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Explos!ve ~ Katsuki Bakugou x Reader

GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Eijiro Kirishima Izuku Midoriya Katsuki Bakugo OC (Own Charakter) Ochaco Uraraka Tenya Iida
29.04.2021
20.05.2021
28
55.059
7
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Dieses Kapitel
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06.05.2021 3.389
 
Heute folgt ein etwas längeres Kapitel. Warum? Weil es keinen Sinn gemacht hätte, das Kapitel in zwei Teile zu teilen, weil es einfach perfekt passt.
Während ich gerade an Kapitel 23 schreibe, kann ich euch sagen, dass es langsam heiß wird hier drin ^^



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XX. Gute Macke, böse Macke



Du öffnest deinen Mund, doch der Junge schüttelt den Kopf. Seine dunkelvioletten Augen mit den weißen Pupillen sehen müde aus und auch die dunklen Tränensäcke darunter lassen darauf schließen, dass er schon lange nicht mehr gut geschlafen hat.
»Wer bist du denn?«, fragst du frei heraus, als du das Gefühl hast, endlich wieder sprechen zu können. »A-also ... versteh mich nicht falsch, ich ... bin nur etwas überrascht, von jemandem, den ich nicht kenne, hier nach draußen gezerrt zu werden.«
Ein Lächeln erscheint auf seinem müden Gesicht. Das macht ihn beinahe ein wenig sanft, bevor er wieder ernst wird. Er rauft sich durch das indigofarbene, unordentliche Haar und scheint noch nach den richtigen Worten zu suchen. »Ich ... fand es wirklich gut, dass ihr diesem Monoma mal die Meinung gegeigt habt.«
»Ich hab ja gar nichts gemacht«, sagst du kleinlaut und hältst die Spitzen deiner Zeigefinger aufeinander. »Das waren bloß Kacchan und Kiri, die ...« Beinahe hättest du mehr gesagt, als du wolltest. Du kanntest diesen Jungen ja gar nicht und was Monoma über dich gesagt hatte, ging ihn wohl gar nichts an. Aber irgendwas an ihm sagt dir, dass du ihm vertrauen kannst. Obwohl sein Äußeres nicht gerade seriös oder vertrauenserweckend wirkt.
»Ich beobachte die Menschen sehr genau und mir ist bewusst, dass die beiden das deinetwegen gemacht haben. Nichtsdestoweniger wollte ich euch meinen Dank aussprechen. Monoma hat auch mir schon oftmals das Leben zur Hölle gemacht und ... vielleicht wird er durch die Abreibung ein bisschen erträglicher.«
Ein Lächeln erscheint auf deinen Lippen. »Hoffentlich. Ich finde es nicht gut, dass er ständig auf andere herabschaut. Oder ihnen ungefragt seine Meinung mitteilt.«
Noch immer strubbelt er sich durchs Haar und schweigt.
»Ich muss dann mal wieder, der Unterricht beginnt gleich«, sagst du und wendest dich von ihm ab. Kurz, bevor du das Gebäude wieder betrittst, drehst du dich nochmal zu ihm um. »Wie heißt du eigentlich?«
»Hitoshi Shinso«, erwidert er und setzt zu einem Lächeln an.
»Schön, dich kennengelernt zu haben. Ich bin d/N, vielleicht können wir ja mal zusammen mittagessen!«, sagst du, winkst ihm und drehst dich um.
Ein komischer Junge, aber er wirkt nett, denkst du dir, als du durch die kühlen Gänge gehst und nach deinen Klassenkameraden Ausschau hältst.  

»Wo kommst du denn auf einmal her?«, fragt Kiri, als du sie endlich gefunden hast. Kacchan ist nirgendwo zu sehen.
»Ich ...« Wie erklärte man, dass man hinter die Schule gezerrt wurde, nur um eine Lobpreisung für die Taten anderer zu erhalten von einem Jungen, der irgendwie ein bisschen zwielichtig und verloren aussah? Du entscheidest dich dafür, das Ganze so neutral wie möglich zu schildern.
»Wer war denn das?«, fragt Ochaco-chan, die mitten im Gespräch dazu gestoßen ist und kratzt sich am Kinn.
