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endless love

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Rebecca Jungblut Sabine Kaiser
27.04.2021
24.05.2021
26
13.459
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.05.2021 1.227
 
Der Kies knirschte unter ihren Füßen, als sie langsam auf das Wohnhaus zu ging. Immer wieder drehte sie den Kopf nach Hinten, um einen aufmunternden Blick von Sabine einzufangen dann erreichte sie die Stufen. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals als sie langsam den Fuß auf die erste Stufe setzte. Schnell warf sie Sabine einen letzten flüchtigen Blick zu dann drückte sie auf die Klingel.

Die Schritte kamen immer näher und mit ihnen bereitete sich die Angst in jeder von Rebeccas Zellen aus und schien sie schier zu erdrücken. Schnell sog sie die frische Luft um sich herum ein dann versuchte sie sich ein wenig zu beruhigen, was ihr nur schwer gelang. Viel zu schnell wurde die Tür geöffnet und ihre Mutter erschien im Türrahmen.

,,Rebecca, Schatz", sagte sie dann und zog ihre Tochter in eine freudige Umarmung.
,,Das ist aber eine Überraschung", erwiderte sie und strahlte übers ganze Gesicht.
Schnell schluckte die Polizeimeisterin den gerade erneut aufkommenden Kloß herunter und zwang sich zu einem kurzen Lächeln, dann trat sie an ihrer Mutter vorbei ins Innere.

,,Ich habe gerade Essen gekocht, willst du nicht mitessen?", begann ihre Mutter ihren altbekannten Redefluss und Rebecca schüttelte den Kopf.

,,Nein danke, mir ist gerade nicht nach Essen zumute", erwiderte sie ehrlich und ihre Mutter nickte verständnisvoll. Dann prasselten die Fragen nur aus ihrer Mutter heraus und Rebecca hatte nicht einmal die Chance das Thema zu wechseln, was auch nicht sonderlich verwunderlich war so selten, wie sie in letzter Zeit bei ihren Eltern vorbeigeschaut hatte. Sie hatte es oft geplant, aber so gut wie nie nachgegeben, um möglichst nicht über mögliche Beziehungen und Sabine reden zu müssen, aber jetzt war es endgültig an der Zeit. Sie wünschte nur ihre Mutter würde sie dann noch immer so freudig in die Arme schließen, wie sie es eben getan hatte. Dann schließlich war ihre Mutter fertig. Rebecca beantwortete alles ausgiebig dann sah sie zu ihrem Vater. Er hatte während des gesamten Gesprächs nicht einmal aufgeguckt und las wie immer in seiner täglichen Zeitung. Doch vor seiner Reaktion hatte Rebecca dennoch die größere Angst.

,,Setz dich doch", sagte ihre Mutter und wies auf einen der Sessel. Sie selbst nahm gegenüber ihrer Tochter Platz und sah Rebecca auffordernd an.

,,So, Warum bist du hier ?", fragte sie und sah die Blonde neugierig an.

,,Ja, also... Da gibt es etwas, das... das ich euch sagen muss. Ich weiß allerdings nicht wie ich überhaupt anfangen soll", erwiderte Rebecca nervös und aus dem Augenwinkel sah sie, wie ihr Vater bei ihren Worten die Augen verdrehte.

,,Egal, was es sein mag, versuch es einfach. Ich verspreche dir ich werde dich schon nicht auffressen", erwiderte ihre Mutter scherzhaft aber Rebecca war nicht nach Scherzen zumute.

,,Also... Ich...Es...", stammelte sie dann fasste sie sich langsam wieder.
,,Ihr fragt mich doch immer, ob ich verliebt bin, ob ich mit jemandem zusammen bin, ob ich euch jemanden vorstellen kann. Sonst lautete die Antwort immer nein, aber heute kann ich sie mit ,,Ja" beantworten". Rebecca schwieg.

,, Aber das ist doch großartig. Ich freu mich sehr für dich. Wer ist er denn und wo liegt das Problem?", fragte ihre Mutter enthusiastisch.

,,Sie heißt Sabine Kaiser und ist meine Chefin. Ich liebe sie schon seit langem und seit einigen Wochen sind wir jetzt auch ein Paar", sprach Rebecca alles aus. Kurz waren alle still dann antwortete ihre Mutter.

,,Und wenn schon, wenn sie dich glücklich macht spielt all das doch keine Rolle mehr. Ich freue mich für euch", erwiderte ihre Mutter sanft und ein Lächeln stahl sich auf die Lippen der Jüngeren dann sah sie den Blick ihres Vaters.

,,Halt !", erwiderte er schroff und stand nun eilig von seinem Sessel auf, auf dem er bis vor Kurzem noch die Zeitung gelesen hatte.

Das ist jetzt nicht dein Ernst, Nicole", schrie er regelrecht. ,, Unsere Tochter offenbart uns so eben, dass sie zum Einen auf Frauen stehe und zum Anderen mit ihrer  um Jahrzehnte älteren Chefin zusammen ist.  Das kannst du doch nicht gut heißen!!!!", fuhr er sie an

,,Oh doch, das kann und werde ich gut heißen. Sie lieben sich und das ist die Hauptsache. Wann hast du dich eigentlich jemals um deine Tochter gekümmert, mhh? Du hast keine Ahnung wer sie ist und was sie möchte", fuhr ihn Nicole wütend an. Rebecca hatte ihre Mutter noch nie so wütend erlebt aber die Worte ihrer Mutter trafen ihren Vater praktisch überhaupt nicht. Ihre Eltern stritten sich nie und jetzt nur wegen ihr. Trotzdem hatte sie das dringende Gefühl, dass sie nicht der einzige Grund für diese Auseinandersetzung war. Es war nur das erste Mal, das ihre Mutter etwas sagte. Jahrelang hatte sie sich die Sprüche ihres Mannes anhören müssen und sich von ihm herumkommandieren lassen doch jetzt warf sie ihm all das an den Kopf, das sie schon so lange in sich trug.

,,Aber sie ist und bleibt meine Tochter. Von dir kann und werde ich das nicht länger behaupten. Du hast es nicht verdient ihr Vater zu sein. Wann standest  du jemals hinter ihr, wann warst du jemals für sie da und was weißt du über deine ,,Tochter" außer ihrem Namen und ihrer Haarfarbe? Du hast es verdammt noch mal nicht verdient sie als Tochter zu haben".

Das saß. Schlagartig drehte sich ihr Vater um und verließ schnellen Schrittes die Wohnung. Dann brach Nicole zusammen und Rebecca hielt sie bis sie schließlich selbst nicht mehr konnte und verweint und fertig wie sie war auf Sabines Auto zuging. Ihr konnte sie eh nichts vormachen. Sabine wusste immer, wenn etwas nicht stimmte. Schon von weitem sah sie Rebeccas  Wut und als sie sich neben sie auf den Beifahrersitz fallen ließ überlegte sie nicht lang. Schnell zog sie die Jüngere auf ihren Schoß und diese klammerte sich so fest es ging an sie. Sabine war ihr Anker, wenn sie mal wieder drohte unterzugehen. Schnell zog sie die Brünette  näher an sich und zog sie in einen heißen Kuss. Es war kein Kuss, wie sonst. Er war heiß und nicht annähernd so zärtlich und sanft wie sonst aber dennoch verschmolzen beide darin und legten alle Gefühle hinein, die sie gerade in sich trugen: Wut gemischt mit Trauer und Liebe die noch immer da war. Denn Rebecca liebte ihren Vater. Den Vater der er einst gewesen war und das obwohl sie ihn am liebsten hassen würde. Für ihn war sowieso alles, was sie tat falsch. Egal, was sie tat, es war nicht genug. Was machte es denn für einen Unterschied, wen sie liebte. Wäre es anders, wenn sie statt Sabine einen gleichaltrigen Mann lieben würde? Würde er sich dann für sie freuen, oder wäre es ihm einfach egal genau wie seine Tochter? Die ganze Zeit hatte sie Angst gehabt ihren Eltern von ihrer Beziehung mit Sabine zu erzählen. Aber besonders hatte sie sich vor der Reaktion ihres Vaters gefürchtet. Und jetzt ? Ging es ihr jetzt besser ? Jetzt, wo sie wusste, dass ihre Angst begründet gewesen war. Wohl kaum. Schnell zog Sabine sie in einen weiteren Kuss und sofort vergaß sie Alles um sich herum und ertrank in dem Gefühl von Sabines Lippen auf ihren. Es war wie eine Sucht. Sie war süchtig nach Sabine Kaiser und diese Sucht würde so schnell kein Medikament behandeln können...
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