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Explos!ve ~ Katsuki Bakugou x Reader

GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Eijiro Kirishima Izuku Midoriya Katsuki Bakugo OC (Own Charakter) Ochaco Uraraka Tenya Iida
29.04.2021
20.05.2021
28
55.059
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01.05.2021 2.449
 
XII. Eine Frage der Ehre

Es hat nicht sehr lange gedauert, dass ihr es aufgegeben habt und eure Sachen gepackt hat. Noch hast du keinen ruhigen Moment erwischt, um Kacchan zu danken, aber am Rückweg ziehst du ihn beiseite.
»Was?«, will er wissen und die Wut, die noch immer in seiner Stimme mitschwingt, ist kaum zu überhören.
Die Finger noch immer in seinen Arm gekrallt, siehst du ihn ernst an. Du weißt nicht genau, wie du deine Gedanken in Worte fassen sollst, also versuchst du es mit der einfachsten Variante und willst erst einmal sehen, wie das Gespräch verläuft. »Danke. Dafür, dass du meine Ehre verteidigt hast.«
Ein Lächeln huscht auf seine Lippen. Keines von der gehässigen oder gemeinen Sorte. Sondern eines, das dich vorerst als seine Verbündete markiert. »Dem Bastard gehörte sowieso mal die Fresse poliert.«
Doch tief in dir wusstest du, dass das nur die halbe Wahrheit war. Klar, Monoma hatte sich schon öfters abfällig über die 1-A geäußert, aber Kacchan hatte noch nie das Bedürfnis verspürt, ihn deshalb zu verprügeln. Da war mehr dahinter, doch für heute musste diese Information reichen. Du würdest dich mit dem, was unausgesprochen zwischen euch lag, erst zu einem späteren Zeitpunkt befassen.
Zurück im Wohnheim ist es für alle schwer, sich zu konzentrieren, nachdem Bakugou diese Kriegserklärung an Monoma ausgesprochen hat. Schon bald findet ihr euch also im Gemeinschaftsraum zusammen. Der Nachmittag ist schon weit fortgeschritten und die meisten haben erst noch etwas essen müssen.
»Holt mal alle anderen her, ich denke, die allwöchentliche Abstimmung für nächste Woche können wir getrost vorziehen!«, meldet sich Iida-kun zu Wort.
»Iida, meinst du wirklich, dass wir das verantworten können?«, gibt sich Kiri bewusst theatralisch und tut so, als würde er in Ohnmacht fallen. »Wir können doch nicht so vom Protokoll abweichen. Das würde uns alle ins Chaos stürzen!«, schießt er am Boden liegend nach.
»Als ob das das Wichtigste wäre, über das wir jetzt sprechen sollten, Baka«, brummt Bakugou, die Hände in den Hosentaschen und kickt einen unsichtbaren Stein vor sich her.
»Alles zu seiner Zeit, Bakugou«, erwidert Iida und richtet sich – wie könnte es anders sein? – seine Brille. Wo auch immer er es her hat, plötzlich hält er ein Klemmbrett in Händen, auf dem er bereits die Anwesenheit abhakt. Er ist wirklich ein überkorrekter Junge, wie du feststellst.
Nachdem sich alle eingefunden hatten, begann Iida-kun seine Abstimmung, die nicht gerade viel Beachtung fand, aber dennoch Ergebnisse lieferte. Am Montag würde man also einen Karaoke-Abend machen und am kommenden Freitag einen Studio Ghibli-Film ansehen. Auf beides freust du dich schon, aber die Vorfreude scheint durch die Ereignisse des Tages etwas getrübt.
»Und alle, deren Blut nach Rache dürstet, bleiben jetzt hier. Es geht hier nicht nur um d/Ns jungfräuliche Ehre, sondern auch um den Stolz der 1-A!«, brüllt Bakugou, sobald Iida-kun das Meeting offiziell beendet hat, und haut auf die Tischplatte. Eines musste man ihm lassen, er hat offenbar genug Respekt vor Iida-kun, um ihn seine Abstimmungen ordnungsgemäß beenden zu lassen.
»He!«, rufst du, aber du wirst einfach übergangen, Kacchan grinst dich einfach nur provokant an.
Kiri härtet seine Arme und tut so, als würde er sie aneinander schärfen, während er mordlustig in die Runde guckt. Dafür, dass er so einen zuckersüßen Charakter hatte, konnte er ganz schön gruselig schauen.