»Er meinte, sein Name sei Hitoshi Shinso.«
»Shinsooo«, ertönt die tiefe Bassstimme Bakugous hinter dir, der den Namen seltsamerweise ähnlich ausspricht wie dann, wenn er »Stirb« ruft.
»Kennst du ihn?«, fragst du und drehst dich zu ihm um. »Er scheint nett zu sein.«
»Seine Macke ist die Gehirnwäsche, der kann doch nichts Gutes im Sinn haben. Halt dich lieber fern von ihm«, sagt nun Kiri hinter dir und sieht ernsthaft besorgt drein.
»Zwielichtiger Typ«, sagt Kacchan kurz angebunden und geht an euch allen vorbei auf seinen Platz. Dort lässt er sich, aggressiver als sonst, in den Sessel fallen und sieht mit düsterer Miene zur Decke.
Die Traube aus Schülern um dich lichtet sich, bis nur noch Kiri übrig ist, der dich mit einem Stirnrunzeln bedenkt.
»Was hat er?«, fragst du ihn.
»Ich hab keine Ahnung. Aber es ist kein Geheimnis, dass er niemanden außer sich selbst leiden kann.«
»Jetzt tust du ihm aber Unrecht«, erwiderst du und zeigst auf dich und ihn.
»Mich toleriert er, weil ich einer der wenigen bin, die ihm nicht auf die Nerven gehen«, sagt er lachend. »Und du ... naja!« Er wackelt verschwörerisch mit den Augenbrauen und lässt dich dann auch stehen.
Unschlüssig verharrst du noch eine Weile, bis Mic in der Klasse erscheint und die Englischstunde einläutet. Zurück auf deinem Platz wartest du, bis sich dieser in einer langen Einleitung verliert, bevor du Katsuki anstupst.
»He.«
»Mhm?!«
»Was hast du gegen Shinso?«
»Mir gefällt nicht, was er mit seiner Macke anstellen kann«, erwidert er, ohne den Blick von der Tafel zu nehmen. »Wäre er nicht hier, wäre er sicherlich ein Schurke geworden. Aber ... was nicht ist, kann ja noch werden.«
»Jetzt tust du ihm aber unrecht«, erwiderst du.
»Du kennst ihn nicht einmal«, kontert Kacchan. »Seine Macke wirkt einfach verdammt böse, das ist halt einfach so!«
»Ich glaube nicht, dass eine Macke gut oder böse sein kann«, flüsterst du und siehst besorgt zu Mic, der euch immer mal wieder anschaut. Du willst in seinem Unterricht nicht quasseln, aber das hier ist verdammt wichtig.
»Glaub, was du willst, aber sei vorsichtig«, rät er dir. Er ist dein Freund und meint es dir sicher gut. Dass er nicht wie sonst sofort seine Meinung mit ein paar Schimpfwörtern unterlegt breitgetreten hat, beeindruckt dich dann doch. Und eigentlich hattest du auch erwartet, dass er ihm drohen würde, sich von dir fernzuhalten. Aber völlig ausschließen würdest du das vorerst nicht.
»Ihr zwei da hinten! Wenn ihr jetzt nicht gleich still seid, dann ... Ach was, vergesst es, ihr hört ja ohnehin nicht zu!« Mic geht zwischen den Tischen auf euch zu, bevor er direkt vor euch steht und aktiviert seine Macke. Sowohl du, als auch Katsuki werdet nach hinten geschleudert und knallt gegen die Wand.
Als du deine Augen öffnest, siehst du, dass Mic etwas sagt, aber du kannst es über das laute Klingeln in deinen Ohren nicht hören. Dir ist noch etwas schwindelig, als Kacchans schwielige Hand die deine umklammert und dir hoch hilft. So ganz sicher bist du dir zwar nicht, ob das legal war, von einem Lehrer derart behandelt zu werden, aber gleichzeitig bist du dir auch sicher, dass du es vermutlich verdient hast. Kacchan hingegen sieht es gar nicht ein und mault vor sich hin. Du kannst auch das nicht hören und bist dir sicher, dass er es genauso wenig kann.
Besänftigend legst du ihm die Hand auf den Arm und ihr beiden setzt euch wieder. Erst gegen Ende der Stunde kommt dein Gehör langsam wieder.

