Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Monster

GeschichteAbenteuer, Angst / P12 / Gen
OC (Own Character)
04.05.2021
09.08.2021
4
3.436
4
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
01.06.2021 942
 
Verflucht, Dämon, Monster:

„Sie ist verflucht“, rief jemand. „Nein, sie ist ein Dämon, wir hätten sie nie aufnehmen dürfen!“, schrei ein andrer. Ich legte ängstlich meine Ohren an, die mir mitten in einer Stammversammlung gewachsen waren. Mein langer Schwanz zitterte und ich spürte, wie meine Zähne länger und länger wurden. Ich musste hier raus, sofort!Ich drehte mich um und lief so schnell es ging zum Ausgang des großen Versammlungszeltes, warum war mir das nur passiert?! In Gedanken rief ich ein Bild von mir auf, kurze Fingernägel, normale Ohren, kein Anhängsel hinten dran und bitte, bitte kein Raubtiergebiss. Es funktionierte, jedenfalls kurz.
Ich sah schon den Ausgang vor mir und sah wieder so normal aus, wie es eben ging, was bedeutete hellblonde, fast silberne Haare, recht groß und gelbe Augen, da stellte sich mir einer unserer Jäger in den Weg. Er hielt einen unserer spitzesten Speere in der Hand, das silberne Ende auf meine Brust gerichtet.Ich kam stockend zum stehen und spürte, wie sich das spitze Metall in meinen dicken Mantel aus Elchfell bohrte und auf blasse Haut stieß. Eine warme Flüssigkeit breitete sich auf meiner Brust aus, noch war es ein Rinnsahl, aber wenn Ramiil so weitermachte, und das würde er, sähe es anders aus.

Die Menge hinter mir begann zu johlen. „Mach ihr den Gar aus Ramiil!“, riefen sie. „Ja, komm trau dich!“. Sie wollten meinen Tod. Dabei hatte ich ihnen nie etwas böses gewollt, geschweige denn getan. Aber diese Menschen hatten Angst, und sie hassten alles, was anders war.
Ja, sie liebten die Natur und lebten mit ihr im Einklang, aber ein Mädchen, dem plötzlich katzenhafte Ohren und ein Schwanz wuchs, das war etwas anderes, das war nicht normal. Das war Hexenwerk, aber nicht so eines, wie heilende Tränke zu brauen oder sich mit Kräutern auszukennen.
„Töte dieses Monster!“.

Ich kannte diese Stimme, sie gehörte Nuuka. Fassungsloß drehte ich mich um und sah ihm in die Augen, dort traf ich auf Hass, Wut, Angst und Verletztheit. Neben ihm stand Leley, sie war ganz ruhig, sah mich nur mit ihren dunkelblauen Augen erwartungsvoll an. In ihnen erkannte ich Angst und... Neugier. Hä? Das verstand ich nicht so wirklich, allerdings hatte ich keine Zeit weiter darüber nachzudenken, den schon spürte ich etwas kaltes an meinen Rücken und die Menge rief. „Tod dem Monster! Tod dem Monster!“
Das war zu viel. Ich spürte, wie mein Herz zeriss, angesichts so viel Hass und Mordlust, diese Menschen hatten mal mit mir zusammengelebt, hatten mich aufgenommen, als ich klein und hilflos war, sie hatten mich akzeptiert und geliebt. Heiße Tränen rannen mir die Wangen hinunter und ich spürte wieder, wie meine Ohren sich verformten und meine Zähne länger wurden. Diesmal ließ ich es zu und wenig später saß eine junge Schneeleopardin inmitten der erschrockenen Leute.

Ich drehte mich blitzschnell um, brachte Ramiil zu fall und schlüpfte durch den Ausgang des Zeltes ins Freie. Ich atmete tief ein und roch frische Waldluft, obwohl der noch etwas entfernt war. So ein feiner Geruchssinn war schon praktisch, doch ich konnte diesen Moment nicht lange genießen, denn schon höhrte ich hinter mir das getrappel von Füßen und Mordlüstige Schrei. Ich sprang auf und floh, doch die Jäger warfen ihre Speere nach mir, aber ich wich geschicht aus. Kurz bevor ich im Dickicht des verschneiten Waldes eintauche konnte, verspürte ich einen stechenden Schmerz an meiner Flanke. Ich drehte den Kopf und sah geschockt einen Pfeil, der mich getroffen hatte, er hatte an seinem Ende eine gefleckte Feder. Eine dunkle Vorahnung machte sich in mir breit und als ich zurückblickte sah ich Nuuka, der schon den zweiten Pfeil spannte. Ich schluckte und machte, das ich davonkam, bevor Nuuka mich noch umbrachte.

An einer einsahmen Eiche auf einer Lichtung mitten im JasukiWald blieb ich schließlich stehen und versuchte den Pfeil aus meiner Flanke zu ziehen, nach einigem rumprobieren hatte ich endlich Erfolg. Erschöpft ließ ich mich in den kühlenden Schnee fallen und leckte meine Wunden, die an meiner Brust war zum Glück nicht so schlimm, eigendlich war es nur ein Kratzer. Ich hatte auch nicht wirklich mehr erwartet. Ramiil war schon immer ein Angsthase gewesen. Die Wunde, die ich Nuuka zu verdanken hatte machte mir allerdings Sorgen. Sie war nicht sehr tief , hatte aber an größe gewonnen, als ich versucht hatte den Pfeil herauszusiehen. Außerdem hatte ich hier in freier Wildbahn kein Kräuterlager, wo ich mir einfach mal so etwas zusammenmixen konnte und im Winter konnte ich auch keine Kräuter sammeln. Mist!
Ich gähnte herzhaft. Hmm, komisch es war doch gar nicht so spät und sonderlich verausgabt hatte ich mich auch nicht. Letzte Nacht hatte ich, erschöpft von der Schneeballschlacht auch tie, fest und lange geschlafen. Oh Oh, das konnte nur eines bedeuten. An Nuukas Pfeil war irgendetwas dran gewesen und ich hoffte innig, das es nur ein Schlafmittel gewesen war, ansonsten war ich so gut wie tot.

Ich gähnte erneut, verdammt. Was auch immer da dran gewesen war es machte mich ganz wuschig im Kopf. Was sollte ich tun? Veilleicht- ähhh, was wars gewesen? Ich konnte mich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern! Ah, oder ich könnte- hmm, auch vergessen. Ich merkte wie meine Augenlieder schwer wurden. Ach, das konnte auch bis nach diesem Schläfchen warten! Gähnend rollte ich mich mitten im kalten Schnee zusammen und schlief mit einem dämlichen Grinsen auf den Lippen ein.


Hey, da bin ich wieder. Tut mir leid, das es sooooo lange gedauert hat, aber ich habe einfach keinen Anschluss an das letzte Kapitel gefunden. Das nächste Kapitel kommt schneller, aber nicht mehr diese Woche. Wie hat es euch gefallen? Schreibt doch gerne ein Review!
Katzige Grüße und bis zum nächsten Mal,
Helles Herz
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast