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Unter der Sonne Harads

von Saturday
GeschichteKrimi, Erotik / P18 / MaleSlash
Legolas OC (Own Character)
29.04.2021
23.07.2021
7
26.545
6
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29.04.2021 2.625
 
1. Kapitel

Ankunft in Harad




Es war eine sengende, niederdrückende Hitze, die Legolas entgegenschlug, als er den Pier von Umbar betrat. Die gleißende Sonne stand hoch am wolkenlosen Himmel und brannte erbarmungslos auf die Hafenanlage nieder, ohne auf die schwer schuftenden Arbeiter Rücksicht zunehmen, welche mit nackten Oberkörpern in der Hitze ihr Handwerk verrichteten. Eine sanfte Brise fegte über den Pier hinweg, doch selbst der Wind war so lau, dass er gegen die Hitze nichts ausrichten konnte.
Trotz seiner elbischen Unempfindlichkeit brauchte Legolas einen Augenblick, bis sich seine Augen vollständig an die gleißende Helligkeit gewöhnt hatten und die Welt um ihn herum wieder klarere Konturen annahm. Leichtfüßig schritt er über die morschen Planken des Steges, welcher selbst unter seinen federnden Schritten bedenklich zu ächzen begann, während das trübe Hafenwasser in sanften Wellen gegen die Pfähle platschte. Ein paar Stege weiter hatte gerade ein Kutter mit frisch gefangenem Fisch angelegt, dicht gefolgt von einer ganzen Schar Möwen, welche sich nun lautstark bemerkbar machten und über dem Fischkutter ihre Kreise zogen.
Dem geschäftigen Treiben um sich herum keinerlei Beachtung schenkend, setzte Legolas seinen Weg über den Anlegesteg fort, an dessen Ende er zwei schimmernde Gestalten in rot und gold erkennen konnte. Sie waren in hell- und dunkelrotes Leinen gehüllt und trugen leichte Brustharnische aus braunem Leder mit vergoldeten Platten, die hell im Schein der Sonne erstrahlten. Ihre Haut war gebräunt, ihr dickes, schwarzes Haar kurz geschnitten und ihre Blicke so ernst und stoisch auf die Anlegestelle gerichtet, dass Legolas trotz der Hitze ein frostiger Schauer über den Rücken lief. Die sengende Hitze schien den beiden Soldaten nichts auszumachen, denn nicht einmal eine einzelne Schweißperle rann von der Stirn der Männer hinab, welche vielleicht schon seit Stunden in der Sonne standen und auf ihre Ankunft warteten.
Ganz anderes verhielt es sich dagegen mit Thandorn, dessen haselnussbraunes Haar ihm bereits jetzt in schweißnassen Strähnen in der Stirn klebte, während er mit ungeschickten Schritten hinter Legolas herstolperte und dabei einen ausgesprochen unschicklichen Anblick bot. Der junge Fürstensohn aus Lamedon war gerade erst sechzehn geworden und sollte Legolas, auf Wunsch seines Vaters hin, während der Reise als Gehilfe dienen. Um – wie sein Vater zu sagen pflegte – sich in diplomatischen Geschicken zu üben und ein wenig Weltkenntnis zu erlangen. Doch auch wenn der Junge eine treue Seele und stets strebsam und fleißig war, war er doch auch furchtbar ungeschickt und schaffte es nur selten, seine Gedanken beisammen zu halten. Trotz allem hatte Legolas nicht anders gekonnt, als den Jungen in sein Herz zu schließen und wenngleich er ihm zumeist ein wahrlich furchtbarer Gehilfe war, schätzte der Elb die Gesellschaft des jungen Mannes doch sehr.
Mit ein paar letzten raschen Schritten erreichte Legolas schließlich das Ende des Steges und die wartenden Soldaten, welche beharrlich in der Sonne ausgeharrt hatten und nun ihre ausdruckslosen Augen auf ihn richteten.
Legolas deutete eine leichte Verbeugung an und bedeutete Thandorn es ihm gleich zu tun, als er merkte, dass der Jungen, statt die Haradrim angemessen zu grüßen, in der Gegend herumstarrte und überwältigt das Hafentreiben bestaunte. Hastig neigte auch Thandorn sein Haupt vor den Kriegern, wobei ihm beinahe einige Gegenstände aus der überfüllten Kiste herausgerutscht wären, die er wagemutig vor sich her balancierte.
