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From Dusk Till Dawn **Kingdom Hearts ff**

von jessi910
GeschichteFantasy, Action / P12 / Gen
Ansem der Weise (Diz) Axel Meister Xehanort OC (Own Character) Saix Xemnas
04.05.2021
24.05.2021
8
10.389
 
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06.05.2021 1.246
 
Anie!" Erschrocken und völlig aufgelöst fiel das junge Mädchen aus dem schmalen hölzernen Bett. Zu ihrem Glück bremste der weiche rote Teppich noch ihren Sturz ab und sie rollte wie ein runder Ball über den knarzenden Dielenboden. Leicht kichernd über ihre Tollpatschigkeit rieb sie sich den Hinterkopf und setzte sich im Schneidersitz langsam auf. Ihre braunen halblangen Haare standen ihr wild zu Berge, die sie bei dem flüchtigen Blick in den Wandspiegel sofort wieder in Ordnung brachte. Gähnend streckte sie sich und warf dabei einen Blick auf das ungemachte Bett, bei dem sie kurz Schmunzeln musste. Sie musste wohl eingeschlafen sein. "Anie, wo steckst du denn mein Kind?" Seine besorgte tiefe Stimme erreichte sie ein weiteres Mal und sie rappelte sich augenblicklich auf. Das hätte sie ja beinahe vergessen! Schnell eilte sie zu ihrer Zimmertür und spitzte die Ohren, wo sie bereits seine schweren Schritte zu hören bekam. Panisch stürmte sie auf das Bett und schnappte sich das schwere braune Buch und versteckte es heimlich hinter ihrem Rücken, bevor sich die Klinke bereits nach unten bewegte. "Anie?" Fragend ließ der alte Mann im blauen Gewand seine Augen durch den kleinen Raum wandern und blieb schlussendlich an ihr hängen. Leicht angespannt hob sie eine Augenbraue an und versuchte sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen. "Sag hast du mein Zauberbuch gesehen?" Sie schluckte, während sich der Griff um das Exemplar hinter ihr von Sekunde zu Sekunde verstärkte. "N-nein", stammelte sie ihm brüchig entgegen, was ihn nur noch stutziger machte. Räuspernd kratzte er sich an seinem Kinn und strich den langen weißen Bart mit mehreren Handbewegungen glatt. "Bist du dir sicher?" Sie nickte etwas übertrieben und versuchte seinem starrenden Blick auszuweichen. "Vielleicht hast du es wieder verlegt? Schließlich wirst du schon ein wenig vergesslich." Murrend raufte er sich die noch wenigen Kopfhaare und sprang wie verrückt auf und ab. Sie schien wohl einen wunden Punkt bei ihm gefunden zu haben. "Erinnere mich nicht daran! Warte nur bis du in mein Alter kommst, dann wirst du noch an mich denken!" Ein verzweifelter Seufzer kam über seine Lippen, als er es nun endlich einsah und sich wieder auf den Weg ins Untergeschoss machte. "Nun dann muss ich es wohl ohne versuchen!", hörte sie ihn noch fluchen. Ein erleichtertes Schnaufen ließ ihre Muskeln wieder entspannen und sie holte das Buch hervor. Behutsam fuhr sie über den empfindlichen Einband und war heilfroh, dass er ihr nicht auf die Schliche kam. Er hatte ihr nämlich verboten seine Zaubersprüche zu studieren. Warum? Das wusste sie selbst nicht, aber diesen Spaß wollte sie sich nicht nehmen lassen. Das laute Jammern des alten Mannes machte sie ein wenig neugierig und sie schlich leise die Stufen hinab. Das Buch hielt sie noch immer in ihrem Versteck gefangen bis nun das geräumige Zimmer des Zauberers betrat. Kichernd beobachte sie ihn, wie er auf einen alten Kessel stieg und seinen Zauberstab aus seiner Robe hervorholte. "Wie ging das nochmal?", fragte er sich und tippte sich auf seinen blauen spitzen Hut. "Ach ja!" Konzentriert hob er nun seine Hände und Anie beobachtete ihn staunend, als er zu zaubern begann. "Und eins, und zwei, und drei und vier!" Mit eleganten Bewegungen erweckte er nun einen Holztopf zum Leben indem das Seifenwasser nur so schäumte. "Higitus Figitus Migitus mum!" Das dreckige Geschirr hinter ihm klirrte, als es sich in die Lüfte erhob und schnurstracks auf den Topf zuflog. Ein gelber Schwamm tauchte aus dem Wasser auf und putzte und