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Crash and Burn

GeschichteDrama, Freundschaft / P18 / MaleSlash
James T. Kirk Leonard McCoy Spock
27.04.2021
20.09.2021
35
92.450
12
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27.04.2021 2.290
 
CRASH AND BURN


Tonk'peh,

Willkommen zu meinem neuen Stück: „CRASH AND BURN“.

Lass dich entführen in eine Welt um die Macht der vulcanischen Bindungen.

Die Geschichte spielt in der Kelvin-Time-Line, jedoch erfährt Jims Kindheit eine kleine Abwandlung. Lass dich überraschen.


Es gilt wie immer, die Original-Charaktere und das Star Trek Universum gehören Gene Rodenberry und Co. (Paramount, CBS, usw.)

Ich versichere, eine kommerzielle Nutzung durch mich in jedweder Form ist nicht beabsichtigt. Diese Geschichte dient nur dem hobbymäßigen Spaß unter Fans.

Für dieses Werk habe ich mir erstmals eine Beta - Unterstützung von MEGA alias "Fragments of Time" gegönnt und bedanke mich vorneweg für ihre Stunden an Lesearbeit und Korrektur, meiner 'alten' Rechtschreibung...
Alle noch verbliebenen Fehlerchen gehören mir allein oder sind meinem Dickkopf zuzuschreiben. (¬‿¬)

Und nun wünsche ich euch viel Spaß und hoffe auf viele, viele, viele eurer Reviews, Kommentare, Favos oder auch einfach nur Leserzahl. ☜(゚ヮ゚☜)


Eure Ti Leyni Miju


=^=


Crash and Burn

2245 Ein neuer Gast

T`Khut hing schwer als rötlich goldene Schale am dunklen Morgenhimmel. Der kleinere Schwesterplanet von T`Khasi wurde in sanftem Schein von Eridani 40 angestrahlt und schimmerte in morgendlich, heimeliger Färbung. Sie wirkte so nah, als könne ein dürstender Reisender in der Wüste des Glühofens sie mit einer Hand vom Himmel pflücken, um daraus einen kühlen Schluck süßen Wassers zu trinken und darin die ersehnte, erquickende Erfrischung zu finden.

Eine andere, aber dafür reale Erfrischung war die sanfte, kühle Brise, die über die weiten Ebenen fegte und sich schließlich an den Felsformationen der begrenzenden Gebirgen fing. Doch auch diese kalte Luft der Nacht würde sich in wenigen Stunden in die alltägliche glühende, weiße Hitze des Glühofens verwandeln und jedem Lebewesen, das es wagte diesen Ort zu betreten, das Äußerste abverlangen und jeglichen Atem zu nehmen versuchen. Der Ruf eines einsamen Langa-kar, der von seiner nächtlichen Jagd in den Schutz der Felsen zurückkehrte, schnitt entfernt hoch oben durch die dünne, klare Luft.

Doch ausgerechnet hier, an diesem ungastlichen Ort, gab es eine kleine unvermutete Quelle in einer der versteckten Höhlen. Und hier wurde vor vielen Jahrhunderten ein kleiner Tempel errichtet, ein Kleinod, der Reisenden stets eine Rast ermöglichte, ehe sie den Glühofen durchquerten, oder ihnen Quartier bot, wenn sie ihn erschöpft verließen. Hier lebten nur sehr wenige Vulcanier dauerhaft, denn das Leben hier draußen war rau und von vielen Entbehrungen und Einsamkeit geprägt.

Manchmal jedoch verirrte sich ein einsamer Wanderer scheinbar absichtlich, verloren in seinen mentalen Kontrollen, auf der Suche nach Heilung durch tiefste Meditation und Ruhe vor dem Chaos seiner ihm entrissenen Logik. Er wurde dann aufgenommen und vom Heiler und Tempelmeister oder einem der Akolythen versorgt, bis er wieder ging oder starb wenn der Erfolg ausblieb. Manchmal kamen sie sogar nach ein paar Jahren wieder.

An diesem Morgen störten hastig hin und her geworfene Worte den friedlichen Schlummer eines Jungen im oberen Geschoss des kleinen Wohnkomplexes. Die zunehmende Lautstärke der begleitenden Geräusche wurde vom sanften Lüftchen durch das weit geöffnete schlanke, lange Lüftungsfenster in die Kammer des schlafenden Kindes getragen, weckte ihn und seine angeborene Neugierde trieb ihn aus dem schmalen Bett zum Fenster.

