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Broken Strings

von Chiyoku
GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
27.04.2021
08.05.2021
17
48.789
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
04.05.2021 3.143
 
Brummend verschanzte ich mich unter meiner Bettdecke. Das Hemd klebte unangenehm an meiner Haut, genauso wie die Anzugshose. Nicht einmal die Schuhe hatte ich ausgezogen. Meine Gefühle spielten komplett verrückt und ich war überfordert mit allem. So viele Dinge prasselten auf mir ein und ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Zuerst der Auftritt, dann das, was Aiden sagte und jetzt auch noch das mit Kyle. Ich war überfordert mit der Situation und mit meinen Emotionen. In so einem Moment wünschte ich mir, ich würde einfach verschwinden. Es klopfte an der Tür. „Kann ich reinkommen?“, fragte Kyle leise und öffnete sie. „Was ist los?“, wiederholte er und ich spürte, wie das Bett sich senkte. Ich hob die Decke nicht an, da ich ihn nicht ansehen konnte. Kopfschüttelnd wollte ich ihn abwimmeln, doch er ließ nicht locker. „Ich wollte dich nicht noch einmal daran erinnern“, sagte er betrübt. Ja, er erinnerte mich fast täglich daran, dass er nie so empfinden würde, wie ich für ihn. Ich zog die Decke noch fester über meinen Kopf. „Oder ist es was anderes?“ Kyle rupfte mir die Decke vom Gesicht. Mit festem Blick starrte ich auf die Nachttischlampe. Am liebsten wollte ich ihn anschreien und ihn fragen, ob er blind sei oder es einfach nicht bemerken wollte. „Ist es wegen Pedo? Das, was er zuletzt gesagt hat?“ Ich schüttelte den Kopf. Natürlich war das auch ein Grund, weswegen ich mich so durcheinander fühlte. Für eine Weile dachte ich, es wäre endlich gut und wir hätten eine Lösung gefunden, wie wir beide eines Tages glücklich werden konnten, doch dann musste er heute so etwas zu mir sagen und meine Standhaftigkeit im Bezug zu Aiden bröckelte, vor allem auch noch nach Kyles Worten. „Ist es, weil ich etwas gesagt habe, was nicht richtig war?“, fragte er und seine Stimme klang gedehnt. Ich wollte den Kopf schütteln, doch ich schaffte es nicht. „Was war es?“ Diesmal schüttelte ich den Kopf. Unter keinen Umständen würde ich ihm erklären, was ich empfand, selbst wenn ich es tief in mir drin tun wollte. „Bitte erklär es mir, dann mach ich das auch nicht mehr.“ Ich zog genervt die Augenbrauen zusammen und versuchte mir wieder die Decke über den Kopf zu ziehen, doch Kyle hielt sie fest. „Bitte, Tate.“ Sein Flehen zerbrach den Willen, es ihm nicht zu sagen. Mein Magen fühlte sich an, als würde er sich um sich selbst winden, während ich zittrig seine Hand nahm und „Bruder“ hineinschrieb. Blitzartig ließ ich sie wieder los, als hätte sie mich gestochen und wurde rot. „Das hat dich verletzt?“, fragte er leise und ich hörte die Erkenntnis in seiner Stimme. Ich wollte so schnell wie möglich hier weg, der Situation entfliehen und mich am liebsten aus dem Fenster werfen, so unangenehm war es mir. „Hast du dich… Bist du…“, stammelte er und stand auf. Ich nickte versteift. Kyle sah mich voller Entsetzen an und plötzlich hatte ich das Gefühl des Fallens, als würde ich kilometerweit in die Tiefe stürzen. Der letzte Funken Hoffnung, der noch traurig in mir leuchtete, war verloschen. „Ich…“, fing er an, doch er konnte den Satz nicht zu Ende bringen, aber ich verstand es auch ohne weitere Worte. Mit einem Ruck war ich aus dem Bett gesprungen. Ohne mich umzudrehen, rannte ich aus der Haustür und wollte zuerst bei Jason klopfen, doch ich wusste, dass ich jetzt nicht Jason brauchte. Mit zittrigen Händen nahm ich mein Handy aus der Hosentasche und fragte Aiden nach seiner Adresse.

