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Crash and Burn

GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
James T. Kirk Leonard McCoy Spock
27.04.2021
23.10.2021
37
96.433
15
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
08.09.2021 3.157
 
Hallo meine Lieben,

sorry für das verspätete Update. Bei uns gab es Serverprobleme.
Macht aber nichts, so hatte ich noch ein wenig mehr Zeit und habe noch wenig an dem Kapitel herum gebastelt. Ich hoffe es erfüllt eure Erwartungen.

Nun aber nix wie los ins Vergnügen!

=^=


Erwachen

Anmutig und zärtlich schob er einen vulcanischen Kuss über die Hand seines Bondmates und spürte schon das sanfte Kribbeln unter seinen Fingerkuppen, als sich sein Geist behutsam nach Jims auszustrecken begann. Er spürte die Emotionen der verblassenden Echos des durchlebten Schreckens seines T`hy`las, was seinen ureigenen Beschützerinstinkt für Jim ansprach. Dennoch hielt er sich zurück, da er auch spürte, Jim wurde durch Sonakhs Präsenz an der Grenze zwischen Schlaf und Erwachen gehalten um ihn zu beruhigen.

Von seiner Bindung erhielt er augenblicklich nur gleichmäßig sanftes Pulsieren. Jim hatte womöglich noch nicht zu ihrem gemeinsamen Ort gefunden. Umso mehr verspürte er das drängende Bedürfnis mit ihm zu verschmelzen und seinen Geist wieder mit seinem zu vereinen, die Bindung zu bestätigen, wiederzubeleben und zu bekräftigen. Aber solange Jim in diesem Zustand gehalten wurde, würde er seinen persönlichen Bereich nicht betreten.

Der Heiler hatte inzwischen die Ankunft von Spock durch eine übertragene Vision erspürt. Er zog seine besänftigenden Energien zurück und Jim begann sich wieder bewusst zu werden. Er wurde unruhig, da er Spock noch immer nicht bei sich sah.

Sa-mekh? - Es ist so dunkel! Du hast gesagt, du bleibst bei mir bis Spock erwachen würde. Wo bist du? - War ja klar! Er ist weg wie alle anderen oder ich hab mir alles nur eingebildet. Fuck, ich bin allein. Scheiße, was mache ich nur?“

Ein stiller Anflug von Panik bahnte sich durch seinen Geist.

„Bleib ruhig Jim!“ so hatte Sonakh ihn noch nie zuvor in seinem Leben angesprochen, „Du hast nicht geträumt und du bist nicht allein gelassen. Ich bin hier! Jedoch ist es jetzt Zeit zu erwachen. Spock ist bereit.“

Panik wurde durch Aufregung ersetzt.

Was? Wo? Ich kann ihn nicht sehen! Es ist zu dunkel!“

„Nein du siehst nicht, aber du fühlst. Höre genau hin! Folge meiner Stimme und erwache! Komm Jim! Komm Jim und erwache! Erwache Jim! Jim! Jim!...

„JIM!“ wurde er von einer vage vertraut klingenden Stimme in die reale Welt gerufen.

Sonakh hatte die Verschmelzung beendet und löste seine Hände vom Gesicht seines Ziehkindes. Im Bruchteil einer Sekunde flatterten die Lider des Captains auf und intensiv dunkles Blau irrte mit weiten schwarzen Pupillen suchend umher.

„Sonakh? Sa-mekh, wo bist du? Ich kann nichts sehen! Es ist so dunkel!“ rief Jim aus.

„Verflucht!“ brach es aus dem Mund des menschlichen Arztes hervor und schon tanzte ein kleines helles Licht vor den Augen seines Freundes, gefolgt von einem Scanner.

„Bones? Bones, wo ist Spock? Ich kann ihn nicht sehen! Er sollte hier sein!“ purzelten die Fragen aus ihm heraus. Jims Herz raste unter der offensichtlichen Blindheit. Eine Hand schnappte nach seiner und drückte sie beruhigend auf die Laken.

„Beruhige dich! Er es geht ihm gut. Er ist hier. Hat eben noch deine Hand gestreichelt.“

„Jim, ashayam, ich bin hier!“

Jims Hände flogen suchend in die Richtung aus der Spocks Stimme kam. Sein Puls beschleunigte sich in ängstlich, aufgeregter Erwartung.

