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Unite to duel

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Mix
Aki Izayoi / Akiza Izinski OC (Own Character) Rua / Leo Ruka / Luna Yaeger / Lazar Yusei Fudo
27.04.2021
10.06.2021
6
12.632
2
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Dieses Kapitel
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27.04.2021 2.254
 
Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten, und das plätschernde Wasser, das durch den nahegelegenen Bach floss, verbreitete eine unglaublich entspannte Atmosphäre. Nichts schien diese Idylle stören zu können.
Zumindest fast nichts.
Denn es gab eine Sache, die dieser angenehmen Stille einen Strich durch die Rechnung machte. Und diese Sache waren einige laute Jugendliche im Garten eines Einfamilienhauses, die sich mal wieder mit ihrem Lieblings-Kartenspiel beschäftigten: Yu-Gi-Oh!
„Willst du mich für blöd verkaufen?“, fragte Alice Parker gerade ihren Gegner Hendrik Jigoku, der ihr gegenüber auf einem Stuhl saß und zufrieden lächelte. Sie befanden sich mitten in einem Duell, und sie hatte gerade gegen den jungen Mann und seine blauäugigen Monster verloren. „Alice, ich habe dir doch hundertmal erklärt, dass man den Chaos-MAX Drachen und den alternativen ultimativen Drachen weder für Karteneffekte wählen noch sie zerstören kann“, sagte Hendrik Jigoku zu ihr, während er die Karten von seiner Duell Disk nahm und zurück in sein Deck packte.
„Du schaffst es schon noch, Alice“, meinte Kyle Sakato, der dritte in ihrer kleinen Gruppe, der dem Duell zugesehen und dabei sein eigenes Deck durchgegangen war. Dieses bestand aus mehreren besonderen Drachen sowie den Künstlerkumpel-Monstern, die man vom Protagonisten des fünften Anime zum Spiel, Yu-Gi-Oh! ARC V, kannte. Seine Lieblingskarte war das Pendelmonster „Buntäugiger Pendeldrache“. Er war außerdem mit seinen zwölf Jahren der jüngste von ihnen, aber nicht der Unerfahrenste. Würde man sie auffordern, ihre Rangfolge aufzuzählen, wäre diese: 1. Hendrik, 2. Kyle und 3. Alice. Letztgenannte war mit Abstand diejenige mit der wenigsten Erfahrung, sie kannte lediglich die erste Anime-Serie und spielte ein Deck mit den Lichtverpflichtet-Monstern. Kyle setzte auf fast alle speziellen Beschwörungen mit Ausnahme der Link-Monster, und Hendrik verwendete die bekannten blauäugigen Monster mit dem weißen Drachen als Lieblingskarte, auch wenn er stets darauf bestand, den Namen „weißer Drache mit eiskaltem Blick“ zu verwenden.
„Wie kann ich verlieren, wenn ich eine Duell Disk trage?“, fragte Alice noch immer enttäuscht über ihre Niederlage. „Leider werden die Monster nicht als Hologramme dargestellt, so wie im Anime“, erklärte Hendrik sachlich. „Außer als Zähler für die Lebenspunkte taugen sie lediglich als schöne Deko oder für Cosplays.“
„Und du solltest vielleicht auch mal ein paar Karten für dein Extra-Deck heraussuchen“, fügte Kyle hinzu, der nur dann aus seiner schüchternen Schale rauskam, wenn es um Duelle ging. „Diese ganzen Beschwörungen sind mir aber zu kompliziert“, meinte Alice und verschränkte schmollend die Arme vor der Brust. „Ach komm, ich habe dir doch alles lang und breit erklärt, wie die Synchro-, XYZ- und Pendelmonster funktionieren“, erinnerte Hendrik sie leicht gereizt, während sie wieder zurück ins Haus gingen. Denn Kyle und Hendrik hatten etwas für Alice geplant.
„Was wollen wir uns denn heute ansehen?“, fragte Alice, als sie auf dem Sofa in Hendriks Wohnzimmer Platz nahm. Kyle tat dasselbe, da Hendrik mit seinen zwei Metern Körpergröße als Einziger an die DVDs und Blu-Rays in den oberen Reihen über seinem Fernseher rankam. „Jedenfalls keine Folge aus dem Battle City Arc. Die kann ich mittlerweile auswendig mitsprechen“, sagte Hendrik langsam und schaute sein Regal durch, bis er eine blaue DVD-Box hervorzog und sie Alice vor die Nase hielt. „Yu-Gi-Oh! 5D´s?“, fragte Alice nach einem Blick auf die Box. „Ganz recht. Was die Action, die Charaktere und die Story angeht, ist das der beste Anime“, meinte Hendrik und holte die erste DVD heraus, um sie in den Player zu legen.