Nach zwanzig Minuten stand ich vor einem riesigen, dunklen Bungalow. Kyle hatte mir Nachrichten geschickt, aber ich öffnete sie nicht und schaltete mein Handy aus. Ich wollte nicht, dass er mir sagte, dass er mich nicht genauso sah, wie ich ihn. Mit fahrigen Fingern drückte ich auf die Klingel. Aiden öffnete die Tür und sah mich verwirrt an. „Tate, was…?“ Es war unfair von mir, das wusste ich und ich wusste auch, dass ich das bereuen würde, aber wider aller Vernunft und all den Stimmen, die mich innerlich anschrien, nahm ich sein Gesicht in die Hände, stellte mich auf Zehenspitzen und küsste ihn. Aiden schob mich widerwillig von sich weg, als würde es ihn jede Anstrengung kosten. „Warte… Wieso bist du hier?“ Ich schüttelte den Kopf und umarmte ihn entschuldigend. Ein leises Schluchzen kroch aus meiner Kehle und ich bemerkte, dass ich wieder angefangen hatte zu heulen. Ich war nicht besser, als Kyle, denn ich wusste ganz genau, was Aiden für mich empfand und dennoch war ich hier. „Ist schon gut…“, murmelte er leise und strich mir über den Rücken. „Komm rein, dann reden wir, oder auch nicht, wie du willst.“ Er führte mich einige Treppen hinunter und dann stand ich in einem riesigen Raum. Die Wände waren aus grauem Stein, es wirkte, als würden sie eine Tapete vermissen. Es waren kaum Fenster angebracht, nur die typischen kleinen Fenster, die man von einer Kellerwohnung kannte und das Licht an der hohen Decke spendete nur spärliches Licht. In der Ecke stand ein riesiges Bett, welches mit grauen Laken überzogen wurde. In der danebenliegenden Ecke befanden sich ein Klavier und eine Violine. Die Küche war offen und auf dem Herd stand ein Topf, als hätte er sich vor kurzem etwas zu Essen gemacht. Alles in Allem war es noch minimalistischer eingerichtet, als bei mir. „Ich weiß, ist ziemlich karg hier drin, aber irgendwie fühl ich mich so wohl“, sagte Aiden schüchtern. Ich nickte nur. „Setz dich doch.“ Er deutete auf das Bett, worauf ich Platz nahm. „Willst du darüber reden?“ Wollte ich nicht, also schüttelte ich den Kopf. „Ich verstehe es glaube ich auch so. Du hast eine Abfuhr bekommen, oder?“ Meine Lippen bebten und wieder tropften mir die Tränen aus dem Gesicht. „So wie du damit gerade umgegangen bist, ist aber nicht richtig, ich denke aber, dass du das selbst weißt.“ Ich umarmte ihn erneut voller Reue und er strich mir nur sanft über den Kopf. „Ist schon okay. Ich bin dir nicht böse. Trotzdem… das nächste Mal küsst du mich nur, wenn du mich auch küssen willst, nicht aus Verzweiflung.“ Ich nickte betrübt und umklammerte ihn noch fester. Aiden seufzte schwer. „Auch wenn ich eigentlich nichts lieber tun würde.“ Meine Gefühle sprangen kreuz und quer in jede Richtung. Es war wie auf einer Achterbahnfahrt, ich wusste einfach nicht mehr, was ich denken oder fühlen sollte. „Du kannst so lange hierbleiben, wie du möchtest.“ Dankbar knuffte ich seinen Unterarm. „Aber es ist schon spät, wir müssen morgen beide in die Uni. Ich kann dir leider keine Couch oder irgendwas anbieten, ich hoffe es ist okay, mit mir im Bett zu schlafen.“ Ich presste die Lippen aufeinander und sah auf das große Bett unter mir. Schließlich nickte ich. „Dann mach es dir ruhig bequem.“

Als ich zusammengekauert an der Wand lag, so weit weg von Aiden, wie nur möglich, bemerkte ich, dass es vollkommen ruhig war. Man hörte nicht einmal die vorbeiziehenden Autos, die sanft ihr Licht in die Wohnung leuchteten. Ich war müde und wollte einfach nur schlafen, doch meine rasenden Gedanken hielten mich wach. Immer und immer wieder ließ ich den heutigen Tag Revue passieren und es gab vieles, was ich verarbeiten musste. Wieso hatte ich es Kyle gebeichtet? Es wäre viel einfacher gewesen, wenn ich es einfach für mich behalten hätte, dann würde ich nicht hier liegen. Aber störte es mich, hier bei Aiden zu sein? Ich fühlte mich in Sicherheit und beinahe war es genauso, wie früher. Zögernd drehte ich mich zu ihm um und sah seine Augen glänzen. Ich wurde rot, da ich dachte, er würde schon schlafen. „Kannst du nicht schlafen?