Unten im Hof entdeckte er einen der Adepten und den ehrwürdigen Trensu Sonakh, die sich in einem Disput befanden. Eigentlich war Sonakh die Ruhe in Person, wie immer, aber Taurik schien über irgendetwas verärgert und lamentierte laut vor dem Meister, während eine kleine Person in einer blauen Robe einen offensichtlich körperlich geschwächten Vulcanier in brauner Robe stützte.

Der Adept verbeugte sich schließlich und wandte sich ab, um Gepäck aus dem Schwebefahrzeug zu holen. An den Mundwinkeln des kindlichen Beobachters der Szene zupfte ein leichtes Grinsen von Schadenfreude. Inzwischen verschwand der Meister mit den Gästen im Eingang. Unvermittelt streiften die harten, eisigen Augen des Adepten seine Sicht, ließen sein Lächel sterben und trieben ihn hastig in den Schutz der Dunkelheit und Stille seiner Kammer zurück.

Er mochte Taurik nicht, da er sich auf Grund seiner vulcanischen Abstammung für was besseres hielt und ihn mit unmöglichen Dingen und gemeinen Aufgaben traktierte. Und dennoch war es gerade egal. Seine Gedanken blieben bei dem Bild verhaftet, wie sich die schlanke Gestalt schwer auf die Kleinere in Blau gehüllte stützte. Es hatte von seinem Geist Besitz ergriffen und sich unauslöschlich eingebrannt.

Schon allein die ungewöhnlich seltene Farbe der Robe des zart wirkenden Begleiters begeisterte seine Sinne. Er hatte, seitdem er hier vor etwa acht Jahren aufwachte und nichts weiter als seinen Namen besaß, diese Farbe, ein sattes, kräftiges, leuchtendes Blau, nicht mehr gesehen. Vage Erinnerungen an einen Ort mit hellblauem Himmel und Feldern von starken Pflanzen, die höher wuchsen als er selbst, stiegen aus tiefen vergessenen Ecken in seinen Gedanken empor.

Mitten in einem dieser Felder stand ein großer, sehr alter Baum, mit einer Baumhütte und einer altmodischen Reifenschaukel. Wer auch immer das gebaut haben mochte, er wusste definitiv was Kindern Spaß bereitete. Jetzt aber sah er sich dort schaukeln und an einem dieser Dinger knabbern, die auf dem Feld an den dicken, grünen Stängeln wuchsen. Gelbe Körner, süß und saftig, fein säuberlich an einem Kolben aufgereiht und bereit von seinem Kindermund verspeist zu werden.

Eine Frau kam aus dem Feld auf ihn zu, in einem wehenden blauen Kleid. Die Haare blond und schulterlang, wurden vom Wind sanft um ihr Gesicht getragen. Doch ihr Bildnis selbst war inzwischen zur Unkenntlichkeit verblasst. Er wusste nur, es war seine Mutter, die lachend nach ihm rief. Es tat kaum noch weh. Ein Hauch von Sehnsucht erfasste ihn trotzdem, wie immer wenn er sich flüchtig an diese glücklichen Momente zurückerinnerte. Aber es war längst nicht mehr so schlimm. Er war schon so lange hier, wo rot, braun und sandfarbene Töne dominierten und das wenige schmachtende Grün der gehegten Nahrungspflanzen kostbar war. Hier war nun schon lange sein Zuhause, in der Einöde am Rande der Schmiede.

Trensu Sonakh war zugleich ein angesehener Hakausu, als auch der oberste Priester dieses auf den ersten Blick verlassen wirkenden, überschaubaren Tempels. Er hatte sich der Erziehung des Menschenjungen angenommen, als er 2237 auf so ungewöhnliche Weise von einem Vulcanjungen während dessen ersten Kahs-wan gefunden und hier hergebracht wurde. Sonakh versorgte zunächst die offensichtlichen körperlichen Wunden. Noch unter den Einwirkungen des Heilungsprozesses forderte der hungrige Geist des menschlichen Jungen mit Wissen gefüllt zu werden. Auch wenn es zu Beginn durch die völlig andere Emotionalität des Kindes deutliche Herausforderungen für die wenigen dauerhaften Bewohner mit sich brachte.

