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War of Love

GeschichteRomance, Action / P16 / FemSlash
Haruka Tenoh / Sailor Uranus Michiru Kaioh / Sailor Neptun
04.05.2021
10.05.2021
3
13.712
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06.05.2021 6.222
 
Am nächsten Morgen kämpfte sich die blonde Soldatin aus ihrem Feldbett und rieb sich den Schlaf aus dem Gesicht. Die Nacht war für sie nicht erholsam gewesen, denn viel zu viele Fragen kreisten in ihrem Kopf herum und sie hoffte nach der Besprechung der Mission, etwas schlauer zu sein. Mit Schwung raffte sie sich auf und nahm ihren Waschbeutel, um sich der täglichen Körperhygiene zu widmen. Am Waschbecken spritzte sie sich erstmal einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht und wusch sich dieses. Der Andrang der anderen Soldatinnen war recht groß, somit schoben und drängelten sich diese an einen vorbei. "Nicht so gut geschlafen?" erklang eine himmlische Stimme neben ihr. Haruka blickte aus dem Augenwinkel herüber und sah die Offizierin, wie sie in einem Handtuch gewickelt, neben ihr stand. Innerlich fiel der Blonden die Kinnlade herunter, denn das was Michiru von sich Preisgab, war schön anzusehen. Makellose, blasse Haut, ein gut gefülltes Dekolletee und ein lieblicher Duft der sie umgab. Als die türkis Haarige bemerkte, dass Haruka ihren Körper so musterte, hob sie mit ihrer Hand das Kinn der anderen an. "Das ist sehr unhöflich von dir" Haruka die sich mehr als ertappt fühlte, bekam einen rötlichen Schimmer auf den Wangen und wandte das Gesicht ab. "Sorry" zügig griff sie nach ihrer Zahnbürste und begann sich die Zähne zu putzen, um jeglichem Gespräch zu entgehen. "Vergiss die Besprechung nachher nicht" kurzes Kopfschütteln und schon war ihre Vorgesetzte verschwunden. Erleichtert atmete sie aus und widmete sich der restlichen Pflege.
Diese Frau verdrehte der Blonden förmlich den Kopf, denn Haruka fühlte sich in ihrer Umgebung unsicher und unbeholfen. Sonst war die junge Soldatin deutlich souveräner und cooler, doch bei Michiru verlor sie die Coolness.

Nach dem Frühstück begab sich die Sandblonde auf den Weg zu dem Zelt, in dem die Besprechung stattfinden sollte. Ihre Uhr zeigt 8:45, somit würde die Aufklärung bald beginnen. Vor dem Zelt standen bereits ein paar weitere Soldaten, unter ihnen auch bekannte Gesichter. "Kyou, Hatsu und... Honda-san?" fragend sah sie die drei Truppenmitglieder an. Der Sprengstoffexperte legte einen Arm um die Blonde "Du hast doch nicht gedacht, dass wir dich alleine in dein Unglück laufen lassen?" breites grinsen entgegnete ihr. Doch ihre Verwunderung galt eher ihrem Truppführer, welcher gestern Abend noch ganz anders über das alles hier gesprochen hatte.
"Honda-san, ich..." "Schon gut" unterbrach er die jüngere Frau "Wir ziehen das durch" der ältere Mann, der auch eine sanfte Seite haben konnte, wuschelte der Soldatin durch die Haare.
"Richtig rührend" kam es auf einmal aus Richtung des Zeltes, woraufhin alle vier die Blickrichtung änderten. Michiru sah das Gespann lächelnd an und öffnete die Zeltplane. "Dann kommt mal rein" Die türkis Haarige war erfreut darüber zu sehen, dass die Truppe doch mehr zu Haruka hielten, als es Gestern noch den Anschein hatte.

Der Leutnant nickte zu allen Anwesenden und fing an die Mission zu erläutern.
"Dank der Idee der Soldatin Tenoh, ist es uns nun möglich bis ins Auge des Feindes zu kommen und deshalb dürfen wir nicht länger zögern". War Haruka die einzige die nicht genau verstand, was der Leutnant meinte?
Ihr Blick schweifte zu den Gesichtern der anderen Teilnehmern, jeder von Ihnen schien genau zu wissen was von ihnen verlangt wurde. "Wie ist die genaue Aufteilung?" erkundigte sich Honda. Nun trat Michiru hervor und rollte den Plan von gestern auf dem Tisch aus.
"Da wir keinen Funk haben, müssen wir in drei Gruppen á zwei Leute, systematisch das Labyrinth abarbeiten, diejenigen die an diesen Punkt an gelangen, haben die Aufgabe vor sich" die Offizierin deutete auf die Mitte der Karte. "Also dienen die anderen nu-" "Sie sind die Nachhut, aber das Attentat funktioniert nur mit einem Überraschungsmoment"
Attentat? Hatte die Blonde sich gerade verhört? Wer sollte getötet werden?
Verwunderung stand der jungen Frau im Gesicht geschrieben. "W-wer ist das Ziel?"
Die anderen sahen zu Haruka "Sein Name ist 'Amar Abdu'llah Khan' der Anführer der Taliban" natürlich war er für die Soldatin kein unbekannter, aber war der nicht bis aufs Messer bewaffnet. Und dort sollten sie nun, zu sechst einmarschieren und diesen Amar einfach so töten?
Gerade war sich die Blonde nicht sicher, wer von denen zu lange in der Sonne gesessen hatte. War das wirklich deren ernst?
Der Leutnant beendete die Besprechung und ließ die Teilnehmer alles weiter untereinander ausmachen.