Legolas warf dem Jungen flüchtig einen tadelnden Blick zu, ehe er zu sprechen begann.
„Prinz Legolas, aus dem Waldlandreich“, stellte Legolas sich vor, während er versuchte an der Reaktion der Männer abzulesen, ob sie seine Worte verstanden. „Ich komme im Auftrag von König Aragorn von Gondor, der nach Jahrhunderten der Feindschaft, die zwischen den Völkern des Westens und des Südens herrscht, nun bereit ist, den Haradrim ein fortdauerndes Friedensangebot zu unterbreiten.“
Legolas endete und wartete einen Moment gespannt auf die Reaktion der Soldaten, welche noch immer keinerlei Empfindung erkennen ließen. Auch Thandorn schien regelrecht die Luft angehalten zu haben und starrte die Haradrim wie gebannt an. Die zehrende Hitze, sowie das aufregende Treiben um sich herum schien er nun gänzlich vergessen zu haben.
Die wenigen Sekunden des Abwarten und Schweigens fühlten sich für die beiden Gesandten wie eine schier anhaltende Ewigkeit an, doch schließlich drehten die Krieger sich um und bedeuteten den beiden Neuankömmlingen mit einem kurzen Kopfnicken ihnen zu folgen.
Legolas und Thandorn warfen sich noch schnell einen erleichterten Blick zu, ehe sie sich daran machten, den beiden Südländern, welche mit strammen Schritten und klingenden Rüstungen über die hellen Pflastersteine der Hafenanlage marschierten, hinterher zu eilen. Es herrschte ein reges Treiben am Hafen von Umbar und es wimmelte nur so von etlichen Händlern, Arbeitern und Matrosen, die ihren Aufgaben nachgingen und sich durch das dichte Getümmel drängten.
„Komm schon Thandorn!“, rief Legolas seinem Gehilfen durch die Menge zu, während er versuchte mit den vorrausgehenden Südländern Schritt zu halten. Er musste sich größte Mühe geben, die beiden Soldaten in dem Gemenge nicht aus den Augen zu verlieren und gleichzeitig auf Thandorn Rücksicht nehmen, der scheinbar jeden anrempelte, dessen Weg er kreuzte. Zumindest kam es Legolas aufgrund von Thandorns zahlreichen gemurmelten Entschuldigungen, welche stets auf eine rüde formulierte Beschwerde folgten, so vor.
Endlich konnte Legolas eine windige Taverne als Ziel der beiden Soldaten ausmachen, auf welche sie mit einer Geradlinigkeit zusteuerten, die keinen Zweifel zuließ. Schnell sah er sich nach hinten um, um sicher zu gehen, dass er Thandorn in dem Gewühl nicht verloren hatte, doch der junge Mann kämpfte sich unermüdlich mit seiner Kisten beladen durch die Menge.
Die Haradrim hatten sich inzwischen vor dem Wirtshaus an der Seite eines schlanken Mannes postiert, der im Schatten des Gebäudes an einem Tisch saß und gelassen in einem Buch blätterte. Hin und wider streckte er seine knochige Hand nach dem metallenen Becher aus, der vor ihm auf dem Tisch stand, nippte kurz daran und stellte ihn dann wieder zurück, ohne seine Augen von dem Gelesenen abzuwenden. Er trug ein bodenlanges, blaues Gewand, das eng geschnitten war und seine schmale Statur zum Vorschein brachte; ihn in diesem eher schäbigen Ambiente jedoch ein wenig fehl am Platz wirken ließ. Sein Schädel war völlig kahl und sein Gesicht hager und ausgemergelt, sodass die dünne Haut durchscheinend über seine spitzen Knochen spannte. Seine langen, spindeligen Finger blätterten beschäftigt durch die Seiten seines Schriftwerkes und sein Blick war so nichtssagend, dass wahrscheinlich niemand zu deuten vermochte, ob ihn das Gelesene interessierte, oder er sich zu Tode langweilte.