Nachdem Sonakh für das körperliche Wohlbefinden gesorgt hatte und der Kleine zu genesen begann, suchte er nach der Herkunft des Kindes, was sich ein wenig schwierig darstellte, da sich das verunglückte Kind nicht daran zu erinnern vermochte, was ihm passiert war. Erst nach Wochen erlangte er wenige Erinnerungsstücke seines bisherigen Lebens zurück. Dennoch reichte dies nicht aus, um seine Identität zu entschlüsseln und mögliche Verwandte aufzuspüren. Der Vulcanjunge wurde später ebenfalls zum Fundort befragt. Und auch dieser Hinweis blieb ohne brauchbares Ergebnis. Und so entschied Trensu Sonakh das Kind im Tempel aufzuziehen und ihm eine Ausbildung angedeihen zu lassen. Doch das lag nun wirklich schon lang zurück.

Er schüttelte sich aus den Erinnerungen und trat aus seiner Kammer in den morgen-kalten Flur des Schlaftraktes. Barfüßig schlich er sich den schmalen Gang entlang zum Gästetrakt. Er musste unbedingt hinter das Geheimnis des Besuchers mit der blauen Robe und seines kränklichen Begleiters kommen. Und was lag da näher als nachzusehen?

Der Gang lag still. Weder einer der Akolythen oder Trensu Sonakh waren zu sehen, noch zu hören. Doch je weiter er sich den Flur entlang schlich, desto mehr nahmen seine Ohren ein leises Wimmern, manchmal unterbrochen von schwerem Stöhnen, wahr. Was auch immer den Vulcanier getroffen hatte, es schien äußerst unangenehm und schmerzhaft zu sein. Mit klopfendem Herzen drückte er mit einer Hand gegen die schwere, angelehnte Tür.

Knarzend gab diese nach dem Bruchteil einer Sekunde nach und gab den Blick auf den leidenden Gast frei. Dem Jungen stockte der Atem und doch konnte er nicht anders, er sah noch einmal kurz hinter sich, ob niemand in Sicht war und schlüpfte dann in die Kammer. Mit Aufregung und stetig steigendem Herzschlag trat er langsam näher. Der Vulcanier schien seine Anwesenheit in seinem Leiden überhaupt nicht wahrzunehmen. Voller Neugier und innerer Unruhe nahm er jedes Detail des Anblicks vor sich auf.

Der Vulcanier lag auf einem steinernen Meditationsblock und über seine Handgelenke, Oberarme, Fußgelenke und Oberschenkel war eine Art metallene Fixierung über der Kleidung angebracht worden. Unter seinen geschlossenen, zitternden Lidern huschten die Augen unruhig hin und her. Die Brust hob und senkte sich viel zu schnell für einen Vulcanier und das Wimmern klang für den Menschenjungen herzzerreißend. Weiß schimmerten Knochen an den fest zusammengepressten Fäusten hervor. Und was dem Jungen besonders ins Auge fiel, dem Vulcanier glitzerten zarte kleine Schweißperlen auf der Stirn. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen. Vulcanier schwitzten nicht.

„Oh, man!“, entfuhr es ihm leise.

Da schnappten die Augen des Vulcaniers plötzlich auf und bohrten sich mit seinem dunklen Blick in ihn. Aus ihnen sprach eine unsägliche Qual. Wasser begann sich in ihnen zu sammeln und drohte an den Rändern überzulaufen.

Was passierte nur mit diesem armen jungen Mann? Und warum fühlte er sich ihm so vertraut, als würde er ihn bereits kennen?

„Awh, ahh - hilf, - hilf mir! Bitte! Ich, - diese Schmerzen, bitte … - Rrrrr! Ich will …, brauche ...“,
jammerte der Vulcanier völlig unzusammenhängend.

Das ergab keinen wirklichen Sinn für den Jungen. Er sah sich im Raum um und griff nach der Wasserschüssel und dem Lappen. Mit dem befeuchteten, weichen Tuch begann er die Stirn abzutupfen und für Erfrischung zu sorgen. Dabei berührte er zufällig die Haut und stellte fest, dass sie regelrecht glühte.

„Du hast Fieber. Hakausu Sonakh wird sicher gleich zurück sein und dir helfen. Es wird dir bald wieder besser gehen. Sonakh ist echt der beste Heiler, den ich kenne. Hm, kein Kunststück“, gluckste er und grinste auf ihn herab. „Er ist ja auch der einzige Heiler hier. Die anderen die sich hier versuchen, kommen nicht an ihn ran. Wirst sehen, im Nu bist du wieder auf den Beinen.“

Er hatte es nicht wirklich bemerkt, aber er hatte angefangen in seiner eigenen Muttersprache zu plappern und der Vulcanier hatte ihm aufmerksam gelauscht, dabei die blauen Augen des Menschenjungen ständig fixiert gehalten. Dem Jungen war nicht bewusst, ob der junge Mann ihn überhaupt verstand, aber sein Wimmern hatte sich merklich reduziert. Lediglich die gesteigerte Atmung und ein heftiges Zittern, welches sich über den ganzen Körper zog, zeugten von den Strapazen unter denen das Wesen litt.