Somit standen sie nur noch zu sechst in dem Zelt. "Ernsthaft?" kam es der Blonden nun über die Lippen. "Tenoh, wenn du da-"
"Nein! Komm mir jetzt nicht damit, wenn mir das zu Gefährlich erscheint, soll ich es doch bleiben lassen!" fuhr sie Honda nun an, der gerade etwas sagen wollte. "Bin ich die einzige die das als Selbstmord betrachtet? Wir sollen zu sechst dort rein, wo das letzte mal eine ganze Kompanie gegen verloren hat?" im nächsten Moment erklang eine schallende Ohrfeige. Haruka verspürte einen stechenden Schmerz auf ihrer linken Wange und blickte in ein paar wütende, blaue Augen. "Reiß dich zusammen! Meinst du, uns ist die Lage nicht bekannt? Glaubst du das wir uns Kopflos da hineinstürzen würden? Wir werden diese Mission antreten und erfolgreich abschließen".
"Ihren Optimismus hätte ich gerne" in einem ausfallendem Ton kam dies von der Sandblonden, die sich die Wange rieb "Tenoh!" ermahnte Honda sie, denn schließlich hatte Haruka immer noch eine Offizierin vor sich. Die junge Soldatin blickte in die Gesichter der anderen. Waren diese einfach so bereit dazu? Sie war sich zwar bewusst, dass es um Leben und Tod im Krieg ging, aber spielte man so nicht zu leichtfertig mit den Leben der Soldaten?
"Beruhig dich jetzt erst einmal" gab die türkis Haarige von sich und wies die anderen dazu auf das Zelt zu verlassen. Honda blickte Haruka noch einmal ernst an, um ihr zu verdeutlichen, an welcher Stelle sie sich befand. Eine junge Soldatin, die ihre Ausbildung gerade hinter sich gebracht hatte und sich freiwillig für diesen Außeneinsatz meldete.
Nun waren die beiden Frauen alleine und der älteren entglitt ein Seufzen "Tut mir leid" langsam schritt sie auf Haruka zu und legte sanft eine Hand auf die geschundene Wange. Perplex sah die Soldatin ihre Vorgesetzte an. "Ruka, ich weiß wie du dich fühlst, aber wir sind alle eine Verpflichtung eingegangen, als wir den Streitkräften beigetreten sind und diese Pflicht liegt über jeglichen Zweifeln und Sorgen" behutsam sprach die Offizierin auf ihre Untergebene ein. Die Dreiundzwanzigjährige wandte den Blick ab, spürte dabei aber immer noch die warme Hand auf ihrem Gesicht "Ich kenne meine Pflichten, aber es war meine Ide-" noch bevor die Sandblonde den Satz beenden konnte, versiegte Michiru ihre Lippen mit einem Kuss. Die Augen der Soldatin weiteten sich überrascht, jedoch machte sie keine Anstalten diesen Kuss zu lösen. Langsam ließ die fünf Jahre ältere von Haruka ab. "Diese Mission unterliegt meiner Verantwortung und ich werde keins falls zulassen, dass dir oder den anderen etwas zustößt, haben wir uns verstanden?" schweigsam nickte die Blonde, denn durch die zärtliche Berührung fehlten ihr die Worte." Gut, heute Abend besprechen wir den genauen ablauf und Morgen früh beginnt die Mission" teilte sie ihr noch mit und verließ daraufhin das Zelt. Etwas abwesend fasste sich die junge Frau an die Lippen, die gerade noch die warmen, vollen und lieblichen Lippen der älteren spürten. Haruka stand auf Frauen und hatte auch schon die ein oder andere Beziehung derart gepflegt, doch das, was Michiru mit ihr anstellte, war ihr völlig neu. Schließlich waren sie sich doch völlig fremd, bis auf die Akte, welche die türkis haarige bereits gelesen hatte, aber das war doch kein Grund sich dermaßen nahezukommen.



Der Tag verlief ohne weitere Vorkommnisse. Für Soldaten gab es immer etwas zu tun, somit konnte sich die Blonde keine großen Gedanken über die bevorstehende Planung machen. Sie half dabei die Reserven aufzufüllen, Fahrzeuge zu beladen und trug Pakete von einem Zelt zum anderen. Haruka kam sich eher vor wie ein Packesel und nicht wie eine Soldatin, doch gerade kam es ihr gerade gelegen, da sie so nicht viel Zeit zum Nachdenken bekam. Am Lazarett traf die Blonde auf Kyou, der sich gerade eine Pause gönnte. Dieser half dabei verwundete Soldaten zu versorgen und hielt sich stets bereit, falls Notfälle reinkamen.
"Hey, na, scheucht man dich etwas umher?" er reichte ihr eine Flasche Wasser "Etwas" sie wischte sich den Schweiß von der Stirn und nahm das Getränk dankend an, um zügig einige Schlücke zu sich zunehmen. "Sonst ist so weit alles bei dir in Ordnung?" erkundigte sich der Sanitäter, denn schließlich war sie ihm wichtig und er konnte sich grob vorstellen, wie schwer ihr die momentane Situation fiel.
"Muss ja..." dabei zuckte sie mit den Achseln. Kyou hob eine Augenbraue, doch zum Reden würde er sie nicht zwingen. "Dann Kopf hoch, ich muss wieder, wir sehen uns später" kurz klopfte er ihr auf die Schulter und verschwand wieder im Zelt.
