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Explos!ve ~ Katsuki Bakugou x Reader

GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Eijiro Kirishima Izuku Midoriya Katsuki Bakugo OC (Own Charakter) Ochaco Uraraka Tenya Iida
29.04.2021
20.05.2021
28
55.059
7
Alle Kapitel
26 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
02.05.2021 2.014
 
Falls ihr nebenbei übrigens Musik hören wollt, um das Kapitel zu lesen, würde ich euch "The World is ugly" von My Chemical Romance empfehlen. Ich hab das Lied damals zum ersten Mal, noch unveröffentlicht, auf einem Konzert in München gehört und hab seither immer Pipi in den Augen, wenn ich es höre. :) <3 Und irgendwie erscheint es mir total passend für dieses Kapitel.
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XIV. Verhör

oru-chan hilft dir, den Gecko-Mann, der dich mittlerweile schwer zu Boden drückte, von dir herunterzurollen. Sie ist noch immer unsichtbar und ganz offenbar nackt, denn andernfalls hätte man sie an ihren Klamotten erkannt.

»Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Ich denke, wenn Spinner nicht rauskommt, dann werden sie sicher eine Nachhut schicken und es noch einmal versuchen«, erklärt sie schnell.

»Aber ...«, beginnst du.

»Wir fesseln ihn und dann werden wir zusammenbleiben. Die dürfen dich nicht kriegen«, sagt sie dann und du bildest dir ein, dass ein strenger Blick auf dir liegt.

»Warum mich?«, willst du wissen.

»Das fragst du noch?« Du hast das Gefühl, als ob sie gerade verständnislos die Nase kraus zieht und die Hände in die Hüften stemmt.

»Äh ... ja, ich denke schon. Ja«, erwiderst du und kratzt dich am Kopf. So ganz hast du nicht verstanden, was da gerade passiert ist, sie aber offenbar schon.

»Alles spricht dafür, dass es wirklich du bist, nach der die Liga sucht. Und deine kleine Performance mit dem Erbsenhirn von Spinner hat das gerade irgendwie bestätigt«, sagt sie, nachdem sie eine Weile geschwiegen hat und sich dem Fesseln des Gecko-Mannes namens Spinner gewidmet hat. »Ich glaube, du hast seine bösen Gedanken und somit die Verbindung zur Liga zerstört.«

»Das ist doch völliger Quatsch«, wirfst du ein und schüttelst ungläubig den Kopf. »Ich kann nur Dinge zerstören. Die meisten werden zurück in ihren ursprünglichen Zustand gebracht, wenn ich aber die Kontrolle verliere, werden sie zerstört.« Dass du deine Macke noch nicht richtig beherrschst, hat dir schon das ein oder andere Ergebnis gebracht, auf das du nicht stolz warst. Du denkst zurück an deine Tür. Und an Kacchan. Der Gedanke sticht und du willst ihn so schnell als möglich aus deinem Kopf verbannen, denn gerade kannst du die Angst um ihn und Kiri nicht brauchen. Aber er hat sich in dir festgesaugt und lässt dich nicht mehr los.

»Ich glaube, dass es nicht nur Dinge sind, auf die du deine Macke anwenden kannst«, sagt Toru-chan dann langsam und zurrt ein letztes Mal die Fesseln fest. Der bewusstlose Spinner japst auf.

»Natürlich wäre es unverantwortlich, während des Trainings daran zu feilen, aber im Kampf gegen die Liga ist es völlig vertretbar, dass du sie so anwendest und damit trainierst.«

»Aber ... ich ... ist er jetzt einer der Guten?«, du wirfst einen Blick auf den Gecko-Mann und schüttelst den Kopf. »Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.«

»Wir werden es herausfinden, sobald er wieder wach ist. Aber es scheint zumindest, als ob er einiges an Erinnerungen oder zumindest böse Verhaltensmuster durch deine Macke verloren hat«, denkt Toru-chan laut nach und es klingt wirklich plausibel.

»Das würde auch erklären, warum die Liga ausgerechnet mich mitnehmen wollte. Damit könnten sie viel schlimmere Dinge anrichten, als nur mit einer sehr starken, physischen Macke«, sagst du dann und seufzt. Wenn das wirklich wahr war, dann hattest du größere Probleme, als erwartet. Der Gedanke, dass du mit deiner Macke einmal Schönheitschirurgin werden könntest, wirkte mit einem Mal so verführerisch und leicht. Du wolltest nicht benutzt werden, um Böses zu tun. Und wenn die Liga dich wirklich in die Finger bekommen sollte, dann könnte das durchaus passieren.

»Komm schon, wir müssen los, die anderen suchen«, kündet Toru-chan dann an und zieht Spinner hinter sich her. So ist es leicht, ihr zu folgen, auch wenn sich deine Gedanken noch immer drehen. Nicht nur darum, dass du offenbar doch mächtiger warst, als es den Anschein gemacht hatte, sondern auch die Angst um deine Freunde, die in einiger Entfernung die restlichen Bösewichte der Liga bekämpften.