„Spock?“ flüsterte er andächtig, und in diesem einen Wort lag alles was er fühlte und sehnte.

Spock fing seine Hände aus der Luft und verflocht seine linke mit Jims rechter. Wie von einem Magneten angezogen, legte sich Jims linke darüber, fest, haltend, beschützend, bestätigend, liebend.

„Spock?“ fragte er erneut voll zitternder Ehrfurcht.

Er spürte die Wärme von Spocks Haut, sog begierig seinen über ihm schwebenden Duft in seine Nase, spürte seine Energie und plötzlich lagen seine Lippen in einer sanften Bürste über seinen eigenen.

„Spock?“ fragte er erneut.

Doch diesmal klang es eher nach einer dringlichen Bitte und Spock folgte. Warme Fingerspitzen verbanden sich mit den Schlüsselpunkten in seinem Gesicht. Der darauf folgende sanfte Druck und die Ankunft von Spocks Geist in seinem eigenen, schufen eine Kaskade von Explosionen, ein Feuerwerk, dass jegliche Dunkelheit in ihm erhellte, zum Einsturz brachte und allen Staub aus ihm fort schleuderte. Ihr gemeinsamer Lebensbaum erstrahlte für Momente in einer tanzenden Aura von Spektralfarben. Erleichterung, Heiterkeit und grenzenlose Liebe fegte durch beide hindurch, hieß sie taumelig werdend, heftig um Atem ringen. Sie drängten sich im Mindspace so eng aneinander, dass sie zusammen Eins wurden, was letztendlich zur Reinigung, Wiederbelebung und Bestätigung ihres Bondes führte.

Als Spock sich schließlich aus der Verschmelzung löste, erstrahlte ihr Bond mit neuer Kraft und alten Glanz in ihrer beider Bewusstsein.

Jim öffnete seine Augen und hielt, stöhnend eine Hand zum Schutz gegen die eindringende Helligkeit entgegen. Sofort wurde sie weggezogen und ein Tricorder schwebte vor seiner Nase. Beleidigt schob er nun seinerseits diese von sich fort.

„Mir geht es gut Bones!“

„Halt die Klappe und folge meinem Finger! Ich muss deine Augen prüfen“, bekam er von seinem besten Freund eine mürrisch klingende Antwort.

Okay, das könnte er für Bones tun. Aber er schenkte ihm lieber ein trotziges Baby-blues Lächeln.

„Bones ich kann sehen!“ versicherte er ihm und zur Bestätigung begann er die Anwesenden im Raum aufzuzählen. „Ich sehe dich und Spock und, und Sonakh???“

Jims Augen wurden feucht und drohten über zulaufen.

Er war wirklich hier? Sonakh war hier? Er konnte es nicht begreifen. Träumte er noch immer diesen seltsamen Traum? Aber nein, er war ja in der Krankenstation und Bones erstach ihn gerade mit einer Hypo im Nacken.

„Autsch Bones! Was soll das? Was ist hier eigentlich los? Warum bin ich hier? Und warum sehen mich alle so seltsam an?“ stellte er eine Frage nach der anderen. Er brauchte Kontext. Etwas war mit ihm passiert und er wusste nicht was.

„Hab dich nicht so. Das waren nur Vitamine und ein Energiebooster. Woran erinnerst du dich?“ fragte Bones und durchbohrte ihn fast mit seinem kritisch diagnostischen Blick.

Jim legte seine Stirn in nachdenkliche Falten, während er über die Haut im Nacken rieb und nur langsam erhellte ein Schimmer von Erkenntnis sein Antlitz.

„Wir waren auf Neu-Vulcan. T`Pring …? Eine Priesterin verschmolz mit mir und du brachtest mich zu Sareks Haus. Und dann, dann kam ein – Schmerz über mich...“, sprach Jim recht langsam, sich an jeden Erinnerungsfetzen klammernd. „...ein Schmerz wie ich ihn noch nie erlebt habe. Und jetzt bin ich hier.“

Jim blickte lauernd aus seiner Erinnerung auf seinen Freund auf, dann zu Spock und wieder zu Bones.

