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Freiheit, Glück und Liebe

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Het
Nagisa Hazuki OC (Own Character)
26.04.2021
16.11.2021
5
4.226
 
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03.05.2021 816
 
OC

Liebes Tagebuch,

heute schreibe ich nicht wie gewöhnlich von meinem langweiligen Schultag. Etwas Besonderes ist passiert. Wie jeden Tag nach der Schule bin ich rüber zum Strand und blickte sehnsüchtig hinaus aufs weite Meer, versuchte für den Moment alles hinter mir zu lassen. Das ist ja nichts Neues. Doch dieses Mal war ich nicht alleine am Strand.

Ich beobachtete den Jungen im Wasser einige Minuten lang. Weiß aber nicht mehr, warum ich das tat. Eigentlich wollte ich nach Muscheln suchen, weiter hinten an meiner Lieblingsstelle. Plötzlich jedoch hörte ich das Wasser platschen und sah den blonden Schopf, der herausragte. Ich setzte mich auf einen Felsen, vermutlich den von dem er abgesprungen ist, und sah ihm beim Schwimmen zu. Seine Züge waren sehr professionell und auch sein Körperbau ziemlich muskulös, obwohl er nicht sonderlich groß wirkte. Bestimmt macht er das öfter.

Leider bemerkte er mich. Ich erschrak als er mich grüßte und ich wendet den Blick von seinem Körper ab und konzentrierte mich auf sein Gesicht. Seine karmesinroten Augen funkelten mich freundlich an und sein tropfnasses Haar glänzte im Licht der untergehenden Sonne. Er fragte mich, ob ich mit ins Wasser möchte, woraufhin ich den Kopf schüttelte. Dann wollte er meinen Namen wissen, jedoch hat er mich nicht gehört, glaube ich.

Danach stellte ich mich ziemlich dumm an. Er schwamm auf mich zu und das Einzige was mir in dem Augenblick einfiel, war wegzulaufen. Ich rannte den Strand entlang zur Straße und war bereits fast am großen Baum vorbei, bis ich dort stehenblieb. An einem Ast hängte eine Sporttasche, vermutlich seine. Ich wollte nicht wie ein verängstigtes Kaninchen wirken. Ich dachte mir, ich bring ihm schnell seine Sachen und würde dann gehen. Deshalb schnappte ich mir die Tasche und holte aus meiner eigenen ein Handtuch hervor, dass ich immer dabei habe, für den Fall ich möchte barfußlaufen oder meine Füße ins kühlende Wasser stecken.

Ich kam zurück, wo er mich mit einem seltsamen Gesichtsausdruck beachtete. Wahrscheinlich hatte er gedacht ich würde seine Sachen klauen oder er war schlicht und ergreifend überrascht. Ich brabbelte schnell irgendwas von wegen damit er die Tasche nicht vergisst oder sich abtrocknen kann. Tatsächlich bedankte er sich und nahm sie mir ab. Er machte den Mund auf, um noch etwas zu sagen, doch ich behauptete ich müsse los und kehrte um.

Meine Güte war das peinlich. Ich möchte gar nicht denken, was er alles über mich dachte. Und trotzdem. Irgendwie würde ich ihn gerne nochmal sehen. Vielleicht kann er mir ja helfen? Denn ich-



Noch während ich schreibe, wird mir mein Tagebuch aus der Hand gerissen. „Na, was kritzelt den unsere Kleine hier in ihr Büchlein? Musst du nicht lernen?“, lacht mein großer Bruder und fängt an zu lesen. „Gibt das sofort wieder her, Yoshio!“, schreie ich, komme aber nicht an mein Buch heran, weil er den Arm nach oben streckt und mit seinen 1,95 m unerreichbar für mich ist. „Hey Schwesterherz, dass musst du dir mal ansehen!“, brüllt er Aneko zu, die sofort angerannt kommt. Nicht sie auch noch!

„Unser Baby hier hat einen Freund!“, höhnt er und sie kreischt lauthals: „Unmöglich! Wer will die denn haben? Zeig her!“ Auch sie ließt es sorgfältig durch und ich möchte am liebsten in Grund und Boden versinken. Wenn doch Mama oder Papa schon da wären. Nur was sollen sie gegen die beiden ausrichten?

Aneko runzelt die Stirn und gibt es Yoshio zurück. „Die Beschreibung passt auf niemand aus unserer Schule. Wo hat sie denn den aufgegabelt?“
„Das geht euch gar nichts an!“, brülle ich, aber sie hören nicht auf mich.
„Und ob!“, behauptet Yoshio, „Bevor dich der fickt, muss ich ihn auf Herz und Nieren prüfen. Obwohl du sowieso für sowas noch zu jung bist. Das wäre dann beinahe Kindesmisshandlung.“
„Er ist nicht mein Freund!“, erkläre ich. Außerdem nur weil beide 5 und 10 Jahre älter als ich sind, geht ihnen mein Privatleben gar nichts an!
„Dafür schwärmst du da drin aber ganz schön von ihm“, klärt mich meine Schwester auf, als wäre ich der letzte Vollidiot.

„Oh, sie ist verliebt!“, singen Yoshio und Aneko im Chor und lachen darauf aus voller Kehle.
Schließlich schmeißt Yoshio mein Buch in den hintersten Winkel meines Zimmers. „Halt dich lieber von diesem Typen fern. Du hast so jemanden, der dich liebt, nicht verdient und wirst auch nie einen finden!“, ruft er und beide verlassen endlich mein Zimmer.

Ich versuche erst gar nicht, das Buch aufzusammeln und weiterzuschreiben. Das werde ich später tun, wenn die Trottel schlafen oder auf irgendeine sinnlose Party gehen. Ich setzte mich aufs Bett und kann die Tränen nicht aufhalten. Nur ein einziger Gedanke schwirrt in meinem Kopf herum.

Vielleicht haben die beiden ja recht. Sollte ich diesen Jungen tatsächlich wiedersehen, muss das noch lange nicht heißen, dass er etwas mit mir zu tun haben will. Und wegen meinem Problem würde er mich nur auslachen. Ganz bestimmt. Wie jeder andere...
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