Einige lungern weiter im Gemeinschaftsraum herum, haben sich aber noch kein Herz gefasst, um euch auf eurer Mission zu begleiten. Du findest aber auch, dass es nicht zu viele sein dürfen. Immerhin würdet ihr in einer großen Gruppe zu viel Aufmerksamkeit auf euch ziehen. Und das sagst du dann auch.
»Gut, dann gehen Stachelkopf hier und ich«, antwortet Bakugou und knackt mit den Knöcheln.
»Wenn jemand geht, dann bin das wohl ich«, sagst du laut und lehnst dich vor. Der Tisch ist nicht sonderlich breit und so ist dein Gesicht nicht unbedingt weit entfernt von dem seinen. Als er seine Brauen zusammenzieht, als verstünde er nicht, was du sagst, fügst du noch schnell hinzu: »Und du. Immerhin hast du dich mit ihm geprügelt.«
Hektisch suchst du in Gedanken nach einer Möglichkeit, auch Kiri mit ins Gespräch zu bringen, doch der schärft weiterhin seine Arme, ohne offenbar mitzubekommen, dass sein Typ gerade mehr als gefragt war. Du wolltest nicht alleine mit Bakugou durch die Dunkelheit schleichen. Nicht auf einer Mission, die deine Ehre wiederherstellen sollte. Irgendwie wirkte die Sache viel zu intim, um sie mit ihm alleine durchzuziehen.
»Gut. Dann bleibt es dabei. Wir beide«, verkündet Kacchan und hält dir seine Hand hin. Du hast das Gefühl, einschlagen zu müssen, und ergreifst seine Hand. Sie fühlt sich ein wenig rauh und schwielig an, ganz anders, als du es dir vorgestellt hattest. Aber um ehrlich zu sein, hast du dir noch nicht viele Gedanken um seine Hände gemacht bis jetzt.
Kiri, der endlich aus seinem Winterschlaf zu erwachen scheint, sieht endlich auf. »Oh, ihr habt schon beschlossen, was wir machen?«
»Nein, Stachelbirne, wir haben entschieden, wer mitgeht«, erwidert Kacchan ungewohnt scharf und verpasst ihm einen Schlag auf den Hinterkopf.
»Wann gehen wir los?«
»Du kommst nicht mit«, knurrt Bakugou.
»Und ob. D/N ist schließlich meine Freundin«, erklärt er und wirft dir ein Lächeln zu. Doch dir ist nicht wirklich nach Lächeln, deshalb erwiderst du es nur halbherzig.
»Gehen wir in mein Zimmer und sprechen darüber. Kommt schon«, erklärt Kiri und zieht Bakugou hoch, der gerade protestieren will. Obwohl er ein bisschen kleiner ist als sein bester Freund, hat er ihn erstaunlich gut im Griff.
Dort angekommen bemerkst du zuerst, dass es so eingerichtet ist, wie ein Junge sich vorstellt, dass ein Mann das Zimmer einrichten würde. Ein Boxsack mitten im Zimmer, Camouflagebettwäsche und eine Reihe muskelbepackter Actionfiguren und Poster davon. Dein Lächeln kommt wieder, denn das unterstreicht den so gegensätzlichen Charakter Kirishimas dann doch ganz gut.
»Also, was ist der Plan?«, fragt Kiri, der sich im Schneidersitz mitten im Zimmer niedergelassen hat, um dir das Bett zu überlassen.
Du fühlst dich etwas seltsam, als du darauf Platz nimmst, aber nimmst es dankend an. Der Boden sieht nicht gerade bequem aus, ganz im Gegensatz zum Bett.
»Sonnenschein und ich werden den Blödmann aufmischen«, erwidert Kacchan.
»Nenn mich nicht so«, nuschelst du.
Bakugou sieht dich für einen kurzen Moment an, sagt aber nichts.
»Wie wollt ihr ihn aufmischen?«, will Kiri dann wissen. Sein Gesichtsausdruck verrät, dass er im Kopf schon ein paar Szenarien durchgegangen ist, die er wohl gleich mit euch teilen wird.
»Ich bin dafür, dass wir ihn an seinen Gedärmen aufhängen und ihn von kleinen Kindern mit Steinen abwerfen lassen«, erklärt Bakugou seinen Plan und rollt eine kleine Zeichnung aus. Du fragst dich, ob er die immer mit sich trägt und wie oft sie schon in die Realität umgesetzt wurde, doch du schweigst.
»Okay, die Idee schreiben wir uns für später auf«, meint Kiri-kun und wirft dir einen vielsagenden Blick zu.
»Das sagst du immer«, grummelt Bakugou, rollt die Zeichnung wieder auf und verstaut sie in seiner Tasche.
