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Ich bin kein Traum!

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Het
Draco Malfoy Hermine Granger
04.05.2021
05.05.2021
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04.05.2021 1.868
 
Nur ein Traum

Malfoys Augen waren lustverhangen, als er sich Hermine näherte. Als Hermine begriff, was er vorhatte, war es schon zu spät, um zu reagieren. Seine Lippen trafen auf ihre. Hungrig und heiß. Sie waren weich, und drückten doch beharrlich gegen ihre, verlangten Einlass.

Malfoy schien nicht mit Gegenwehr zu rechnen, schien sogar verwundert über Hermine, die in Schockstarre dastand, die Lippen unbewegt. Er schien damit gerechnet zu haben, dass sie seinen Kuss erwiderte.

Wie war sie bloß in diese Lage geraten? Hatte er sie nicht heute morgen noch auf dem Schulflur ein Schlammblut genannt? Mit vor Verachtung blitzenden Augen, wie jedes Mal, wenn er sie ansah.

Es war ihr sechstes Schuljahr, und Hermine machte sich große Sorgen wegen der Anschläge. Harry war sich sicher, dass Malfoy dahinter steckte, und sie hatten beschlossen, den Slytherin nicht aus den Augen zu lassen. Heute war Hermine dran, die Nachtwache zu schieben. Sie war, mit dem Tarnumhang, der Karte und einem Zauberstab bewaffnet, losgezogen, und hatte bei den Kerkern auf Malfoy gewartet. Wie fast jede Nacht in letzter Zeit war dieser kurz vor Mitternacht erschienen. Sie war im gefolgt, auch wie jedes Mal, nur um ihn dann zu verlieren. Er verschwand einfach, mitten auf dem Flur verblassten die Fußspuren, neben denen sein Name stand, von der Karte.

Aber dieses Mal war es anders. Dieses Mal wusste Hermine, an welcher Stelle er genau verschwinden würde, und auf leisen Sohlen verringerte sie ihren Abstand zu Malfoy. Es war, wie sie vermutet hatte: Er verschwand in den Raum der Wünsche. Nah, wie sie war, schaffte sie es mit ihm durch die Tür.

Heute würde sie endlich sein Geheimnis erfahren.

Im Raum der Wünsche sah es aus, wie in Filchs Schublade konfiszierter Gegenstände, nur tausendmal größer. Der ganze Raum war mit mysteriösen Gegenständen gefüllt. Aber Malfoy steuerte zielstrebig auf einen Schrank zu.

Er zauberte daran herum, aber Hermine kannte die Zauber nicht. Es flüsterte auch zu leise, als dass sie seine Worte verstehen könnte. Sie wagte sich erneut etwas näher an den Blonden heran, als sie an etwas hängenblieb. Der Tarnumhang glitt sanft und leise von ihren Schultern, aber Hermine bemerkte es nicht.

Hermine war nur noch drei Meter von ihm entfernt, als Malfoy hochsah, und sie erblickte. Sie glaubte zuerst, er sähe an ihr vorbei, oder durch sie hindurch, aber offensichtlich konnte Malfoy sie wirklich sehen. Der Schreck durchfuhr sie, sie war aufgeflogen. Was würde er nun tun?

Hermine erwartete erneut Abscheu, vielleicht Wut, in jedem Fall Panik. Sie musste schnell ihren Zauberstab benutzen, bevor er sie angriff. Aber Malfoy wirkte überhaupt nicht angriffslustig.

Er war nicht einmal überrascht sie zu sehen. Malfoy blieb vollkommen ruhig, legte den Kopf etwas schief, und lächelte. „Granger. Da bist du ja wieder.“

Hermine wusste nicht, was sie erwidern sollte, also schwieg sie. Malfoy schien auch keine Antwort zu erwarten. Er ging auf sie zu, und Hermine blieb wo sie war, aus Angst, etwas falsches zu sagen, oder zu tun.

Malfoys Augen waren lustverhangen, als er sich Hermine näherte. Als Hermine begriff, was er vorhatte, war es schon zu spät, um zu reagieren. Seine Lippen trafen auf ihre. Hungrig und heiß. Sie waren weich, und drückten doch beharrlich gegen ihre, verlangten Einlass.

Malfoy schien nicht mit Gegenwehr zu rechnen, schien sogar verwundert über Hermine, die in Schockstarre dastand, die Lippen unbewegt. Er schien damit gerechnet zu haben, dass sie seinen Kuss erwiderte.

Was sollte sie nur tun? Er hatte „da bist du ja wieder“ zu ihr gesagt. Wenn Hermine verstehen wollte, was da vor sich ging, musste sie mitspielen.