Du hast zwar immer noch etwas Kopfweh, als ihr endlich wieder im Wohnheim seid, freust dich aber über den freien Abend.
»Hey, mein neues Spiel ist gerade angekommen, wollen wir eine Runde zocken?«, Kiri rennt freudig um die Ecke, in Händen ein braun umwickeltes Paket, auf dem die Adresse der U.A. gekritzelt stand. Die Frage galt dir und Kacchan, der seit dem Wandklatscher nicht mehr von deiner Seite gewichen ist.
»Was für ein Spiel ist es denn?«, fragst du. Auf eine Zombieapokalypse hättest du keine Lust, aber deine Sorge ist unbegründet.
»Mario Kart«, grinst er und reißt das Papier auf.
Du riskierst einen Seitenblick auf Katsuki und fragst dich, wie hoch sein Aggressionslevel wohl auf der Regenbogenstrecke sein wird. Der nickt nur abwesend und folgt dir und Kiri zurück in dessen Zimmer.
Gerade, als ihr euch gesetzt habt, öffnet sich die Tür und Denki, Jiro-chan, Hanta, Deku und Sato treten ein. Letzterer hat einen Kuchen mit, der schon wieder verführerisch duftet.
»Hi Leute«, begrüßt sie Kiri. »Setzt euch einfach irgendwohin.«
In dem Moment bist du verdammt froh, so früh angekommen zu sein, denn ein Platz auf dem Bett ist dir dadurch sicher.  »Mhm, Sato, das riecht ja herrlich«, sagst du und dass dir das Wasser im Mund zusammenläuft, erklärt sich offenbar durch deinen Gesichtsausdruck. Sato grinst bloß und reibt sich den Nacken, während er sich auf Kiris Kommode Platz schafft, um den Kuchen abzustellen.
»Du stehst also auf Männer, die kochen können, hm?«, flüstert dir mit einem Mal Kacchan ins Ohr und bereitet dir eine heftige Gänsehaut.
Die versuchst du, so gut es geht zu überspielen, lehnst dich ebenso zu ihm hin, seufzt dann und meinst: »Mhm, und wie.« Einen Augenaufschlag später sieht er dich verdattert an, das Seufzen hat seine Wirkung nicht verfehlt.
Aber wenn er dich vor den anderen schon ständig aus der Reserve locken wollte, dann war es auch dein gutes Recht, zurückzuschießen. Immerhin war im Krieg und der Liebe alles erlaubt und irgendwie fühlte es sich manchmal so an, als wäre das hier etwas von beidem.
Du wendest dich dem Fernseher zu, während Kiri die Controller austeilt, und lässt dir erstmal erklären, wie das Ding funktioniert. Das letzte Mal, als du solcherlei Spiele gespielt hast, ist doch schon einige Jahre her, weshalb du auch nicht damit rechnest, sonderlich gut zu sein.
Das Spiel beginnt und schon bald liegst du im soliden Mittelfeld, was für deine nicht vorhandenen Videospiel-Skills ein voller Erfolg ist. Obwohl du nicht mal ansatzweise die Chance hast, zu gewinnen, hält dich das nicht davon ab, ständig zu rufen: »Friss meinen Staub! Ich regiere das Mittelfeld mit eiserner Hand! Kniet nieder vor eurer Königin, ihr Loser!«
Sato und Deku, die du bei dem Spiel ordentlich hinter dir lässt, ärgert das nicht mal, was dir aber den Spaß nicht verdirbt.
»So ein kack Spiel!«, ruft Kacchan schließlich, als er dicht hinter Kiri und Hanta die Ziellinie durchquert. Er legt den Controller zur Seite und scheint sich dieses Mal wirklich zu bemühen, keinen Wutanfall wie sonst zu bekommen.
Er raucht, so viel kannst du sehen, aber außer der ein oder anderen Beleidigung kommt nichts von ihm.
»Das hat echt Spaß gemacht«, sagt Deku. »Wollen wir noch eine Runde spielen?« Was die anderen jubelnd bejahen. Vor allem Kiri scheint sich zu freuen, das Spiel mit anderen teilen zu können. Auch wenn es ihn mindestens genauso freut, Bakugou in etwas überlegen zu sein, was diesen furchtbar frustriert.