“, fragte er leise und rutschte näher an mich heran. Ich schüttelte den Kopf. „Möchtest du einen Tee oder so? Hab nicht viel zur Auswahl, aber vielleicht hilft dir das.“ Langsam fuhr ich mit der Hand unter seine Decke und griff nach seiner, doch bevor ich etwas hineinschreiben konnte, drückte er mich an sich und umschlang mich mit seinen Armen. Wieder einmal fiel mir auf, dass er mich immer noch lesen konnte, denn das war es, worum ich ihn bitten wollte. Ich sog tief die Luft ein und der Geruch seiner Haut hüllte mich in einen Schleier der Geborgenheit. Mein Herz pochte gegen seine Brust. Wie konnte ich zwei Menschen gleichzeitig lieben? Wie war das möglich? Aiden verscheuchte die Gedanken, indem er mir einen sanften Kuss auf die Stirn gab. „Ich hoffe, die Nacht endet nie“, murmelte er und strich mir über den Rücken. „Morgen wirst du dich wieder von mir abwenden, also lass mich dich diese Nacht noch halten.“ Seine Worte durchbohrten mich wie scharfe Klingen. Er hatte Recht, so war es bis jetzt immer abgelaufen, seitdem wir uns wieder begegnet waren. Aber wollte ich wieder gehen? Wollte ich mich weiterhin in die hoffnungslose Liebe mit Kyle stürzen? Oder wollte ich lieber mit der Angst leben, dass Aiden mich wieder so verletzen würde, wie damals? Plötzlich wurde mein Kopf stumm und die Gedanken waren aus meinem Kopf gefegt. Wie, als würde mich jemand steuern, drückte ich sanft meine Lippen an Aidens Hals. „W-was machst du da?“, stammelte er und löste vor Schreck die Umarmung. Ich küsste ein letztes Mal seinen Hals, bevor ich mich davon loslöste. Meine Hände legten sich um sein Gesicht und ich strich mit dem Daumen über seine weichen, geröteten Wangen. „Ich hab dir doch gesagt, nur wenn du es wirklich willst“, hauchte er. Ich biss mir auf die Lippe, bevor ich ihn erneut an diesem Abend küsste. Die Erkenntnis durchfuhr mich wie ein Blitz. Ich konnte nicht abstreiten, dass ich Kyle auch liebte, vielleicht sogar mehr, doch diese Verbindung zwischen Aiden und mir war eine ganz besondere. Ich wollte sie beide, auch wenn ich wusste, dass das nicht möglich war. In diesem Moment wollte ich jedoch nur Aiden und alles andere war mir egal. Ich löste den Kuss und rollte mich auf ihn. Aidens Augen blickten mich halbgeöffnet an und in ihnen lag pure Liebe, gepaart mit leichtem Erstaunen. Ich setzte mich auf und holte tief Luft, bevor ich seine Hand nahm und ihm mit der Zungenspitze über die Handfläche, zu seinem Zeigefinger leckte, während ich ihn dabei ansah. Aiden Augen weiteten sich und blickten mich schockiert an. „Tate, ich glaube nicht, dass das jetzt der richtige Moment dafür ist“, sagte er mit bebender Stimme, doch sein Körper verriet ihn. Ich verschränkte meine Finger in seiner Hand und legte mich auf ihn, um ihn wieder zu küssen. Mit der anderen Hand versuchte ich, sein Hemd zu öffnen. Eine schnelle Umdrehung und mit einem Satz lag ich wieder auf dem Rücken. „Stopp“, rief Aiden schwer atmend und drückte meine Hände in das Bett. Verwirrt legte ich den Kopf schief. Wollte er mich nicht mehr auf diese Weise? „Ich will nicht mit dir schlafen, wenn noch ein anderer in deinem Kopf herumgeistert. Vor allem nicht, bei deinem ersten Mal und nach dem, was dir heute alles passiert ist. Das würde dir am Ende nicht gefallen und mir auch nicht.“ Ich senkte den Blick und das Gefühl von Scham kroch mir quälend den Hals hoch. Er ließ mich los, um sich auf den Rücken zu rollen, legte den Arm auf seiner Stirn ab und schloss die Augen. Vorsichtig legte ich mich an seine Seite, bedacht darauf, ihn nicht falsch zu berühren. Mit frustriertem Unterton zischte er den Atem aus. „Wieso machst du es mir nur immer so schwer?“, seufzte er und drückte mich wieder an sich. So wie er mich festhielt, konnte mein Kopf nicht mehr über meine Probleme nachdenken und ich fiel in einen tiefen Schlaf.