Als Legolas und Thandorn den Tisch erreichten, hatte der Mann gerade einen weiteren Schluck aus seinem Becher genommen, während er eine neue Seite aufschlug, den Blick dabei weiterhin auf die feinen Schriftzeichen gerichtet.
Fragend sahen die beiden Neuankömmlinge sich an, unsicher, ob sie nun auf sich aufmerksam machen und so den Mann in seiner Tätigkeit stören, oder einfach abwarten sollten, bis er sich ihnen zuwandte. Legolas wollte gerade dazu ansetzen, sich höflich bemerkbar zu machen, als der hagere Südländer energisch sein Buch zuklappte und es neben seinen Becher auf den Tisch legte.
„Prinz Legolas aus den Waldlandreichen“, schnarrte eine kehlige Stimme, in welcher kaum merkbar ein haradrischer Akzent mitschwang, „der Gesandte des ruhmreichen König Aragorns, dem Erben Isildurs, Herrscher über das wiedervereinigte Königreich Gondor und Arnor; Kriegsheld, Heiland und selbsternannter Friedensstifter und vielleicht schon bald der neue Usurpator Umbars. Wenn ich die Gerüchte, die mir in letzter Zeit zu Ohren gekommen sind, richtig gedeutet habe.“ Die schneidend leise Stimme verstummte und der scharfe, durchdringende Blick des Mannes richtete sich grimmig auf Legolas und Thandorn, die etwas ratlos neben dem Tisch standen und mit fragendem Blick auf den Südländer hinab sahen.
„Es liegt keinesfalls in König Aragorns Interesse, das Königreich Umbar für sich zu beanspruchen“, erwiderte Legolas, wobei er es nicht vermeiden konnte, dass man eine leichte Verärgerung aus seinen Worten heraus hören konnte. „Wir sind gekommen, um einen Friedensvertrag mit den Haradrim auszuhandeln, damit das Blutvergießen zwischen den Völkern endlich ein Ende findet. Das sollte auch in Eurem Interesse liegen.“
„Sicher doch, natürlich seid Ihr das.“ Der Mann verzog das Gesicht. Ihm war deutlich anzumerken, dass er ihnen kein Wort glaubte. „Die Westmenschen hattet schon immer viel Interesse an einem Frieden mit unserem Volk, das haben sie in der Vergangenheit nur allzu oft bewiesen. Ich nehme an, dass das auch der Grund war, weshalb sie uns einst gewaltsam aus unserem Land vertrieben, unsere Männer abgeschlachtet und unsere Söhne versklavt haben. Weil ihnen der Frieden so am Herzen lag.“
„Diese Dinge sind lange her.“ Legolas sah weiterhin mit ruhigem Blick auf den Südländer hinab. „Unter der Herrschaft König Elessars soll nun ein Bündnis zwischen den Völkern entstehen und der Krieg und die gegenseitige Feindschaft endgültig niedergelegt werden.“
„Wie Ihr meint.“ Der Mann sah mit seinen stechenden Augen zu Legolas hinauf und mustere ihn durchdringend, ehe er leicht seinen kahlen Kopf neigte, wie es die Höflichkeit ihm gebot. „Skazhal al-Zharak, Oberster Berater ihrer Majestät, Königin Ashari. Es ist mir eine Ehre Euch in Umbar als unsere Gäste empfangen zu dürfen.“
„Die Ehre ist ganz auf unserer Seite“, erwiderte Legolas, erleichtert, dass das Gespräch nun doch noch in die üblichen diplomatischen Bahnen gefunden hatte. Auch Thandorn schien regelrecht aufzuatmen, dass sich die Situation scheinbar entspannt hatte, aber Legolas ahnte bereits, dass der Berater der Königin, auch wenn er sich nun höflich gab, ihren Auftrag noch erheblich erschweren würde.
Der Elb wollte gerade dazu ansetzten, sich bei Skazhal über den Ablauf ihrer Weiterreise zu erkundigen, als lautes Geschrei das ohnehin schon geräuschvolle Treiben am Hafen durchbrach. Verwundert drehten Legolas und Thandorn sich um, um die Ursache der Aufruhe ausfindig zu machen, als sie den jungen Mann erblickten, der wutentbrannt aus der Menge heraus auf sie zugestapft kam.