„Was?“, fragte er skeptisch.

„Ja, so ungefähr“, erwiderte Bones und zog sich eine Hand über sein Gesicht, um dann seinen Nasenrücken im Anschluss zu kneifen.

„Lexorin kann durch seine dämpfende Eigenschaft in seltenen Fällen zu Erinnerungslücken während der Wirkungspanne führen“, erklärte Sonakh.

„Was habe ich verpasst?“ forderte er zu erfahren. „Spock? - Bones?“

Zunächst etwas zurückhaltend begann McCoy ihm die Begebenheiten der letzten Stunden zu berichten und endet damit, dass er Jim für mindesten drei Wochen in medizinischen Urlaub versetzte. Er rechnete schon mit der üblichen Abneigung des Captains gegen die medizinische Order. Doch die Übermacht liebevoll strenger Blicke ließ Jims Widerstand schnell schrumpfen und ihn für diesmal schweigen. Er nickte lediglich mit verdrießlicher Miene ein zustimmendes Nicken. Bones hob überrascht eine Augenbraue.

Ja, diese Geste war nicht nur für Vulcanier reserviert!

Er wurde wohl langsam klüger, oder die Offenbarungen der letzten Stunden hatten ihn zu viel abverlangt. Er wusste es selbst nicht.

„Ich gebe dir noch eine neurologische und Spock eine physische, dann entlasse ich dich mit ihm heute Nachmittag auf eure Quartiere. Es wäre von Vorteil, wenn ihr euch beide noch ein wenig ausruht! Nyota wird Tommy sicher gern noch ein paar Stündchen behalten“, ordnete McCoy mit seiner ärztlichen Autorität an.

„Echt jetzt Bones? Du schickst mich wirklich auf meine Zimmer?“ und ein spitzbübisches Grinsen flog auf sein Gesicht.

„Werd‘ erwachsen Jim!“ murrte Bones ihn an. „Für solche Dinge ist Spock noch nicht fit genug. Du wirst deine Finger schön bei dir behalten. Sicher willst du mit Heiler Sonakh noch ein paar Worte wechseln, oder er mit dir. Schließlich hing er die letzten drei Stunden wie eine Kaminar Riesennapfschnecke an deinen Geist geheftet. Und die ehrenwerte T`Pau will sicher auch ein paar Worte an dich richten.“

„Oh, T`Pau!“ hauchte Jim ehrfürchtig.

Sein Blick fiel erst jetzt auf die kleinere Gestalt hinter Spock. War er zu sehr mit aufwachen und sich orientieren beschäftigt gewesen, dass er die Vulcanierin nicht im geringsten registriert hatte?
Fuck! Was für einen Eindruck machte das denn über den Bondmate von Spock. Augenblicklich richtete er sich in seinem Biobett auf, kämpfte den heftigen Schwindel nieder und hob seine Hand zu einem perfekt ausgeformten Ta`al mit einer dezent angedeuteten Kopfbeugung, um seinen Fehler zu begleichen und die Matriarchin des Clans und Oberste des Ältestenrates entsprechend zu begrüßen.

Bones verdrehte genervt seine Augen. Natürlich bekam er dieses Fingerspiel ohne Verrenkungen zustande. Egal, wie auch immer.

T`Pau erwiderte den Gruß mit stoischem Ausdruck. Jeder andere würde sie für kalt halten, doch Jim erkannte die gleichen Nuancen an Mimik, die auch Spock zutage zu fördern pflegte. In ihren Augen lag ein dezenter warmer Schimmer des Willkommens. Dennoch hielt sich Jim etwas aufrechter im Bett, wollte er vor dieser wichtigen Größe nicht als schwach angesehen werden.