Eine einzelne Träne verließ nun sein rechtes Auge und der Mensch hatte sie gesehen. Mit seinem Daumen fing er sie auf. Dabei legten sich der Zeige und Ringfinger wie von selbst auf die natürliche Schlüsselposition an der Schläfe und sein Daumen wanderte noch tränenfeucht an seine vorherbestimmte Position auf dem Wangenknochen.

Abrupt kribbelte unglaubliche Hitze durch die Finger des Menschenjungen und in Bruchteilen einer Sekunde über die Nervenbahnen in sein Gehirn. Unfähig sich zu rühren verharrte er wie gelähmt, während sein Sehzentrum kaleidoskopartige Lichtbilder in grellen rot-orange-weiß Tönen hinter seinen Augen erschuf. Aus seiner Kehle quetschte sich ein erschrockenes Keuchen, und dann fühlte er sich von einer anderen Präsenz aus seinem Körper gezogen.

Er wusste in diesem Moment nicht einzuordnen, ob dies der Realität entsprach oder ob es sich um ein Hirngespinst in Folge seiner unmittelbaren Angst handelte.

Eine Stimme drang zu seinem Bewusstsein durch.

„Hilf mir! Hilf mir, Jim! Bitte! Fürchte dich nicht, mein Freund, mein Bruder, mein – T`hy`la!“

„Was? Wie?“

„Jim, hilf mir!“

Ihm wurde bewusst, dass der andere ihn direkt meinte, ihn kannte, ihn mit einem neuen und zugleich urtümlich vertraut wirkenden Namen benannte. Das war irgendwie gruselig. Er sah sich um und bemerkte, dass er tatsächlich über seinem Körper schwebte. Und es gab eine transparent sonnengelb leuchtende Verbindung zwischen seinem jetzigen Sein und seinem Körper. Von seinem Hinterkopf sah er dieses Band entspringen, welches wie eine Nabelschnur zu seinem transzendenten “Selbst“ führte und ihn fest verankerte. Fasziniert von diesem Anblick hob er probehalber eine Hand und wedelte damit vor seinem geistigen Gesicht.

„Wow, wie cool ist das denn!“

„JIM! HILF MIR!“

Der erneute, eindringliche Ruf nach seinem Selbst riss ihn aus seiner Entdeckung und lenkte seinen Fokus auf die andere transzendente Entität. Sie trug ebenso eine Verbindung zu ihrem Körper wie er selbst, aber sie hatte kein leuchtendes Strahlen. Ihre Färbung zeigte sich in einem blassen, kränklichen Schimmern von bläulich-grüner Aura. Schmerz und Not zitterte in den Worten mit und Jim konnte die Vibrationen dieser Empfindungen regelrecht durch seinen eigenen Leib ziehen spüren. Dennoch, oder gerade deshalb war er unsicher was hier geschah und wie immer wenn er so war, fing er an zu reden und zu fragen.

„Ich kenne dich, oder? Wir - wir sind uns schon einmal begegnet. Richtig?“

Der andere blieb stumm.

„Du - du hast mir vor ungefähr acht Jahren das Leben gerettet. Stimmt‘s?“

Der andere beobachtete weiter nur still die Versuche des Jüngeren sich zusammenzusetzten.

„Und du, du bist - verdammt, du bist SPOCK!“

Freudiges Erkennen flutete die Gedankenwelt des Menschen und sein leuchtendes Ich strebte auf die blass schimmernde Silhouette, mit der nächsten für ihn wichtig scheinenden Frage, zu.

„Man Spock, was ist passiert?“

Doch ehe Spock darauf antworten konnte, berührten sich die beiden Seelensilhouetten an ihren Händen und verwoben zu einem weiß-gold leuchtendem Glühen. Jim schrie, von der mentalen Stärke und den gewaltigen Emotionen, bestehend aus überwältigendem Schmerz, erbarmungsloser Angst und dem Feuer des Vulcaniers, getroffen auf. Als sich ihre Seelen voneinander lösten, hatte sich ein starkes Band zwischen ihnen gebildet, was zuvor nur der Hauch eines Schattens von einem Seidenfaden gewesen war. Jim sank ohnmächtig in seinen Körper zurück, während Spock nur hilflos mit ansehen konnte, wie sein Freund von ihm fortglitt und dann weggebracht wurde.


=^=

Tbc ...
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