Und so öffnete sie ihren Mund etwas, entspannte ihren Körper, hob die nutzlos, schlaff herabhängenden Arme, um ihn an sich zu ziehen. Malfoy seufzte erleichtert, vertiefte den Kuss, und zog sie noch näher an sich. Er war so leidenschaftlich, so gefühlvoll, und schmolz regelrecht in ihren Armen.

Malfoy war überhaupt nicht mehr angespannt, wirkte als hätte er eine Maske fallengelassen. Hatte Hermine ihn schon je so gesehen? Konnte dieser Mann ein Todesser sein?

Es war so merkwürdig, ihn zu berühren. Ihre Hände berührten den schweren Stoff seiner Robe, darunter spürte sie einen harten, sehnigen Körper. Seine Hände an ihren Hüften brannten auf Hermines Haut, als wäre kein Millimeter Stoff dazwischen, und seine Lippen befeuerten eine Leidenschaft, von deren Hermine vorher nichts gewusst hatte.

Sie versank in diesen Kuss, sie vergas, wer der Mann vor ihr war. Als sein Kuss sanfter wurde, wusste sie, dass er sich bald zurückziehen würde. Er atmete heftig, als ihre Lippen sich lösten, seine Nase strich über ihre Wange, dann entfernte er sich ein wenig, um sie betrachten zu können.

Das war der Moment, in dem Hermine die Augen öffnete, und in seine, grauen Augen sah. Sie waren nicht kalt, ganz und gar nicht. Sie brannten. Es war der Moment, in dem Hermine Begriff, wen sie da gerade geküsst hatte, wer da noch immer ihre Taille fest umschlungen hielt.

Sie starrte ihn an, mit geröteten Lippen und Wangen, immer noch außer Atem. Er lächelte ob ihrer Reaktion, und Hermine fragte sich, ob sie Malfoy jemals hatte lächeln sehen.

„Willst du heute nicht mit mir reden?“ Er war so ruhig, so sanft. War er ein Traum? Tausend Fragen brannten ihr auf den Lippen, und obwohl Hermine sich selbst zur Vorsicht mahnte, purzelte diese eine Frage ihr von den Lippen: „Bist du ein Traum?“ Er lachte verwundert, wurde aber plötzlich traurig. „Nein, Granger, du bist der Traum.“

„Ich bin kein Traum.“ Es war ihr erneut von der Zunge gepurzelt, bevor Hermine hatte nachdenken können. Seine Augen blickten wehmütig. „Oh doch, das bist du. Aber ich werde dich bald verlieren. Ich werde nicht in Hogwarts bleiben können, wenn mein Plan misslingt.“

Welcher Plan? Wieso musste er dann gehen? War Draco Malfoy wirklich ein Todesser?

Wie häufig hatte er bereits den Raum der Wünsche betreten, und hatte dort Zeit mit seiner Vision von ihr verbracht? Was empfand er für sie? Zu was für einen Menschen machte ihn die Tatsache, dass er eine Muggel geborene so ansah? Wer war er für sie, Hermine Granger?

Aber wieder rollte ihr nur eine ihrer vielen Fragen von den Lippen, ungefiltert, und ohne dass sie darüber nachdenken konnte. „Wird dein Plan denn misslingen?“

Draco sah sie so intensiv an, und sie verlor sich in dem Sturm seiner Augen. Sie erkannte einen Funken Mut in ihnen, und sein Mund verhärtete sich zu einer Linie, als er ihr antwortete. „Ich hoffe schon.“

„Wieso tust du es dann?“

„Weil ich sonst sterben muss.“

Hermines Herzschlag setzte aus, nur um dann zu rasen. Sie sah, dass er es todernst meinte. Wieso nur brach es ihr das Herz? „Dann lass nicht zu, dass dein Plan misslingt.“ Ihre Stimme brach, als sie das sagte. Sie wusste nicht, woher die Tränen kamen.

Der Fremde zog sie noch fester in die Arme, als wolle er sie trösten. Aber als sein Körper zu beben begann, verstand sie, dass er es war, der Halt brauchte.

„Wenn mein Plan nicht misslingt, werde ich ein Mörder sein. Für mich gibt es kein Happy End, Hermine Granger.“ Sie zitterte. Wen sollte er töten? Die Anschläge. Die Antwort war so einfach. „Dumbledore.“ Flüsterte sie. „Wer verlangt das von dir?“

Er schwieg, hielt sie nur noch fester. Dann lies er sie plötzlich los, umfasste stattdessen ihr Gesicht, und sah sie eindringlich an. „Die Welt wird sich verändern, Hermine. Wir werden niemals eine Zukunft haben. Du wirst sterben wenn der dunkle Lord gewinnt. Und ich weiß nicht, wie ich das verhindern soll. Ich würde alles für dich tun. Wenn es doch nur einen Weg gäbe.“

Hermine glaubte ihm. Sie wusste nicht, ob es ein Fehler war, aber sie wollte ihm vertrauen. Dem Mann, der wohl Draco Malfoy war, auch wenn Hermine glaubte, ihn nur zu träumen.