„Es ist unlogisch sich herauszufordern für die Einhaltung der Anstandsregeln, die sich aufgrund bestimmter Ereignisse deiner Kontrolle entziehen. James, ich bin erfreut dich wieder wohlauf zu sehen. Es wird erwartet, dass du und Spock die offizielle Bindungszeremonie gemäß der Tradition abhaltet. Am besten noch vor Beendigung dieses Tages. Spock wird in diesem Zusammenhang mit Saavik, der jetzt ersten Clan-Prinzessin des Clans der Nashih, Tochter von T`sai T`Shanik und Ziehtochter von S`haile Arev, in Kontakt treten. Das Aufgebot mit ihr sichert die Blutlinie Suraks. Dies wird gegenüber den Logikextremisten, den Tvelshu d`Vel`nahr, zugleich eine klare Botschaft übermitteln. Zusammenhalt, Akzeptanz, Toleranz und Frieden sind Werte, die seit den großen Kriegen tief in uns verwurzelt sind. Es ist kein Platz für Alleingänge, gerade in einer so verwundbaren, veränderlichen Zeit wie wir, das Volk Vulcans, sie derzeit erleben.“

Ihre Stimme war klar, hell und zunächst mit einem weichen Unterton, dennoch klang alles sehr nach einem Befehl, dem er und Spock sich zu fügen hatten. Ja klar, sie hatten ihre Bindung und sie war vor dem Hohen Rat bereits durch zwei unabhängige Priesterinnen bestätigt worden. Aber er verstand warum T`Pau ihn und Spock das fragte. Ihr Volk brauchte die öffentlich durchgeführte Bindungszeremonie des führenden Clan-Prinzen mehr als alles andere. Und im Beisein des Hohen Rates würde dies ein starkes Statement an die Sub-Clans sein, sich an ihre Prinzipien zu erinnern, sich an IDIC und Logik zu orientieren, wie es Surak einst für sie formuliert hatte. Dann würden sie, die stolze Rasse der Vulcanier, in einigen Jahrzehnten mit den jungen Trieben neuer Generationen erstarken und wieder auferstehen.

Jim behagte es nicht sonderlich. Besonders der Teil mit einer extra für Spock ausgesuchten Vulcanierin, die er mit seinem Samen imprägnieren sollte. Wie würde das von statten gehen? Musste Spock dafür in einen Becher wichsen? Oder würde es eines echten sexuellen Kontaktes bedürfen? Wie ging es Spock damit? Sein Blick wanderte von der Clan-Matriarchin auf seinen Partner. Spock stand steif mit unerschütterlicher Miene. Doch in ihm schien es zu brodeln. Eine emotionale Nuance von Unzufriedenheit, Unsicherheit und Nervosität schwappte über die Bindung zu ihm herüber. Oder war es nur eine Spiegelung seiner eigenen Gefühle?

Spock erwiderte seinen Augenkontakt, bot ihm den Hauch eins ozh`esta zur Beruhigung. Ein tih-fnakaya telan, eine sogenannte Y-Bindung schien wohl kein neues Konstrukt für die Vulcanische Rasse zu sein. Doch es erlebte gerade in dieser Zeit der Erneuerung ein Wiederaufleben, da so auch eigentlich homophobe Paare ihren Beitrag zum Erhalt ihrer Rasse beitrugen. Auch wenn es Spock ebenso wenig behagte wie Jim, er würde sich dem Willen der Matriarchin in diesem Fall beugen müssen. Er trug als erster Prinz des Clans nun mal die Verantwortung zur Weiterführung von Suraks Blutlinie.

Sonakh hatte sich bis eben höflich zurück gehalten, doch jetzt war ein Einwand seinerseits von Nöten.

„Pid`kom T`Pau, ...“, sprach er sie mit ihrem Titel an. „ich gebe zu bedenken, dass sowohl James als auch S`haile Spock von ihren Verletzungen ein gewisses Maß der Erholung bedürfen. Daher empfehle ich die Zeremonie in frühestens drei Vulcan-Tagen abzuhalten. In der Zwischenzeit werde ich mit James arbeiten, um die Heilung seiner Verletzungen sicher zu halten.“

Die Älteste atmete hörbar durch. Diese ganze Angelegenheit tangierte auch sie auf einem emotionalen Niveau, da sie sich schon immer und seit der Auslöschung Vulcans erst recht, für ihren besonderen Enkel verbunden fühlte. Politik war zu bestimmten Zeiten ein echt schwieriges Blatt. Dennoch ließ sie sich auf die Empfehlung des Heilers ein.