Der Zeitpunkt für die Planung war gekommen und somit hatten sich die Sechs wieder in einem Zelt zusammen gefunden. Iwayama Kai war der sechsten in der Runde und hatte sich bisher kein einziges Mal geäußert. Er war Offizieranwärter und ergriff die Chance seinen Posten über diese Mission zu ergattern. Der General versprach ihm, wenn diese erfolgreich verlief, sei ihm der Posten als Offizier sicher. Michiru begann mit der Planung, in dem sie die Karte aufrollte und drei Posten einzeichnete. "Die drei Gruppen werden wie folgt aus sehen: Honda-san, zusammen mit Kyou, Iwayama und Hatsu und das letzte Duo bilden Tenoh und ich" ein nachdenkliches Raunen ging durch das Zelt, denn Honda war mit der Aufteilung nicht zufrieden. "Ich weiß, dass Sie zum alten Schlag gehören und Frauen nicht gerne bei den Streitkräften sehen, aber diese Mission ist meinem Kommando unterstellt, wenn Sie mir jetzt damit kommen wollen, dass wir zwei Frauen uns anders aufteilen sollten, dann schweigen sie lieber" der angesprochene verschränkte die Arme vor der Brust "Mir ist klar, dass Sie das Kommando haben und darum geht es mir nicht, aber man könnte am letzten Punkt auch auf die anderen warten" erklärte der Ältere. Der Blick der türkis Haarigen wandte sich zum Plan. Es gab mehrere Abzweigungen, die jeweils einen Kilometer lang waren und weitere Gänge enthielt, doch nur ein Gang führte zur Unterkunft der Taliban. Sie mussten auf Funk verzichten, da dieses in dem unterirdischen Labyrinth nicht funktionierte. Somit mussten sich die Sechs anderweitig einen Weg darin bahnen, da kam Haruka's Idee ins Spiel. Es ging eine Gruppe rein und lief bis zur Abzweigung, anschließend gaben diese den anderen ein akustisches Signal, woraufhin diese voranmarschierten und das wurde so weiter praktiziert, bis sie am Ziel waren. Nun sprach Iwayama "Zwei haben größere Chance das Ziel zu eliminieren, als sechs Leute" wandte dieser ein. Sie wussten alle, dass dieser damit recht hatte.
"Und..." sprach Haruka nachdenklich leise auf, woraufhin der Offiziersanwärter mit der Zunge schnallst "Wenn du jetzt wieder jammerst, such das weite!" gab er genervt von sich. Grimmig blickte die Blonde diesen an "Fallen! Ich wollte sagen, was tun wir, wenn es in den Gängen Fallen gibt?" nachdenklich sahen sich die anderen Gegenseitig an. "Auf dem Radar gab es keinerlei Anhaltspunkte zu erkennen, jedoch lässt sich dies nicht zu hundert Prozent ausschließen." teilte die Offizierin den fünf anderen mit. Wirklich erbaulich war diese Aussicht nicht, doch mehr Informationen hatten sie nicht. "Gut, damit wäre das wichtigste nun geklärt, ihr solltet früh zu Bett gehen, der Tag morgen beginnt früh um Punkt 600, zudem wird es kein einfacher Spaziergang, dafür solltet ihr ausgeruht sein." damit beendete die türkis Haarige das Gespräch und entließ die anderen. Kurz hielt Haruka am Zeltausgang inne und überlegte, ob sie mit Michiru über den Kuss sprechen sollte, doch kurzerhand entschied sie sich dagegen und verließ das Zelt.




Nach einer viel zu kurzen Nacht brach der Tag für die Sechs deutlich früher an. Wie vereinbart trafen sie sich um Punkt 6:00 Uhr an den Fahrzeugen, mit denen sie zum Eingang des Labyrinths gelangten. Drei Wagen, drei Gruppen, sie behielten die Aufteilung bei, somit fuhr Honda mit Kyou, Hatsu mit Iwayama und Tenoh mit Kaioh. Nach einer kurzen Lagebesprechung und Uhren Vergleich, stiegen sie in die Autos. Das Labyrinth befand sich circa 50 KM vom Stützpunkt entfernt, sollten sie ohne Probleme durchkommen, sollten sie ihr Ziel in 40 Minuten erreichen. Die Sandblonde schlug die Tür zu und legte den Sicherheitsgurt an, Michiru tat es ihr gleich und startete den Motor. Sie fuhren an erster Stelle, dicht gefolgt von dem Fahrzeug mit Honda und Kyou und zum Schluss der Wagen mit dem Sprengstoffexperten und Offiziersanwärter. Zehn Minuten waren sie bereits unterwegs und von den beiden Frauen hatte noch keine ein Wort gesagt. Plötzlich stiegen in der Ferne einige Rauchwolken hoch "Ist das in der Nähe vom Point X?" fragte Haruka und Michiru verneinte, um gleich darauf auf eine Bergkette zu deuten, die etwas weiter westlich lag. "Dort liegt Point X, also haben wir nichts zu befürchten." Mit Point X war der Eingang des Labyrinthes gemeint. Über die entstandene Rauchwolke konnten sie sich keine weiteren Gedanken machen, auch wenn dort andere Soldaten ihrer Einheit kämpften, denn schließlich hatten sie eine Mission vor sich. Die Hälfte der Strecke hatten sie zurückgelegt und noch immer hatten Michiru und Haruka noch kein richtiges Wort miteinander gewechselt. Die Mission sorgte für Anspannung und jeder der Beteiligten fragten sich, ob sie dort lebend wieder herauskamen. Das Gesicht der sandblonden Frau war Richtung Bergkette gerichtet, der sie näher kamen, doch zwischendurch wandte sich ihr Blick zur Fahrerin. "Möchtest du etwas sagen?" kam es plötzlich von der Älteren, die die Blicke bemerkte. "Nicht direkt, ich hoffte das Sie mich nicht weiter im Dunkeln stehen lassen würden" eine Augenbraue hob sich bei der türkis Haarigen "Im Dunkeln?"