Der Geruch von Kaffee drang in meine Nase und als ich aufwachte, wusste ich erst nicht, wo ich war. Blinzelnd öffnete ich die Augen und sah Aiden, der mir mit der Hand den Geruch des Kaffees zuwedelte. „Guten Morgen“, sagte er sanft. „Du magst deinen Kaffee hoffentlich noch mit viel Zucker und einem Schuss Milch, oder?“ Ich nickte lächelnd und nahm ihm den Kaffee ab. Der Schmerz vom gestrigen Tag saß mir immer noch in den Knochen, dennoch war ich in diesem Moment glücklich. Es war, als wäre ich in eine Zeitmaschine gestiegen, um mit Aiden diesen Augenblick genauso wie früher zu erleben. „Ich hab versucht frische Klamotten für dich zu finden, die dir passen, war gar nicht so einfach“, meinte er schüchtern und hielt mir ein schwarzes Hemd und eine Jeanshose hin. „Ich hoffe dass das passt.“ Ich strahlte. „Neben der Küche ist das Bad, da kannst du dich dann frisch machen.“ Mit einem letzten Schluck leerte ich den Kaffee und stellte ihn ab, bevor ich ins Bad huschte, um zu duschen. Mein Kopf dröhnte etwas von den wieder aufwirbelnden Gedanken über letzten Abend. Kopfschüttelnd versuchte ich sie zu verscheuchen. Das warme Wasser war angenehm und der Schmerz wurde davon etwas betäubt. Als ich mich anzog, kam ich nicht umhin, an der Kleidung zu riechen, die mich wieder einmal in die Vergangenheit zurückwarf. Selbst das Waschmittel hatte er nicht geändert. Die Klamotten waren zwar etwas zu groß, sodass die Hose auf dem Boden schleifte, aber wenn ich sie hochkrempelte, ging es gerade noch. Ich putzte mir die Zähne mit der Zahnbürste, die er für mich zurechtgelegt hatte und ging hinaus. Mit einem raschen Blick auf seine Violine erstarrte ich. Ich hatte komplett vergessen, dass ich meine Geige brauchte, da heute Orchesterkurs war. Aiden folgte meinem Blick und lächelte nur. „Keine Sorge, im Orchester haben sie welche.“ Ich stieß beruhigt die Luft aus. Wir waren auf dem Weg zur Haustür, doch er blieb plötzlich davor stehen, ohne sie zu öffnen. „Sobald wir hier rausgehen, wirst du dich wieder von mir abwenden, oder?“, murmelte er leise. Mein Magen verkrampfte sich und ich rührte mich nicht. Natürlich wollte ich instinktiv den Kopf schütteln, doch nach all der Verwirrung konnte ich nur eines sagen: Dass ich selbst nicht wusste, was oder wen ich wollte. Zwischen Aiden und mir war es die Vergangenheit, die uns verband, genauso wie die reine, schmerzhafte Liebe, die wir füreinander empfanden. „Darf ich dich vorher nochmal umarmen?“ Seine Stimme war beinahe ein Flüstern. Ich nickte langsam und sofort drückte er mich an sich. Ich umschlang mit meinen Armen seinen Oberkörper und vergrub den Kopf an seiner Brust. „Ich liebe dich, Tate. Ich nehme das alles auf mich, weil ich hoffe, dass du eines Tages zu mir zurückkommen wirst.“ In mir stieg die Verwirrung wieder an. Wieso konnte ich mich einfach nicht eindeutig für ihn entscheiden? Eigentlich wollte ich ihn nicht loslassen, sondern einfach wieder zurück in seine Wohnung und dort für immer mit ihm bleiben, als wäre es der einzige sichere Ort für uns, doch er löste sich von mir, gab mir einen letzten Kuss auf die Stirn und öffnete die Tür.