„So eine bodenlose Unverschämtheit erlebt man auch wirklich nur bei den verfluchten Haradrim!“, schimpfte der Mann zornig und ließ sich, ohne Skazhal und die beiden Krieger auch nur eines Blickes zu würdigen, auf dem freien Stuhl nieder, der an dem Tisch des Beraters stand. „Achtzehn Silberstücke pro Tag, ist das zu fassen?!“, fuhr er unbehelligt fort und griff nach dem Schälchen mit Nüssen, das vor ihm auf dem Tisch stand. „Soviel wollte mir dieser fette Hund von Hafenmeister doch tatsächlich abknüpfen, dafür dass ich mein Schiff hier im Hafen liegen lassen darf.“ Verärgert biss Alagos auf eine Erdnuss und spuckte achtlos etwas Schale hinfort, woraufhin Skazhal angewidert die Mundwinkel nach unten zog.
„Dieser verfluchte Halsabschneider! Dachte wohl, dass ich einfach klein beigeben und die Summe bezahlen würde, aber da irrt sich die alte Wüstenratte ganz gewaltig. Ich lass mich von so einem wie dem doch nicht übers Ohr hau’n! Ich sagte ihm, ich zahle acht Silberstücke pro Tag, alles andere sei Wucher, doch der dreiste Hund erhöhte einfach auf zwanzig. Also sagte ich ihm, für zwanzig Silberstücke würde ich nicht mal seine Tochter ficken, auch wenn sie noch so schön sei und da ist der fette Geizhals plötzlich auf mich losgegangen, einfach so, völlig ohne Grund. Wollte mir an die Gurgel gehen, hatte mich schon fast gepackt, also hab ich ihm mein Knie in seine verkümmerten Weichteile gerammt und den Fettsack zu Boden geworfen. Da lag er dann, wie ein übermästetes Schwein auf dem Rücken, fluchend und wimmernd, weil er es allein nicht mehr schaffte wieder aufzustehen. Also habe ich auf ihn hinuntergesehen und ihm gesagt, dass ich niemals zwanzig Silberstücke zahlen werde, um in diesem vermaledeiten Hafen zu liegen und dass ich mich über ihn beschweren werde, bei wem auch immer, und dass er eine geizige, alte Wüstenratte ist und ich auf ihn spucke, was ich dann auch getan habe.“ Mit einem lauten Knirschen zerbiss Alagos die Schale einer weitern Nuss und lehnte sich in seinem Stuhl zurück, während er eine Bedienung heranwinkte.
„Wenn Euch die Gebühren in unserem Hafen nicht passen, könnt Ihr ja gerne die Gelegenheit nutzen und Euch bei Königin Ashari persönlich deswegen beschweren“, zischelte Skazhal gefährlich leise und verengte seine Augen zu feindseligen Schlitzen.
„Oh und das werde ich auch, das könnt Ihr mir glauben!“, beteuerte der junge Kapitän und schlug lässig die Beine übereinander, als er die junge, weibliche Bedienung heraneilen sah.
Die Augen des Beraters (der seinen Vorschlag keineswegs ernst gemeint hatte) wurden bei Alagos’ Worten (der seine Aussage sehr wohl ernst gemeint hatte) noch ein wenig schmaler und feindseliger. Und auch Legolas musste gestehen, dass er auf die Anwesenheit des Kapitäns mit dem hitzigen Gemüt bei derartig heiklen, diplomatischen Verhandlungen gerne verzichten würde. Schließlich waren sie nicht einmal eine Stunde in Harad und schon hatte Alagos die Feindschaft zwischen den Völkern eher befeuert, anstatt sie zu schmälern. Doch Legolas wusste, wenn Alagos sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte, gab es niemanden der ihn noch davon abhalten konnte.
Die junge, hübsche Frau, die als Bedienung in dem Wirtshaus arbeitete, war inzwischen herbeigeeilt, um Alagos’ Bestellung aufzunehmen, als Skazhal sich von seinem Stuhl erhob und mit einer geschmeidigen Bewegung sein Gewand glatt strich.