Solange Deku kein Spiel gewann oder sich vor ihn reihte, würde es wohl noch einige Zeit so weitergehen.
»Hey, d/N!«, Iida-kun streckt den Kopf bei der Tür herein, nachdem er geklopft hat und eine angemessene Zeit gewartet hat, in der Kiri, der ein neues Spiel gestartet hat, nicht geantwortet hat.
Der steinharte Junge wollte seine Führungsposition nicht aufgeben, die er sich bereits nach den ersten paar Metern erkämpft hat.
»Ja?«, fragst du, den Controller zur Seite legend.
»Aizawa-Sensei sucht nach dir. Er meinte, ich solle dich zu ihm schicken«, antwortet er.
Mit einem Mal erfasst dich eine seltsame Unruhe, die dich zittern lässt. Was will Aizawa? Und warum jetzt? Um das herauszufinden, bleibt dir wohl nichts Anderes übrig, als seiner Aufforderung zu folgen.

Unschlüssig stehst du vor Aizawas Büro und gehst im Kopf durch, was er von dir wollen könnte. Die Sache mit Mic heute kann es nicht sein, denn dann würdest du nicht allein hier stehen. Aber bevor du dir einen Reim darauf machen oder deine Nervosität zügeln kannst, steht auf einmal All Might neben dir und öffnet die Tür.
»Ah, sehr schön«, sagt Aizawa, der auf seinem Bürostuhl platzgenommen hat, doch er sieht nicht danach aus, als würde er seine Worte auch so meinen.
»D/N-shojo. Du bist sicherlich verwirrt, weshalb wir dich zu so später Stunde hierher beordern!«, erklärt All Might ohne Umschweife, noch bevor er sich neben dich gesetzt hat. Seine riesige Hand ruht auf deiner Schulter und fühlt sich einfach nur tonnenschwer an. Doch irgendwie hat es etwas Beruhigendes.
Langsam nickst du, doch sagst nichts.
»Es geht um den Angriff am Wochenende. Wir haben Spinner nun zur Gänze befragt und auch wenn er uns jegliche Einzelheit zu dem Plan verraten konnte, hat er sich immer wieder gefragt, wie er dabei nur mitwirken konnte. Er hat freiwillig um eine höhere Strafe gebeten, weil er sich einfach nicht erklären konnte, wie er dazu fähig war, Teil eines Angriffs auf Minderjährige sein zu können«, erklärt Aizawa ohne Umschweife.
»Das klingt irgendwie so, als würde er zwanghaft versuchen, uns von seiner guten Seite zu überzeugen«, erwiderst du. »Aizawa-Sensei.«
Dieser nickt. »Das haben wir auch schon befürchtet. Aber es gibt Mittel und Wege, die Wahrheit herauszufinden, was wir erfolgreich getan haben. Und er lügt tatsächlich nicht. Das war der Beweis dafür, dass du mit deiner Macke richtige Arbeit geleistet hast.«
Während du noch versuchst, das Gesagte zu verarbeiten und herauszufinden, was sie denn nun eigentlich von dir wollen, hat Aizawa schon wieder zu sprechen begonnen. »Natürlich ist es nun wichtig, diese Fähigkeiten weiter auszubauen.«
Erschrocken siehst du auf, denn du ahnst bereits, was das heißen sollte. Der Blick deines Lehrers trifft den deinen, doch er sieht nicht im Mindesten beunruhigt aus.
»Kannst du dir vorstellen, was das bedeutet?«, fragt All Might und wirft dir sein typisches Lächeln zu. Doch dir ist gar nicht zum Lächeln zumute.
Du schluckst, bevor du antwortest: »Ja, ich glaube schon.«
Die beiden sehen dich erwartungsvoll an, doch es dauert eine Weile, bis du deinen Mut zu sprechen wiedergefunden hast.