"Sie haben mich doch nicht einfach aus Lust und Laune heraus geküsst" Michiru war überrascht, dass sich Haruka darüber Gedanken machte. "Nicht aus Lust und Laune" fing sie an "Aber möchtest du wirklich jetzt darüber reden?" hakte diese nochmal nach.
"Wer weiß, ob ich später dazu noch eine Möglichkeit habe" in Anbetracht der Lage, war dies nicht unwahrscheinlich. Ein leises Seufzen entkam den Lippen der Offizierin "Du bist mir schon früher aufgefallen und hast mein Interesse geweckt" begann sie die Erklärung, doch plötzlich überholte der Wagen von Honda, der am Steuer nach hinten deutete. Michiru sah in den Rückspiegel und erblickte eine Sandwolke, die von mehreren Autos aufgewirbelt wurde. "Sind das unsere?" doch der Blick der Offizierin verriet der Blonden schon, dass dem nicht so war. Nun war die Mission gefährdet, der Gegner wusste, dass sie sich in der Nähe befanden. Diese Fahrzeuge durften keinesfalls zurück zu ihrem Stützpunkt gelangen, doch darüber mussten sich die Sechs keine Gedanken machten, denn die Feinde machten keine Anstalten abzudrehen, sondern steuerten direkt auf sie zu.
Haruka löste ihren Gurt und kletterte in den hinteren Teil des Wagens. "Was hast du vor?!"
"Dreh um!" wies die Blonde ihre Offizierin an und verlangte, dass diese direkt auf die Feinde zusteuerte. "Bist du lebensmüde?" die türkis Haarige hielt ihren Schützling für verrückt. Diese war dabei ihr Scharfschützengewehr einsatzbereit zu machen. "Jetzt soll ich lebensmüde sein? Ihr könnt euch auch nicht einigen! Und nun mach schon! Wenn die Preisgeben wo wir sind, dann können wir die Mission abblasen!" Die Sandblonde öffnete das Dach des Fahrzeugs und legte das Gewehr an. Der Konvoi der Taliban bestand ebenfalls aus drei Wagen, eines dieser Fahrzeuge besaß eine Waffenanlage, wodurch der Schütze darin geschützt feuern konnte.
Michiru erblickte dieses Gefährt und wollte wieder abdrehen, denn Haruka hatte keinerlei Schutz und war somit ein leichtes Ziel. "Komm wieder rein!", befahl die Ältere, doch schon fiel der erste Schuss und eines der Fahrzeuge der Taliban erwischte ungünstig eine Sanddüne und überschlug sich mehrfach.
"Halt die Karre ruhig! Wie soll ich denn treffen, wenn du wie eine Schnapsdrossel fährst!"
Nun eröffneten die Feinde das Feuer und die ersten Kugeln prallten an der Panzerung ab. Honda und Iwayama, welche die anderen beiden Wagen steuerten, versuchten dem anderen Feuerschutz zu geben. Der feindliche Konvoi war, kam immer näher und Haruka nahm den nächsten ins Visier. Sie drückte ab, doch im selben Moment wurde sie von einem Geschoss getroffen und fiel zurück ins Auto. "Haruka!" Der zweite Wagen der Feinde änderte abrupt die Richtung und verunglückte.
Michiru, welche in Sorge um Haruka die Fahrtrichtung änderte, blickte erschrocken zur Blonden, die sich nicht rührte. "Haruka! Haruka! Sag was!" sie konnte nicht anhalten, da das letzte Fahrzeug der Taliban sie unter Beschuss nahmen. Honda und Iwayama steuerten immer dazwischen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Ein Stöhnen entglitt den Lippen der Sandblonden "Haruka!" kam es erleichtert von der Fahrerin. Die Jüngere richtete sich auf und hatte Probleme zu sehen, ihre Schutzbrille war gesplittert und mit Blut verschmiert. "Hörst du mich Haruka, bist du verletzt?"
Die Soldatin nahm ihren Helm und die Schutzbrille ab. Die Kugel traf den Rahmen der Brille, die dadurch zersplitterte. Ein Splitter hatte einen Schnitt über ihre Augenbraue verursacht, welcher ordentlich blutete. Sie griff nach ihrem Gewehr und richtete sich wieder auf. "Du gehst nicht wieder raus!" mahnte Michiru, doch die Blonde war schon dabei das letzte Fahrzeug ins Visier zu nehmen. Diesmal ohne Helm und Schutzbrille. Die Offizierin versuchte den Schüssen auszuweichen, was das Zielen für Haruka erschwerte. Wieder prasselte ein Kugelhagel auf das Blech. Nun öffnete Hatsu die obere Luke und grinste die Soldatin an und gab der Blonden ein Signal, dass diese sich bereithalten sollte. Nickend machte sich die Jüngere bereit. Michiru hatte absolut keinen Plan was die beiden nun ausheckten, sie hoffte nur, dass diese sich nicht allzu viel Zeit ließen, denn mit jeder Sekunde die verging, bestand die Chance das sie getroffen wurden. Plötzlich hob Hatsu den Arm, denn er hatte etwas geworfen, es war eine Bombe. Der Sprengstoffexperte hatte tatsächlich kurzerhand eine Bombe zusammen gebastelt und warf diese nun in den Sand. Dieser Sprengstoff landete knapp vor dem feindlichen Fahrzeug und ging in die Luft. Der getroffene Wagen wurde in die Luft gesprengt und überschlug sich mehrere male.