„In Ordnung. In 76 Standartstunden findet die Zeremonie auf dem neuen Ort von koon-ut-kalifee statt. Spock, ich erwarte von dir, dass du James gemäß unsere Tradition auf alles vorbereitest!“

„Affirmativ. Wir werden bereit sein.“

Ein zittriges Schwanken zog sich durch Spock. Seine Beine gaben sich unter der Anstrengung des Stehens geschlagen. Spock vermochte sich kaum noch gerade zu halten und stützte sich schließlich doch an Jims Bettrand auf. Das verursachte ein sofortiges Aufsetzen von Jim um seinen Partner zu greifen, was allerdings erneuten Schwindel, etwas stärkere Kopfschmerzen und ein unterdrücktes Stöhnen bei ihm verursachte.

„Spock, ich denke du bist erst mal genug gestanden. Ab in dein Biobett und ausruhen!“ befahl McCoy augenblicklich. Auf Jims Nacken donnerte ein Schmerzmittel in die Haut.

„Autsch! Verdammt Bones! Gewöhn‘ dir das endlich ab mich mit den Dingern zu malträtieren! Wo versteckst du die Teile nur immer?“ beschwerte sich Jim auch prompt.

„Tja, einer meiner Vorfahren war wohl gut mit Houdini dran. Du bist der einzige, der dabei so einen Aufriss macht.“

„Du bist gemein. Andere bestrafst du ja auch nicht damit!“ führte Jim seine Beschwerde weiter.

„Ich liebe dich auch, Idiot. Ich kann nicht anders und ich höre erst damit auf, wenn du dich wie ein vernünftiger Patient benimmst. Also Beine wieder ins Bett und hinlegen!“ schimpfte er gespielt und schenkte Jim dann eines seiner liebevollen Lächeln, als dieser brav der Anweisung folgte.

„Du tust gut daran deinem Arzt zu folgen, James. Ich werde mich jetzt zurück ziehen. Wir sehen uns in drei Vulcantagen“, sprach T`Pau ernst und hob zum Abschied ihre Hand in den traditionellen Gruß.

„Ha, Pid`kom T`Pau!“ antwortete Jim respektvoll in Sakana, dem Dialekt der vulcanischen Heimatsprache des Clans der Ältesten und erwiderte den Handgruß.

T`Pau verließ den Raum in Begleitung von Dr. McCoy und wurde von ihm durch die Flure zum Transporterraum hofiert.

„Ich begrüße Ihre Zugewandtheit für Spocks und James gesundheitliche Fürsorge außerordentlich. Nicht jeder menschliche Arzt wäre bereit seinen Horizont zu erweitern, den Rat und die Hilfe eines vulcanischen Heilers einzufordern. Danke, Doktor McCoy!“

„Ma‘am, es ist kein Dank von Nöten. Das ist mein Job und es war in diesem Falle logisch sich auf die Möglichkeiten anderer Optionen zu besinnen“, wehrte er das Lob bescheiden ab. Er sonnte sich nie in der Aufmerksamkeit anderer. Für solche Nebensächlichkeiten hatte er sich nie interessiert. Ihm machte seine Arbeit Spaß und am meisten dann, wenn er seinen Patienten wirklich helfen konnte. Dazu zählte nun ml auch sich mit Kollegen auszutauschen, egal aus welcher Richtung sie kamen.

„Spock wird Sie sicher bitten als Begleiter der Zeremonie beizuwohnen. Fühlen Sie sich geehrt. Außenweltlern ist es gewöhnlich nicht gestattet daran teilzuhaben. Wir werden eine Ausnahme machen.“

„Danke Ma‘am. Ich werde mich bemühen keinen Anlass für Klagen zu bieten.“

McCoy strengte sich an ein ernstes Gesicht zu machen und hob seine Hand hinter dem Rücken hervor, wo er sie mit der anderen zu einem wackeligen, steifen und beinahe schon schmerzhaft aussehenden vulcanischen Gruß vorgeformt hatte.

Sie nickte ihm mit einem Anschein eines Lächelns in den Augen zu und betrat die Plattform. Dann erhob auch sie ihre Hand zum Gruß und löste sich binnen von Sekunden im Transporternebel auf.

Mr. Kyle grinste ihn an.