»Wie würdest du die Sache am liebsten regeln?«, wendet sich Kiri dann an dich. Er setzt einen verständnisvollen Blick auf, als wolle er dir sagen, dass Bakugou schon einige Wutanfälle dieses Ausmaßes gehabt hatte und in seinem Leben noch etliche mehr haben würde, dies aber vor allem deine Rache war, nicht die seine.
»Ich fand die Zeichnung von Bakugou eigentlich ganz interessant«, sagst du leise und meinst es eigentlich scherzhaft, doch als dieser das Blatt Papier wieder auszurollen beginnt, beschwichtigst du ihn augenblicklich. »Nein, nein, so meinte ich das nicht. Aber wir könnten ihn schon fesseln und bis zum Morgengrauen irgendwohin hängen.« Du denkst kurz über deine Antwort nach und fügst dann noch hinzu: »Wobei ich ihm trotzdem vorher gern eine verpassen würde für sein freches Mundwerk.«
»Für einen kurzen Moment dachte ich wirklich, du seist langweilig«, erklärt Bakugou und setzt sich zu dir. Das Bett gibt ein wenig nach und obwohl es groß genug wäre, sitzt er recht nah bei dir.
Kiri hockt indes immer noch am Boden und grinst euch beide an. Du kneifst die Augen ein wenig zusammen, weil du nicht weißt, was er dir mit seinem kryptischen Gesichtsausdruck sagen will und legst den Kopf schief.
»Wir sollten Masken tragen. Er wird zwar wissen, wer ihn überfallen hat, aber er kann es nicht beweisen«, erklärt Kacchan dann.
»Außer du rufst ihm laut zu, dass er sterben soll, dann hat er wohl seinen Beweis«, fügst du kichernd hinzu und hältst dir den Bauch.
Im ersten Moment sieht er dich an, als würde er dich am liebsten fressen - und zwar nicht auf die angenehme, romantische Art, sondern auf die wilde, raubtierhafte – aber dann besinnt er sich eines besseren und ringt dich ins Kissen. Du beginnst zu lachen und erst nach einer Weile merkst du, dass dich der Arsch schon die ganze Zeit kitzelt. »Ich gebe - gebe - gebe auf!«, rufst du dann atemlos und sinkst auf Kiris Bett zusammen.
Immer noch spürst du seine Hände um deine Mitte, doch für den Augenblick macht es dir nichts aus. Es fühlt sich beinah an, als wäre das ein anderer Mensch. Nicht das Arschgesicht, als welches er sich die meiste Zeit über präsentiert hatte, sondern als ... jemand, den man wirklich ernsthaft mögen konnte.
Völlig verwirrt über deine Gedanken fragst du dich, ob er mit seinen Händen, die auf deinem Bauch ruhen, die Schmetterlinge in deinem Bauch spürt.
»Ihr würdet euch echt so verdammt gut verstehen, wenn ihr es nur wolltet«, merkt Kirishima an und beendet damit deine wirren Gedankengänge.
»Halt die Klappe!«, ruft ihr beide wie aus einem Mund und in dem Moment fragst du dich ernsthaft, wie viel von den Charaktereigenschaften dieses Typen du schon angenommen hast.

Es war also beschlossen. Kiri würde Wache schieben, du und Bakugou in die Unterkunft der 1-B einbrechen und nach Monoma suchen. Und den Plan ausführen.
Als ihr euch mitten in der Nacht davonstehlt, sind im Gebäude der 1-A die Lichter schon fast alle erloschen, doch im Gebäude der 1-B könnt ihr noch einige erkennen, die hell auf den Rasen scheinen und einen Fleckenteppich aus hell und dunkel hinterlassen.
»Wir sollten noch ein wenig warten«, gibst du zu bedenken und zu deiner Verwunderung nicken beide, ohne zu widersprechen.
An einen Baum gelehnt beobachtest du, wie die Lichter langsam eines nach dem anderen ausgehen und merkst gar nicht, wie kalt dir mittlerweile geworden ist. Als du dich zum ersten Mal wieder bewegst, fühlst du dich einfach nur steif und ungelenk. Die Hände aufeinander zu reiben macht es zwar nur minimal besser, aber immerhin.
»Wir hätten uns besser vorbereiten sollen und nachsehen sollen, dass wir einen Flurplan organisieren«, sagst du dann und ärgerst dich über dich selbst. Manchmal warst du bestens vorbereitet, aber in Situationen, in die du emotional involviert warst, sind dir schon oft die Sicherungen durchgebrannt. Kacchan wäre stolz darauf, aber du schämst dich ein wenig dafür. Kopfschüttelnd verbannst du den Gedanken aus deinem Kopf.