Haruka kletterte wieder ins Fahrzeug "Wir sollten sicher gehen, dass es keine Überlebenden mehr gibt" sprach sie zu Michiru, während sie ihr Gewehr zurückpackte. Die Offizierin stoppte und beide verließen den Wagen. Die türkis Haarige ging herum, blickte die größere vor sich an und holte zu einer Ohrfeige aus, doch ihre Hand traf die Wange der anderen nicht, da Kyou dies verhinderte. "Lass sie mich erstmal untersuchen, dann darfst du", sagte er mit einem lächeln und seiner ruhigen Stimme. Die Offizierin ließ ab und wandte den beiden den Rücken zu, um mit Honda die Lage zu besprechen.
Der Sanitäter begutachtete die Verletzung "Du hast mal wieder mehr Glück, als Verstand. Ist dir übel?" mit einer Lampe leuchtete er ihr in die Augen. Auf seine Frage hin schüttelte sie mit dem Kopf und blickte an ihm vorbei, um zu schauen, was die führenden Kräfte nun vorhatten. Kyou gab für Haruka grünes Licht und versorgte den Schnitt an ihrer Stirn mit einem flüssigen Pflaster.
"So, Haruka ist fit genug um weiterzumachen“ teilte er den anderen mit. Man konnte an dem Gesichtsausdruck von Michiru schwer ablesen, ob sie nun erleichtert war oder noch wütend. Haruka vermutete eher das letztere und behielt lieber etwas Abstand. Honda und die Offizierin beschlossen zunächst die Fahrzeuge der Taliban zu untersuchen, denn überlebende durfte es keine geben.
"Gut, jeder nimmt sich einen Wagen vor" sprach Michiru den Befehl aus und teilte jedem noch einen Wagen zu.
Daraufhin stiegen sie wieder in ihre Autos und näherten sich den feindlichen Wracks. Michiru sagte kein Wort. Nach wenigen Minuten hielten sie an dem Fahrzeug und stiegen aus, dabei die eigene Handfeuerwaffe am Abzug. Vorsichtig näherten sie sich dem Auto, welches auf dem Dach lag. Vorsichtig wagte die Blonde einen Blick durch die beschädigte Windschutzscheibe, ob es noch überlebende gab. Im Inneren saßen drei Terroristen, alle wiesen keinerlei Lebenszeichen auf. Haruka schüttelte mit dem Kopf, um ihrer Vorgesetzten zu signalisieren, dass niemand überlebt hatte. Im Augenwinkel vernahm sie jedoch einen Schatten, doch bevor sie eins und eins zusammen zählen konnte, war ein Afghane vom Fahrzeug auf Michiru gesprungen und hielt dieser nun ein Messer an ihre Kehle.
Die Blonde zielte mit ihrer Waffe auf den Feind. Sie wusste, dass diese Männer oftmals nie lange zögerten oder ein Gewissen besaßen, sie töteten aus vergnügen. "Schieß!" keuchte Michiru ihr schwer entgegen, da der Mann ihr das Atmen erschwerte und die Klinge die sich in ihre Haut schob. In dieser Position konnte Haruka nicht schießen, denn im selben Moment, in dem sie abdrücken würde, würde er der türkis Haarigen die Kehle aufschlitzen. Langsam hob die Blonde die Hände und verriegelte ihre Waffe, um ihrem Gegenüber zu verdeutlichen, dass sie ihre Waffe ablegte. Die Pistole landete im Sand vor Michiru's Füßen. Die Offizierin kniff die Augen zusammen, denn dieser Moment bedeutete für beide das Todesurteil. Ein fieses Grinsen legte sich auf die Lippen des Terroristen, denn dieser wollte im nächsten Augenblick das Messer durch Michiru's Kehle schlitzen. Haruka blickte abrupt zur Seite, um sich nach etwas umzusehen, doch dies war nur gespielt. Dennoch erfüllte es seinen Zweck, den Terroristen abzulenken. Dieser blickte ebenfalls zur Seite und diesen Moment nutzte die Blonde, um auf die Beiden loszupreschen. Mit einem Stoß landeten alle drei auf dem sandigen Boden. Michiru konnte sich aus dem Griff befreien. Die beiden anderen rangelten, der Terrorist über Haruka, der versuchte der Blonden das Messer in den Körper zu rammen. Die türkis Haarige griff nach der Waffe, die vor ihr im Sand lag und drückte ab. Die Kraft des Mannes ließ nach und Haruka konnte diesen zur Seite schubsen. Sie setzte sich auf und sah zu ihrer Offizierin "Alles in Ordnung?" beim Aufstehen klopfte sie sich den Sand von der Kleidung und musterte die Schnittwunde an Michiru's Hals. Sachte strich sie das hervortretende Blut von der Verletzung, dabei standen sich die beiden nahe bei einander. Von dieser Begegnung war die Offizierin innerlich aufgewühlt und kämpfte mit den Tränen. Haruka bemerkte dies und legte die Arme um die kleinere "Schon gut, ganz ruhig" sie krallte sich in die Uniform der Soldatin und genoss kurz den Moment. Ihr Tat diese Nähe unglaublich gut und beruhigte sich langsam.
"Wir sollten zu den anderen zurück" die Sandblonde nickte und sie stiegen zurück ins Fahrzeug. Am Treffpunkt warteten die anderen bereits. Honda erkundigte sich, ob bei den beiden alles in Ordnung sei und Michiru winkte schlicht ab. Am liebsten hätte Haruka Kyou informiert, dass dieser sich die Verletzung von der Offizierin ansah, doch da diese kein Wort über den Vorfall berichtete, schwieg die Blonde ebenfalls. Sie befanden sich nun am Point X, am Eingang des Labyrinthes.