„Und nein, Marik kommt darin nicht vor, und Yami auch nicht“, sagte Kyle vorsichtig. Daraufhin zog Alice einen Schmollmund. „Dann schaue ich es auch nicht.“
„Musst du ja auch nicht“, meinte Hendrik überraschend. „Alternativ kannst du auch den rohen Fisch essen, der noch bei uns im Kühlschrank ist.“ Kaum hatte er das gesagt, würgte Alice laut und hielt sich den Mund. „Na also, geht doch“, sagte Hendrik zufrieden und startete die erste Folge namens „Auf die Plätze, fertig, Duell“.
„Warum duellieren die sich da denn auf Motorrädern?“, fragte Alice, während sie das Geschehen verfolgte. „Das sind D-Wheels. Damit werden Turboduelle ausgetragen. Das heißt, es können nur spezielle Tempozauber benutzt werden, weil man sich andernfalls selbst 2000 Lebenspunkte abzieht“, erklärte Kyle leise. „Das liegt am Feldzauber Tempowelt.“
„Das ist mir aber irgendwie viel zu futuristisch“, meinte Alice nach einer Weile, als sie das erste Duell gesehen hatten. „Wo bleiben da die klassischen Duelle mit dem schwarzen Magier und den ägyptischen Göttern?“
„Die ägyptischen Götter haben die Welt nach dem letzten Duell zwischen Yugi und dem Pharao verlassen“, erklärte Kyle ihr. „Ich weiß, aber man könnte sie doch zurückholen!“
„Leute, so kann man das doch auch nicht genießen“, meinte Hendrik und schnaubte kurz. „Wenn es dir nicht passt, wie das da aussieht, dann mach den 5Ds Anime doch selbst, und dann kannst du Slifer, Obelisk und Ra so oft einbauen, wie du willst.“
Nun sprang auch Alice auf und schaute zu Hendrik hoch, jedenfalls soweit wie das bei ihrem Größenunterschied möglich war. „Nur weil du immer gegen mich gewinnst, heißt das nicht, dass ich sowas mit mir machen lasse.“
„Leute, beruhigt euch doch bitte“, sagte Kyle halbherzig, aber Alice beachtete ihn gar nicht. „Genau. Sei doch wieder fröhlich, Alice. Wolltest du nicht das koreanische Display von Legend of Blue-Eyes White Dragon mit uns öffnen, das ich mir gekauft habe?“
Das brachte wieder ein Lächeln auf die Lippen des rothaarigen Mädchens. „Richtig. Vielleicht ziehe ich ja den schwarzen Magier oder den weißen Drachen.“
„Den ziehe wenn dann ich“, meinte Hendrik und lächelte nun auch, ehe Kyle ihnen folgen wollte. Doch als er gerade aufstand, bemerkte er plötzlich, dass irgendetwas auf dem Fernseher seltsam war. Die Folge lief nicht mehr weiter, stattdessen war ein Standbild zu sehen, das noch dazu unaufhörlich rauschte und ruckelte. „Ähm, Hendrik? Hier stimmt irgendwas nicht mit der DVD“, rief er in Richtung des Tisches, woraufhin der Riese in der dunklen Lederjacke noch einmal zurückkam und sich den Fernseher besah. „Das kann gar nicht sein. So lange habe ich die DVD doch noch gar nicht“, meinte er verwundert und drückte mehrere Knöpfe auf der Fernbedienung, jedoch ohne Erfolg.
„Was macht ihr denn da?“, wollte Alice nun wissen und sprang vom Stuhl auf. Doch als sie gerade zu den Jungs gegangen war, wechselte das Bild von dem Rauschen zu einem grellen Weiß, das sie blendete und ihnen die Sicht nahm. „Was soll das denn?“, fragte Hendrik laut, der seine Augen mit einer Hand bedeckte. „Das ist dein Fernseher, schon vergessen?“, gab Alice zurück.
Kyle wollte noch etwas sagen, aber das Licht wurde immer noch heller, und dann verloren sie das Bewusstsein.