Aiden und ich betraten gemeinsam die Uni und gingen in den Orchestersaal, der schon ziemlich voll war. Die Menschen drehten sich alle zu uns, beziehungsweise mir, zu und sahen mich mit großen Augen an, bevor sie klatschten. Auch Kyles Blicke spürte ich auf mir, doch so schnell wie ich sie spürte, so schnell waren sie auch wieder weg. Aiden drückte ein letztes Mal unauffällig meine Hand, bevor er zu Mr. Watson ging, der bereits vor dem Mikrofon stand. Ich ging mit geröteten Wangen zu meinem Platz neben Kyle und ließ mich fahrig neben ihm sinken. Er sagte kein Wort und sah mich auch nicht an, was mein Herz mit einem sehr schmerzhaften Stich quittierte. Seine Augen waren mit tiefen, dunklen Schatten umzogen und sein Mund war nur zu einer schmalen Linie geformt. „Guten Morgen“, hallte Mr. Watsons Stimme fröhlich durch den Saal. „Ich hoffe, Sie waren alle gestern anwesend und konnten diese fantastische Aufführung von Mr. Taylor und Mr. Turner sehen und vor allem fühlen.“ Erneut fingen die anderen an zu klatschen. „Ja, ganz richtig. Noch nie habe ich etwas so emotionales in der Musik miterleben dürfen. Ich danke Ihnen beiden, dass Sie mir das in meinen alten Tagen noch zeigen konnten. Kommen wir jetzt jedoch zu einem ungemütlichen Thema. Die Prüfungen für das Ende des Semesters stehen an und auch in diesem Kurs können Sie durchfallen. Mr. Taylor und Mr. Turner sind für diese Prüfung befreit, da sie mit dem Auftritt ihr Können unter Beweis gestellt haben. Die nächste Prüfung findet im März für Sie statt. Die anderen jedoch müssen in Fünfergruppen Für Elise spielen… Ja, Mr. Turner?“, unterbrach er sich, als Kyle die Hand hob. „Heißt das, dass wir erstmal nicht hier sein müssen?“, fragte er kühl. „Ja, ich denke…“ Mr. Watson konnte den Satz nicht zu Ende sprechen, da war Kyle schon aus dem Saal gestürmt. Entsetzt blickte ich ihm hinterher. Waren meine Gefühle für ihn so schlimm, dass er mir nicht einmal mehr in die Augen sehen, geschweige denn nicht mehr mit mir in einem Raum sitzen konnte? „Sie können auch gehen, Mr. Taylor.“ Ich nickte hastig und folgte Kyle aus dem Saal.
Ich schaffte es noch rechtzeitig, ihn vor der Uni einzuholen und hielt ihm am Handgelenk fest, welches er von mir wegreißen wollte. „Lass mich los, Tate.“ Ich schüttelte den Kopf und verstärkte meinen Griff. „Ich steh nicht auf dich, lass mich einfach los!“, rief er gereizt und schaffte es doch, sich von mir loszureißen, denn ich fühlte mich plötzlich schwach durch die offensichtliche Zurückweisung. „Geh zu deinem Pedo und lass mich einfach in Ruhe. Ich hätte das nicht von dir gedacht.“ Die Enttäuschung in seiner Stimme ließ Übelkeit in mir aufsteigen. „Gestern sagst du mir noch, dass du in mich verliebt bist. Weißt du wie oft ich versucht hab, dich zu erreichen? Ich hab die ganze letzte Nacht nicht schlafen können, weil ich beinahe umgekommen bin vor Sorge.“ Ich schüttelte langsam den Kopf und Tränen brannten mir in den Augen. „Aber hab schon verstanden, ich seh schon, wo du letzte Nacht warst.“ Kyle warf einen abfälligen Blick auf meine Kleidung und mahlte mit dem Kiefer. „Um es noch einmal klar zu stellen: Ich bin nicht schwul und werde es auch nicht für dich sein.“ Die Worte klatschten in mein Gesicht wie bretternde Ohrfeigen. Ich wusste es natürlich, aber es in seinen Worten zu hören, war beinahe unerträglich. Meine Beine zitterten gefährlich und ich schaffte es kaum, mich zusammenzureißen. „Wenn wir uns sehen, werden wir ganz normale Kollegen und Mitbewohner sein, nicht mehr und nicht weniger.“ Und mit diesen Worten ließ er mich zurück. Die Verzweiflung schnürte mir die Kehle zu, als ich seinem Rücken dabei zusah, wie er sich entfernte.

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Noch mehr Drama :D Aiaiaiai Tate, was machst du nur für Sachen? Ich glaube eher, dass Tate hier der Blinde ist und nicht Kyle, obwohl dieser ja ziemlich deutlich macht, dass er nicht genauso empfindet... Aiden tut mir hier tatsächlich am meisten leid... xD Aber vielleicht führt Kyles Zurückweisung ja dazu, dass Tate sich doch für ihn entscheidet? :P We will see! Ich geh richtig auf in diesem Genre, hab ich schonmal gesagt, dass es für mich kein überdramatisch gibt? :D
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