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Blue Flames

GeschichteHumor, Romance / P16 / Het
Marco der Phoenix Puma D. Ace / Gol D. Ace Whitebeard alias Edward Newgate
04.05.2021
22.05.2021
3
6.052
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04.05.2021 2.525
 
Prolog

"Wie das aussah! Das hättest du sehen müssen. Thatch hat Teach über das gesamte Schiff gejagt! Dabei war ich es gewesen, der den Braten stibitzt hat!" Das tiefe Lachen des Puma D. Ace dröhnte durch den gesamten Speisesaal, in dem die Bande des berühmten Edward Newgate, besser bekannt als Whitebeard, wieder einmal zum nächtlichen Umtrunk zusammen saß. "Der arme Kerl hat - ähm... hörst du mir überhaupt zu?" Der Schwarzhaarige, der bis eben fröhlich vor sich hin geprasselt hatte, sah dich blinzelnd an. Du hingegen blicktest nur schweigend über den Rand des Bierkrugs zu der Tür, aus der euer Vizekapitän eben verschwunden war. Erst als eine Hand sich vor dein Blickfeld schob, sahst du auf.
"Tschuldige Ace. Was war?" Die Feuerfaust seufzte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
"Warum redest du nicht mit ihm?", stellte er dir direkt die Frage, woraufhin du ihn stutzig ansahst.
"Mit wem?"
"Marco."
Verdammt. Warst du denn wirklich so durchschaubar geworden? Wenn Ace schon auffiel, dass da irgendetwas zwischen dem Phönix und dir vor sich ging, dann musste es wirklich bereits die ganze Mannschaft wissen. Sicher, du hast in den letzten Wochen alles daran gesetzt gehabt Marco aus dem Weg zu gehen, um eventuelle peinliche Begegnungen zu vermeiden. Doch selbst die Moby Dick war nicht dermaßen groß, als dass man sich da nicht ständig über den Weg laufen würde. Jedes Mal, wenn ihr euch begegnetet, hattest du eine passende Ausrede parat, um schnellstmöglich das Weite zu suchen. Und sonst hingt ihr eigentlich immer ständig aneinander.

Deine Augen schlossen sich. "Das ist nicht so einfach."
"Wieso?", wollte Ace auch gleich wissen. Du verfluchtest die Einfachheit, mit der die Feuerfaust durch's Leben ging. Aber gerade diese war auch der Grund dafür, warum du ihn so mochtest und insgeheim auch bewunderst. Trotzdem war es eine dumme Frage. Einfach einmal mit Marco reden. Was sollte das schon bringen? Es würde nichts an der Tatsache ändern.
Der Phönix und du, ihr hattet euch von Anfang an prächtig verstanden. Er hatte sich damals um dich gekümmert, nachdem du auf das Schiff gekommen warst. Und je besser ihr euch kanntet, umso mehr Zeit verbrachtet ihr auch miteinander. Wie glücklich war er gewesen, als du dir das Tattoo hast stechen  lassen, dass dich als vollwertiges Mitglied der Mannschaft kennzeichnete. Und  wie lang warst du ihm hinterhergerannt und hast ihn geschlagen, weil es so höllisch wehgetan hatte es machen zu lassen.
Ja, du mochtest ihn. Mehr als dir lieb war und mehr als du dir eingestehen wolltest. Es war gut, so wie es war und es hätte sich auch nichts zwischen euch geändert, wenn Marco an einem Abend  nicht einen Schritt zu weit gegangen wäre. Unweigerlich wanderten deine Finger zu deinem Mund. Noch immer konntest du seine Lippen schmecken.
"Da sind keine Essensreste", hörtest du Ace sagen, der dich damit aus deinen Gedanken riss und den ganzen Moment kaputt machte. Grinsend sah er dich an und du warfst ihm einen bösen Blick zu, was ihn auflachen ließ. "Wenn wir gerade schon beim Thema sind, ich hol mir noch was zu Essen." Die Feuerfaust stand auf, hob die Hand zum Abschied und war auch schon verschwunden.