„Was ist so lustig?“ knurrte McCoy ihn, seine Hand reibend, an.

„Nichts Sir!“ beschwichtigte der Transportechief die Laune des Arztes. „Bei allem Respekt, ich denke nur, Sie könnten ein paar Fingerübungen versuchen, damit sich Ihre Hand nicht so verkrampft. Das sah sehr anstrengend aus, Sir!“ führte er eine vorsichtige Erklärung an.

„Hmpf! Kümmern Sie sich um Ihren Kram!“ erwiderte McCoy genervt und stampfte davon. Doch insgeheim gab er dem Mann Recht. Der hatte schließlich schon einige Begrüßungsrituale hier im Transporterraum gesehen und mitgemacht. Es konnte wohl wirklich nicht schaden ein wenig zu üben. So ließ er auf dem Weg zurück zu Jim und Spock seine Finger ordentlich zappeln.

Jims fröhliches Lachen hallte ihm über den Flur aus der geöffneten Tür entgegen. Christine verließ soeben das Zimmer und trug ebenfalls ein herzliches Lachen auf ihrem hübschen Gesicht. Die Anspannung der letzten Stunden wegen der Sorge um die beiden ranghöchsten Führungsoffiziere hatte sich wieder einmal in nichts aufgelöst.

Leonard ließ sich von der gelösten Heiterkeit gern anstecken und betrat das Zimmer mit einer ausgelassenen Grundlaune im Bauch. Oh wie war er erstaunt den Heiler auf Jims Bettkante sitzend vorzufinden und noch dazu mit einer von Jims Händen auf dessen Unterarm ruhend.

Verdammt konnte der Junge denn seine Finger nie bei sich behalten? Klar, er war schon immer sehr taktil im Umgang. Aber das ging doch nun wirklich zu weit!

„Jim, verdammt! Benimm dich doch mal! Kann ich dich nicht fünf Minuten aus den Augen lassen?“ schnarrte er den völlig verdutzten Captain an.

„Was denn?“ fragte er sich keiner Schuld bewusst zurück.

Leonard atmete schwer seufzend.

„Nimm deine Hand von dem Mann! Das ist ein Vulcanier! Checks mal! Wenn du Spock andauernd anfassen musst, ist das was anderes und eure Sache. Ihr seid ja liiert. Aber der Heiler braucht sicher nicht deinen ...“

„Hey Bonsey, mach mal langsam. Das ist schon okay so. Dieser Mann hier, wir kennen uns schon eine Ewigkeit. Er hat mich praktisch groß gezogen. Bones, darf ich vorstellen? Mein Ziehvater Sonakh, sa-mekh, mein bester Freund Bones und CMO, Dr. Leonard McCoy.“

Ein hundert Gulden Grinsen zog sich von einem Ohr zum anderen über Jims Gesicht und der Heiler gab ein anerkennendes Nicken preis.

„Oh, Ohhhh … Sie sind … Du meine Güte! Jim du Hund! Warum hast du mir das nicht gleich gesagt? Ja wenn das so ist. Jim iss endlich dein Frühstück auf! Denn ich brauche noch heute deine neurophysiologischen Indizien für deine Akte“, fiel Bones in sein typisch knurriges Muster.

„Immer mit der Ruhe Bones!“ beschwerte sich Jim. „Christine hat es doch gerade erst gebracht. Der Kaffee ist noch ganz heiß und für dich ist auch eine Tasse dabei. Komm und setz dich zu uns!“

Der Einladung konnte der Arzt nun nicht widerstehen. Christines Kaffee war immer ein Gedicht. Das gemeinsame Frühstück wurde eine angenehme Runde in der Jim Erinnerungen aus seiner Kindheit teilte. In den Augen des Heilers funkelte begeistertes Amüsement darüber. Hin und wieder fügte er ebenfalls kleine Anekdoten ein und brachte sogar Spock damit zu einem Anflug eines Lächelns.

Doch irgendwann musste selbst die ausgedehnteste Mahlzeit ein Ende nehmen. Sonakh verabschiedete sich in sein vorübergehendes Gästequartier für eine Meditation und McCoy begann mit den Tests an den beiden Offizieren.

=^=

Tbc...
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