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He loves me

von DaeJay92
GeschichteLiebesgeschichte, Erotik / P16 / MaleSlash
Daesung T.O.P
02.05.2021
22.07.2021
4
19.645
 
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22.07.2021 4.822
 
He love´s me… - BigBang-FF (TOPDae)
4. Kapitel – Seung Hyun

„Hi“, begrüßt mich Young Bae, als ich vor seiner Wohnungstür ankam.
„Komm rein. Die Schuhe kannst du ruhig anlassen“, fügt er hinzu, als ich mich meiner Lederjacke entledige.
„Hey Oppa“, lächelte mir auch Eun Min entgegen, die mit Homie im Arm zu uns stieß.
Ich grüßte sie lächelnd zurück und rubbelte zärtlich über Homies Kopf. Young Bae hängt meine Jacke an der Garderobe auf und führt mich anschließend in das Wohnzimmer.
„Möchtest du was trinken?“, fragte er mich, aber dankend lehnte ich ab.
„Danke, aber ich bleibe nicht lange“, sagte ich und ließ mich auf ihre Couch fallen.
Young Bae setzt sich neben mich und überließ Eun Min gentlemanlike den Sessel. Homie setzt sie dabei auf den Boden ab, der zum Fernsehen rübertapste und es sich in seinem davorliegenden Hundekorb bequemte.
„Und?“, wandte ich mich sogleich lächelnd an Eun Min, „warst du YB etwa tatsächlich böse wegen unseres spontanen nächtlichen Austritts?“
Sie schmunzelte.
„Natürlich nicht“, behauptet sie und zwinkert ihrem Mann dabei versöhnlich zu.
„Ich wollte ihn nur ein wenig auf den Arm nehmen.“
„Rache ist bekanntlich süß“, schmunzelt Young Bae zurück, was Eun Mins Schmunzeln weiter ausdehnte.
„Ich kann´s kaum erwarten!“
Ich selbst blickte amüsiert auf die Knie. Die Zwei sind schon ein süßes Pärchen. Ganz gleich, in welche Situationen sie auch geraten, sie schafften es immer, dass andere für sie erröten. Schon seit die beiden sich kennengelernt und sich ineinander verliebt haben, führen sie eine eher lockere und offene Beziehung. Nie nahmen sie ein Blatt vor den Mund oder schämen sich für Wahrheiten, die keiner hören wollte. Sie passen wirklich gut zusammen, auch wenn einige Taeyang-Fans das anders sehen. Aber so ist das nunmal!  Als ich mit Hye Na zusammen war, wurde sie von sämtlichen Fans und auch von der Presse fertiggemacht, weil sie eine heimatlose Waise war und nichts auf die Kette bekommen hätte, wäre ich nicht so gutmütig gewesen. Dass ich mich damals wirklich in sie verliebt habe, sah keiner, selbst Hye Na nicht, obwohl sie meine Liebe zu ihr auf Knien und Händen dankbar sein müsste. Aber natürlich kam ihr das nicht in den Sinn! Für sie war es selbstverständlich, dass ich ihre Suppe mitauslöffelte. Und das Ergebnis sah ich vor zwei Monaten im Schlafzimmer meiner Wohnung… Innerlich schüttelte ich den Gedanken an sie fort, immerhin wollte ich unseren heutigen freien Tag positiv durchleben. Ich blickte zu Young Bae auf.
„Hast du eine Ahnung, wann wir morgen wieder im YG sein müssen?“, begann ich ein neues Gesprächsthema, worauf er mich ahnungslos ansieht.
„Nö, sorry. Aber ich nehme mal an, so wie immer, also um Neun“, vermutet er nach kurzem Überlegen und ich seufzte.
„Das heißt dann mal wohl für morgen Früh kein entspanntes Ausschlafen! Es sei denn, Ji Yong meldet sich wieder über die Gruppe.“
„Hoffentlich nicht“, gab Young Bae genervt an.
„Ich mein, da versucht man über ernste Themen zu diskutieren und was kommt? Dumme Kommentare! Ist dir das mit Seungri aufgefallen?“
„Du kennst ihn doch“, schüttel ich grinsend den Kopf und legte ihn anschließend gewissenhaft zur Seite.
„Aber wenn du dich ständig von ihm provozieren lässt, musst du dich auch nicht wundern.“
„Das sage ich ihm auch ständig, vielen Dank, Oppa“, schritt Eun Min plötzlich ein, noch ehe Young Bae echauffierend zu Wort kam.
Jetzt sah er sie schmollend an, aber sie ging nicht darauf ein.
