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Ein Leben für die Drachen Bd 2: Dunkle Schatten

von Ladria
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Heidrun Hicks der Hüne OC (Own Character) Ohnezahn Windfang
04.05.2021
10.07.2021
6
7.775
7
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4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.05.2021 1.220
 
Heyho,
ich weiß, ich bin einen Tag zu spät, aber ich habe einen guten Grund: Die Deutsche Bahn sowie drei neue Bücher. Also, ernsthaft, ich war ein paar Tage in der Stadt, in der ich studiere, weil ich am Freitag eine Klausur geschrieben habe, und gestern bin ich nach Hause gefahren und der Zug hatte extreme Verspätung, und als ich irgendwann zuhause war, wollte ich nur noch ins Bett und lesen. Sowas kann immer mal wieder vorkommen, aber das neue Kapitel kommt immer im Laufe des Wochenendes.
Dann mal viel Spaß beim Lesen, jetzt geht es mit Heidrun weiter.

                                                                                                                  *

Kapitel 2: Fortschritt

Windfang fliegt ruhig und gleichmäßig. Der Wind trägt das silberne Drachenmädchen über das Meer. Hin und wieder muss sie mit den Flügeln schlagen, um die Höhe zu halten.
Die untergehende Sonne färbt ihre metallischen Schuppen rötlich.
„Dort, das ist ein guter Platz für die Nacht“, ruft Heidrun, die auf dem Rücken des Drachenweibchens sitzt. Sie steuert Windfang auf einen recht hohen Felsen im Meer zu. Diese landet sanft auf der breiten, mit Moos bewachsenen Fläche. Heidrun rutscht vom Rücken des Drachens und streckt sich, dass ihre Gelenke knacksen. Dann öffnet sie ihre Tasche, in der sie die wenigen Habseligkeiten, die sie besitzt, aufbewahrt und holt einen runzligen Apfel hervor. Es ist der letzte, wie Heidrun auffällt. Die Äpfel hat sie nur wenige Tage zuvor auf einer kleinen Insel gefunden. Während sie den Apfel verspeist, stößt sich Windfang wieder ab und fliegt im Sturzflug zum Meer. Als das Drachenweibchen wieder auf dem Felsen landet, hat es das Maul voller Fische, die es genüsslich verspeist.
Es ist ein karges Mahl und für morgen hat sie nichts mehr. Natürlich kann sie auch die Fische essen, die Windfang fängt, aber sie findet nicht immer einen Lagerplatz mit Holz für ein Feuer, und rohe Fische isst sie nur, wenn es nicht anders geht.
Aber das macht ihr nichts aus. Ihre Kraft nährt sich nicht nur vom Essen, sie nährt sich von Hass, Wut und dem Wunsch nach Rache, Hass und Wut auf die Berserker, die ihr Dorf zerstört und alle Einwohner getötet haben. Nur Heidrun hat in die Wälder entkommen können, wo sie dann Windfang gefunden hat, die sich bei einem Kampf gegen einen anderen Drachen schwer verletzt hatte. Sie hat das Drachenweibchen gesund gepflegt und sie sind, als Windfang stark genug war, sie zu tragen, aufgebrochen, damit Heidrun die Berserker suchen und ihr Dorf rächen kann.
Aber Rache ist nicht ihr einziger Grund. Ihre Eltern, die von den Berserkern getötet wurden, sind nicht ihre leiblichen Eltern, sondern haben sie aufgezogen, nachdem sie als Kleinkind mit einem Floß angespült worden ist. Jetzt möchte sie ihre leiblichen Eltern finden und herausfinden, wer sie wirklich ist.
Seit ungefähr drei Wochen ist sie jetzt unterwegs. Sie und Windfang reisen von einer kleinen Insel zur anderen. Je mehr sie in den Norden kommen, desto kälter wird es, aber Schnee haben sie zum Glück noch nicht gefunden. Es ist ohnehin schon kalt genug und in dieser Nacht hat sie nichtmal ein Feuer, an dem sie sich wärmen kann, nur Windfang, an die sich das Mädchen kuschelt.