„Wenn du deinen Plan fallen lässt, haben wir dann eine Chance?“ Sie sah ihn ebenso durchdringend an wie er sie.

„Nein. Sie werden mich nicht gehen lassen.“

„Und wenn Dumbledore uns hilft?“

Er lachte ein bitteres Lachen. „Wie könnte der alte Mann mir helfen?“

„Wenn er dazu bereit wäre, dir zu helfen, würdest du dir helfen lassen? Würdest du mit uns kämpfen?“ Sie sah ihn so durchdringen an, mit diesen großen Rehaugen.

Er schluckte. Er wollte sie nicht enttäuschen. Er wollte für eine Zukunft mit ihr kämpfen, wenn es eine Chance für sie beide gab. „Ja, das würde ich.“

Er erschrak sich vor der Wahrheit in seinen eigenen Worten, verstand, dass er nicht zu der Tat bereit war, die ihm bevorstand.

Er schloss die Augen, wollte sie nicht länger sehen müssen, die Illusion. Wieso nur kam er ständig hierher zurück? Wieso beschwor er sie ständig herauf, wenn er am Verschwinde Kabinett arbeitete? Warum konnte er nicht aufhören, sie zu lieben?

Als er die Augen wieder öffnete war Hermine Granger verschwunden.



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Hermine floh. Sie wusste, dass es so war. Sie hatte den Tarnumhang übergestreift, als er die Augen geschlossen hatte, und war still und heimlich verschwunden. Sie hatte noch sein Gesicht gesehen, als er die Augen wieder öffnete, und sie nicht mehr da war.

Er war enttäuscht gewesen, und hatte so verbittert und alt ausgesehen. Es tat ihr so unerwartet im Herzen weh. Aber sie hatte zu viel riskiert, indem sie blieb.

Konnte sie ihm wirklich glauben? Durfte sie das Schicksal der Welt verändern, indem sie Malfoy auf ihre Seite zog? Würde er das Zünglein an der Waage sein im Krieg gegen Lord Voldemort? So viele Fragen.

Sie dachte darüber nach, wie intelligent und talentiert er war. Seine Schulnoten waren fast so gut wie ihre eigenen. Lord Voldemort vertraute ihm. Wahrscheinlich war er sogar wirklich bereits ein Todesser, so wie Harry es die ganze Zeit vermutet hatte.

Es schmerzte sie, wenn sie daran dachte, mit welcher Angst ihm die Worte über die Lippen gekommen waren. „Der dunkle Lord.“ So nannte auch Professor Snape ihn.

Er würde nützlich sein. Aber vor allem würde er ein Spion sein müssen, wenn er nicht seine Familie verlassen, und bei einem von ihnen unterkommen wollte. Ihr Plan, Dumbledore um Hilfe zu bitten, würde Draco in Gefahr bringen. Denn Hermine bezweifelte, dass dieser Dracos Leben um jeden Preis beschützen würde.

Hermine wollte, dass er lebte. Sie wollte, dass sie eine Chance hatten. Und wenn das bedeutete, dass sie so tun müsste, als wäre diese Nacht nie gewesen, dann würde es eben so sein. Sie würde schweigen, und versuchen zu vergessen.

Bis sie eine Chance hatten. Dann würde sie weitersehen.

Bis dahin, blieb Draco Malfoy nur ein Traum.



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Hi!

Die Story wird ein Zweiteiler, ich hoffe es hat euch bis hierhin gefallen. Ich will nicht betteln, ABER: Ich würde mich wahnsinnig freuen über Empfehlungen und Kommis, einfach weil es sonst keine Rückmeldung gibt, und das ist einfach superschade. Ich habe eine Geschichte mit über 90 Favoriteneinträgen und nicht einer Empfehlung, und das finde ich einfach denkwürdig. Ich freue mich nämlich wahnsinnig über den Kontakt zu anderen Lesern und Autoren, und außerdem … bekommt man KECKSE gutgeschrieben! Also traut euch! XD

Aber mal ehrlich, danke dass ihr reinlest! <3

Lg und viel Spaß auch mit dem zweiten Kapitel!

GwennyPotter
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