„Du brauchst gar nicht so zu gucken! Ich habe dir oft genug meine Meinung zu euer beiden bescheuerten Hahnenkämpfe gesagt. Wenn dir nicht das Interesse steht, auf deine Frau zu hören, dann vielleicht auf einen deiner Bandmitglieder. Oder du lässt Seungri einfach seine Sprüche klopfen und du lebst damit. Deine Entscheidung.“
Genau DAS meine ich. Wenn einer von beiden erst in Fahrt ist, jemanden die Meinung offenkundig zu geigen, verschlägt es nicht nur dem Angesprochenen die Sprache, nein, ICH musste schon wieder peinlich berührt wegsehen! Vielleicht sollte ich einfach wieder gehen und die beiden sich ausreden lassen. Scheint nämlich ganz so, als hätten sie sich doch nicht versöhnt… Rasch stand ich auf, was die beiden auf den Boden der Tatsachen zurückbrachte und erschrocken zu mir aufsahen. Selbst der kleine Boxer hob träge den Kopf in meine Richtung, ehe er aufschnaubte und ihn wieder auf seine überkreuzten Pfoten sinken ließ. Entschuldigend lächelte ich das Pärchen an.
„Verzeiht meine Hast, aber ich muss noch zu einem Supermarkt. Kannst du mir meine Sachen geben, YB?!“, wandte ich mich direkt an den erstaunten Leaddancer, der noch ein bisschen brauchte, um meine gesagten Worte zu verstehen.
Anschließend stellte er sich ebenfalls nickend auf und aus dem Wohnzimmer. Ich selbst wurde derweil von Eun Min in den Flur mit der Garderobe begleitet, um mir meine Jacke wieder überzuziehen. Dabei sehe ich sie stirnrunzelnd an.
„Yeodong… Es ist doch alles in Ordnung zwischen euch beiden, oder?“, frage ich vorsichtig nach, woraufhin sie wieder erstaunt aufsah, sich aber schnell wieder fasste.
„Ja, ist es wirklich“, nickte sie mir lächelnd zu und umarmte mich zum Abschied.
Doch in meinen Armen flüstert sie mir zu:
„Ich habe zwar ab und zu das Gefühl, dass wir einander vorbeireden, aber eigentlich dasselbe meinen, verstehst du? Manchmal arten bei uns simple Gespräche in Streit aus, was ich eigentlich vermeiden möchte, aber das gehört wohl zum Eheleben dazu, ganz besonders, wo wir zwei stressige Jobs haben!“
„Ihr werdet es beide schon irgendwie schaffen“, flüster ich aufmunternd zurück.
„Das Schicksal hat euch zusammengeführt und ich glaube nicht, dass es euch so einfach wieder trennen wird! Für alles gibt es eine Lösung und wenn ihr Hilfe braucht, sind wir für euch da. Das weiß auch YB.“
Sie löst sich aus der Umarmung und lächelt mich dankbar an.
„Ja, und das schätze ich sehr, danke.“
In dem Moment kam Young Bae aus ihrem gemeinsam Schlafzimmer und lief, mit einer vollen Plastiktüte auf uns zu.
„Hier, bitteschön. Ich hoffe, so ist es okay“, sagte er und reicht mir die Tüte.
Nickend nahm ich sie entgegen.
„Wird schon reichen, danke“, sagte ich und öffnete die Wohnungstür.
„Also dann. Vielen Dank für eure kurze Gastfreundschaft und dass ihr meine Klamotten aufbewahrt habt. Macht euch noch einen schönen Tag und wir sehen uns morgen, YB.“
„Das werden wir garantiert, wenn Ji Yong heute den ganzen Tag durchschläft und um drei Uhr morgens tiptop auf den Beinen sein wird“, lachte er jetzt und ich grinste zurück.
„Um Himmels Willen, das hoffe ich doch nicht“, sagte ich, winkte ihm nochmal zu und verließ ihre Wohnung.
Während ich auf ihren Aufzug warte, dachte ich an das kurze Gespräch mit Eun Min zurück. Die beiden steckten in im Moment also in der allbekannten Ehekrise. Auf offener Straße hätte ich es ihnen niemals angesehen. Doch ihr Geheimnis ist, nicht nur offen mit der Wahrheit zu kommen, sondern sie auch noch gut zu verbergen! Als Musiker und als Model muss man durchaus auch schauspielerische Kenntnisse vorweisen können, das ist mir selbst, Dank meiner eigenen Schauspielkarriere, klar geworden! Der Aufzug kam mit einem leisen „Pling“ und ich bestieg ihn, drückte den Knopf für das Erdgeschoss. So. Was mach ich jetzt? Wozu habe ich Lust? Ich habe Young Bae zwar gesagt, dass ich noch einkaufen gehen wollte, aber ehrlich gesagt war das nur eine Ausrede, damit sie allein sein konnten. Nach allem, was ich so anfänglich zwischen den beiden mitbekommen habe, ist das nur gut so. Außerdem habe ich mir zwischenzeitlich überlegt, erst morgen nach der Arbeit einkaufen zu gehen. Das, was ich noch zu Hause habe, reicht locker für heute und morgen aus. Und sogleich nach Hause gehen möchte ich noch nicht! Da ich es mir schon selbst vorausgesagt habe, dass sich etwas an meinem Vorhaben ändern wird, gehe ich zunächst ein Stückchen die Straße entlang und überlege mir, was ich machen könnte. Doch ehrlich gesagt brauchte ich dafür nicht allzulange. Mir ist es egal, ob er mich heute sehen wollte oder nicht, mein neuer Weg war bereits beschlossene Sache. Bis ich bei ihm bin, hätte ich wohl einen ausgedehnten Spaziergang hinter mich, aber ich verzichte heute freiwillig auf die öffentlichen Verkehrsmittel. Dabei sollte mir eigentlich klar sein, dass, wenn man in der Öffentlichkeit eine weltbekannte Person ist und augenblicklich erkannt wird, man binnen eines Wimpernschlags von einer Sasaengtraube ummantelt wird! Ja, eigentlich…

Dae Sung
„Min Jo! Was eine Überraschung“, staunte ich, als ich meine sturmklingelnde Wohnungstür öffnete.
Sie zog einen beleidigten Schmollmund.
„Es wäre überhaupt keine Überraschung geworden, wenn du mir eine SMS geschickt hättest, wie du es gestern versprochen hattest“, sagte sie und ich biss mir auf die Lippen.
Mist, wusste ich doch, dass ich was vergessen habe! Ich riss mich zusammen.
„Tut mir leid, Süße, aber gestern stand ich irgendwie neben mir. Ji Yong hat mir meine gestrige Verspätung ziemlich übel genommen und nach der Arbeit sind wir spontan noch in ein Club gegangen und...“
„Du hast dich gestern also betrunken, toll! Hast du denn irgendwann Mal dazwischen versucht, Seung Hyuns Gunst zu gewinnen?“, schmollt sie weiter, nachdem sie es sich einfach mit Schuhen und Jacke im Wohnzimmer bequem gemacht hat.
Schwerfällig ließ ich mich neben sie fallen. Dass ich nur eine Jogginghose trug, schien sie nicht sonderlich zu stören. Bedauernd schüttelte ich den Kopf.
„Nein, zumindest nicht mit Absicht. Wie gesagt, ich stand gestern ziemlich neben mir. Vielleicht habe ich was gemacht, vielleicht auch nicht, ich weiß nur, dass ich mich in seiner Nähe immer wie ein verliebtes Schulmädchen aufführe! Und...“
Lippebeißend sehe ich ihn an. Sie selbst hob eine Augenbraue, eine stille Aufforderung für mich mit meinem Bericht fortzufahren. Ich seufzte.
„Ehrlich gesagt hat er mich den ganzen Tag bohrend angesehen und mich gestern Abend nach der Party nach Hause begleitet, nachdem seine Ex aufgetaucht ist“, fasste ich zusammen, woraufhin sie verwundert die Augen aufriss.
„Seine Ex ist aufgetaucht? O je! Ist denn alles gut gegangen? Du bist doch nicht ausgerastet, oder?“
„Beinahe schon“, gab ich zu und senkte traurig den Blick.
„Aber Seung Hyun hat mir unbewusst Kraft verliehen, Ruhe zu bewahren. Anschließend habe ich seine Hand ergriffen und bin mit ihm aus dem Club gegangen. Wir haben uns nur kurz darüber unterhalten, ehe er mich nach Hause begleitet hat.“
Min Jo schüttelt grinsend den Kopf.
„Kaum zu glauben, dass er sich einfach von dir aus dem Club hat ziehen lassen. Ich mein, das ist ein gutes Zeichen, Dae Sung! Wäre Seung Hyun jemand anderes gewesen, wäre er vermutlich nicht so erfreut, dass ihn ein Mann einfach so an der Hand packt, oder nicht?“
Ich antworte darauf nichts, stimmte ihr aber zu. Aber Seung Hyun ist nunmal niemand anderer als Seung Hyun! Ob er nun schwul ist oder nicht ist nicht von Bedeutung, so lange er ein guter Freund bleibt! Und wenn er zu dem bestimmenden Händegriff ein Problem gehabt hätte, dann hätte er es mir doch gesagt! Aber das hat er nicht… Ich lächelte meinem Überraschungsgast besonnen zu.