putzte, bis die dreckigen Teller nacheinander blitzeblank waren. "Scitu de bitu de batu de bum!" Anie bückte sich, als ein Kochlöffel über ihren Kopf hinweg sauste und lachte dabei, da er sich nun wirklich sehr ins Zeug legte. Noch rechtzeitig sprang sie über das tänzelnde Besteck hinweg und sah zu ihm auf. "Ich soll das doch machen!", scherzte sie, doch er fuchtelte bloß kopfschüttelnd mit seinem Zauberstab umher. "Ach dem Geschirr merkt man das nicht an, wenn nur die Arbeit wird getan! Ruckerchen, Schrupperchen, Haltet euch ran!" Ein schwebendes Tuch trocknete noch dazu die nassen Teller und ließ sie alle in den Küchenschrank gleiten. Nachdem nun auch der letzte Topf den Weg in den Schrank fand, schnappte die Tür zu und er stolperte erschöpft vom Kessel hinunter. Anie fing ihn dabei natürlich auf und fuhr ihm dabei sanft über seine Wange. "Du bist ein wahrer Meister Onkel Merlin." Sie hauchte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange, worauf er natürlich sofort errötete. "Ach Liebes, ich danke dir, aber das war einmal." Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und betrachtete seine gemachte Arbeit. Anie nutzte diesen Moment, um eilig das Buch wieder den ursprünglichen Platz zu legen. "Hier Onkel!", rief sie ihm flunkernd zu und deutete auf das Zauberbuch, welches sie vorgab gerade gefunden zu haben. Merlin riss herum und staunte, als er es dort auf dem Pult liegen sah. "Merkwürdig?" Fragend schob er die Brille seinen Nasenrücken hinunter und kratzte sich verwundert am Hinterkopf. "Da ist es ja, aber wie kann es sein?" Anie räusperte sich unauffällig und spielte mit der Spitze ihres Schuhes. "Vielleicht hast du ja doch recht mein Kind. Mein Gedächtnis ist nicht mehr das, was es einmal war!" Anie tröstete ihn jedoch und versuchte ihn etwas aufzumuntern. "Mach dir nichts draus Onkel, deine Zauberkraft ist doch einwandfrei!" Merlin lachte über ihren Optimismus und tätschelte ihr weiches Kinn. "Du bist doch wohl Balsam für meine alte Seele." Anie jubelte innerlich. Merlin wirkte seit langem wieder gut gelaunt was ihr womöglich einen Vorteil einbringen könnte. Viel zu lange hatte sie ihn beobachtet. Sein Vorhaben studiert und, wenn auch heimlich, seine Sprüche gelernt. Sie wollte nun nicht mehr bloß Zusehen. Sie wollte nach so langer Zeit endlich mehr. "Onkel?", fragte sie ihn mit zittriger Stimme und der Zauberer wandte sich erneut in ihre Richtung. Anie zuckte etwas, da die Aufregung ihren Körper förmlich durchflutete. Unsicher spielte sie mit ihren Fingern und selbst er bekam es zu spüren. "Bringst du mir nun endlich die Magie bei?", murmelte sie und versteckte sich hinter ihren Haaren. "Wie bitte?" Der Zauberer schreckte zurück und schob seine Brille wieder hinauf. Anie wusste, dass er es verstanden hatte und fuhr einfach fort. "Ich bitte dich Onkel, seit vierzehn Jahren habe ich dir zugesehen, ich will es auch versuchen!" Voller Euphorie fasste sie nach seinen Händen und wirbelte ihn herum. "Ich weiß dass ich es kann, ich kann es doch fühlen!" Lachend ließ sie ihn los und Merlin stolperte zurück. Anie hob ihre Hände und richtete sie auf den leblosen Topf mit dem vielem Seifenwasser. Ein konzentrierter Blick und sie spürte bereits das elektrisierende Gefühl in ihren Fingerkuppen. Ein kleiner Funke entfachte sich in ihrer Handfläche und sie richtete ihn auf die blubbernden Blasen, die von Merlins Zauberei noch umherschwirrten. Sie wollte sie tanzen sehen. Weitere Funken knisterten, doch die sonst so schönen Sterne von ihrem Onkel verwandelten sich plötzlich in winzige schwarze Schatten, die sich um ihr Handgelenk schlängelten. Merlin, der dies wortlos beobachtet hatte stürzte sich auf sie und schnappte nach ihren Armen. "Nicht!", schrie er verzweifelt. Ein gewaltiger Luftstoß traf die beiden hart, während es um sie herum finster wie die Nacht wurde.
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