Besser für ihn, dachtest du grummelnd und wandst dich wieder deinem Bier zu. Dein Blick wurde von Whitebeard eingefangen, der auf seinem Platz saß. Eben hatte er noch zwei Pflegerinnen verscheucht, die schwerer zu bekämpfen waren als Ratten und nun hatte er auch schon die nächsten beiden am Hals. Die Szene entlockte dir ein Schmunzeln. Der alte Mann, den du nur zu gerne Vater nanntest, prostete dir zu und du erwidertest die Geste lächelnd. Mit dem letzten Schluck war nun auch für dich die Zeit gekommen, um in dein Bett zu gehen. Einige deiner Kameraden sagtest du noch im Vorbeigehen gute Nacht, dann nahmst du den Weg durch die Tür und folgtest dem beleuchteten Gang, der direkt zu deiner Kajüte führte. Es war ruhig geworden. Die meisten Crewmitglieder feierten noch im Speiseraum und die, die es nicht taten, lagen bereits in ihren Betten oder trieben sich noch ein wenig an Deck herum.

Hoffentlich würdest du wenigstens in dieser Nacht gut schlafen können. Doch dafür würde wahrscheinlich schon der Alkohol sorgen. Ganz zu vergessen von dem Schlafmangel, der dir schon seit geraumer Zeit zu schaffen machte. Die Schuld dafür gabst du dem Blondschopf, der mit seiner blanken Anwesenheit bereits alles in dir durcheinanderbringen konnte. Selbst jetzt hingen deine Gedanken ihm nach. Du atmetest einmal tief durch, ehe du den Griff deiner Tür nach unten drücktest. Innen war es stockdunkel, weswegen du einen Spalt auflassen musstest, um überhaupt etwas im Raum ausmachen zu können. Es dauerte eine Weile, doch nachdem deine Augen sich an die Dunkelheit einigermaßen gewöhnt hatten, nahmst du eine Streichholzschachtel in die Hand, um eine Kerze anzuzünden. Das Licht erhellte schwach den Raum. Es genügte. Dein Blick glitt wieder zur Tür und du gingst, um sie komplett zu schließen, als wie aus dem Nichts eine Hand von hinten kam und die Tür ins Schloss drückte. Dermaßen erschrocken, sodass dein gesamter Körper sich versteift hatte, sahst du seitlich auf die Hand, die flach gegen die Tür lehnte. Der dazugehörige Arm streifte deine Ohrmuschel. Dir stockte der Atem. Nachdem du herumgewirbelt warst, um deinem Besucher von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen, schoss bereits die zweite Hand nach vorne und knapp an deinem Kopf vorbei.

Die eine auf der einen Seite, die andere auf der anderen, warst du zwischen den zwei Händen gefangen. Und nun hattest du noch die Tür im Rücken. Besser konnte es gar nicht laufen. Unfähig auch nur ein Wort zu sagen, starrtest du in die blauen Augen des ersten Kommandanten: "Wir müssen reden."
Tausend Gedanken schossen dir durch den Kopf, doch nicht einer verließ deinen Mund, den du leicht geöffnet hattest. Sein unnachgiebiger Blick sagte dir, dass du da jetzt nicht mehr drum herumkommen würdest und die Tatsache, in seinem Griff gefangen zu sein, machte dich sichtlich nervös. Du senktest dein Haupt und lehntest deine Hände gegen seine Brust, um ihn von dir fort zu drängen. Marco schien wenig beeindruckt. Seine Hände schlossen sich um deine Oberarme, hielten dich grob fest: "Sieh mich an!", herrschte er dich an. Sein Atem roch nach dem schweren Sake, mit dem er sich wahrscheinlich den Mut für diese Aktion angetrunken hatte.

"Lass mich los!", kam es leise aber bestimmt von dir. Auch wenn dein Herz noch immer wild in deiner Brust schlug, gab deine Stimme die aufkommende Wut preis, die im Gefühlschaos, welches in dir tobte, langsam die Oberhand gewann. Keiner durfte so mit dir umgehen und du hast schon zu lange in dieser Männerwelt gelebt, als dass du dich so dominieren lassen würdest. Doch Marco dachte gar nicht daran dich gehen zu lassen. Sein Blick schien dich förmlich zu durchbohren und es erweckte den Anschein, als konnte er dabei tief in deine Seele blicken. Kläglich wandest du dich in dem eisernen Griff des Phönix. Du warst kurz davor gewesen alle Freundschaft zu vergessen und ihm einfach einen Tritt dahin zu verpassen, wo es richtig wehtat, da hatte der Feuervogel bereits seinen Kopf gesenkt und seine Lippen auf die deinen gelegt. Deine Augen wurden groß. Es war einer dieser Momente, in dem die Zeit langsamer zu vergehen schien und obwohl der Kuss alles andere als sanft war, breitete sich ein wohliges Kribbeln in deinem Innern aus. Wahrscheinlich hättest du dem Gefühl nachgegeben, wenn es nicht plötzlich an der Tür geklopft hätte. Ihr zucktet beide zusammen. Wer konnte das sein? Keiner kam auf die Idee, um diese Uhrzeit noch bei dir vorbeizuschauen.