Die Sechs checkten ihr Equipment und rüsteten sich aus, dazu gehörte ein Gewehr, eine Pistole, sowie Rauchgranaten und Schussweste.
Kyou trug noch sein Sanitäts-Set dabei und Hatsu trat keine Mission ohne seinen Sprengstoff an. Sie testeten noch die Geräte für das akustische Signal. Dieses Signal bestand aus einem hellen langen Ton und reichte mehrere hundert Meter weit. Jedes Duo's trug diesen Frequenzgeber mit sich und kannte seine Aufgabe.
Das erste Gespann waren Michiru und Haruka, diese schritten voran, schnell erreichten sie den Punkt, an dem sie ihre Lampen, die an ihren Helmen befestigt waren, einschalten mussten. Vorsichtig setzten sie einen Fuß vor dem anderen, um eventuelle Fallen zu entdecken. An der ersten Abzweigung gaben sie das akustische Signal, somit konnten die anderen vier voran schreiten. Haruka notierte auf einer Karte an welchem Wegpunkt sie sich nun befanden. Das nächste Duo waren Honda und Kyou.
Die Offizierin stopppte die Zeit zwischen dem Start und dem akustischen Signal der beiden. Nach Elf Minuten und 26 Sekunden ertönte der Ton, somit begaben sich, die wartenden Soldaten, auf dem Weg. Dieses Verfahren wiederholten sie mehrere Male. Iwayama und Hatsu waren gerade unterwegs, als plötzliche eine dumpfe Druckwelle durch den Gang fegte. Die vier Wartenden starrten sich überrascht an und Kyou wollte hastig loslaufen, wurde jedoch von Honda zurückgehalten. "Wir müssen zu ihnen!" meinte der Sanitäter aufgebracht. "Wir müssen einen klaren Kopf behalten" warf Michiru nun ein und Honda stimmte zu. Haruka konnte nachvollziehen, dass der andere so schnell wie möglich helfen wollte, doch auch sie erkannte, dass es nichts brachte sich selber in Gefahr zu bringen. "Wir gehen langsam weiter" mahnte die Offizierin Kyou und blickte auch die Blonde ernst an.
Laut der Stoppuhr lagen Acht Minuten zwischen dem Start und der Druckwelle. Die Zeit die sie nun benötigten, kamen den vieren schier unendlich vor. Je näher sie dem Punkt der Detonation kamen, desto schlechter wurde die Sicht. Ein Stöhnen ging durch den dunklen Gang und Kyou wandte sich in diese Richtung, um dort Iwayama verletzt vorzufinden. Dieser hatte eine klaffende Wunde an seinem rechten Arm, aus der ein Knochen ragte. "Iwa!" der Sanitäter kniete sich zügig neben diesen und Untersuchte ihn. Haruka ging ein paar Schritte weiter, während die anderen neben dem verletzten, stehen geblieben waren. Ihr Fuß stieß gegen einen Widerstand am Boden, weshlab sie ihren Blick senkte und sich ihre Augen weiteten, denn dort lag ihr Truppenkamerad, beziehungsweise das, was von ihm übrig geblieben war. Dessen Körper war zu Hälfte von der Detonation zerfetzt. "Hatsu..." entglitt es ihr leise unter schwerem schlucken. Wütend ballte die Blonde die Hand zu einer Faust und schritt zu Iwayama herüber, den sie am Kragen packte, während Kyou diesen noch am verarzten war. "Tenoh!" Honda schritt ein und zog sie zurück "Was ist passiert!?" schrie sie Iwayama an und fuchtelte um sich. "Beruhig dich!" Haruka schlug reflexartig den älteren Mann von sich, welcher mit dem Rücken gegen eine Wand stieß. "Beruhigen?! Hatsu hätte sich niemals selbst in die Luft gesprengt!" Michiru trat an Haruka heran und versuchte diese zu beruhigen. "Ruka...bitte, das bringt doch jetzt nichts" finster blickte die Soldatin die andere Frau an. Ihr war klar, dass dies jetzt nichts brachte und dennoch konnte sie den Tod ihres Kameraden nicht einfach so hinnehmen. Iwayama versuchte sich aufzurichten und ließ sich von Kyou dabei helfen "Überanstrenge dich nicht" der Sanitäter konnte zwar die Blutung stoppen, jedoch müsste der Verletzte bald richtig versorgt werden. "Eine...Tret...-mine mit Zug...-zünder..." erklärte der Soldat unter starken Schmerzen. War das wirklich die Wahrheit? Würde Hatsu so eine Mine wirklich übersehen?
Langsam ließ die Wut der Blonden nach und wandelte sich zu trauer, ihr war bewusst das im Krieg Menschen ihre Leben ließen, doch sie dachte nicht, dass es einen aus ihrem Trupp treffen würde und schon gar nicht so früh.
Die Dreiundzwanzigjährige brauchte einen kurzen Moment für sich und ging einige Meter den Gang zurück, um sich an einer Wand sacken zu lassen.