„Also gut, kommen wir jetzt zu dir. Was führt dich eigentlich her?“
Augenblicklich macht sie ein bedrücktes Gesicht und ich wusste sofort Bescheid. Es geht um die baldige Hochzeit zwischen ihr und diesem Knilch aus der anderen Cateringfirma. Ich lege ihr mitfühlend eine Hand aufs Knie.
„Was ist los? Erzähl mir alles“, bat ich sie ruhig und mit einem kleinen, vorsichtigen Lächeln.
Unwohl verzog sie das Gesicht und zerknetet den Saum ihres Shirts.
„Das Datum steht schon fest, wann ich den Erben des befreundeten Caterings heiraten soll. In ungefähr zweieinhalb Monaten soll es passieren, also am vierten November. Ich… kann einfach nicht mehr!“
Währenddessen sie mir ihr Herz ausschüttet, nehme ich sie in den Arm.
„Deine Mutter lässt sich genauso gut von deinem Vater dominieren wie du, das ist dir doch bewusst, oder?“
„Natürlich ist es das“, schluchzt sie weiter.
„Und ich weiß auch, dass wir gemeinsam gegen seine Dominanz agieren müssen, aber ich pralle immer wieder gegen eine Mauer! ´Es ist zu deinem Besten´, behauptet sie, ´Lern ihn doch erstmal kennen, dafür hast du noch genug Zeit, vielleicht ist er doch nicht so übel, bla, bla...´! Als ob ich nicht selbst wüsste, dass er in Ordnung ist. Aber ich liebe ihn nunmal nicht und ich denke auch nicht, dass sich in den nächsten zweieinhalb Monaten irgendetwas in dem Bezug ändern wird.“
„Und was ist mit ihm?“, lächelte ich versöhnlich und sie sah auf.
Sie schluckte, richtet sich wieder auf und wischt sich die letzten Tränen weg.
„Ehrlich gesagt weiß ich das nicht, aber das werde ich heute herausfinden. Ich treffe mich nämlich mit ihm“, offenbarte sie mir und jetzt riss ich erstaunt die Augen auf.
„Ihr habt euch verabredet? Aber doch hoffentlich nicht zu einem Candlelight-Dinner, oder?“
Sie verpasste mir einen Schulterhieb, schmunzelte aber wieder.
„Quatschkopf. Natürlich nicht. Ich mein, vielleicht denken unsere Eltern, dass wir ein Date haben, aber er hatte vorgeschlagen, dass wir uns besser in Bewegung halten, wenn wir über uns reden. Also geht es gleich auf Wanderschaft in den Wald“, erläutert sie und ich runzelte die Stirn.
„Ich hoffe für dich, dass du Recht behältst und er in Ordnung ist, denn mir persönlich käme ein Wald nicht als Erstes in den Sinn, wenn ich über meine baldigen Hochzeitspläne reden will. Pass bitte auf dich auf und sei vor Anbruch der Dunkelheit bitte schon lange aus diesem Wald raus, okay?“, bat ich sie besorgt und jetzt lächelt sie.
„Keine Sorge, das werde ich, versprochen. Und sollte er doch nicht seine Finger von mir lassen können, du weißt ja: Ich habe den schwarzen Gürtel!“
„Na, hoffentlich reicht das auch“, lächelte ich nicht besonders überzeugt, woraufhin sie nickte.
„Jetzt, wo wir über unsere beiden Probleme gesprochen haben und ich selbst gleich versuchen werde etwas gegen meine baldige Hochzeit zu unternehmen, was hältst du davon, wenn ich dir mit Seung Hyun helfe?“, schlug sie nun vor und mein Lächeln fror ein.
„Und was genau hast du im Sinn?“, fragte ich vorsichtig nach und sie grinste verschmitzt.
„Stay easy! Dich mit ihm in ein Candlelight-Dinner zu stecken, wäre ebenfalls noch zu früh. Aber was hältst du davon, beim nächsten Mal etwas mehr die Initiative zu ergreifen? Und damit meine ich mehr mit ihm zu flirten, ihn öfters zu berühren- und wehe du kneifst den Schwanz ein! Ich weiß, dass du das kannst! Immerhin hast du mir bei unserem letzten Telefongespräch gesagt, dass du es ihm endlich sagen willst. Also tu es gefälligst auch!“
„Jaaa...“, gab ich gequält zu und raufte mir, an der Couchkante vornübergebeugt, das Haar.