»Das hättest du gemacht, wenn Iida dabei gewesen wäre. Mit uns erlebst du ein wenig mehr Nervenkitzel«, erklärt Kiri stolz und nimmt eine Pose ein, von der er denk, sie wäre überzeugend. Fakt ist, dass du dich in dem Moment mit einer Vorbereitung a la Iida eindeutig wohler gefühlt hättest, aber das wolltest du keinem der beiden sagen.
Du drehst dich zu Bakugou, der schon auffällig lange nichts mehr gesagt hat, weil du dich langsam fragst, ob er überhaupt noch da ist.  Es war nicht seine Art, sich so lange still zu verhalten. Doch sein Blick ist stur auf das Wohngebäude der 1-B gerichtet und es scheint, als ob er sich konzentrieren würde.
Als du ihn gerade darauf ansprechen willst, wendet er sich dir zu, die Finger an den Lippen und schüttelt kaum merklich den Kopf. Deine Augen werden groß, weil du nicht weißt, was er dir damit sagen will. Vor dem Gebäude regt sich nicht einmal der Wind, alles liegt völlig idyllisch da. Und doch ... Er hat recht, eine eigenartige Spannung liegt in der Luft.
»Wir sind nicht allein«, flüstert er nur so, dass du und Kiri es hören könnt, und zeigt in Richtung des Gebäudes. »Schreib eine Nachricht an die anderen und informier unsere Lehrer. Kirishima, du gehst mit ihr zurück in das Gebäude der 1-A.«
»Wenn das ein weiterer Überfall der Liga auf die Schule ist, geh ich nirgendwo hin«, protestierst du und kämpfst die Angst, die in dir hochsteigt, nieder. Darauf bist du noch nicht vorbereitet, das weißt du selbst, aber du willst auch kein feiges Huhn sein. Immerhin willst du mal eine Heldin werden und wie konnte man das besser erreichen, als dass man einfach eine war?
»Aizawa hat selbst gesagt, dass du noch nicht genug Training mit deiner Macke hattest, und ich will dich in Sicherheit wissen«, Kacchan dreht sich zu dir um, bevor er, schockiert von seinen eigenen Worten noch eins drauflegt: »Ich kann mich nicht ständig nach dir umwenden und nachsehen, ob dich nicht doch einer entführt hat. Baka, jetzt tu endlich, was ich dir sage.«
Kiri scheint hin und her gerissen zu sein. Er will sich zwar an die Worte seines besten Freundes halten, aber deine Meinung nicht einfach übergehen.
Und du? Du stehst wie vom Donner gerührt einfach da und siehst Kacchan an, dessen aschblondes Haar unter einer Mütze versteckt ist. Die Zeit läuft euch davon und du weißt, dass du eigentlich tun solltest, was er dir sagt. Aber verdammt, diese bevormundende Art ärgert dich in dem Moment just einen Ticken zu viel.
Du öffnest deinen Mund, um etwas zu sagen, doch er kommt dir zuvor: »Die machen keinen Spaß. Und ich will mich nicht für den Rest meines Lebens fragen, ob meine Entscheidung zu deinem Tod geführt hat und ob ich das verhindern hätte können. Kiri, pack sie einfach und bring sie in Sicherheit. JETZT.« Sein Blick wandert zu seinem besten Freund, der genauso atemlos aussieht, wie du dich fühlst.
»Pass auf dich auf«, murmelt Kiri und greift nach deiner Hand. Einen letzten Blick auf Kacchan werfend, machst du am Absatz kehrt. Ihr lauft einen weiten Bogen um das Gelände, um nicht doch noch einem der Liga in die Arme zu laufen. Du fragst dich in diesem Moment, ob er das überleben wird. Allein vor dem Gebäude ohne sein Heldenkostüm und ohne Unterstützung, einem noch nicht sichtbaren Feind gegenüber, der allein oder in einer völlig irrwitzigen Überzahl sein könnte.
Du kannst nicht anders, als mit einem Mal dafür zu beten, dass dir weitere Wettkämpfe und verbale Auseinandersetzungen mit diesem Jungen vergönnt bleiben.


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Also eigentlich wollte ich das Kapitel ja ein wenig anders ausgehen lassen, aber irgendwie wollte es das nicht so ganz. Kennt ihr das, wenn Charaktere so gar nicht das machen, was ihr eigentlich für sie geplant habt?
~notanotherkat
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