Honda trat an Michiru heran "Iwayama kann definitiv nicht weiter und wir wissen auch nicht inwiefern der Feind diese Detonation gespürt hat" brachte dieser logisch und nachdenklich hervor. Auch die türkis Haarige machte sich bereits Gedanken darüber und musterte die Karte. Sie hatten gut die Hälfte zurückgelegt, doch mit zwei Leuten weniger, wurde es nicht einfacher im Gegenteil. Sollten sie die Mission abbrechen? Waren sie an diesem Punkt schon gescheitert? Es lag bei der Offizierin weitere Befehle zu geben. "Einen Moment" sie wies Honda an zu warten und folgte Haruka, welche zusammen gekauert um die nächste Ecke saß. Die türkis Haarige hockte sich vor diese "Was machen wir?" verwundert darüber, dass sie von ihrer Vorgesetzten dies gefragt wurde, hob sie den Kopf. "Iwa ist verletzt und wir können ihn nicht alleine zurücklassen, ich würde Kyou und Honda mit der Aufgabe betreuen ihn zurück zum Stützpunkt zu bringen, was wiederum bedeutet, dass wir beide alleine wären,,," kurz hielt die Ältere inne "Wenn du mir jetzt sagst, dass du nicht weiter möchtest, brechen wir die Mission hier ab" Michiru bemerkte den nachdenklichen Blick der Jüngeren und würde es ihr auch nicht übel nehmen, wenn sie nicht weiter wollte. Ein leises Seufzen folgte nach einem tiefem Atemzug "Wenn wir jetzt abbrechen würden, wäre alles umsonst...auch Hatsu's Tod..." langsam raffte sich die Blonde wieder auf. "Ich möchte weiter" gab sie entschlossen von sich, woraufhin Michiru nickte. Somit gingen die beiden zu den anderen zurück.
"Haruka und ich gehen weiter" "Wie?!" Honda sah die Frauen verwirrt an. "Das ist viel zu leichtsinnig, Kyou kann Iwayama auch alleine zurück br-" "Eben nicht!" unterbrach ihn die Offizierin "Kyou könnte nicht auf Iwayama achte geben und eventuelle Feinde abwehren, deshalb werden Sie ihn begleiten Honda-san und das ist ein Befehl" gab sie ihm deutlich zu verstehen.
Michiru und Haruka nahmen ihre Ausrüstung und führten ihren Weg fort, um sich im Labyrinth nicht zu verlaufen, notierten sie sich jede Abzweigung, die sie nahmen, auf der kleinen Karte. Sie kamen nicht sonderlich schnell voran, da sie nach dem Zwischenfall noch aufmerksamer sein mussten. Laut ihrer Armbanduhren hatten sie es bereits Nachmittag. Allmählich kamen sie in den letzten Gang, laut Informationen sollte sich am Ende eine Treppe befinden, die direkt ins Gebäude des Taliban Stützpunktes führte.
Der Informant sollte recht behalten, denn schließlich fanden sich die beiden wirklich vor einer Treppe wieder. "Da wären wir", flüsterte Michiru, "Was meintest du damit, dass ich dir schon früher aufgefallen bin" platzte es aus der Blonden plötzlich heraus und die andere musste darüber leicht kichern "Sowas fällt dir jetzt ein? Du bist ja die Ruhe selbst, aber das war mir schon aufgefallen, bei unserer Begegnung. Du erinnerst dich nicht daran, kann das sein?" nun blinzelte die Jüngere ihre gegenüber verwundert an. "Wir haben uns schon einmal getroffen?" verblüfft über diese Tatsache kramte die Sandblonde in ihrer Gedankenschublade, doch diese Frau kam in keiner ihrer Erinnerungen vor. "Wo?"
"Bei der Musterung vor 3 Jahren, ich war damals noch Soldatin und für die Neuzugänge verantwortlich. Damals bist du mir sofort aufgefallen, mit deiner rebellischen Art und obwohl du selbst Neu warst, hast du die etwas zurückhaltenden mitgezogen, das habe ich an dir bewundert" langsam dämmerte es der Blonden "Du warst die rechte Hand vom Feldwebel!" lächelnd nickte diese.
Das stündliche Piepen der Armbanduhren riss die beiden aus ihren gemeinsamen Erinnerungen und plötzlich befanden sie sich wieder inmitten ihrer Mission. "Ich gehe vor" "Abe-" "Das ist ein Befehl, du bist die bessere Schützin von uns" und somit schritt Michiru die ersten Stufen voran, gefolgt von der Blonden, welche ihre Waffen am Anschlag hielt.
Nun trennte nur noch eine Tür die beiden von mehreren Terroristen, unter ihnen der Anführer der Taliban ' Amar Abdu'llah Khan'. Vorsichtig und langsam öffnete die türkis Haarige die Tür, im Raum war niemand zu sehen, somit gab sie der anderen Handzeichen, die daraufhin folgte. Aus dem Nebenraum waren Stimmen zu vernehmen, weiter gab die Offizierin stumme Handzeichen, woraufhin sich die beiden dem anderen Raum näherten. Durch einige Löcher in der Wand konnten sie in den Raum spähen, dort saß der Mann der für unzählige Tote verantwortlich war, doch dieser war nicht alleine. Drei weitere Männer und eine Frau waren bei ihm und sicherlich gab es in der Nähe noch weitere Kämpfer, die nur auf einen Befehl warteten. Die Männer unterhielten sich angeregt, doch weder Michiru noch Haruka verstanden worum es bei diesem Gespräch ging. Die türkis Haarige gab wieder Handzeichen, sie wollte im nächsten Moment den Raum stürmen und die Ziele beseitigen. Kaum hatte die Offizierin das Zeichen gegeben, stürmten beide ins Zimmer. Mit zwei gezielten Schüssen waren zwei der vier Männer ausgeschaltet. Amar war aufgesprungen und schrie aufgebracht durch die Gegend, doch da hatte Haruka ihn schon durch einen gezielten Kopfschuss zum Schweigen gebracht. Auch der letzte der Männer ließ sein Leben, indem Michiru eine Kugel in dessen Körper jagte. Lediglich die Frau war noch über, doch da zögerte die Ältere und sah zu der Blonden herüber. In diesem Moment zog die fremde Frau eine Waffe und schoss. Abrupt zog Haruka ihr Gewehr hoch und setzte dem Leben der Frau ein Ende. Geschockt blickte die Sandblonde zu ihrer Vorgesetzten "Michiru!" diese sackte langsam zu Boden. Eilig schlitterte die Jüngere zu ihr herüber und presste mit der Hand auf die Schusswunde in ihrer Bauchgegend. "Halt durch!"
