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Leviathantale Writing Prompts 2021

GeschichteHumor, Familie / P16 / Mix
OC (Own Character) Sans
02.05.2021
31.05.2021
28
9.783
 
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03.05.2021 492
 
Die kalten Gewässer der Antarktis waren heute ruhig, dachte sich Jeremy, als er sich gegen die Reling ihres kleinen Fischerbootes lehnte, eine glühende Zigarette in der Hand. Trotz des harten Wetters genoss er es hier draußen auf offener See. Es hatte einfach etwas für sich, die Wellen und Tiere direkt vor Ort zu sehen. Aber sein Frieden hielt auch nicht lange, hatte der Käpt’n den Befehl zum Einholen des Netzes gegeben. Seufzend drückte Jeremy also die Zigarette aus und machte sich zurück an die Arbeit.

Viele Fische holten sie heute aus dem Meer, viel mehr als normalerweise an dieser Stelle waren. Aber niemand beschwerte sich. So hatten sie viel schneller ihre benötigte Menge zusammen. Bloß noch ein Netz und dann könnten sie heim. Aber natürlich konnte  es nicht so sein. Bei all dem Glück, das sie heute hatten, hätten sie Ärger voraussehen sollen. Andererseits war der Ärger, den sie erwarteten, so viel geringer als der, den sie bekamen.

Alles begann mit einem Baby. Ironisch wie die meisten Probleme mit Babys begannen.

Es war ihr letztes Netz für den Tag. Anfangs war auch nichts schlimmeres dabei. Das heißt, bis sie das Leopardenrobbenbaby unter den Fischen begraben fanden. Es lag fast zufrieden da, während es mit trägen Bewegungen den Fisch im Maul kaute. Jeder starrte das Robbenbaby bloß an, zu überrascht von der Situation. Sobald die Überraschung jedoch nachließ, versuchten sie das Baby zu fangen. Aber irgendwie schaffte es niemand, das kleine Ding zu fangen. Jeremy schwor, das Baby schadenfreudig grinsen zu sehen. Aber das war unmöglich, richtig?

Dann, nach gefühlten Stunden, schaffte Jeremy es, das Robbenbaby zu fangen, das leicht in seinem Griff wackelte, um weg zu kommen. Aber er ließ das kleine Biest sicher nicht mehr los. Eine Jagd übers Boot war mehr als genug. „Schmeiß es wieder rein.“, sagte sein Käpt’n und Jeremy machte sich auf den Weg zur Reling. Aber bevor er das Baby wieder ins Meer lassen konnte, begann das Meer zu beben. Ein Leuchten stieg langsam aus der Tiefe hervor. Der Wellengang wurde stärker und schüttelte das Boot hin und her. Alles und Jeder wurde umhergeworfen. Jeremy versuchte dabei, das Baby nicht fallen zu lassen, aber der starke Wellengang und das Wackeln des Babys machten es unmöglich. Somit rutschte es aus seinem Griff. Das einzig Positive daran war, dass es ins Wasser fiel. Und kurz darauf war das Meer ruhig und das Leuchten weg. Danach waren sie so schnell weg wie es ging.

Jahre später, als Jeremy wieder auf See war, diesmal als Käpt’n seines eigenen Fischerbootes, sah er etwas. Auf einer Eisscholle lag eine Leopardenrobbe. Normalerweise würde er dem keine Beachtung schenken. Aber sobald sich sein Skelettoberkörper zu ihm drehte und ihm dieses schadenfreudige Grinsen schenkte, wusste Jeremy es. Das war das Baby von vor so vielen Jahren. Nachdem er dies realisierte, tauchte das Skelettwesen ab und mit dem Wesen verschwand auch das sanfte Leuchten, das bis dahin unter der Eisscholle hervorschaute.
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