„Du hast ja Recht. Und ich will das auch wirklich. Aber manchmal fehlt mir der perfekte Ansatz dazu, gar der Mumm!“
Ich spürte ihre Hand, die über meinen gebeugten Rücken strich und traurig lächelnd blickte ich auf.
„Es macht mich genauso fertig wie dich, wenn ich es nicht schaffe über meinen eigenen Schatten zu springen. Wo du Angst hast diesen Knilch heiraten zu müssen, ist es bei mir Seung Hyun an wen anderen zu verlieren. Dabei würde ich es nicht mehr ertragen können ihn wieder mit jemanden zu sehen, der ihn nur ausnutzt und hintergeht! Er hat das nicht verdient...“
„Nein, das hat er nicht“, gibt sie mir kopfschüttelnd Recht.
„Und deswegen wirst du beim nächsten Mal auf jeden Fall über deinen Schatten springen! Er hat es nämlich genauso wenig verdient, noch länger von dir belogen zu werden.“
Tief seufzend blickte ich wieder auf meine Knie. Sie hat schon wieder Recht. Aber ich bin deswegen froh sie zu haben. Weil sie die von mir verleugnete Wahrheit jeden Tag vor Augen führt! Ich liebe sie dafür! Ich richte mich wieder auf und sehe sie lächelnd an.
„Danke für deine Stütze, Min Jo. Gerne bin ich sie auch für dich, wenn du dich mit diesem Typen triffst, aber ich denke es ist besser, wenn ihr euch unter vier Augen austauscht. Aber du gibst mir Bescheid, wie es gelaufen ist, okay?“
Sie nickt.
„Das werde ich. Rechne aber nicht damit, dass ich es sofort tue. Ich werde morgen wohl den gesamten Tag brauchen, um über das heutige Gespräch nachzudenken. Zumal du mich mit deinen Infos ja auch einen Tag lang hast warten lassen“, neckte sie mich zum Schluss, woraufhin ich nur grinsend den Kopf schüttelte.
„Schreib mir oder ruf mich an wann du kannst, das werde ich beim nächsten Mal ganz bestimmt auch tun“, behaupte ich und sie schmunzelt.
„Aber natürlich.“
Damit steht sie auf und greift nach ihren Sachen.
„Dann sollte ich mich so langsam auf den Weg machen. Vielen Dank für dein Ohr und deine Fürsorge.“
„Das ist doch selbstverständlich“, lächelte ich sanft und begleite sie bis zu meiner Wohnungstür.
Sie umarmt mich noch einmal, das ich herzlichst erwiderte.
„Ich bin so froh dich zu haben, Oppa“, murmelt sie plötzlich in mein Ohr, was mich kurz staunen und anschließend breit lächeln lässt.
Zärtlich strich ich ihr über den Rücken, ehe wir die Umarmung auflösten. Min Jo lächelt und winkte zum Schluss, ehe sie ging. SO schnell der Abschied auch war, ihre neu aufkeimenden Tränen habe ich dennoch gesehen. Doch wenn ich ehrlich bin, ist mir selbst gerade zum Heulen! Wie genau gestehe ich Seung Hyun, dass er mein Herz bereits seit über zehn Jahren besitzt und ich nach dem seinen so sehr lechze?
~ * ~

Soeben bin ich dabei mir selbst etwas zu Essen zu kochen, als es wieder an der Tür klingelte. Stirnrunzelnd legte ich den Nudelschöpfer beiseite und eilte zur Wohnungstür. Wer kann das denn jetzt noch sein? Vielleicht wieder Min Jo? Obwohl, sie ist ja kaum eine halbe Stunde weg! Vielleicht bekam sie Muffesausen?! Aber mich mit Seung Hyun aufbauen und selbst hinschmeißen? Nein, so ist sie nicht! Aber wer könnte es denn dann sein? Einer meiner Nachbarn? Yang Hyun Suk persönlich, der nur mal nach dem Rechten sehen wollte? Ein Klingelstreich? Doch gerade, als ich nach der Sprechanlage greifen wollte, klopfte es an meiner Wohnungstür. Überrascht blickte ich auf und sehe durch den Spion. Was… Was macht er denn hier?! Augenblicklich entriegelte ich die Tür und riss sie auf.
„Hyeong?! Was machst du denn hier?“, rief ich, noch bevor er irgendwie reagieren konnte.