Tsuu-chan, Mina-chan und Koda sind schnell aufgespürt. Ihr bezieht Stellung im Gemeinschaftsraum. Du bist froh, nicht mehr dort zu sein, wo du ursprünglich ausgeharrt hast, denn die Kampfgeräusche sind mit der Zeit immer lauter geworden und die Angst um die anderen damit umso größer.

Spinner liegt immer noch bewusstlos zwischen euch und es ist an Koda, ihn im Auge zu behalten. Ihr anderen haltet Ausschau nach Feinden und deckt euch gegenseitig den Rücken. Doch eine Weile lang passiert nichts. Schon fast hattet ihr angenommen, dass die Kämpfe vorbei waren und darauf gehofft, dass eure Freunde gewonnen haben.

Dann zerreißt ein grelles, hellblaues Feuer die Nacht. Das Gelände ist taghell und ihr erkennt einige Körper, die im Gras liegen und sich nicht regen. Du kannst nicht sagen, um wen es sich dabei handelt, aber die Angst ist mit einem Mal wieder größer als alles andere in dir. Sie frisst sich unaufhörlich weiter durch dich hindurch und hinterlässt Löcher, die so sehr schmerzen, dass du das Gefühl hast, dich ganz klein zusammenkauern zu müssen, um sie daran zu hindern, größer zu werden. Die Übelkeit übermannt dich und wischt jeglichen klaren Gedanken aus deinem Kopf.

Das Feuer stammte sicherlich nicht von einem deiner Mitschüler. Über so eine Macke würde man sprechen. So eine Macke, wenn sie ein Schüler besaß, würde in der 1-A sitzen. Auch wenn das überheblich klang, war das dennoch die Wahrheit. Und von den Profihelden, die hier als Lehrer angestellt waren, kanntest du die Macken ebenfalls zu gut, als dass du sie verwechseln hättest können.

Ein Schwindel erfasst dich und du bist Tsuu-chan dankbar, dass sie dich augenblicklich festhält. »Sie werden es schaffen, mach dir keine Sorgen!«, erklärt sie leise und drückt dich. »Alles wird gut.«

»Jetzt, nachdem ich weiß, was ich tun könnte, kann ich nicht länger untätig hier sitzen bleiben.«

»Du kannst aber auch nicht einfach da rausgehen«, sagt Mina streng und beugt sich zu dir vor.

»Sie sind ja offenbar deinetwegen hier. Wenn du jetzt allein da rausgehst, dann erwischen sie dich und alles war umsonst.«

Da hatte sie wohl recht.

»Ich fühl mich nur einfach ...«

»Ich weiß«, unterbricht sie dich. Sie alle wissen, dass es verdammt schwer ist, diesen Gedanken auszusprechen, deshalb nickst du dankbar.


Wenig später sind die Kampfgeräusche verstummt und die schweigende Leere, die sich über den Campus zieht, wirkt unerträglich. Es scheint ewig zu dauern, bis ihr die Tür aufgehen hört. Auch das Haus ist in eine angespannte Stille verfallen, nunmehr durchbrochen von einer Vielzahl an Schritten, die den Weg zum Gemeinschaftsraum nimmt.

Als du Ochaco-chan und Momo-chan erblickst, springst du vor Freude rufend auf und rennst ihnen entgegen. Die beiden finden sich in einer stürmischen Umarmung wieder, die sie etwas zaghaft erwidern. Du hast es nicht bemerkt, aber heiße Tränen rinnen über deine Wangen, als du über ihre Schultern blickst und auch die anderen entdeckst.

In der Mitte der seltsamen Prozession erkennst du Kiri, der den Kopf gesenkt hat und es vermeidet, auch nur irgendwen anzusehen. Mit einem Mal weicht jegliches Gefühl aus deinem Körper und du lässt die beiden Mädchen los, die sich verwirrt nach dir umdrehen. Du wankst auf Kiri zu, machst dir nicht einmal die Mühe, den anderen wirklich auszuweichen und stößt das ein oder andere Mal gegen jemanden. Erst, als du direkt vor ihm stehst, sieht er auf.

»Was ist mit Katsuki?«, fragst du langsam und deine Stimme klingt furchtbar hohl, als würde sie nicht länger zu dir gehören. Nicht einmal zu atmen wagst du, als du mit pochendem Herzen auf seine Antwort wartest. »Du hast versprochen ...«

»Ich weiß«, antwortet er und sieht auf seine Hände. »Das Versprechen habe ich gehalten, aber es geht ihm nicht gut. Recovery Girl kümmert sich gerade um ihn.«

»Lass uns zu ihm gehen!«, forderst du, doch Kiri hält dich fest.

»Er sieht furchtbar aus. Die haben ihn beinah zerfleischt. Tu dir das nicht an, nicht, solang du dich in dem Zustand befindest«, haucht er mit kratziger Stimme. Du versuchst, dich loszureißen, doch er hält dich weiterhin fest und schüttelt immer wieder den Kopf, denselben Satz immer und immer wiederholend.