"Kann ich reinkommen?", drang eine dir bekannte Stimme von draußen zu euch. Es war Joe, einer der jungen Männer der ersten Division. Ihr verstandet euch zwar gut, nur seine Annährungsversuche nervten dich. Doch du wusstest auch, er würde nichts konkretes versuchen, solange Marco in der Nähe war. Denn auch, wenn du es nicht gerne zugabst; so ziemlich jeder auf dem Schiff wusste, dass Marco einen Narren an dir gefressen hatte und dem Vize stellte man sich nicht in den Weg. Anscheinend witterte Joe jetzt aber seine Chance, nun, wo du Marco schon seit Wochen aus dem Weg gegangen warst und ihr euch allen Anschein nach zerstritten hatten. Wenn die wüssten…
"In den Schrank!" - "Eh?" Marco sah dich ungläubig an. "Es darf uns keiner so sehen!", erklärtest du ihm schnell. Jeder würden sich seinen Teil denken können, würde sich rumsprechen, dass der Vize noch um diese Uhrzeit bei dir in der Kajüte war. Als der Blonde immer noch nicht reagierte, nahmst du das Geschehen selbst in die Hand und schobst ihn in Richtung Schrank. Er murrte, doch tat schließlich wie ihm gesagt.

Kurz darauf ging auch schon die Tür auf und Joe trat lächelnd hinein. "Du bist noch wach?" "Scheint wohl so", entgegnetest du ihm mit dem Versuch ein neutrales Gesicht zu wahren. "Was machst du hier?", wolltest du wissen. Der junge Mann rieb sich bei deiner Frage schüchtern den Hinterkopf. "Nunja. Wie du weißt erreichen wir morgen die Insel und ich wollte fragen", er stockte und wurde rot um die Nasenspitze. Deine Augenbraue hob sich. "Ich wollte wissen, ob du am Abend etwas mit mir essen gehen möchtest?", erwartungsvoll blickte er dir in die Augen. Du blinzeltest.
"Und du kommst mitten in der Nacht zu mir, um mich das zu Fragen?", doch noch bevor du diesen Satz zu Ende gesprochen hattest, bereutest du es schon. Die Antwort lag klar auf der Hand: "Naja. Tagsüber sind wir an Deck und ich wollte nicht, dass Marco es mitbekommt", gestand der junge Mann dir schüchtern und bestätigte damit deine Vermutung. Wenn Joe gewusst hätte, dass sein Kommandant im Schrank stand und alles lautstark mitbekam, hätte er sich den letzten Satz wohl doch eher verkniffen: "Deswegen schlage ich auch vor, wir treffen uns direkt in der Stadt. Was Marco nicht weiß, macht ihn nicht heiß", lachte Joe und zwinkerte dir zu. Du wurdest kreidebleich. Und auch Joe verstummte plötzlich. Verwirrt lugte er an dir vorbei. "Hast du das gerade gesehn?", fragte er dich. "Was?" "Da war kurz so ein blaues Leuchten. Das kam aus deinem Schrank und sah aus wie eine Flamme." Dein Herz setzte aus. Oh Gott, wenn das nicht schief ging. Joe wollte gerade einen Schritt zum Schrank zumachen, da packtest du ihn am Arm und zogst ihn mit. "Also dann, Joe. Es ist schon spät und ich bin müde", überschlugen sich deine Worte, während du versuchtest ihn aus deiner Kajüte zu drängen. Doch Joe dachte gar nicht daran zu gehen. Jedenfalls nicht, ohne eine Antwort auf seine Frage bekommen zu haben, weswegen er sich auch wiederholte: "Was ist nun mit morgen?" "Ich kann morgen nicht, hab viel zu tun. Nacht." Ehe er noch irgendwelche Fragen stellen konnte, hattest du den armen Kerl auch schon aus der Tür gestoßen. Wer wusste schon wie lange sich Marco noch beherrschen konnte und die Kleider in deinem Schrank wolltest du doch gerne behalten. Feuer blieb Feuer. Ob es nun das der Feuerfaust war oder das des Phönix.