»Ich glaube, Sie wollen mir damit sagen, dass ich ihn auf ...«, deine Stimme bricht. »Auf andere anwenden muss, um diese Richtung meiner Macke besser beherrschen zu lernen.«
All Might nickt und Aizawa fügt an: »Natürlich nur auf inhaftierte Schurken.«
Doch du fühlst dich nicht wohl dabei. Kein bisschen. Gerade heute noch hattest du ein Gespräch mit Kacchan darüber gehalten, ob eine Macke gut oder böse sei. Du bist zwar nach wie vor der Meinung, dass der Einsatz der Macke und der Gedanke dahinter sehr wohl gut oder böse sein könnte, aber nicht die Macke selbst und dass das auch auf die deine zutraf, nicht nur auf Shinsos. Aber das, was die beiden da vorschlugen, war völliger Wahnsinn.
Auch wenn diese Schurken einige Schandtaten begangen hatten, so waren sie dennoch Menschen. Und die verdienten es nicht, dass eine Oberschülerin an ihnen experimentierte, um ihre Macke besser kennenzulernen.
Es scheint jedoch nicht, als ob Aizawa oder All Might oder irgendwer, der hier in dieser Sache das Sagen hatte, daran gedacht hatte, dass hier an Menschen experimentiert werden sollte. Sie alle sahen bloß die Schurken. Und das beunruhigt dich, verdammt nochmal.

Als du von All Might zurück ins Wohnheim gebracht wirst, kreisen deine Gedanken wild umher. Auch nachdem du dich verabschiedet hast, bist du noch völlig gefangen davon und merkst nicht, dass dich deine Füße wie automatisch in Katsukis Richtung tragen. Ebenso seine Tür öffnest du unbewusst und noch immer gedankenverloren. Und erst, als die Türe hinter dir zufällt und du in völliger Dunkelheit stehst, erkennst du, dass das nicht dein Zimmer ist.
»Katsuki?«, flüsterst du.
»Ich schlafe.«
»Ich-«
Das Licht auf seinem Nachtkästchen geht an, während er sich mit der anderen Hand die Haare rauft. »Weshalb wollte ich gleich nochmal mit dir befreundet sein?«, scherzt er, doch als er den Ausdruck in deinem Gesicht sieht, wird er mit einem Mal ernst. »Okay, wen bringen wir um?« Er steht auf und greift sich seine Hose, die er schon halb über die Knie gezogen hat, bevor du ihn unterbrichst und ihm erklärst, dass vorerst mal niemand in die Luft gejagt werden muss. Die Hose immer noch bei den Knien setzt er sich wieder und bietet dir einen Platz an, den du dankend annimmst, weil du dir nicht sicher bist, wie lange du noch stehen kannst, bevor deine Beine unter dir nachgeben.
So erzählst du ihm von dem Gespräch mit den beiden Lehrern und versuchst, deine Gefühle in Zaum zu halten. Du weißt, wenn du jetzt anfängst zu heulen, dann hörst du nicht mehr auf.
Als du fertig bist, atmest du ein und aus, um dich zu beruhigen. Du willst nicht hier in seinem Zimmer anfangen zu weinen. Du willst gar nicht vor ihm weinen. Aber es passiert und im ersten Moment sieht es danach aus, als ob es das erste Mal ist, dass er sich so einer Situation gegenüber sieht. Doch dann denkst du wieder an Deku, der schon so oft die Fassung vor ihm verloren hat, aber das macht es nicht besser. Immer noch heulst du.
»Oi, ich ... hör auf zu weinen.« Oh ja, er ist verdammt gut darin, dich zu beruhigen. Beinah ringt dir das ein Lächeln ab.
»Als ob das so einfach ist«, schniefst du und reibst dir die Tränen aus den Augen. Du siehst sicherlich furchtbar aus, davon bist du überzeugt. Aber das ist dir in dem Moment egal.
»Und die wollen wirklich, dass du ...-?«
Du nickst. »Ich soll offenbar Experimente mit meiner Macke machen und dabei böse Gedanken von Schurken auslöschen. Aber ... ganz ehrlich, so nett das auch klingt, ich beherrsche sie ja noch nicht mal im Kampf richtig. Weißt du, was ich da alles zerstören könnte?« Die Erinnerung an den Kampf mit Spinner kommt wieder hoch, in der du bereitwillig riskiert hättest, mit Hirnmasse besprenkelt zu werden, weil dein Leben auf dem Spiel gestanden hatte. Dieser Umstand würde aber in diesem Szenario nicht vorhanden sein, was die ganze Geschichte in einem anderen Licht darstellte. »Kannst du dich noch an unser Gespräch heute mittags über Shinsos Macke erinnern?«
Langsam nickt Kacchan, der offenbar schon ahnt, worauf du hinauswillst.