„Na los, Leo! Wir sind so gut wie oben!“
„Was ist das für eine Stimme?“, fragte sich Hendrik, als er endlich wieder zu sich kam und erste Dinge hören konnte. Die Stimme, die er da vernahm, klang seltsam vertraut. „Ja, ich mache doch schon, Luna. Aber der Kerl hier ist echt groß“, antwortete eine hohe Jungenstimme an seinem anderen Ohr.
„Leo? Luna?“, wunderte Hendrik sich, als seine Sinne langsam wieder zu arbeiten anfingen und er langsam seine Augen öffnete. Nachdem er scharf stellte, erkannte er, dass er auf einem bequemen Sofa lag und an die Decke starrte. Dann drehte er den Kopf und konnte seinen Augen nicht trauen: vor ihm standen zwei Kinder, ein Junge und ein Mädchen, beide mit grünen Haaren, jedoch verschiedenen Frisuren. Der Junge trug eine blaue und das Mädchen eine helle, pinke Jacke.
„Guck mal, er scheint aufzuwachen!“, rief der Junge namens Leo, als er sah, dass Hendrik seine Augen öffnete. „Und die anderen beiden bewegen sich auch schon“, fügte Luna hinzu. „Wer denn noch?“, dachte Hendrik, der noch immer nicht glauben konnte, wen er da vor sich sah.
Dann sah er vorsichtig an sich herunter und wunderte sich nur noch mehr, denn anstatt seines weißen Hemdes, das er vorher getragen hatte, befand sich nun ein T-Shirt in den Farben eines Tigers an seinem Leib. Die dunkle Lederjacke und die Jeans waren jedoch geblieben, allerdings lag seine Jacke jetzt wie ein Umhang über seinen Rücken. Selbst die Duell Disk trug er noch am Arm, aber sie sah auch irgendwie anders aus. Sie wirkte nicht mehr wie ein Spielzeug aus Plastik, sondern wie ein echtes High-Tech-Gerät.
„Hey, bist du endlich wach?“, fragte Leo ungeduldig und rüttelte ihn auf einmal an den Schultern, wurde aber sofort von Luna zurückgerissen. „Jetzt sei doch nicht so laut, Leo. Das warst du schon bei Yusei. Lass ihn diesmal erst richtig wach werden.“
„Aber Yusei hat es doch auch nicht gestört“, protestierte Leo und befreite sich aus dem Griff seiner Schwester. „Yusei… Fudo“, brachte Hendrik leise hervor, als er sich langsam aufrichtete und sich dabei mit den Händen abstützte. „Na also, jetzt ist er richtig wach!“, stellte Leo fest und rüttelte wieder an seinen Schultern. „Hey, wie heißt du? Warum habt ihr auf der Straße gelegen? Was für ein Deck hast du?“
„Leo, das reicht jetzt wirklich!“, sagte Luna laut und zerrte ihn abermals von Hendrik weg, während er sich nun aufsetzte und den Kopf hob. „Leo… Luna“, sagte Hendrik schwach, als er sich absolut sicher war, dass sie es wirklich waren und er nicht einfach nur träumte. „Was? Woher kennst du denn unseren Namen?“, fragte Luna verwundert, während Hendrik vorsichtig aufstand und ein paar Schritte vorwärts machte.
Dann bemerkte er noch zwei weitere Personen, die direkt neben ihm auf dem Sofa lagen und sich nicht rührten. Er erschrak, als er Kyle und Alice erkannte, die beide jedoch noch ihre alte Kleidung anhatten und scheinbar noch schliefen.
„Hey, wir haben dich was gefragt, Goliath! Woher kennst du unsere Namen?“, fragte Leo noch einmal und zerrte an Hendriks Arm. „Ähm, ich habe von euch gehört“, schusterte Hendrik schnell das erste zusammen, was ihm durch den Kopf schoss. „Aha. Und warum seid ihr hier vor unserer Tür bewusstlos gewesen?“
Hendrik konnte darauf nur mit dem Kopf schütteln. „Ich weiß es nicht mehr. Es ist alles so verschwommen...“ Leo verschränkte daraufhin die Arme hinter dem Kopf. „Du bist schon seltsam. Aber du hast ein Deck! Was hältst du davon, wenn wir uns duellieren?“
„Ein Duell? Aber das hier ist doch nur...“ wollte Hendrik sagen, wurde aber unterbrochen, da Leo ihn am Arm vorwärts in Richtung einer Terrasse führte, von der aus man über die ganze Stadt blicken konnte. „Das ist doch nicht New Domino City, oder etwa doch?“, dachte Hendrik, der noch immer nicht glauben konnte, was hier gerade geschah.
