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Alex‘ Albtraum

GeschichteAngst, Schmerz/Trost / P12 / Mix
Alex Fierro Magnus Chase
01.05.2021
07.05.2021
4
2.019
1
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04.05.2021 496
 
„Plötzlich bekam ich einen Schlag ins Gesicht. Um mich herum begannen die Dinge zu verschmelzen und wieder auseinander zu driften. Ich sah Gesichter, fiese Fratzen, Mitschüler aus der Klasse und wurde in der Gruppe herumgeschubst. Ich verstand nicht was los war und immer wieder schlug jemand nach mir, ohne dass ich ausweichen konnte, es ging irgendwie einfach nicht. Ich hörte Worte, die ich nicht verstand, aber ich weiß, dass es grausame Dinge waren, Beleidigungen und Verwünschungen. Sie verurteilten mich."
Alex atmet intensiv ein und aus. Okay. War das jetzt schon das Ende vom Traum? Ich traue mich nicht Alex zu fragen, aber dann spricht sie weiter.
„Ich erinnerte mich, dass ich eine Schultasche hatte und in dem Moment rissen sie sie fort und traten darauf. Dann verschwand die Tasche im Nirgendwo. Wieder beschimpften die Schüler mich, sagten ich sei abnormal." Alex pausiert wieder. „An solche Kommentare sollte ich mich ja eigentlich gewöhnt haben, aber in diesem Traum hat es mich so richtig hart erwischt. Und es wurde noch schlimmer."
Alex schüttelt sich und macht ein Geräusch des Ekels. Bevor sie weitersprechen kann, ziehe ich sie an mich und halte sie fest. Die nächsten Sekunden der Ruhe, entspannen sie spürbar. Aber als sie fortfahren will, verspannt ihr Körper sich sofort wieder.
„Zusätzlich zu den Schlägen, Tritten und Verwünschungen, fassten sie mich an. Sie begrabschten mich. Überall. Da wo man niemanden ungefragt anfassen sollte. Und ich konnte nichts dagegen tun. Ich war wie gelähmt."
Alex' Stimme bricht. Oh man, wieso hab ich sie dazu genötigt, mir davon zu erzählen? Jetzt wünschte ich, ich könnte es rückgängig machen. Das ist echt ein harter Traum. Und dann basiert er noch auf realen Erfahrungen. Ich wünschte ich könnte irgendwas tun um zu helfen. Aber gegen einen Traum kann ich nichts tun. Ich kann nur für sie da sein.
„Ich versuchte mich zu schützen, machte mich ganz klein, rollte mich zusammen, wollte verschwinden. Ich erinnerte mich an meine Fähigkeiten, aber ich konnte sie nicht nutzen, ich war zu aufgewühlt, konnte mich nicht konzentrieren. Dann haben sie mich wieder getreten. Es war laut, grauenhaftes Gegröle und Gejohle überall. Ich hatte das Gefühl mein Kopf würde platzen und dann war es plötzlich still. Gefährlich still. Ich spürte in jeder Fasser, dass da noch was kommt."
Verdammt ist das ein langer Traum. Wie kann man davon nicht aufwachen? Wie kann man dass so lange ertragen? Alex, du musst eine unglaubliche mentale Stärke haben.
„Ich hörte kichern, dann ein kehliges Geräusch über mir. Etwas nasses berührte meinen Arm und lief bis zu meiner Hand hinunter."
Ein Schauder des Ekels springt von Alex auf mich über.
„Da schäumte eine unglaubliche Wut in mir auf ... und trotzdem konnte ich nichts tun. Ich hörte lautes Lachen, ihren Hohn. Ich wünschte, ich könnte verschwinden, mich in Luft auflösen oder einfach sterben."
Wäre das nicht so eine tragische Geschichte, wäre dieser letzte Abschnitt irgendwie lustig, schießt ein Gedanke durch meinen Kopf.
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