Michiru legte eine Hand an Haruka's Wange "Du musst...von hier verschwinden..." es war nur eine Frage der Zeit bis andere Taliban auftauchten und diese würden den Tod ihres Anführers nicht einfach so hinnehmen. "Nicht ohne dich!"
Sie richtete sich auf und packte die Ältere am Arm, um diese auf ihre Schultern zu hieven. Michiru stöhnte vor schmerzen. "Das schaffst...du...niemals" sie konnte nur den Weg nehmen, den sie gekommen waren und den wollte Haruka nun mit der anderen auf den Schultern zurücklegen? Dabei noch mit der Taliban im Nacken? Das konnte nur schiefgehen.
"Lass mich zurück..." Haruka lief die Treppen hinab ins Labyrinth "Halt einfach mal den Mund" wies sie ihre Offizierin an.
Der Weg würde schon schwer genug werden, somit hastete die Blonde zur ersten Gabelung und versuchte sich dabei an den Hinweg zu erinnern. Sie konnte schlecht anhalten und auf die Karte blicken, denn dies kostete einfach zu viel Zeit, die sie nicht hatten. Haruka malte sich aus, dass wenn sie es nicht schafften lediglich zwei Möglichkeiten hatten, sich zu verlaufen oder von den Terroristen getötet zu werden. Keine der beiden Möglichkeiten wollte die Blonde in Betracht ziehen. Als sie an der Weggabelung ankamen, meinte die Jüngere Stimmen vernommen zu haben und diese klangen nicht freundlich. "Haruka..." der verletzten Michiru fiel es immer schwerer die Augen offenzuhalten und wurde Ohnmächtig.
"Wir schaffen das!" versuchte sie sich angestrengt selbst zu motivieren, denn aufgeben war für sie keine Option gewesen. Dieses Labyrinth erstreckte sich vor ihren Augen und als ob sie sich selbst dabei beobachten würde, führte sie sich zum Ausgang. Erleichtert wieder an der frischen Luft zu sein, atmete sie tief durch "Wir haben es geschafft Michiru" langsam ließ sie diese ab und stellte mit erschrecken fest, dass diese nicht bei Bewusstsein war, jedoch hatte sie noch Puls und atmen tat sie auch.
Haruka eilte mit ihrer Offizierin zum Wagen und verfrachtete die Verletzte auf die Ladefläche, um selbst am Steuer Platz zu nehmen. Als sie den Motor startete, kam eine Meute an Terroristen aus dem Labyrinth gestürmt und feuerten auf das Fahrzeug. Haruka gab so viel Gas, wie die Kiste hergab und entfernte sich aus der Gefahrenzone. "Fuck! War das knapp!"
Noch war sie nicht in Sicherheit, aber solange sie einen gewissen Vorsprung besaßen sollten sie schon bald heile am Stützpunkt an gelangen. Die vierzig Minuten kamen ihr vor wie eine Ewigkeit, doch endlich kam Kandahar in Sichtweite. Die Soldaten im Ausguck berichteten, dass sich ein Fahrzeug näherte. Honda und Kyou begaben sich gespannt zur Schranke und versuchten zu erkennen, wer dieses Gefährt fuhr. "Das ist Haruka!", brüllte der Sanitäter, als er die Sandblonde erkannte. "Die Schranke hoch!" wies er die Soldaten an, welche auch reagierten. Mit einer Vollbremsung und aufwirbelndem Sand, kam der Wagen zum Stehen. Hastig stieg die Soldatin aus und lief nach hinten "Kyou, schnell!" Sie öffnete die Ladefläche und der Sanitäter kam sofort dazu "Wir brauchen eine Trage!"
Er untersuchte Michiru und stellte einen etwas schwachen Puls fest, ansonsten waren ihre Vitalwerte im grünen Bereich. "Was ist mit dir Haruka, bist du verletzt?" Kyou deutete auf das Blut auf ihrer Uniform. "Mir geht es gut, das ist nicht meins. Wird sie es schaffen?" erkundigte sie sich sofort nach Michiru. Der Sanitäter half mit, diese auf die Trage zu verfrachten "Sie wird es schaffen, da bin ich mir sicher" er klopfte der Blonden auf die Schulter, um ihr Mut zu machen "Gut gemacht" somit ließ er Haruka zurück und begleitete die Soldaten ins Lazarett, um Michiru zu versorgen.
Honda schritt an die Jüngere heran "Wir haben gerade einen Funk abgehört und erfahren, dass ihr es geschafft habt, meinen Glückwunsch" von diesem Mann waren es große Worte, doch für Haruka war dies kein großer Trost. Natürlich war sie froh darüber die Mission mit Erfolg abgeschlossen zu haben, doch den Tod von Hatsu machte es nicht wieder gut und Michiru wurde verletzt. Deshalb hatte die Sandblonde gerade anderes im Kopf, als den Tod des Taliban Anführers zu feiern.
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