Leo ließ ihm aber auch keine Zeit dazu. Er fuhr seine Duell Disk aus und legte sein Deck ein. Hendrik zögerte noch, dann sah er sich sein Deck und sein Extra Deck an und stellte zu seiner Erleichterung fest, dass es dasselbe war wie das, das er immer benutzte. „Warum eigentlich nicht? Wenn das hier ein Traum ist, sollte ich es auch auskosten“, dachte er und legte dann ebenfalls sein Deck ein.
„Los, Duell!“, riefen beide gleichzeitig und nahmen ihre Handkarten auf. „Du darfst anfangen, Godzilla“, meinte Leo gönnerhaft und grinste ihn an. „Hör doch mal mit diesen Namen auf, Leo. Er hat doch einen normalen“, ermahnte Luna ihn. „Ja. Ich heiße Hendrik. Hendrik Jigoku“, erklärte dieser knapp und sah sich dann seine Karten an.
„Also, ich beschwöre als Erstes meinen Hüter der Drachenmagie im Angriffsmodus“, sagte er und legte eine Karte auf einen der Slots. Er glaubte zwar nicht daran, aber zu seiner Überraschung erschien das Monster auf der Karte tatsächlich als realistisches Hologramm vor ihm auf dem Feld und hob seinen langen Stab.
„Alter Schwede, das hat ja echt funktioniert“, staunte Hendrik, ehe er sich wieder besann und seine Karten anschaute. „Hey, was ist das für eine Karte? Die habe ich noch nie gesehen!“, meinte Leo verblüfft. Hendrik achtete nicht darauf und machte weiter. „Wenn Hüter der Drachenmagie erfolgreich beschworen wurde, dann darf ich eine Karte aus meinem Blatt abwerfen und mir im Austausch dafür eine Polymerisation auf die Hand holen. Und dann beende ich meinen Zug mit einer verdeckten Karte.“
„Na schön. Auch wenn ich deine Karten nicht kenne, bin ich nun dran!“, rief Leo laut und zog eine Karte. „Und ich beschwöre nun meine morphtronische Fernbedienung im Angriffsmodus!“ Auf seinem Feld hatte er nun ein Maschinen-Monster in Form einer Fernbedienung, das noch zusätzlich Arme und Beine hatte. „Na los, vernichte seinen Hüter!“
„Will der mich für blöd verkaufen?“, fragte sich Hendrik verwundert. Sein Hüter der Drachenmagie hatte 1800 ATK, die Fernbedienung dagegen nur 300. Daher wurde die morphtronische Fernbedienung auch sofort zerstört, und Leos Lebenspunkte sanken von 4000 auf nur noch 2500. „Du solltest schon auf die Angriffspunkte der Monster achten, wenn du angreifst“, meinte Hendrik sachlich, während Leo seinen Zug beendete und er nun wieder dran war. „Also, dann beschwöre ich als Nächstes die Maid mit den blauen Augen im Angriffsmodus.“
„Die hat ja gar keine Angriffspunkte“, bemerkte Leo, als auf Hendriks Feld eine Frau mit langen blauen Haaren auftauchte. „Das heißt nichts. Hiermit beende ich meinen Zug.“
„Na schön, dann kommen hier meine morphtronischen Boomboxen!“, sagte Leo laut und holte ein neues Morphtronisch-Monster auf seine Spielfeldseite, das 1200 ATK hatte. „Vernichte seine Maid, na los!“ Sein neues Monster holte mit seiner Faust aus und wollte angreifen, aber Hendrik lächelte nur. „Du hast gerade den Effekt meiner Maid ausgelöst. Einmal pro Zug kann ich einen auf sie gerichteten Angriff annullieren und dann von meiner Hand, meinem Deck oder meinem Friedhof einen blauäugigen weißen Drachen als Spezialbeschwörung rufen!“
„Wie war das gerade?!“, stieß Leo fassungslos aus, als Hendrik eine Karte aus seinem Deck holte und auf den Slot legte.
„Na los, mein weißer Drache: erhebe dich!“
 
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