»Jetzt bin ich die mit der bösen Macke.« Und wieder hat dich der Heulkrampf wieder. Du beißt dir auf die Lippe und versuchst, diese Gefühle, die dein Herz auf schmerzhafte Art und Weise schrumpfen lassen, niederzukämpfen, doch es gelingt dir nicht.
Und endlich erwacht Kacchan aus seiner Starre, legt seine Arme um dich und hält dich fest. »Du hattest recht. Und du hast keine böse Macke. Sag das nie wieder, Baka. Sonst werf ich dich aus dem Fenster«, haucht er dir ins Ohr und lacht leise.
Der Gedanke daran, dass er dich um die Mitte packt und aus dem Fenster wirft, lenkt dich von deinen Tränen ab und du stimmst in das Lachen mit ein. »Du bist so ein Idiot.«
»Mhm, mag sein. Aber deswegen magst du mich ja auch, Scheiß-Nerd.« Mit dir in den Armen lässt er sich zurück aufs Bett fallen und macht es sich erst einmal bequem.
Du willst wieder aufstehen, um in dein Zimmer zu gehen, aber da schüttelt er den Kopf. »In dem Zustand solltest du nicht alleine sein. Bleib einfach da.«
»Das ist dein Zimmer.« Oh wow, welch absolute Meisterleistung deines Hirns! »Und dein Bett!«
Katsuki, der sich offenbar gerade auf das Niveau deiner gedanklichen Leistungen begeben hat, meint dann noch: »Und meine Nachttischlampe!«
»Uru se e!«, weist du ihn zurecht. »Du weißt ganz genau, was ich damit meine.«
»Nein, erklär's mir«, sagt er süffisant grinsend. Er streckt sich aus und sieht dabei – ach, wie schon so oft – verboten gut dabei aus. Dieser Bastard. So würdest du keinen klaren Gedanken fassen oder auch nur irgendeinen Grund nennen können, warum du abhauen solltest. Vor allem nicht, als er sich von seiner Hose befreit, um in Boxershorts zu schlafen.
»Ich glaube nicht, dass du dann viel schlafen wirst«, erwiderst du deshalb und merkst in dem Moment, wie furchtbar eindeutig zweideutig das klingt.
»Mhm, erzähl mir mehr davon«, schnurrt er. Dass solche Geräusche von ihm kommen konnten, erschreckt dich beinahe so, dass du aus dem Bett fällst.
»Äh«, liegt es an dir, oder wird es gerade unfassbar heiß hier drin?
»Ich sag doch: Absolut einfach aus dem Konzept zu bringen, Baka!«, lacht er über deinen Gesichtsausdruck, der offenbar auch noch an Farbe gewonnen hat. »Mach dir keine Sorgen. In dem Zustand würde ich dir sowieso nicht an die Wäsche gehen. Ich bin ein Arsch, aber kein Untier, das sowas ausnützt. Außerdem hab ich das gar nicht nötig.«
Und wenn du dachtest, dass die Farbe nicht noch ein wenig intensiver werden konnte, so hattest du dich geirrt. Du hättest wohl selbst im Dunkeln signalrot geleuchtet.
Doch Katsuki geht nicht darauf ein, sondern packt dich um die Mitte und zieht dich zu sich heran, bevor er den Arm ausstreckt und das Licht löscht.
Für einen Moment spürst du nur die Hitze seines Körpers und den gleichmäßigen Atem auf deiner Haut, der dich langsam zu beruhigen scheint.
Bevor er dir liebevoll in den Nacken beißt, leise kichert und dann verstummt.

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Ach, Kacchan <3 Da hab ich einfach gar nicht mehr zu sagen.
Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. Lasst mir gerne einen Kommentar da oder speichert die Geschichte unter euren Favoriten. Bald gibt es wirklich ein bisschen Action, ich verspreche es hoch und heilig!

~notanotherkat
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