Zunächst blickte er mich erschrocken an. Doch schließlich schnaubt er belustigt auf.
„Oh, hey, was geht denn so? Freut mich auch dich zu sehen“, schmunzelt Seung Hyun, was mir einen Ruck gab und ich mich zusammenriss.
„Ich… N-Nein, i-ich meine k-klar, ich mich auch! Es ist nur… hhh… Min Jo hat mich heute auch überraschend besucht. Da dachte ich, dass somit das Pensum an Überraschungen gefüllt wäre!“
Erstaunt hob er eine Augenbraue.
„Min Jo war hier? Aber warum ist sie dann wieder gegangen?“
„Sie hat gesagt, sie müsse sich mit ihren sogenannten Verlobten treffen, um mit ihm zu besprechen die Hochzeit abzusagen. Sie hofft, dass ihre beiden Eltern Vernunft zeigen, wenn er es ihnen sagt“, antworte ich automatisch und er seufzt.
„Mensch, die Süße braucht etwas mehr Selbstvertrauen“, sagt er und spricht mir dadurch von der Seele.
„Wenn der Typ, den sie heiraten soll, ein Arsch ist, dann sollte sie ihn direkt ins Jenseits schicken!“
„Ja, so ungefähr habe ich versucht es ihr auch klar zu machen, aber sie meint, dass man mit ihm zumindest vernünftig reden kann“, gebe ich Min Jos Worte wieder.
„Sie ist sich zwar nicht sicher, ob er nun Gefühle für sie hat, aber sie weiß, dass er ein Verbündeter ist.“
„Hoffen wir mal auf das Beste“, stimmte Seung Hyun mir zu, ehe wir beide uns stillschweigend anstarrten.
Doch dann konnte ich mir die Frage einfach nicht verkneifen:
„Wie bist du ins Haus gelangt?“
Er zuckte mit den Schultern.
„Irgendeiner deiner Nachbarn hat die Haustür offen gelassen. Keine Sorge, ich habe sie wieder geschlossen“, beruhigte er mich, weil ich etwas sagen wollte.
Ich sagte es trotzdem.
„Ich mach mir keine Sorgen, dass irgendwer Fremdes ins Gebäude gekommen wäre, sondern um meine ältere Nachbarin Frau Ri, die an Alzheimer leidet. Vermutlich hatte sie den Müll weggeräumt oder ist mit ihren beiden Spitzrüden spazieren gegangen und hat vergessen die Tür zu schließen. Der Hausmeister wollte schon letzte Woche vorbeikommen und die Tür reparieren, sodass sie sich wieder automatisch schließen kann.“
„Und warum nimmst du dann kein Schraubenschlüssel zur Hand und machst das selbst?“, schmunzelt er wieder, was ich erwiderte.
„Vermutlich wäre das einigen meiner Nachbarn wohl recht, wenn sich eine Prominentheit auch mal handwerklich betätigt“, sagte ich und er lacht leise.
Da bemerke ich erst jetzt, dass wir uns noch immer zwischen Tür und Angel befinden und wollte ihn soeben reinbitten, da fing er plötzlich an zu stottern.
„Ich… Nun, ich habe mir überlegt, dass wir gemeinsam einen Kaffee trinken können, was du mir in Kakao Talk vorgeschlagen hast. Und, nun ja, wenn du nichts dagegen hast, könnten wir heute den restlichen Tag zusammen verbringen, mit Filme gucken oder so...“
Ich starrte ihn an. Habe ich hier wirklich den, also auch meinen Seung Hyun vor mir? Ich bin mir nämlich absolut sicher, dass ich ihn bisher noch nie stottern gehört habe! Mein Blut fing zu kochen an und ich wusste nur zu gut, dass ich wieder errötet bin.
„D-Das klingt nett. Aber komm doch erstmal rein“, bat ich ihn mit einer fahrigen Armbewegung ins Innere meiner Wohnung.
„Ich habe auch gerade etwas auf dem Herd stehen. Wenn du willst, kannst du mitessen.“
Er nickte nur und trat ein. Flink schloss ich die Tür hinter ihm und eilte zurück in die Küche. Ich brauchte ihn nicht mehr einzuweisen, was er in meiner Wohnung zu tun und zu lassen hat, bei keinen meiner Freunde. Sie sind bei mir genauso gut zu Hause wie ich bei ihnen. Während ich ich also ums Essen kümmerte und dabei Kaffee kochte, betrat er selbstbewusst die Küche.
„Hmmm, das riecht aber gut. Was gibt´s bei dir?“, lässt er fragen und ich lächelte ihm über die Schulter zu.