Kaum waren Joes Schritte verstummt, hörtest du von hinten die Schranktür aufgehen. Du schnelltest herum. Marcos Augen leuchteten gefährlich, während hier und da noch eine blaue Flamme über seinen Körper huschte. Der Anblick war atemberaubend und doch ließ seine Mimik nichts Gutes erahnen. "Hast du dich deswegen von mir ferngehalten, eh?"
Du sogst scharf die Luft ein, wolltest etwas sagen, doch wusstest nicht genau was. Das machte das Ganze nur noch schlimmer. Marco glaubte ins Schwarze getroffen zu haben. Gerade als er an dir vorbei und durch die Tür hinausgehen wollte, stelltest du dich davor und versperrtest ihm so den Weg nach draußen. "Du solltest es besser wissen. Es gibt keinen anderen. Nur dich." Die letzten Worte drangen kaum hörbar von dir und doch hatte Marco sie klar und deutlich verstanden. Sein Blick traf auf den deinen und du warst schon im Begriff dich abzuwenden, als er dein Kinn mit seinen Fingern umschloss und dich so zwang ihn weiter anzusehen. Das Blau in seinen Augen nahm dich gefangen und du glaubtest dich darin zu verlieren, während dein Puls in die Höhe stieg.

Was machte dieser Mann nur mit dir?

Noch nie zuvor hattest du so etwas gefühlt. Etwas, was so tief ging und was deinen Verstand dermaßen übermannte, dass du nicht länger in der Lage warst einen klaren Gedanken zu fassen. Was auch der dafür Grund war, warum du dich in der letzten Zeit von ihm ferngehalten hattest. Dein Herz hatte es nicht länger ertragen. So zu tun, als wäre das zwischen euch nur reine Freundschaft und nicht mehr, wusstet ihr beide doch, dass es anders um euch stand. Und mit dem Kuss, den Marco dir zum ersten Mal vor Wochen gestohlen hatte, war er den Schritt gegangen, den du zu gehen nie gewagt hättest.

Ihr wart nun einmal Piraten. Auf hoher See gab es keine Liebe. Zumindest hatte sie hier nichts verloren. Natürlich war väterliche oder brüderliche Liebe für die Whitebeardpiraten etwas anderes. Doch das spielte keine Rolle. Während du dich fragtest, was die Zukunft wohl für euch bereithielt, stieg die Panik in dir hoch. Was würde geschehen, wenn ihr euch einander hingeben würdet? Und vor allem: Was würde Whitebeard selbst dazu sagen?

Nein; soweit durftet ihr einfach nicht gehen!

"Wir dürfen das nicht Marco." Oh Gott, wie schwer war es dir gefallen diese Worte auszusprechen. Und wie weh tat es dir ihm in die Augen zu sehen, in denen sich diese Hoffnungslosigkeit spiegelte, die ihr beide empfandet. Marco schluckte, als würde er versuchen dieses beklemmende Gefühl loszuwerden. Sein Blick huschte über den Boden, während er nach einer Lösung suchte, die es nicht gab.
"Das ist mir egal", hörtest du ihn auf einmal sagen. Erstaunt darüber, wie schnell er seine Fassung wiedererlangt hatte, fandest du keine Worte darauf. Seine Hand berührte deine Wange, strich sanft über die weiche Haut. Der liebevolle Blick, mit dem er sich ansah, ließ deine Knie weich werden.

"Lass es uns für diese Nacht einfach vergessen, eh?"

Deine Bedenken wurden hinweggeschwemmt. Und zwar in dem Moment, als der Phönix erneut deine Lippen mit den seinen gefangen nahm.

Und diesmal besaß der Kuss eine Sanftheit, die seiner gerecht wurde. Die Gefühle, die du für diesen Mann empfandest, überwog alles andere. Dein Widerstand war endgültig gebrochen, als du seine Zunge fühltest, die über deine Unterlippe glitt und nach Einlass bat, den du bereitwillig gewährtest. Deine Arme legten sich um seinen Hals und im Entferntesten nahmst du noch wahr, wie du nach hinten geschoben wurdest, deine Waden im nächsten Augenblick gegen die Bettkante gedrückt wurden. Kurz nachdem er dich auf das Bett gelegt hatte, nahm dein Verstand nur noch das berauschende Glücksgefühl war, welches er dir schenkte.

Und er hielt sein Wort. In dieser Nacht hattest du alles andere vergessen.
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