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Freiheit, Glück und Liebe

GeschichteAllgemein / P12 / Het
Nagisa Hazuki OC (Own Character)
26.04.2021
16.11.2021
5
4.226
 
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26.04.2021 871
 
Schwer atmend tauche ich auf und ergreife die Hand, die mir Rei reicht. Wenn das nicht schnell genug war, dann-
"Zu langsam", meint Haruka kalt und wendet sich von mir ab. "Was soll das heißen, Haru? Heute war ich doppelt so schnell wie gestern!", entgegne ich ihm, doch er schüttelt den Kopf. "Willst du bei der Staffel mitschwimmen, musst du schneller werden, Nagisa. Ansonsten kannst du dir das aus dem Kopf schlagen."

Am liebsten würde ich ihn erwürgen. Was bitte bildet der sich ein?! Ich will gerade noch etwas sagen, da unterbricht er mich erneut. "Nochmal", befiehlt er und springt als Erster ins Wasser.

Ich unterdrücke mir ein wütendes Knurren, als mir jemand eine Hand auf die Schulter legt. "Mach dir nichts draus, das war schon richtig gut...", versucht Makoto mich zu beruhigen, aber ich schüttele seine Hand ab und stampfe in Richtung Umkleide. Ich höre wie Rei-lein mir noch hinterher ruft, also beschleunige ich meine Schritte und knalle die Tür zu.

Sollen sie doch ohne mich bei dieser blöden Staffel antreten! Als ob sie so schnell Ersatz finden können? Langsam reicht es! Können wir nicht mal was anderes machen, als ständig bis zum geht nicht mehr die Bahnen hin und her schwimmen? Nur sind Makoto und Rei dergleichen Meinung wie Haruka, glaube ich. Wie soll ich sie dann dazu überzeugen?

Seufzend blicke ich aus dem Fenster. Heute ist so schönes Wetter und wir müssen das Training hier drinnen in der Halle verbringen. "Lieber würde ich an den Strand gehen." Obwohl wer sagt das ich das nicht kann? Bis zum Strand ist es nicht weit und die Straßenbahn dorthin müsste in einer halben Stunde fahren.

Ruckzuck ziehe ich mich um und packe meine Sachen zusammen. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass keiner mitbekommt das ich fehle. Na ja, die scheinen alle eh gerade mit Schwimmen beschäftigt zu sein.

Ich öffne die Tür einen Spalt und spähe hinaus. Niemand zu sehen. Dann wirds Zeit von hier weg zukommen. Leise schleiche ich zum Ausgang hinaus. Kaum bin ich im Freien fange ich an zu rennen, der Haltestelle entgegen. Ich könnte auch nach Hause fahren, nur wie soll ich meiner Mutter erklären, dass ich schon so früh da bin?

Gerade noch erwische ich die Straßenbahn und steige ein.
Die Fahrt dauerte kürzer als gedacht und sobald ich aussteige kommt mir der salzige Geruch des Meeres entgegen. Ich spüre förmlich wie alle Last von mir ab fällt. Vor mir liegt der weite, tiefblaue Ozean und der strahlend weiße Sand, der sich ihm entlang erstreckt.

Ich bin der Einzige, der hier aussteigt und auch am Strand scheint keiner zu sein. Noch bevor ich eben diesen erreicht habe, schlüpfe ich aus meinen Sneakern und ziehe mir das T-Shirt vom Kopf. Die Clubjacke der Iwatobi und die anderen beiden Klamotten stopfe ich in den hintersten Winkel meiner Tasche, die ich auf einen Ast bei einem naheliegenden Baum hänge. Ich will jetzt keine Sekunde lang an die anderen denken. Sondern mich einfach ins Meer stürzen!

Ich sehe mich um, auf der Suche nach einem Felsen oder ähnlichem. Ein Stück weiter vorne finde ich einen großen und klettere ihn hinauf. Schnell werde ich noch meine Jeans los und genieße den frischen Wind auf meiner Haut. Ein letzter Atemzug, dann spring ich jubelnd rein. Tauche tief hinab ins strahlendklare Wasser. Es ist angenehm warm und ich fühle mich so frei wie schon lange nicht mehr. Ich schwimme hoch, dann runter, hoch, runter wie ein Delphin oder noch besser wie ein Pinguin.

Nach einer Weile lasse ich mich auf den Rücken treiben und sehe hinauf in den wolkenlosen Himmel. "Hier muss ich öfter herkommen", flüstere ich entspannt.

Ein leise Geräusch lässt mich aufhorchen. Auf dem Stein, von dem ich abgesprungen bin, sitzt nun ein fremdes Mädchen. Schulterlange Locken umspielen ihr sanftes Gesicht. Ihre Augen glänzen hellbraun, aber sie scheint traurig zu sein. Die Beine hat sie zu sich an die Brust gezogen und ihr Blick ist starr auf mich gerichtet. "Hallo. Willst du mit rein? Das Wasser ist angenehm warm", biete ich ihr an. Aus ihren Gedanken gerissen, schreckt sie auf, schüttelt langsam den Kopf. "Wie heißt du?", möchte ich wissen. Ihre Lippen bewegen sich zwar, nur ist ihre Stimme sehr leise und ich bin zu weit weg um sie zu hören. Also schwimme ich näher heran, was sie bemerkt und rennt weg. "Nicht doch!", denke ich und versuche schneller zu schwimmen, erreiche den Strand, doch da ist sie schon auf und davon. Dafür das sie kleiner und schmäler ist als ich, kann sie ziemlich schnell laufen, muss ich zugeben.

Momentmal? Kommst sie etwa zurück? Tatsächlich. Mit meiner Tasche und einem hervor gezauberten Handtuch bleibt sie vor mir stehen und überreicht mir die Sachen. Sie stottert nur Silben wie: "Hier. Für dich. Zum Abtrocknen. Damit du sie nicht vergisst." Überrascht bedanke ich mich.  Ich will sie nochmal nach ihrem Namen fragen, doch sie meint sie müsse jetzt gehen. Ein entschuldigendes Lächeln auf ihren Lippen, dann macht sie sich eilig auf den Weg. Ich stehe nur da und versuche zu verstehen was gerade passiert ist.
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