„Ich habe heute Heißhunger auf Spaghetti Bolognese bekommen“, antworte ich ihm und mit einem amüsierten Grinsen ließ er sich an meine Kücheninsel und auf einen Barhocker fallen.
„Duftet auf jeden Fall schon so gut wie al dente“, sagte er.
Ich nickte auf sein italienisches „fertig“.
„Ja, fast.“
„Kann ich dir noch mit was helfen?“, fragte er und ich versuchte einen plötzlich aufkeimenden Schauder zu unterdrücken.
Wenn du wüsstest, gottverdammt, wie sehr ich deine Hilfe bei was brauche, dachte ich mir mit geschlossenen Augen, ehe ich den Kopf schüttelte.
„Nein, bleib ruhig sitzen, ich bin gleich fertig“, sagte ich ohne ihn anzusehen und holte dabei zwei Unterteller aus dem Hängeschrank.
Außerdem noch zwei Kaffeetassen und Besteck. Von Seung Hyun kam kein Sterbenswörtchen mehr, während ich vor meiner Arbeitsfläche hantiere, aber seine bohrenden Blicke lassen mich seine Gegenwart durchaus wissen. Wenn ich nicht so verdammt in ihn verschossen wäre, würden mir diese Blicke wohl nichts ausmachen. Aber nein, schon seine bloße Anwesenheit reicht aus, dass ich nicht einmal ruhig an einer Stelle stehen konnte! Dass mein Blut noch immer kocht und sich Schweißperlen auf meiner Stirn gebildet haben, würde ich ja liebend gern aufs Kochen schieben… Allerdings habe ich zum Ersten meinen Dampflüfter eingeschaltet und zum Zweiten das Fenster auf Kipp gestellt. Frische Luft kommt genügend in den Raum. Und dennoch ist mir warm. Mordswarm. Wegen ihm. Mal wieder. Innerlich versuchte ich mich tatkräftig zur Ordnung zu rufen und schöpfte Seung Hyun und mir ein paar Spaghetti und einen Löffel Bolognese auf die Teller. Mit den Gabeln am Tellerrand stellte ich unser Essen auf den Tresen ab. Danach bereite ich unser Kaffee zuende zu, für ihn mehr Milch als Zucker und für mich nur Milch. Anschließend wandte ich mich mit den Tassen in den Händen wieder ihm zu. Er hat noch nicht zu essen angefangen. Wie rücksichtsvoll… Langsam laufe ich auf ihn zu. Komm schon, Dae Sung, sag irgendwas! Durchbrich das Schweigen!
„A-Also, du warst heute bei YB?“
„Ja.“
Gedanklich schlug ich mir auf die Stirn. Blöde Frage, das wusstest du doch schon!
„Dann hast du deine Sachen wieder?“
„Ja.“
Tue sich vor mir bitte ein Loch auf, damit ich in ihm entschwinden kann! Ich stellte beide Kaffeetassen auf den Tisch und schob ihm seine rüber.
„Und davor warst du spazieren?“
„Ja.“
Auch das wusstest du, Jesus! Lass die dummen Fragereien und mach das, was Min Jo dir geraten hat: Flirte mit ihm! Berühre ihn! Doch anstatt auf meine innere Stimme zu hören, setzte ich mich ihm gegenüber und griff nach meiner Gabel. Drehte ein paar Nudeln auf.
„Und dann dachtest du dir, einfach mal auf einen Sprung vorbeizukommen?“
„Ja...“
Ich will mich erschießen! Was zum Henker versuchte ich da gerade? Sicherlich dachte sich Seung Hyun bereits, dass ich eine ziemlich große Klatsche weg haben musste! Besser, ich stopfe mir den Mund mit Spaghetti voll, bevor da noch mehr Unsinn rauskommt. Soeben führte ich meine Gabel zum Mund, da sprach er plötzlich los:
„Dae Sung, ich...“
Überrascht blickte ich auf. Hat er etwa gerade versucht nach meinem Arm zu greifen? Wenn ja, dann hat er es ziemlich gut umgewandelt, da er nun nach seiner Kaffeetasse greift. Doch nicht nur sein Arm lässt mich aufblicken. Dieser Ton in der Stimme… Tief und rau und bestimmend, wie ich vorher noch nie so von ihm angesprochen wurde. Beinahe hätte dieser eine Ton mich dazu gebracht vom Hocker zu springen, zu ihm zu stürmen und ihm wüst und verlangend meine Zunge in den Hals zu stecken. Doch noch so gerade eben konnte ich mich beherrschen. Er sieht mir in die Augen.
„Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, dich etwas zu fragen, das von persönlicher Natur ist.“
Ich schluckte tief und legte die Gabel mit meiner noch ersten Portion auf den Teller zurück.
„Persönliche Fragen können schonmal eigen sein, aber wir kennen uns schon ein gutes Weilchen. Stell mir deine Frage. Vielleicht weiß ich eine Antwort“, sagte ich leise und konnte mir ein ebenso leises Zittern nicht verkneifen.
Seung Hyun blickt nickend auf sein Kaffee.
„Nun gut...“
Er hob seinen Kaffee an, um für die folgende Frage konzentriert zu bleiben. Ich selbst befand dies für eine gute Idee und hebe mir die Tasse im selben Moment an den Mund, wie er die Frage stellte.
„Hast du vielleicht… irgendjemanden im Auge?“
Prompt verschluckte ich mich an dem heißen Getränk und musste mich zunächst hustend von Seung Hyun abwenden. Verdammt, was… ?! Wenn ich gewusst hätte, dass seine Frage SO persönlich ist, dann… Ja, was dann? Wie hätte ich dann reagiert? OB er somit andeuten wollte, dass er… dass er mich mag?! Wäre es gut ihn jetzt zu fragen, ob er schwul ist oder lasse ich es besser sein? Was sollich darauf nur antworten?  achdem der Husten abflaute, bewahrte ich eine gewisse Contenance. Nein. Ich denke viel zu weit hinaus. Ich spinne nur rum. Verfluchte Hormone.
„Das ist in der tat eine sehr persönliche Frage“, sagte ich leise und bedrückt und blickte errötend auf mein Essen hinab.
„Aber bevor ich sie dir beantworte, würde ich gern wissen...“
Ich sah auf, direkt in seine tiefen, mokkabraunen Augen.
„Dürfte ich dir fairerweise auch die Gegenfrage stellen?“
Genüsslich schlürfte er an seinem Kaffee.
„Dürftest du. Und ich würde dir darauf auch ehrlich antworten“, sagte er sehr ernst und ich runzelte die Stirn.
„Ach so? Und wie genau würde sie lauten?“
Unvorhersehbarerweise greife ich erneut nach meiner Kaffeetasse, um mir einen Schluck zu genehmigen. Dabei hätte ich es besser wissen müssen, bevor seine Antwort kam…
„Dass ich jemanden in Aussicht habe...“
Wieder verschluckte ich mich an dem Kaffee, fasste mich aber relativ schnell. Konnte er tatsächlich die Wahrheit meinen? Und, auch wenn ich mich nicht traue nachzufragen, wer es denn ist, bin ich schon neugierig. Ich stellte meine Kaffeetasse härter auf den Tresen ab als beabsichtigt und sehe ihn gespannt und angespannt an.
„Höre ich da etwas ein Aber heraus, Hyeong? Gibt es ein Problem deiner Auserwählten?“
Es war ganz automatisch, dass ich ihn für hetero halte, denn immerhin ist mir noch kein Beweis untergekommen, dass er auf Männer stehen könnte. Und er scheint sich auch nicht sonderlich daran zu stören, als er mir antwortet:
„Ja. Es gibt da jemanden, auf den ich ein Auge geworfen habe, aber ich bin mir nicht sicher, was diese Person über mich denkt.“
Ich schüttelte verwirrt den Kopf.
„Wie meinst du das?“, wollte ich wissen, wobei er seine Tasse abstellte und ebenfalls nach der Gabel greift.
„Ist das nicht offensichtlich?“, zwinkert er mir zu und ich schluckte.
Himmel… Flirtet er etwa mit mir?!
„Ich bin dabei mich in jemanden zu verlieben, weiß aber nicht, ob ich die Gefühle von demjenigen erwidert bekomme und stecke somit in einem Haufen von Fragen und Selbstzweifel fest, weswegen ich von dir wissen möchte, ob du mir als Freund einen Tipp geben kannst, wie ich der Person näher kommen kann.“
Er schob sich seine erste Portion Spaghetti in den Mund und sah mich grinsend und kauend an. Doch ich selbst starrte bloß mit offenem Mund zurück. Seung Hyun ist… d-dabei sich zu… v-verlieben?! ABER IN WEN?! Mir fällt jetzt erst auf, dass er geschlechtsneutral blieb. Also könnte er womöglich doch schwul sein und das Theater mit Hye Na war nur eine Farce? Hoffentlich! Hhh… Wieso machst du als Schicksal nur immer alles so kompliziert?!
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