johnnys Hand strömte.
„Du bist die verdammte Diva, Johnny!“
Meine Stimme wurde lauter, mein Griff um deine Hand fester.
„Du liegst hier!...wachst einfach nicht auf und alles dreht sich wieder mal nur um Johnny Silverhand!“
Meine Stimme bebt in meiner Kehle und ich rutsche ganz vom Stuhl, meine Knie landen auf den harten Boden, alles nur damit ich meine Hände an deine Schultern legen kann, um an dir zu rütteln.
„Scheiße, wach doch einfach auf...wir hatten doch so viel vor... auf wen soll ich denn aufpassen wenn du nicht mehr da bist? Wem soll ich die Hosen klauen? Denn seien wir mal ehrlich, mir stehen sie doch sowieso besser als dir...fuck... Johnny...Ich kann nicht ohne dich...ich brauche dich, weißt du das? Ich brauche dich verdammt nochmal in meinem Leben...“
Ich sehe in dein Gesicht, es sieht aus als würdest du nur schlafen.
Meine Stimme wird ruhiger und ich schlucke widermal den Kummer herunter.
Wie kannst du da nur liegen?
Einfach schlafen und dabei so dämlich Grinsen.
Ich blinzle leicht und betrachte dein Gesicht genauer. Deine Gesichtszüge ändern sich und ich vergesse fast zu atmen, als du die Augen öffnest. Du siehst mich an und grinst noch ein ganzes Stück breiter. Ich liebe dieses Grinsen, weißt du das? Und gerade jetzt liebe ich es noch viel mehr!
Ich bin deinem Gesicht so nahe, dass ich deinen Atem an meinen Lippen spüren kann.
„Ich... habe... es... dir...doch... gesagt...Ker...“
Du musstest meinen irritierten Blick merken, dass ich es nicht verstand, also sprachst du weiter.
„Samurai ist im verfickten Radio!“
„Hah... ja...“, sagte ich leise und bleibe dir nahe, meine Tränen rannen weiter übers Gesicht.
Ich spüre das kalte Metall an meiner Wange, spüre deine kalten Finger weiter zu meinem Nacken wandern, um mich näher zu dich herunter zu ziehen.
Du lässt die Nähe zu oder war ich es der dir die Nähe gibt?
Ich schloss die Augen, als ich deine Lippen zögerlich auf meinen spürte.
Du küsst mich und ich war mir nicht sicher, ob ich nicht einfach vor ein paar Stunden neben dir eingeschlafen war.

Der Kuss tat gut, nahmen mir meine Ängste und Sorgen um dich.
Als du den Kuss löst, traue ich mich kaum in dein Gesicht zu blicken. Ich spüre eine deutliche Hitze in meinen Wangen aufsteigen und du? Du grinst nur so schmutzig, wie du es immer tust, wenn du mich zur Weißglut bringt. Etwas was du viel zu gut kannst, weißt du das überhaupt Johnny?
Auch das liebe ich an dir. Mit dir wird es nie langweilig.
„Ich habe dich vermisst Johnny. Ich dachte...-“, du stoppst mich und  legst deinen Zeigefinger auf meine Lippen.
„Langweilig. Erzähl mir etwas, was ich noch nicht weiß.“
Ich murrte leise und zwickte mit meinen Zähnen in deine Fingerkuppe, das du nur leise anfängst zu lachen, du ziehst mich näher, dass ich nun neben dir liege und sachte meinen Kopf auf deine Brust legen kann. Dein Herzschlag hört sich beruhigend für mich an und ich fuhr langsame Kreise mit meinen Fingern über deine Brust.