Am nächsten Morgen fängt Windfang wieder Fische. Da Heidrun sonst nichts zu essen hat, nimmt sie einen aus und verspeist ihn roh. Hoffentlich kann sie sich bald neue Vorräte besorgen – oder sich an diesem Abend wenigstens ein Lagerfeuer machen, damit sie nicht wieder rohen Fisch essen muss.
Nach diesem Frühstück steigt sie wieder auf Windfang und setzt ihre Reise in den Norden fort. Gegen Mittag kommt eine Insel in Sicht. Am späten Nachmittag ist Heidrun nahe genug an der Insel, um eine Ansammlung von Häusern zu erkennen. Ein Dorf! Genau, was sie sich erhofft hat. Sie hat zwar nicht viel zum Handeln, aber sie kann bestimmt Mitleid bei den Dorfbewohnern erwecken, ein armes, einsames Mädchen von dreizehn Jahren, recht mager und mit langem schwarzen Haar, ein Kind, das kein Zuhause mehr hat. Natürlich ist sie wehrhafter als sie aussieht und ihre Kindheit war in dem Moment vorbei, in dem sie mit Windfang die verkohlten Reste ihres Heimatdorfes verlassen hat, vielleicht auch schon nach dem Angriff der Berserker, aber mit ihren dreizehn, fast vierzhn Jahren sieht sie noch aus wie ein Kind. Und genau deshalb werden die Dorfbewohner ihr vermutlich geben, was sie braucht: Nahrungsvorräte und wärmere Kleidung. Andererseits muss sie wegen Windfang vorsichtig sein: Es kann gut sein, dass die Dorfbewohner dem Drachen gegenüber feindselig sind. Das letzte Dorf hat sie direkt wieder verjagt. Deshalb fliegt sie jetzt nicht direkt auf das Dorf zu, sondern landet außerhalb in einem dichten Fichtenwald, der das Dorf umgibt.
Nachdem Windfang gelandet ist, steigt Heidrun ab. Am liebsten würde sie Windfang im Wald lassen, aber es wäre schwer zu erklären, wie sie auf die Insel gekommen ist. Also läuft sie zu Fuß weiter, Windfang folgt ihr.
Als das Dorf in Sichtweite kommt, treffen sie auf eine Gruppe von Kindern, die nur wenig jünger sein können als sie selbst. Als die Kinder Windfang sehen, schreien sie ängstlich auf. „Keine Angst, sie tut euch nichts!“, ruft Heidrun und legt eine Hand an Windfangs Hals, da diese durch das Geschrei nervös geworden ist. Diese Geste scheint nicht nur Windfang, sondern auch die Kinder zu beruhigen. Ein Junge mit hellbraunen Haaren, der etwa in ihrem Alter ist, tritt mutig auf sie zu, in der Hand eine Spielzeugaxt aus Holz. Windfang beäugt die Kinder genauso misstrauisch und ängstlich wie die Kinder den Drachen. Sie ist schließlich nur Heidrun gewöhnt. Das junge Drachenweibchen hat vermutlich genauso viel Angst vor den Kindern wie die Kinder vor ihr, ein Gedanke, bei dem Heidrun fast gelacht hätte. Und genau das erklärt sie auch den Kindern, als Windfang vor dem braunhaarigen Jungen zurückweicht Der Junge sieht sie forschend an. „Aber... Drachen sind gefährliche Monster und töten jeden, der ihnen in den Weg kommt... Und wer bist du überhaupt und was machst du hier? Ich bin Reno.“ „Hör mal, ich dachte auch, dass Drachen gefährlich sind, aber ich habe Windfang verletzt gefunden und ihr geholfen. Seitdem ist sie bei mir und passt auf mich auf. Ich bin übrigens Heidrun“, erklärt sie.
„Das ist ja alles sehr schön für dich, aber was machst du hier?“, fragt Reno misstrauisch mit scharfer Stimme und hebt seine Axt.

                                                                                                                          *

Ja ich weiß, es ist relativ kurz und auch nicht das beste Kapitel, das ich je geschrieben habe. Und ja, ich weiß, das ist ein fieser Cliffhanger... Hab zu viel Rick Riordan gelesen und seine Angewohnheiten, Cliffhanger einzubauen, übernommen muhahahahaha...
Viel kann ich zu diesem Kapitel nicht sagen, nächste Woche geht es dann bei Hicks und Enia weiter. Einen schönen Tag euch noch,
eure Ladria
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