»Wir müssen uns unterhalten«, hörst du mit einem Mal Aizawas Stimme hinter dir und drehst dich um. Du musst nicht nachfragen, um zu wissen, dass du gemeint bist und niemand sonst. Kiri lässt dich los und du folgst deinem Lehrer in einen anderen Raum. Eine unsichtbare Hand greift nach der deinen und geht mit dir. Ob es ihr nun erlaubt ist oder nicht, ist dir egal, du genießt es, zu wissen, dass dir jemand beisteht und dich nicht alleine lässt.

»Hagakure, du kannst bleiben, aber denk nicht, ich hätte dich nicht bemerkt«, hörst du Aizawas Stimme von weiter vorn, der gerade Platz nimmt.

»Bitte wende deine Macke nicht an mir an, Sensei«, bittet Toru-chan und setzt sich neben dir hin. Ihr sitzt auf zwei Stühlen, die vor einem massiven Tisch stehen, hinter dem Aizawa platzgenommen hat.

»Glaub mir, ich habe kein Bedürfnis, eine nackte Schülerin im Büro sitzen zu haben«, erklärt er unverzüglich und ein Grinsen huscht über das Gesicht mit dem wie immer ungepflegten Dreitagebart.

Die Tür hinter euch geht auf und All Might tritt ein, vor Selbstbewusstsein strotzend und breit lächelnd. Wie er in so einer Situation gut gelaunt sein kann, ist dir schleierhaft, aber du hast gerade andere Probleme. Der Gedanke an Katsuki lässt dich kaum los und Panik breitet sich wellenartig in dir aus.

»Ich denke, du weißt, warum du hier bist«, erklärt Aizawa ohne Umschweife und seine wachen Augen ruhen auf dir. Er lehnt sich ein wenig vor und wartet auf deine Antwort, die du ihm gerne geben würdest, aber dein Gehirn scheint keinen geraden Satz formen zu können.

»Liga ... Zerstörung ... ich habe ... Gedanken ausgelöscht, glaube ich«, stotterst du vor dich hin und fragst dich schon im nächsten Moment, ob das überhaupt einen Sinn ergeben hat. Verwirrt siehst du hin und her und wärst froh, Toru-chans Gesicht sehen zu können, die dir vielleicht behilflich sein könnte.

»Du stehst unter Schock, das ist mir klar. Und sobald wir diese Unterhaltung beendet haben, werden wir dich zu Recovery Girl bringen. Ihr habt Spinner gefangen, wie ich gesehen habe. Aber was ist passiert?«

Gemeinsam mit Toru-chan rekonstruierst du den Ablauf des Abends noch einmal. Warum du, Kiri und Kacchan nachts vor dem Gebäude der 1-B gelauert habt, muss Aizawa nicht wissen und vorerst geht er auch nicht darauf ein, du weißt aber mit Sicherheit, dass er irgendwann noch darauf zurückkommen wird.

»Wir werden Spinner noch befragen, aber ihr denkt also, dass seine Haltung und der Wunsch, Böses im Namen der Liga zu tun zerstört wurde durch deine Macke?«, will Aizawa dann zusammenfassend wissen.

Du nickst und bist dir sicher, dass deine Mitschülerin neben dir das ebenfalls tut.

»Nun gut. Wir werden uns um Spinner kümmern. Ectoplasma bringt dich jetzt zu Recovery Girl.«
Du springst schneller auf, als gewollt, denn das ist der einzige Ort, an dem du jetzt sein willst.

Im Krankenzimmer angekommen, sitzt Recovery Girl auf einem Drehstuhl und überwacht einen Monitor. Neben ihr steht ein Krankenbett, um das die Vorhänge zugezogen sind, um neugierige Blicke auf den Patienten zu vermeiden. Dir ist bewusst, dass es sich um Katsuki handeln muss.
Ein wenig blöd kommst du dir schon vor, als du eintrittst, weil du keinerlei physische Verletzung aufweist. Der Schock sitzt tief und auch die Angst, aber sonst bist du völlig in Ordnung. Das hättest du auch gesagt, wäre da nicht dieser brennende Wunsch in dir, nach ihm zu sehen.
Ectoplasma wuchtet dich in den anderen Drehstuhl gegenüber von Recovery Girl und sie dreht sich lächelnd zu dir.

»Hallo«, sagst du mit hohler Stimme. Toru hat sich schon verabschiedet, aber so ganz sicher bist du dir nicht, ob sie euch nicht ungesehen gefolgt ist.

»Du stehst ja völlig unter Schock, mein Liebes«, erklärt Recovery Girl und tätschelt deine Wange, bevor sie dich untersucht und dir anschließend das Bett auf der anderen Seite zuweist.

Immer wieder versuchst du, einen Blick zwischen die Vorhänge zu ergattern, bleibst jedoch erfolglos dabei.

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Ich freu mich auf eure Kommentare.

~notanotherkat
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