„Ehh...bin ich nicht zu schwer?“
Schließlich warst du angeschlagen, ich wollte dich sicherlich nicht zerquetschen.
„Pah... du wiegst doch nichts Ker.“, hör ich dich nur brummen und ich merke, wie du eine meiner Haarsträhnen mit deinem Finger ein- und ausrollst. Du spielst mit meinen Haaren? lässt Nähe zu und vor allem hältst du mich nahe bei dir sein. Wer bist du und was hast du mit Johnny gemacht? Egal – ich genieße den Augenblick einfach viel zu sehr, anstatt das ich ihn kaputt machen wollte.
„Es.. sind drei Wochen vergangen, … ich dachte wirklich....ich...also... egal... du bist wach...ich bin so froh...“
„Drei Wochen? Fuck!“, raunst du ungläubig und knurrst dunkel auf.
Du streichelst mir über den Rücken und ich schließe genießerisch die Augen, als du mich dazu mit einem undefinierten Blick musterst muss ich aber doch schlucken.
Ich spürte ganz deutlich wie deine Hand von meinem Rücken, zu meinem Hintern wandert.
„Eh... Johnny? Was wird das?“
„Was denn? Ich wollte nur sehen wie sich meine Hose an dir macht. Hah!... ich steh mit einem Bein im Grab und du klaust wieder meine Hosen was? An was anderes kannst du wohl gar nicht mehr denken, als das du  in meine Hosen kommst, hm?“
Ich konnte nicht anders und zog eine kleine Schnute, dabei war ich mir sicher, das meine Gesichtsfarbe einer Tomate gleichen musste die in ihrer vollen reife stand.
„Mir steht sie doch eh viel besser.“
Will er mich aufheitern? Langsam wische ich mir die letzten Tränen von der Wange und merke wie müde ich eigentlich bin. Die letzten Wochen waren verdammt anstrengend.
Es war so als würde der ganze Ballast von meinen Schulter rieseln und ich konnte endlich wieder Luft holen.
„Hast ja recht...“
Ich habe recht? Meint er das ernst?
„So?“, frage ich also nach.
Du nickst und lehnst deine Stirne an meine, dabei drückst du mir einen weiteren, kleinen Kuss auf die Lippen, welcher mein Herz Hüpfen lässt.
Trotz allem spüre ich deine Hand weiter auf meinen Hintern und ich frage mich langsam, was das hier wird, böse kann ich dir deswegen nicht sein, denn ich genieße die Nähe zu dir viel zu sehr.
„Du weißt es doch sowieso schon oder Ker?“
„Was meinst du?“
„Naja...ist nicht so wichtig.“
„Johnny ich kann noch keine Gedanken lesen, Spucks aus!“
Du verdrehst die Augen und murrst, ehe du mir in den Hintern kneifst. Eine Strafe? Ich weiß nicht warum aber mir gefällt es, wenn du mich so berührst.
„Ich mag dich, das weißt du oder?“
„Huh?!“, machte ich unkontrolliert und hielt mir den Mund zu, um nicht weiter zu quietschen – wo kam das denn her?

Ich räusperte mich und stemmte mich etwas auf um dir besser in die Augen sehen zu können.
„Ich hasse es eigentlich, wenn man mir ständig nach läuft. Ich hasse es ,wenn du mir etwas verbietest oder versuchst Vorschriften zu machen. Vor allem hasse ich es, wenn man mir sagt das man mich liebt.“
Das weiß ich, dachte ich mir.
„Also... weißt du das andere auch, oder?“, deine Stimme klingt bei der Frage so kleinlaut. So kenne ich dich nicht und deswegen schüttelte ich den Kopf.
„Nein?“
„Ich mag das an dir.“
Du magst das?
„Ich mag es irgendwie wie du mir nach läufst.“
„Klar, so bekommt Johnny ja auch Aufmerksamkeit.“
„Nein so meine ich das nicht.“
„Ah?“

Du schüttelst den Kopf und verhakst unsere Finger ineinander, dass mir ganz warm ums Herz wird.
„Hör mal, Ker. ...“
Du beugst dich zu mir vor und mein Herz schlägt kräftig gegen meine Brust.
Du beginnst leise Wörter in mein Ohr zu hauchen und ich kann nicht anders als künstlich auf zu husten, um das zu stoppen was du da versuchst.
Meine Wangen erhitzen sich bei deinen schmutzigen Wörtern.
„Fick dich Johnny!“, murre ich und sehe starr zur Seite.
Du legst deine kalten, silbrigen Finger an mein Kinn und drehst mein Gesicht zurück zu dir.
Du grinst mich an, ich weiß was du denkst und das mag ich an dir, du nutzt es aus oder?
Deine Lippen legen sich auf meine und wir küssen uns.
Küssen uns lange.
Genießen die Zeit zusammen, bis zu unserem nächsten Streit der kommen wird und wir wissen beiden, früher oder später kommt es so.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast