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ST Voyager (8. Staffel): Neue Abenteuer IV

von VoyGirls
GeschichteSci-Fi / P12 / Gen
B'Elanna Torres Chakotay Der Doktor Kathryn Janeway Owen Paris Seven of Nine
04.05.2021
22.07.2021
7
45.928
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22.07.2021 5.930
 
Eine Stunde später

Akh'o
Ich saß zusammen mit Rhi'o und Ther'o in diesem Shuttle der Fremden und beobachtete fasziniert, wie unser Planet immer kleiner wurde. Ich hatte noch nie unseren Planeten von oben gesehen! Er sah wundervoll aus! Das ganze Wasser... Und so viele Kontinente! Ich konnte kaum glauben, dass das gerade passierte! Ich verließ unseren Planeten, um ein Raumschiff zu besuchen! Ein echtes Raumschiff! Ich wandte meinen Blick vom kleinen Fenster ab und sah nach vorn auf das große Fenster. Dort konnte ich das Raumschiff sehen, welches immer größer wurde. Es war unglaublich! Ich konnte es kaum erwarten! Das Shuttle näherte sich und nur wenig später befanden wir uns in dem Raumschiff. Ich wartete, bis Rhi'o und Ther'o ausgestiegen waren und folgte ihnen dann. Wir wurden von Captain Janeway und Commander Chakotay erwartet. Und von einem anderen Fremden, der eine dunkle Haut und spitze Ohren hatte. Faszinierend! Ich sah mich suchend um und ein Hauch von Enttäuschung durchströmte mich. Jemand, den ich gern gesehen hätte, fehlte.
"Captain... Commander...", begrüßte ich die beiden nach Rhi'o und Ther'o - und konnte es mir entgegen der Regularien nicht verkneifen, meine Gefühle auszusprechen.
"Es ist mir eine Ehre, dass ich Sie hier besuchen darf."


Kathryn
Gemeinsam mit Chakotay und Tuvok empfing ich die Delegation.
"Herzlich Willkommen auf der Voyager.", begrüßte ich die Gäste und lächelte Harrys Herzblatt freundlich an.
"Wir möchten uns für Ihre Gastfreundschaft bedanken und diese erwidern."
Ich lächelte.
"Wenn Sie uns bitte folgen würden?"


Rhi'o
Ich sah mich neugierig um, obwohl es noch nicht viel zu sehen gab.
"Gerne, Captain. Ich bin so gespannt. Für mich ist es nahezu unvorstellbar, auf einem Raumschiff zu leben."
Ich und meine Begleiter folgten Captain Janeway, Commander Chakotay und dem Sicherheitschef, der uns als Tuvok vorgestellt wurde. Wir verließen den Shuttlehanger und draußen auf den Gängen eilte und jemand entgegen, den ich bereits kennengelernt hatte.
"Ah, Fähnrich Kim, richtig?"
Den Namen hatte ich mir gemerkt.
"Begleiten Sie uns auch?"


Harry
Ich strich schnell noch einmal über meine Uniform, denn es hatte eine Weile gedauert, bis ich halbwegs frisch aussah nach der Nacht mit Tom. Aber das Gehetzte am Morgen hatte sich gelohnt, denn Akh'o war mitbekommen! Manchmal werden Gebete erhört!
"Werde ich, Kanzler Rhi'o", erwiderte ich lächelnd und sah zu Janeway und Chakotay.
"Ich habe mit Lieutenant Carey getauscht", erklärte ich mein Auftauchen.
"Miss Akh'o hatte Interesse an der Astrometrie gezeigt und ich kenne mich dort gut aus."


Kathryn
Ich hob eine Augenbraue.
"Personelle Änderungen obliegen dem Commander, Mister Kim!"
So ja nun nicht!
"Wenn Sie schon mal hier sind ..."
Ich setzte die Führung fort, ärgerte mich aber. Verliebt sein von mir aus. Aber eigenmächtig Dienstanweisungen ändern?! Das würde Konsequenzen nach sich ziehen. Defintiv.


Chakotay
Ich begleitete Kathryn, Tuvok, Harry und unsere Gäste und verkniff mir vehement das Grinsen. Harry ist wirklich ein Unikum! Es ließ keine Chance aus, sich einzubringen und mit Akh'o ins Gespräch zu kommen. Und dabei stellte er sich nicht einmal ungeschickt an. Es wirkte nicht einmal aufdringlich. Wir verließen gerade die Krankenstation und machten uns auf den Weg Richtung Kasino.
"Wir werden noch kurzen Abstecher in den Maschinenraum machen. Wenn Miss Akh'o Interesse an der Astrometrie hat, wäre es eine Möglichkeit, sie ihr jetzt zu zeigen", schlug ich vor und sah den Kanzler fragend an.
"Ist das gestattet? Miss Akh'o wird nichts passieren. Sie ist hier sicher an Bord."
Kanzler Rhi'o nickte und ich verkniff mir erneut das Grinsen, weil Harrys Gesichtsfarbe etwas dunkler wurde. Hä, hä... Ich warf Kathryn einen spitzbübischen Blick zu und sah dann Harry und Akh'o kurz nach, ehe wir anderen unsere Führung fortsetzen. Nach dem Maschinenraum ging es direkt ins Kasino, wo uns Neelix erwartete. Er verwickelte unsere Gäste sofort in ein Gespräch und so hatte ich kurz Zeit, mich mit Kathryn zu unterhalten.
"Läuft doch gut, oder? Ich schätze, wir hinterlassen einen guten Eindruck."
Ich schmunzelte und reichte Kathryn ein Glas Saft.


Kathryn
Ich nahm den Saft und nickte.
"Ja. Vielleicht haben wir Glück und können Handel betreiben. Über unsere Route und was uns erwartet werden sie nicht viel wissen."
Wenn wir schon seit langem die einzigen Gäste waren.
"Ich muss mir später Lieutenant Kim vorknöpfen."
Das Verhalten des jungen Asiaten ging gar nicht! Erst den eigenmächtige Wechsel und nun die Anbandlungen! Er war im Dienst und da erwartete ich Professionalität!


Chakotay
Ich nickte zustimmend und schmunzelte dann.
"Sei nicht so streng mit Harry. Ich nehme es auf meine Kappe. Weil ich den Diensttausch sowieso genehmigt hätte."
Mein Schmunzeln wurde breiter.
"Komm schon... Welche Möglichkeiten bleiben ihm denn? Hier an Bord hat er keine Chance mehr, eine Frau zu daten."
Entweder sind die Frauen an Bord bereits liiert oder sie empfinden nur Freundschaft für Harry.


Kathryn
Ich hob eine Augenbraue.
"Doch, ich bin so streng zu Harry, Chakotay. Wir sind noch immer auf uns allein gestellt im Delta-Quadrant unterwegs. Es kann nicht sein, dass er in Eigenregie die Schichtpläne und Anordnungen abändert, nur, weil seine Libido verrückt spielt!"
Um das gleich mal klar zu stellen.
"Er ist jung. Eine Partnerin zu finden hat keine Eile. Und außerdem ist es jedes Mal ein Drama, wenn seine romantischen Vorstellungen nicht in die Wirklichkeit umsetzbar sind."
Einmal hatte er sich gegen mich aufgelehnt und mir Eiseskälte und Gefühllosigkeit vorgeworfen.
"Welche Möglichkeiten sich ihm bieten? Er könnte ernsthaftes Interesse an einem weiblichen Crewmitglied entwickeln - oder sich auf etwas anderes konzentrieren, als krampfhaft eine Partnerin zu finden."
Manchmal verstand ich den jungen Mann nicht. Sogar ich hatte einen Partner gefunden. Und das als Captain!


Chakotay
Ich sah Kathryn besänftigend an.
"Ja, ich weiß. Und ja, du hast dienstlich gesehen natürlich Recht. Aber..."
Ich sah mich kurz um, aber wir waren allein.
"Diese Gefühle, die Harry jetzt empfindet... diese Unbeschwertheit und die Schmetterlinge im Bauch... Sie sind ein kostbares Gut auf unserer Reise. Weil sie positiv sind und zeigen, dass man noch nicht abgestumpft ist. Wir empfinden sie jeden Tag, weil wir uns haben. Aber Harry ist allein. Auch wenn es in ein paar Tagen wieder unangenehm wird... Manchmal muss man den Augenblick leben und genießen."
Ich lächelte sanft.
"Ich rede mit ihm, wenn er wieder klar im Kopf ist."


Kathryn
Ich ließ mich nicht einlullen.
"Du weißt genau, dass ich viel Wert auf ein geregeltes Leben auf der Voyager lege. Und auf die Kommandostrukturen und die Hierarchie. Anders und ohne diese Regeln ist ein friedliches Leben dauerhaft nicht möglich, Chakotay."
Ich wollte nicht der Buh-Mann sein, aber sobald solche kleine Ausreißer zur Tagesordnung gehören würden, wäre an eine funktionierende Gemeinschaft an Bord nicht mehr zu denken!
"Ich will, dass du ein ernstes und ausführliches Gespräch mit ihm führst. Und einen Vermerk in seiner Akte mit Laufzeit von einem Jahr machst."
Das musste Konsequenzen haben.
"Außerdem hat Mister Kim für die Dauer des Aufenthaltes Dienst und keinen Landgang."
Ich seufzte leise.
"Wir haben viele Möglichkeiten, um menschliche Nähe zu ersetzen. Holoprogramme, Hologramme ... ich weiß, dass das eine Beziehung nicht ersetzt. Aber diese ominösen Schmetterlinge sind keine Entschuldigung für eigenmächtiges Handeln außerhalb der Kompetenzen."
Ich strich eine Strähne hinters Ohr.
"Mag sein, dass sie ihn beflügeln. Umso härter knallt er auf den Boden der Tatsachen und die monatelange Deprimiertheit fängt erneut an. Das sind zwei Tage Schmetterlinge nicht wert, Chakotay. Wie oft kann er das ertragen, ohne einen psychischen Schaden zu erleiden?"
Ich machte mir doch auch Sorgen um den jungen Mann.


Chakotay
Ich zupfte mir am Ohr.
"Wir sind noch mindestens zwei Tage hier. Sind ein ernstes Gespräch und der Eintrag in der Akte nicht Strafe genug?"
Ich konnte Harry einfach zu gut verstehen. Rein menschlich und außerdienstlich.
"Es hat doch niemand weiter mitbekommen. Ich rede mit ihm und es kommt nicht wieder vor", versuchte ich die Wogen zu glätten.
"Und ganz unschuldig ist er auch nicht. Diese Akh'o ist ihm gegenüber nicht abgeneigt, wie es den Anschein macht."
Ich seufzte innerlich. Armer Harry...


Kathryn
Ich hob eine Augenbraue.
"Chakotay, du weißt selbst wie nahe solche Geschichten Harry gehen. Und jedes Mal die Anträge, dass seine Auserwählte uns auf unserer Reise begleiten soll."
Sachte schüttelte ich den Kopf.
"Lieber ein abruptes Ende als monatelange Trauer."
Dienst war Dienst. Das Privatleben meiner Crew ging mich nichts an. Bis zu dem Zeitpunkt, wo es den Dienst beeinflusste. So wie bei Harry.
"Du kümmerst dich darum? Ich möchte keinen, überhaupt keinen Pieps von wegen Liebeskummer hören."


Chakotay
Ich nickte leicht. Ich verstand Kathryns Sicht. Aber ich konnte auch Harry verstehen.
"Ich rede mit ihm. Heute Abend, wenn er Dienstschluss hat", versprach ich und lächelte.
"Ich bin froh, dass ich diese emotionale Achterbahnfahrt nicht mehr erleben muss. Seit du meine Frau bist, sitze ich ganz oben in der Gondel und genieße die Aussicht."
Ich grinste verschmitzt und sah dann Rhi'o auf uns zukommen. Das private Geplauder war scheinbar vorbei.
"Ich zeige dir, wie schön die Aussicht ist, wenn die Kinder heute Abend schlafen."
Ich zwinkerte Kathryn zu und nahm ihr ihr leeres Glas ab.


Kathryn
Ich hob eine Augenbraue.
"Richtig, Commander", betonte ich seinen Rang.
"Heute nach Dienstschluss von Lieutenant Kim."
Ich kannte meinen Mann doch! Ginge er privat hin würde er sich einlullen lassen.
Als er mir diese niedliche Liebeserklärung machte, lockerte sich meine Miene auf und ich schenkte ihm ein Lächeln.
"Geht mir auch so."
Als er Andeutungen auf das Schlafzimmer machte, räusperte ich mich vernehmlich, ehe wir unseren Rundgang fortsetzen.



Stunden später am Abend

Chakotay
Ich betrat nach einem langen Arbeitstag unser Quartier und streifte meine Schuhe an.
"Feierabend", rief ich leise, da die Kinder bestimmt schon im Bett waren.
"Hast du noch Appetit auf einen Snack?", fragte ich in Richtung Schlafraum, denn ich hörte die Tür des Kleiderschranks.
"Ein paar Canapés und ein Glas Wein?"
Ich öffnete meine Uniformjacke und ging zum Replikator.


Kathryn
Ich trug einen Handtuchturban auf dem Kopf sowie Shorts und Top als ich aus dem Schlafraum kam.
"Canapés und Wein klingt gut!'
Ich ging auf ihn zu und küsste ihn sanft.
"Ich habe dich vermisst. Hast du mit Harry Kim gesprochen?", wollte ich wissen und machte es mir auf der Couch bequem.


Chakotay
Ich nickte und schmunzelte.
"Selbstverständlich. Befehl vom Captain", erwiderte ich und gab eine Bestellung in den Replikator ein.
"Es ist gar nicht sooo schlimm wie sonst. Es macht den Anschein, als hätte Harry dazugelernt."
Ich entnahm dem Replikator einen Teller mit Canapés und trug ihn zum Tisch.
"Er findet diese Akh'o sympathisch, weiß aber, dass es nur von kurzer Dauer ist."
Ich holte den Wein und zwei Gläser und setzte mich zu Kathryn aufs Sofa.
"Und ich habe dich auch vermisst."
Ich lächelte, küsste sie sanft auf die Lippen und öffnete dann den Wein.


Kathryn
Ich schmunzelte.
"Das freut den Captain sicher, wenn du so artig die Befehle ausführst."
Erstaunt richtete ich mich auf.
"Tatsächlich? Er ist sich dem bewusst?"
Unser Harry Kim?
Ich erwiderte den Kuss und kuschelte mich an ihn.
"Es geschehen doch noch Zeiten von Wunder."
Glücklich schloss ich die Augen und lächelte.


Chakotay
Ich lachte leise und füllte unsere Gläser.
"Japp. Sagt er zumindest. Und den Diensttausch mit Carey hat er vorschriftsmäßig angekündigt. Ich war aber nicht mehr in meinem Büro gestern."
Ich war zu lange auf dem Planeten.
"Ich schätze, er genießt die besagten Schmetterlinge im Bauch, freut sich, dass Akh'o nicht gleich weggelaufen ist und hat das alles Tom eine Nacht lang auf die Nase gebunden."
Ich feixte und reichte Kathryn ihr Glas.
"Was meinst du? Wenn ich das Captain Janeway erzähle... Ob es sie milder stimmt und sie auf einen Vermerk in seiner Akte absieht?"
Harry ist ein guter Kerl. Und er hatte seinen Job heute professionell durchgezogen.



Zur gleichen Zeit auf Deck 5

Lt. Hanson
Ich erwachte, öffnete meine Augen und erblickte die Decke meines Quartiers. Mission, schoss es mir durch den Kopf... Du hast eine Mission! Ich setzte mich auf und in meinen Gedanken spulten sich Informationen ab wie in einem Film. Ich verließ mein Bett, zog meine Uniform an, verließ mein Quartier und machte mich auf den Weg zur Krankenstation.



In Kathryns und Chakotays Quartier

Kathryn
Ich brummte.
"Ich wusste gar nicht, dass es angekündigt wird, wenn man den Dienst tauscht. Ich dachte immer, man beantragt das."
Ich nahm das Glas entgegen und nippte daran.
"Na dann ist ja gut! Solange er sich im Griff hat..."
Mit Schmusebedürfnis kuschelte ich mich an ihn.
"Weiß ich nicht. Frag sie, wenn sie im Dienst ist."
Ich küsste ihn sanft.


Chakotay
Ich schmunzelte in den Kuss.
"Wenn der restliche Dienstplan nicht beeinflusst wird, dann reicht die Angabe des Diensttausches", murmelte ich und war froh, dass Harry nicht gegen die Vorschriften gehandelt hatte.
"Wie ich höre, schlafen unsere Kinder brav", stellte ich fest und lange nach dem Teller mit Canapés.
"Unserem zweisamen Abend steht offensichtlich nichts im Wege."
Ich lächelte meine Frau an und blinzelte, weil für einen Augenblick ihr Gesicht vor meinen Augen verschwamm.
"Ich hoffe, du bist noch nicht müd-"
Ich verstummte, denn der Teller in meiner Hand wurde bleischwer und Kathryns Gesicht verschwamm erneut. Noch ehe ich reagieren weitersprechen konnte, wurde mir schwindelig und dann wurde alles schwarz um mich herum...


Kathryn
Ich schmunzelte und streichelte gedankenverloren über seinen Handrücken.
"Jaa, sie schlafen brav. Sehr brav sogar", lächelte ich und richtete mich auf, als Chakotay plötzlich zu blinzeln begann.
"Chakotay?", wollte ich wissen.
Plötzlich sackte mein Mann zusammen!
"Chakotay! Was ... was ..."
Vor meinen Augen verschwamm alles. Ich tastete nach meinem Kommunikator auf dem Tischchen .... und griff ins Leere, weil mir die 'Lichter' aus gingen.



Zur gleichen Zeit in einem der Transporterräume

Lt. Hanson
Ich stand hinter der Kontrollkonsole und meine Finger glitten routiniert über das Bedienfeld. Mein Auftrag war so gut wie erledigt. Ich hatte nur wenige Minuten gebraucht, um das Programm des Doktors in seinen Mobilen Emitter zu transferieren und ihn mir einzustecken. Anschließend hatte ich mich in den Transporterraum begeben und diesen mit einem Kraftfeld gesichert. Damit das Betäubungsgas, mit dem ich das gesamte Schiff geflutet hatte, nicht mich außer Gefecht setzen konnte.
"Drei... Zwei... Eins...", zählte ich langsam und wartete noch zusätzlich etwas länger, damit das Gas auch wirklich bei jedem Crewmitglied wirkte.
Ich hob meinen Kopf und wartete darauf, dass irgend jemand den Roten Alarm auslöste. Aber der blieb aus. Ich senkte meinen Blick und schaute auf den Chronometer im Bedienfeld. Es lief alles nach Plan und ich lag in der Zeit. Meine Finger begannen erneut über das Bedienfeld zu huschen und ich begann nach und nach die Crew vom Schiff auf den Planeten zu beamen...



Zwei Tage später auf dem Planeten (3.2.81)

Kathryn
Ich dämmerte langsam aus dem dunklen Nichts, weil mir kalt wurde. Kalt? Lag ich nicht noch gerade in den Armen meines Mannes? Überhaupt... hatte er vorhin so komisch reagiert ... Ich blinzelte einige Male und stellte fest, dass irgendetwas ganz und gar nichts passte. Wieso war das Sofa so unbequem? So langsam gewöhnten meine Augen sich an das dämmrige Licht und mir lief es kalt über den Rücken, als ich feststellte, dass ich auf dem Boden lag, in einem dunklen-schwummerigen Raum. Vorsichtig setzte ich mich auf und stellte fest, dass ich Stunden auf dem kalten Boden gelegen haben musste. Mein ganzer Körper fühlte sich steif an!


Tuvok
Ich stand mit gestrafften Schultern hinter dem Kraftfeld der Arrestzelle, die ich mit weiteren fünfzig Crewmitgliedern teilte, und fixierte Captain Janeway, die sich in einer der Arrestzellen mir gegenüber befand. Arrestzelle.. Eine unkorrekte Beschreibung für diese Umgebung. Massen-Verlies in Felsstein gehauen wäre die korrekte Umschreibung. Ich hob meine Augenbraue als Captain Janeway sich zu bewegen begann. Sie war nach mir erst die Zweite, die zu Bewusstsein kam.
"Captain..."
Ich trat etwas näher an das Kraftfeld heran.
"Richten Sie sich langsam auf", empfahl ich, denn was immer uns verabreicht worden war, es hatte eine starke Wirkung gehabt.


Kathryn
Ich hörte Tuvoks Stimme und versuchte mich zu orientieren.
"Tuvok? Was geht hier vor sich?", wollte ich wissen und schaffte es, gerade zu sitzen.
Um mich herum entdeckte ich weitere Crewmitglieder die besinnungslos auf dem Boden lagen. Endlich gelang es mir auch Tuvok ausfindig zu machen.
"Hilfe, ist mir düselig", murmelte ich und fasste mir an die Stirn.


Tuvok
Ich legte meine Hände auf den Rücken.
"Ich weiß es nicht, Captain. Ich hatte Dienst auf der Brücke, plötzlich wurden Offiziere bewusstlos und ehe ich reagieren konnte, habe ich selbst das Bewusstsein verloren. Ich bin vor einer guten Stunde zu mir gekommen", berichtete ich.
"Es ist eine logische Schlussfolgerung, dass wir uns auf dem Planeten befinden. Wie lange kann ich nicht genau sagen, aber..."
Meine Augenbraue zuckte, denn Schätzungen und Vermutungen waren eines Vulkaniers nicht würdig.
"... wenn ich meinen Bartwuchs als Anhaltspunkt nehme, dann sind etwa zwei Tage vergangen."


Kathryn
Ich saß auf dem Boden und so langsam gewöhnten sich meine Augen an das schwummerige Licht.
"Ich weiß noch, dass Chakotay plötzlich regungslos da lag ..."
Ich sah ab mir herunter. Prächtig. Schlafshorts, T-Shirt und barfuß. Von wegen Captain.
"Zwei Tage?!"
Was wurde hier gespielt?! Ich rappelte mich auf und biss die Zähne zusammen als Blut durch meine Adern schoss.
"Konnten Sie irgendetwas in Erfahrung bringen?"


Tuvok
Ich ließ kurz meinen Blick über das Terrain vor mir gleiten.
"Nur das Offensichtliche, Captain. Wir befinden uns in Verliesen aus massivem Fels, gesichert mit Gittern und einem Kraftfeld. Ich sehe auf Ihrer Seite zwei Verliese. Rechts neben Ihnen befindet sich das Zweite. Auch dort sind nur Frauen untergebracht."
Ich schlussfolgerte, dass auf meiner Seite auch weitere Verliese waren, in den denen sich die Männer befanden.


Kathryn
Ich verlagerte abwechselnd mein Gewicht auf den Beinen, um die Blutzufuhr wieder anzukurbeln.
"Wir sitzen also seit zwei Tagen hier in diesen Verliesen fest? Haben Sie irgendeinen Wärter oder ähnliches ausmachen können?"
Suchend sah ich mich um. Mir schien, wir waren nach den Geschlechtern in gleich große Gruppen aufgeteilt worden. Und scheinbar auch nach Merkmalen! In Tuvoks Verlies saßen alle Vulkanier, Bajoraner und Vertreter anderer Spezies mit auffälligen Merkmalen. Im zweiten Verlies saßen überwiegend Menschen.
"Haben Sie den Commander schon entdecken können?"
Mein Herz krampfte sich zusammen.
"Oder die Kinder?"


Tuvok
Ich hob eine Augenbraue.
"In meinem Verlies ist der Commander nicht. Und ich sehe von hier aus auf Ihrer Seite keine Kinder."
Wenn wir nach Geschlechter aufgeteilt worden sind, müssten zumindest Naomi Wildman, Miral Paris und Kara Janeway auf der Seite des Captains sein.
"Ich sehe jedoch alle anderen weiblichen Crewmitglieder. Professor Janeway und Fähnrich Janeway befinden sich in dem Verlies rechts von Ihnen."
Ich musterte Janeway.
"Geht es Ihnen besser?"


Kathryn
Die Sorge um die Kinder breitete sich in mir aus. Aber im Moment konnte ich mir Mutter sein nicht leisten.
"Ich kann ihn nicht ausmachen."
Wo war mein Mann?!
"Ja, mir geht es gut."
Es war kühl in dem Verlies, aber das war meine kleinste Sorge.
"Kommen wir hier irgendwie heraus?"
Probeweise trat ich auf die Gitterstäbe zu.


Tuvok
Ich bückte mich, hob etwas Sand auf und warf ihn gegen die Gitterstäbe. Sofort zischte es und das Kraftfeld blitzte auf.
"Diese Spezies ist uns technisch ebenbürtig. Ich habe auch die Wände untersucht. Es ist massives, festes Gestein."
Bisher gab es keine Anzeichen für eine Fluchtmöglichkeit. Ich bemerkte, dass sich hinter mir zwei Crewmitglieder bewegten. Und auch auf der Seite von Captain Janeway war leises Stöhnen zu vernehmen. Offensichtlich wachten weitete Crewmitglieder auf.
"Wenn alle Crewmitglieder wach sind, sollten wir feststellen, wie viele fehlen."


Kathryn
Ich krauste meine Stirn als Tuvok mit Sand warf und das Kraftfeld brutzelte.
"Ich vermute, uns würden mindestens Verbrennungen dritten Grades erwarten, wenn wir das Kraftfeld berühren."
Somit war das Herbeiführen eines Kraftfeldbruches kaum möglich.
"Uns wird nichts weiter übrig bleiben."
Ich nahm das Handtuch von meinem Kopf und reichte es Sam Wildman, die orientierungslos erwachte und ebenfalls im Schmutz lag, damit sie ihre Hände provisorisch reinigen konnte.



Einige Stunden später

Chakotay
Ich hockte in der kleinen Nische in dem Verlies und ließ meinen Blick langsam über die Felswand gleiten. Millimeter für Millimeter suchte ich sie nach Rissen oder einem Schwachpunkt ab. Aber vergebens... Die Wände, die uns umgaben, waren aus massivem, Fels. Keine Chance, ihn mit irgendetwas aufzubrechen, um zu fliehen. Ich ließ kurz meine Kopf hängen und massierte mir die Stirn. Wie hatten die es nur geschafft, uns alle vom Schiff auf diesen Planeten zu holen?! Mittlerweile waren alle Crewmitglieder aufgewacht und Kathryn hatte uns über unsere Lage informiert. Nicht nur ich dürfte mich fragen, was diese Spezies von uns will! Warum hatten sie uns so freundlich empfangen?! Waren wir wirklich so leicht zu täuschen? Und wo verdammt sind unsere Kinder?! Ich atmete tief durch. Noch war das möglich. Ich wollte mir noch nicht vorstellen, wie es in ein paar Tagen ist... Fünfzig Männer in einem Verlies und es gab nur diese kleine Nische, die offensichtlich als Toilette dienen sollte. Ich rappelte mich auf und ging zurück nach vorn und dann an die Gitterstäbe.
"Hier gibt es auch keine Spalten im Fels", informierte ich die anderen Gruppen und mein Blick blieb an Kathryn haften, die in dem Verlies mir gegenüber untergebracht war. In ihrem Blick konnte ich genau das lesen, was auch mir alles durch den Kopf ging. Einmal mehr war ich froh, dass wir beide auch nur über Blicke kommunizieren konnten.


Kathryn
Inzwischen hatten wir eine Art Bestandsaufnahme gemacht: bis auf die Kinder und ein Crewmitglied waren wir alle vollzählig. Innerlich kam ich beinahe um vor Sorge. Wo waren Kara und Aru?! Und die anderen Kinder?
In Chakotays Blick spiegelten sich die selben Sorgen wie in meinen Augen.
"Wir sitzen also fest", musste ich frustriert einsehen.
Da es bei unserer Entführung wohl schon zu später Stunde war, trug niemand von uns Phaser oder sonstiges hilfreiches Equipment. Und die Crewmitglieder, die Dienst gehabt hatten und als einzige ihre Uniformen trugen, waren entwaffnet worden.
"Was wollen die nur von uns!"
Frustriert pustete ich mir eine Strähne aus dem Gesicht und ließ den Blick über meine Crew schweifen. Die, die Uniformjacken oder sonstige Jacken getragen hatten, verteilten diese an diejenigen, die nur Nachtgewänder trugen. In diesem ... Kerkerverlies waren es nur gefühlt 12°C.


Rhi'o
Ich ließ von vier Dienern das schwere Tor zum Arbeitsbereich von Ther'o öffnen. Ich hielt es noch immer für ein Zeichen, dass die Fremden ihren Weg zu uns gefunden hatten. Obwohl die erste Rückführung nicht funktioniert hatte. Aber es war ja auch erst der erste Versuch! Noch dazu mit jemandem, der nicht unserer Spezies angehörte! Ich schritt in das Labor und erhellte etwas das Licht. In den Verliesen rund um den großen medizinischen Arbeitsbereich waren die Fremden mittlerweile aufgewacht.
"Captain Janeway! Wie schön, Sie wieder wach zu sehen. Bitte entschuldigen Sie die spartanische Unterbringung, aber wie ich bereits sagte... Ich hatte noch nie Besucher und schon gar nicht so viele!"
Ich lächelte und eilte zu einer der Konsolen. Ich musste einige Daten überprüfen.
"Wasser finden sie alle in der kleinen Nische. Es ist trinkbar. Und ich werde ihnen etwas zu essen bringen lassen."
Es mussten alle bei Kräften bleiben!


Kathryn
Mein Kopf ruckte herum, als sich ein großes Tor öffnete und Rhi'o gefolgt von vier weiteren Vertretern seiner Spezies das Verlies betrat.
"Rhi'o!"
Ich blinzelte, als sich plötzlich das Licht einschaltete und die Dunkelheit vertrieb.
"Was geht hier vor sich?!", forderte ich und ließ meine Augen über die nun erhellte Umgebung huschen.
Mir lief es kalt den Rücken herunter. Mitten im Verlies war ein großes Labor, das im krassen Gegensatz zu den spartanischen Verliesen stand.


Rhi'o
Ich beugte mich über die Kontrollkonsole.
"Fühlen Sie sich als unsere Gäste! Ich werde dafür sorgen, dass es ihnen allen gut geht uns sie versorgt werden. Ich brauche sie alle in guter Verfassung!"
Ich fand die Daten, die ich suchte, las sie und drehte mich zu Janeway um.
"Es war nicht einfach, sie alle hierher zu bekommen. Ich hatte gehofft, dass Sie dafür sorgen, dass Ihre gesamte Crew zu mir kommt. Aber immer nur diese kleinen Gruppen... Es wären zu wenig gewesen!"
Ich erhob mich und strahlte Janeway an.
"Sie sind alle ein Wunder! Ein Geschenk! Einer von ihren Männlichen wird der Auserwählte sein..."


Kathryn
Ich krauste die Stirn, als Rhi'o weiterhin freundlich auftrat.
"Als Gast? Mir scheint, meine Anforderungen an eine gastfreundliche Unterbringung ist veraltet."
Ich trat dichter an das Kraftfeld und konnte die Elektrizität spüren.
"Wovon sprechen Sie?! Wieso haben Sie uns hierher gebracht und eingesperrt?", wollte ich wissen.
"Und was für ein Auserwählter?"


Rhi'o
Ich blieb auf der anderen Seite des Kraftfeldes stehen und lächelte Janeway an.
"Sie wären niemals freiwillig hier geblieben! Oder hätten mir Ihre Crew überlassen."
Ich breitete meine Arme aus.
"Einer von ihnen wird den großen Harah'ku zurück holen! Ich bin mir ganz sicher! Sie und Ihre Crew sind ein Geschenk! Ein Geschenk für den Harah'ku! Und wenn er wieder da ist, dann wird er mich zum mächtigsten Kanzler dieses Planeten machen!"
Ich sah mich um.
"Ohhh, ich kann es fühlen... Einer von euch wird es sein."
Ich drehte mich um und ging zurück zum Tor.
"Sie bekommen Nahrung. Das dürfte genügen, damit sie alle am Leben bleiben."
Ich dimmte das Licht herunter und verließ das Labor.


Kathryn
Mein Blick flackerte zu Tuvok, nachdem Rhi'o uns allein zurückgelassen hatte.
"Sagt Ihnen das irgendetwas, Tuvok? Welchen Harah'ku?"
Eins stand auf jeden Fall fest: Rhi'o war sich keiner Schuld bewusst, er schien wirklich der Meinung zu sein, die er vertrat und uns mitgeteilt hatte.
Mir gefiel allerdings nicht, dass einer meiner männlichen Besatzungsmitglieder diesen Harah'ku zurückholen sollte! Zumindest waren die weiblichen Crewmitglieder somit vorerst in Sicherheit.


Chakotay
Ich konnte Tuvok nicht sehen, da er in dem Verlies neben mir war, aber da keine Antwort erfolgte, ging ich davon aus, dass Tuvok keine Antwort hatte.
"Mir sagt das etwas", erwiderte ich.
Ich erhob mich vom Boden und ging zu den Gitterstäben.
"Erinnern sie sich alle an diese große Statue auf dem Marktplatz? Dieses große Reptilien-ähnliche Wesen, das mit Blumen und Nahrung verehrt wird? Das ist der Harah'ku. Er wird bei dieser Spezies wie ein Gott verehrt. Er soll vor Urzeiten gelebt haben. Sozusagen der Vorfahr der Spezies."
Ja, ich hatte in meiner Freizeit meinem Hobby gefrönt.
"Ich kann mir jedoch nicht erklären, wie jemand von uns ihn zurückholen soll."


Kathryn
Ausnahmsweise war ich einmal froh, dass mein Mann seinem Hobby nachgegangen war!
"Sie meinen also, dieses monströse Abbild soll dieser Gott sein, der durch irgendeinen von uns wieder zum Leben erweckt werden soll?"
Sofort spukten mir verschiedene Schauerrituale durch den Kopf, die wir an der Sternenflottenakademie in Vorlesungen gezeigt bekommen hatten. Religion und Kultur waren noch immer in vielen Gesellschaften etabliert.
"Das klingt für mich nach Opfer - Lebendopfer."
Besorgt legte ich die Stirn in Falten. Wir mussten hier unbedingt heraus!


Ther'o
Ich hatte meine Arbeit in der heiligen Kammer beendet und musste zurück an meinen Arbeitsplatz. Ich ließ das große Tor öffnen, erhellte das Licht und sah, dass die Fremden aufgewacht waren.
"Interessant... Das Schlafgas der Ghancho Blume hat bei ihrer Spezies eine äußerst langanhaltende Wirkung", stellte ich fest und setzte mich an meinen Arbeitsplatz. Ich fuhr die Konsolen und Monitore hoch.
"Nahrung wurde geordert. Es dauert aber, für so viele eine einfaches Gericht zuzubereiten", meinte ich nebenher, während ich mich den jüngsten Daten widmete.


Kathryn
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als plötzlich das große Tor erneut geöffnet wurde und Ther'o eintrat.
Ich wechselte einen Blick mit meinem Mann.
"Was haben Sie jetzt vor? Wozu halten Sie uns hier fest. Uns alle!?"
Schließlich war der Erlöser männlich. Und an Bord der Voyager könnten wir besser agieren als hier - eingesperrt.


Ther'o
Ich drehte meinen Kopf in Janeways Richtung.
"Wir brauchen sie alle. Bis wir den Richtigen gefunden haben. Rhi'o ist sich sicher, dass Sie und Ihre Crew ein Geschenk sind. Und das der Auserwählte unter ihnen ist."
Ich lächelte leicht.
"Wenn der große Harah'ku wieder unter uns weilt, dann darf der Rest von Ihren Männlichen gehen. Wenn es der Wunsch des großen Harah'ku ist. Und der Rest von euch Weiblichen auch. Wenn der große Harah'ku euch gehen lässt. Er braucht Nahrung. Und er braucht viele Weibliche, um viele Nachkommen zu zeugen."


Kathryn
Mir wurde im vollen Ausmaß bewusst, was das bedeutete. Einer der Männer sollte als Wirtskörper für diesen Gott dienen, einige Frauen als Paarungsobjekt. Der Rest wurde freigelassen oder ... gegessen?
"Was meinen Sie damit?"
Unwillkürlich trat ich schützend einen Schritt nach vorne - die Crewmitglieder meines Verlieses standen deutlich im hinteren Bereich.
"Und wo sind die Kinder?!"
Wer weiß, was die mit denen getan hatten!


Ther'o
Ich runzelte meine Stirn. Kinder? Was sind...
"Meinen Sie die Unvollendeten?"
Davon gibt es vier an Bord. Ein Männlicher und drei Weibliche.
"Die benötigen wir nicht. Wir haben sie auf ihrem Schiff gelassen."
Ich drehte mich wieder zu meinem Arbeitsbereich um.
"Es war gar nicht so einfach, sie alle zusammen hierher zu bekommen. Sie fragen sich bestimmt, wie ich das geschafft habe, mh?"
Ich drehte mich noch einmal um.
"Wir haben eines Ihrer Crewmitglieder manipuliert. Hier oben!"
Ich tippte mir an die Stirn.
"Als er zurück an Bord war, hat er sie alle betäubt und hierher gebeamt."
Ich lächelte leicht.
"Faszinierend, ihre Technologie für dieses... Beamen... Vielleicht erklären Sie mir genau, wie das funktioniert."


Kathryn
Ich schnappte nach Luft.
"Was? Sie haben die Kinder allein gelassen?"
Mein Blutdruck schoss in die Höhe. Das musste ein Albtraum sein! Nicht nur, dass wir hier fest saßen und - zumindest die Frauen - Kinder kriegen oder gegessen werden sollen ... die Variante der Männer war genauso wenig zu wählen, jetzt sind die vier Kinder auch noch allein auf der Voyager! Aber vielleicht auch der Doktor...
"Sie haben ein Crewmitglied manipuliert? Wie?", wollte ich wissen.


Chakotay
Ich starrte diesen Ther'o durch die Gitterstäbe an und spürte in meinem Rücken die tiefen Atemzüge meines Bruders. Er pumpte... Wenn es um das Wohl der Kinder ging, war mit ihm nicht zu spaßen. Ich war mir sicher, dass, wenn diese zusätzlichen Gitterstäbe nicht wären, Amal durch das Kraftfeld gesprungen wäre, um sich Ther'o zu schnappen. Ohne Rücksicht auf die Verbrennungen... Aber das konnte ich nicht zulassen.
"Die Kinder sind zu klein, um auf sich allein aufzupassen. Sie können doch wenigstens einige Frauen zurück auf das Schiff bringen!"
Ich musterte Ther'o.
"Was heißt, jemand von uns ist der Auserwählte? Woran erkennen Sie das?"


Ther'o
Ich sah zwischen dem Captain und dem Commander hin und her.
"Nein, wir schicken niemanden zurück an Bord. Unsere Unvollendeten kommen auch allein zurecht."
Ich sah zu Janeway.
"Gehirnmanipulation. Effektiver geht es nicht."
Ich sah zum Commander.
"Wir erkennen es daran, dass der Auserwählte die Prozedur überlebt."
Ich erhob mich und fuhr die Konsolen herunter.
"Ihre Nahrung kommt gleich. Sie sollten sich ausruhen und ihre Kräfte schonen. Morgen früh versuchen wir es erneut."


Kathryn
Ich wusste nicht, worüber ich mir zuerst Gedanken machen sollte! Die Kinder, die allein an Bord waren? Die Männer, die vorerst als Einziges in akuter Gefahr schwebten? Die Frauen, die später als Gebärmaschinen oder als Essen dienen sollten?!
"Sie wissen, dass das wahnsinnig ist?", wollte ich wissen.
"Sie löschen unzählige Leben aus, wegen eines alten Glaubens?!"
Nach all den Jahren als Captain war es mir noch immer unverständlich, wie uralte Regeln und angebliche göttliche Wesen das Leben der verschiedenen Spezies beeinflusste.
"Welche Prozedur! Was tun Sie den Männern an?!"
Wie ich es hasste. Ich hasste es, hilflos zu sein. Und das war ich im Moment!


Ther'o
Ich schüttelte meinen Kopf.
"Das ist Schicksal, Captain! Als Sie und ihr Schiff aufgetaucht sind... Und Sie uns auch noch kontaktiert haben... Es war Schicksal."
Ich ging zum großen Tor und ließ es öffnen.
"Je weniger Sie wissen, desto besser. Angst macht schwach. Und wir haben schon zu viele Schwache verloren."
Ich löschte das Licht und verließ den Bereich.


Kathryn
Ther'o ließ uns mit all den offenen Fragen zurück. Ich brauchte einen Moment.
"Unsere Zeit läuft", stellte ich fest und sah zu Chakotay und Tuvok.
"Gehen Sie die Crewmitglieder durch, ob alle da sind."
Ich hatte diesbezüglich ein schlechtes Gewissen. Mein Blick glitt zu meinen Verlies-Insassen.
"Kümmern Sie sich darum, dass Sie eine Art .... Schlafraum konzipieren."
Hier unten war es ziemlich frisch, es lagen vereinzelt Decken herum und manche trugen lange Pullover oder ähnliches.
Ich atmete tief durch und schauderte leicht. Es war kalt, feucht und frische Luft fühlte sich anders an.
"Wenn die Voyager dort oben ist ... selbst wenn wir fliehen können, wie kommen wir zurück aufs Schiff?"


B'Elanna
Ich saß in dem Verlies neben Janeway fest und sah auf das kleine Häufchen Equipment, welches wir zusammengetragen hatten. Es reichte für... nichts.
"Damit kann nicht einmal ICH etwas anfangen!", knurrte ich und ballte meine Fäuste.
"Und wir haben hier definitiv zu wenig für ein Schlaflager! Schon gar nicht für eine Schwangere!"
Ich hatte Phoebe bereits meine Jacke und meine Socken überlassen, denn sie war auch nur im Nachthemd hier angekommen!
"Was ist mit dem Doktor?! Können wir ihn nicht irgendwie kontaktieren? Er kann uns zurück beamen."
Und danach ein paar Torpedos auf diesen Bunker abfeuern!


Kathryn
Ich unterdrückte ein resigniertes Seufzen.
"Tun Sie Ihr Bestes, Lieutenant."
Mein Blick glitt konzentriert über unser Verlies. Es musste doch eine Möglichkeit geben, hier raus zu kommen. Irgendwie!
"Wir können nur hoffen, dass der Doktor auf der Voyager ist und sich um die Kinder und vielleicht unsere Rettung kümmert. Aber darauf bauen können wir nicht."
Glücklicherweise war Naomi schon alt genug, um sich selbst zu versorgen. Und sie würde sich um Aru, Miral und Kara kümmern. Im Moment hatten wir genügend Probleme!
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