„Ich schlage vor, dass wir keine Zeit verlieren und uns am besten sofort auf den Weg machen, wenn die Herren nichts dagegen haben. Die Sonne wird bald untergehen und ich würde es vorziehen, wenn wir noch vor Einbruch der Dunkelheit im Palast eintreffen.“
„Natürlich“, stimmte Legolas ohne zu Zögern zu. Es war ihm nur Recht, so schnell wie möglich aus der Hitze und dem Trubel herauszukommen und sich in die kühlen Gemächer zurückzuziehen, die man ihnen sicherlich zur Verfügung stellen würde. Auch Thandorn, dem der Schweiß inzwischen in Strömen die Stirn hinunter lief, nickte zustimmend. Lediglich Alagos, der sich wohl schon auf eine unverfängliche Schäkerei mit der Kellnerin eingestellt hatte, wirkte etwas verstimmt und warf Skazhal einen ärgerlichen Blick zu.
„Nun gut.“ Der kahlköpfige Berater griff nach seinem Buch, das noch immer vor ihm auf dem Tisch lag. „Gehen wir also.“
„Verzeihung mein Herr“, meldete sich das Mädchen fast schüchtern zu Wort, als Skazhal sich zum Gehen wandte, „aber Ihr habt Euer Getränk noch nicht bezahlt.“
Der Berater drehte sich zu ihr um und musterte die junge Frau mit einem abschätzigen Blick, als würde er darüber nachdenken, ob er sie nun zertreten sollte, wie irgendein widerwärtiges Insekt, oder ob er sich dafür zu schade war.
„Ihr könnt froh sein, wenn ich Euch nicht des Versuchs beschuldige, mich vergiften wollen“, zischte er gefährlich leise, woraufhin das Mädchen verängstigt seine großen dunklen Augen aufriss. „Dieses Gesöff ist wirklich ungenießbar. Eine Beleidigung für meine Geschmacksnerven.“
„Es tut mir sehr Leid mein Herr, dass es Euch nicht geschmeckt hat“, versuchte das Mädchen sich zu entschuldigen und sah den Bürokraten aus verzweifelten Augen flehend an, „aber wir sind nur eine einfache Hafentaverne und kein erlesenes Wirtshaus.“
„Wie auch immer.“ Skazhal sah unbeeindruckt auf die zierliche Kellnerin herab. „Ich werde diesen Laden überprüfen lassen – es scheint mir hier einige Mängel und Unzulänglichkeiten zu geben – und wehe“, seine Augen wurden nun noch schmaler und seine Stimme noch bedrohlicher, „ich finde bei meinen Nachforschungen auch nur die kleinste Ungereimtheit in der Buchführung.“
Geschockt sah das Mädchen dem dürren, hoch gewachsenen Mann nach, der sich zusammen mit den beiden klingenden Kriegern vom Gasthaus entfernte. Auch Alagos, Legolas und Thandorn starrten dem Berater der Königin ein wenig fassungslos hinterher, ehe Alagos sich der Kellnerin zuwandte und dieser, selbstverständlich mit seinem charmantesten Lächeln, zwei Münzen zusteckte. Die junge Frau, zunächst etwas erstaunt, lächelte tapfer zurück, woraufhin der junge Kapitän noch ein schalkhaftes Zwinkern hinterher schickte, bevor er sich von seinem Platz erhob und lässig zu Legolas und Thandorn hinüber ging.
„Ich hab irgendwie das Gefühl“, sagte er, wobei er den beiden kameradschaftlich seine Arme um die Schultern legte, „dass dieser arrogante Glatzkopf von Berater uns in den kommenden Tagen noch eine ganze Menge Ärger bereiten wird.“
„Ein wahrer Menschenfreund“, stimmte Thandorn sarkastisch zu und ließ seinen Blick verklärt in die Ferne schweifen, während sich Legolas, bei dem Gedanken an die anstehenden Gespräche, bereits unangenehm der Magen zusammenzog.
Auch wenn er noch nicht allzu viel über die Haradrim wusste, war ihm in den wenigen Minuten in Umbar eines bereits eines klar geworden: es würden schwierige Verhandlungen werden.
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