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Nur einen Anruf entfernt

OneshotRomance, Liebesgeschichte / P6 / Het
Haruhi Hikaru Kaoru
04.05.2021
04.05.2021
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985
 
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Hallöchen,

lang ist mein letztes Update her, aber ich konnte diesen beiden einfach nicht länger widerstehen.
Ein kleiner oneshot für zwischendurch.

Die Charaktere gehören nicht mir, ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.

Nun viel Spaß beim lesen!


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Kein Auge bekam Haruhi zu, während Hikaru bereits tief im Land der Träume versunken war. Ihre Gedanken routierten um jemand anderen, um jemanden, der ihr verboten war.

Leise stieg sie aus dem gemeinsamen Bett, um den Schlafenden an ihrer Seite nicht zu wecken. Hastig schlüpfte sie in ihre Kleidung und anschließend in das angrenzende Badezimmer, in dem sie ihr Haar notdürftig kämmte und ihrem Spiegelbild danach einen prüfenden Blick zu warf. Auf dem Rückweg durch das Schlafzimmer nahm sie ihre Handtasche und vergewisserte sie sich, dass Hikaru nach wie vor fest schlief, bevor sie den dunklen Flur betrat und die Tür geräuschlos hinter sich schloss.

Mit zitternden Fingern zog sie ihr Handy aus der Handtasche und wählte eine ihr nur zu bekannte Nummer. Schon öfter war sie kurz davor gewesen, bei ihm anzurufen und ihn heimlich zu treffen. Heute war dieser Abend gekommen, an dem sie diesem Wunsch nachkommen würde.

„Hallo?", meldete sich eine verschlafene Stimme am anderen Ende der Leitung.

„Bist du noch wach?" Sie zwang sich, ruhig zu atmen, um das Zittern in ihrer Stimme zu unterdrücken.

„Natürlich, ich bin am Handy. Was gibt es denn?", wurde sie gefragt und sie wünschte sich, sie hätte sich ein paar Antworten zurecht gelegt.

„Nichts besonderes", log sie vage. „Ich kann nicht schlafen und hoffte, dass es dir genau so geht."

Dies war der entscheidende Punkt, an dem sie ihm den Ball zuspielte. Wenn er an ihr kein Interesse hätte, würde er sie abblitzen lassen und das Gespräch zeitig beenden. Andernfalls würde er ihr dagegen möglicherweise anbieten, die Zeit gemeinsam zu vertreiben.
Sie hoffte auf letzteres, obwohl er eine besondere Beziehung zu Hikaru pflegte und dessen Sympathie nicht riskieren sollte. Sie musste ihn nach einem Treffen unter vier Augen fragen, obwohl sie die beiden nicht entzweien wollte und sich im vollen Bewusstsein darüber war, dass der beste Ablauf dieses Anrufes für alle wäre, dass sie abgewiesen wurde und wieder zu Hikaru ins Bett krabbelte. Doch das Verhalten ihres Gesprächspartners ihr gegenüber in der Vergangenheit ließ sie zweifeln. Es bestand die Chance, dass er nicht den vernünftigeren Weg wählen würde.

„Du könntest dir einen Film ansehen", schlug er vor.

Haruhi unterdrückte einen Seufzer. Der erste Versuch war damit fehl geschlagen und an sich wäre dies der Zeitpunkt, an dem sie dankend auflegen sollte. Aber ihr Verlangen zu wissen, was er für sie empfand, trieb sie unaufhörlich dazu an, es weiter zu versuchen. Er war ihr so oft nahe gekommen, hatte sie zu häufig zufällig berührt. Unmöglich, dass sie sich das alles nur eingebildet und ein Interesse seinerseits fehlinterpretiert hatte.

„Etwas frische Luft wäre mir lieber. Heute ist ein schöner Abend." Sie sah aus dem Fenster in den sternenklaren Himmel hinauf zu dem vollen Mond und stellte sich vor, wie auch er den nächtlichen Anblick genoss. „Ich denke, ich werde eine kleine Runde im Rosengarten spazieren gehen."

Besagter Garten befand sich direkt vor dem Haus, in dem sie sich gerade befand. Sie machte eine kurze Pause, wohlwissend, dass er ebenfalls Zugang zum Rosengarten hatte. Als keine Antwort kam, überwand sie sich, die verräterischen Worte an ihn zu richten. "Hast du Lust, mich zu begleiten?"

Sie hatte sich diese Frage zurecht gelegt. Einerseits erschien ihre Bitte zwar im ersten Moment, als wäre dieser Spaziergang im Garten durchaus nicht nur auf ein Gespräch begrenzt, andererseits konnte man ihr nicht nachweisen, dass sie hinter ihrer Frage mehr verbarg. Sie konnte es genauso unschuldig und harmlos meinen, wie sie es ausgedrückt hatte.

Ein erstaunter Seufzer drang an ihr Ohr, bevor es still wurde. Sie wartete mit zunehmender Panik und zitternden Händen auf seine Antwort.

Die Entscheidung lag allein bei ihm und er wusste es. Gleichzeitig wusste er um die Gefahr, je nachdem, wie seine Antwort ausfallen würde.
Seine Zustimmung bedeutete nicht, dass sie Hikaru hintergingen, schließlich war es ihnen als Freunde nicht verboten, sich zu treffen, egal ob es aus dringenden Gründe, einer Laune oder einer zufälligen Schlaflosigkeit heraus geschah. Grundsätzlich wäre aber alles möglich, wenn er zustimmte und sie heute traf.
Würde er ihr absagen, gab es auch hier mehrere Möglichkeiten. Zum einen könnte es an seiner Müdigkeit liegen - eine Ausrede, die sie nicht entkräften könnte, wenn er sie denn vorschob. Aber viel prekärer für eine Absage - dies war Haruhi bewusst - wäre der unwahrscheinliche Fall, dass er trotz seiner scheinbaren Ignoranz ein gewisses Interesse an ihr hatte, dieses aber nicht mit seiner Loyalität gegenüber Hikaru vereinbaren konnte.

Warum sonst zog es ihn in ihre Nähe, wenn sie gemeinsam in einem Raum waren, während er Treffen zu zweit so gekonnt vermied, als wäre es ihm verboten? Verboten wie ihr, weil sie ihn mehr mochte, als sie ihn aufgrund ihrer Beziehung mögen durfte.

Die Stille wurde endlos. Er würde absagen. Natürlich, was auch sonst? Hikaru zu hintergehen passte nicht zu ihm. Sie schluckte schwer, ihr Herz schlug heftig und sie hatte Angst, er könnte es durch das Handy hindurch hören. Sie rechnete bereits fest mit einer Absage, als er wieder zu sprechen begann.

„Ok, ich komme mit." Haruhi war im ersten Moment so überrascht, dass sie statt einer Antwort nur ein zögerndes Schweigen zustande brachte. „Treffen wir uns dort?"

„Ok", hauchte sie nur knapp und legte auf. Tief durchatmend begab sie sich auf den Weg.

Beim Eingang zum Rosengarten wartete sie im Schatten der umgebenden Sträucher auf ihren ersehnten Begleiter. Es dauerte nicht lange, als sie ihn in der Dunkelheit ausmachen konnte.

Die roten Haare stilvoll verwuschelt, ein hellgrünes top an seinem schlanken Oberkörper und beide Hände gelassen in den Taschen seiner beigen knielangen Hose vergraben, kam Kaoru auf sie zu.

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Danke fürs Lesen und viel Spaß beim weiterträumen!
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